Beiträge von Andreas84

    Das Hahnkampl, auf dem ich heute war, ist nicht zu verwechseln mit dem fast gleich hohen über dem Falzthurntal. Es liegt im Kamm zwischen Stanser Joch und Rappenspitze und ist an sich als Gipfel unscheinbar, verfügt aber über ein prächtiges Panorama. Außerdem bildet es den Höhepunkt einer schönen und abwechslungsreichen Rundtour.

    Route: PP - Kloster Georgenberg - Ochsenkaralm - Hahnkampl - Naudersalm - Rizuelhals - Stallenalm - Bärenrast - PP.

    Anforderungen: Etwa 1700 Hm, um 20 Km, 7-8 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Perfekte Herbsttour, da man viel Sonne abbekommt. Weitere Gipfel lassen sich in die Runde integrieren und überhaupt gibt es im einsamen Gebiet zwischen Stanser Joch und Rappenspitze viele Tourenmöglichkeiten.


    Bilder:


    1: Tolle Morgenstimmung.

    2: Das Kloster auf hoher Felswarte.

    3: Im Ochsenkar.

    4: Ochsenkaralm und Hahnkampl.

    5/6: Gipfelpanorama.

    7: Das Hahnkampl ist der grüne Gupf rechts im Kamm.

    8: Am Weg zur Naudersalm.

    9: Beim Abstieg zur Stallenalm dominieren die Nordwände von Fiechterspitz und Hochnissl.

    10: Im Stallental.


    Heute war ich zeitlich ein bisserl limitiert und hab daher am Vormittag nur eine kürzere, aber sehr schöne und mir noch unbekannte Tour im Stubai gemacht.

    Um diese Jahreszeit habe ich ja immer mein Schwammerlzeugs auf Tour mit dabei und in den letzten Tagen seit ich aus den Dolomiten zurück bin, habe ich auch schon extrem viele Steinpilze gefunden. Heute bin ich nach einer halben Stunde auf eine Stelle mit etwa 200 Zigeunern gestoßen und habe da erst mal abgeerntet. Da mir diese Ausbeute zum Hochtragen zu schade und zu schwer war, bin ich erst mal zum Auto zurück, hab die Schwammerl dort deponiert und bin halt ein zweites Mal los. "Zigeuner" ist übrigens nur ein anderer und in unserer Familie seit jeher für diese Sorte Schwammerl, die auch als "Reifpilz" bekannt ist, verwendeter Name. Am besten bereitet man die Zigeuner in einem Essigsud zu - kalt verspeisen (aber natürlich vorher kochen!).

    Nun zur Route: PP - Brandstatt Alm - Seblaskreuz und hinunter auf dem gleichen Weg. Demnächst werde ich unbedingt die Überschreitung bis zur Brennerspitze machen müssen - sicher eine tolle Tour. Aber auch diese Kurzvariante ist wirklich zu empfehlen. Schöne Wälder und großartige Ausblicke.

    Anforderungen: 1000 Hm, um 12 Km, 4-5 Stunden. Max. T3.


    Bilder:


    1: Das ist dann eher Pilze Sammeln als Schwammerl Suchen.

    2: Gerade, dass die Zigeuner in den Topf passen.

    3: Blick zu den Kalkkögeln.

    4/5: Herrlicher, junger Zirbenwald.

    6: Habicht.

    7: Am Gipfel.

    8: Da ginge die Tour weiter.

    9: Kleine Jagdhütte.

    10: Brandstatt Alm.


    Die Latschenkopf-Runde mache ich gerne bei bewölktem Wetter wie heute. Die Vorzüge der Tour liegen nämlich von Haus aus eher bei den schönen Jachenauer Wäldern und Almen als beim Panorama. Hinzu kommt, dass man hier fast immer alleine unterwegs ist, weil es keine Beschilderung gibt.

    Route: Vom Schützenhaus zum Lainbachwasserfall und hoch zur Peterer Alm. Hier weglos die Wiese hinauf bis weiter oben ein Steig sichtbar wird, der in den Wald führt. In gemütlichem Auf und Ab geht es weiter bis unterhalb des Steigs die Erbhofer Alm sichtbar wird. Nun weglos und steil über die Wiese bis zum Sattel vor dem Latschenkopf, wo wieder ein Pfad erkennbar wird, über den man schnell den Gipfel erreicht. Jenseits hinab und über Laichhansen- und Gopperalm sowie die Axelsteinhütte zurück in die Jachenau.

    Anforderungen: Etwa 700 Hm, knapp 15 Km, 4-5 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus, meist sehr einfach.

    Sonstiges: Aufgrund einer Baustelle beim Schützenhaus muss man zurzeit Richtung Hirschhörndlkopf bzw. Jochberg einen kleinen Umweg gehen.


    Bilder:


    1-3: Lainbachwasserfälle.

    4: Peterer Alm.

    5: Blick zur Benediktenwand.

    6: Schöner Wald prägt die Tour.

    7: Latschenkopf.

    8: Abstieg zur Laichhansen Alm.

    9: Der kuriose Wetterhahn bei der Axelsteinhütte.



    Mal wieder anders als geplant.

    Nach den doch anstrengenden Touren der letzten Tage wollte ich heute etwas Kürzeres machen und auch mal den kulinarischen Genuss in den Vordergrund stellen. Das Ziel war dabei eigentlich die Überschreitung der Cima d' Auta über die Via ferrata Paolin Piccolin mit anschließender Einkehr in der sensationell gelegenen Baita dei Cacciatore, wo man auch üppig Schlemmen kann. Am Parkplatz dann die Ernüchterung: Seit heute geschlossen. Der Grund aber freilich erfreulich: Die fortgeschrittene Schwangerschaft der Wirtin. Ich hab dann kurz überlegt und mich dann beim Blick in die Karte entschieden, heute hier mal wieder eine neue Tour auszuprobieren. An sich nichts Spektakuläres, aber mit grandiosen Ausblicken zu den Dolomitenriesen außen herum. Fällt sicher in die Kategorie "Geheimtipp", wobei ich davon ausgehen würde, dass auch die meisten Einheimischen die Tour nicht kennen.

    Am Papa Luciani kommt man freilich auch hier nicht vorbei, ist doch die Biwakhütte oberhalb der Baita dei Cacciatore nach ihm benannt. Leider ist diese momentan verschlossen. Laut Aushang des Bürgermeisters wegen Vandalismus, der die Hütte einsturzgefährdet gemacht habe. Von außen sieht man zwar nichts, aber vielleicht haben irgendwelche Chaoten ja innen die Stützbalken verheizt.

    Route: Von Colmean zur Baita dei Cacciatore und zum Rifugio Papa Luciani. Weiter auf dem Normalweg zur Cima d'Auta (nicht Richtung Klettersteig) und dann rechts ab zur Forcella del Negher. Nun auf Pfadspur zur Crepa Rossa und danach weglos über ein großes Wiesenplateau und steil hinab zur Forcella Pianezza. Für diesen Wegabschnitt braucht es unbedingt gute Sicht! Nun noch kurz hoch zur Punta Palazza und über die Steige 688 und 687 zurück nach Colmean.

    Anforderungen: 1200 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden. Durchgehend T3, aber zwischen Papa Luciani und Forcella del Negher enorm steil.

    Fazit: Eine schöne Tour für Zwischendrin, aber natürlich kein ganz großes Dolomiten-Glanzlicht.


    Bilder kommen auch noch, aber jetzt muss ich von meinem Badeplatz zum Auto, weil es gleich gewittert...

    Rechtzeitig geschafft... Richtig schönes Dolomitengewitter mit gewaltigen Donnerschlägen. Wenn man sicher im Tal sitzt. Heute hat es ab 15 Uhr extrem schnell zu quellen angefangen, davor war keine Wolke am Himmel.


    1-3: Der geniale Übernachtungsplatz im Val Gares, wo ich auch heute wieder bin.

    4: Cima d'Auta.

    5/6 Baita dei Cacciatore mit herrlichem Pala-Blick.

    7: Der steilste Abschnitt der Tour.

    8: Lac del Negher und die Dolomiten-Riesen im Hintergrund.

    9/10: Auf dem aussichtsreichen Wiesenplateau.


    Unterwegs in der Heimat von Papa Luciani.

    Albino Luciani, besser bekannt als Johannes Paul I. wurde 1912 in Forno di Canale am Eingang des Val Gares geboren. Wer öfters in seinen Hausbergen - er war begeisterter Bergsteiger -, der Pala, Cimonega oder Civetta unterwegs ist, wird auch heute noch oft seinem Bild begegnen - sei es auf Hütten oder in Biwakschachteln.

    Ich sehe es als Fügung, dass ich heute den gestern nicht erreichten Gipfel, die Cima Bureloni, auf einer anderen Route gemacht habe. Wäre ich gestern oben gewesen, wäre ich nicht ins Val Gares gefahren. Was wäre mir da entgangen! Die Rundtour ist über alle Maßen fantastisch und kommt auf Anhieb in meine Top 3 Dolomiten-Touren. Jeder Meter ein Genuss, an jeder Ecke neue gewaltige Eindrücke und am Ende dann noch der Abstieg durch die gewaltige Gares-Schlucht...

    Route: Vom PP in den Ort Gares und dann mit Steig 755 hinein ins unglaublich beeindruckende Val Grande bis kurz vor den Passo delle Farangole. Ein kurzes Stück hinab (nicht an der Felswand entlang, denn da geht es zu den Einstiegen der Kletterrouten) und auf gut mit Stoamandln markiertem Steig zur Cima Bureloni. Man kommt dabei auch am kleinen Zirocole-Gletscher vorbei. Zurück auf dem gleichen Weg und dann über Steig 703 hinab bis zur Einmündung des Val Strut. Nun enorm steil links den Steig 716 (oben schlecht zu sehen) hinab ins Valle delle Comelle, wo man Steig 704 erreicht, der zunächst ein Flachstück über eine Schotterebene durchquert, bevor er sich durch die fantastische Gares-Schlucht schlängelt. Dieser Weg steht den Fanes-Wasserfällen nicht viel nach. Ich würde diese Reihenfolge empfehlen, da meine Abstiegsroute viel steiler ist als der Aufstieg.

    Anforderungen: 2000 Hm, 25 Kilometer, 9-11 Stunden. Fast durchgehend T4 - es ist nie wirklich schwer, aber auch nie leicht und der Abstieg fordert im Steilgelände volle Konzentration. Aufgrund der Südost-Exposition empfiehlt sich natürlich ein früher Aufbruch. Es gibt auf der ganzen Tour bis zur Gares-Schlucht übrigens keine Möglichkeit, Trinkwasser aufzufüllen!

    Was für ein Fest! Und dazu noch der geniale Übernachtungsplatz!


    Bilder:

    10 Bilder sind viel zu wenig, um die Schönheit der Tour adäquat abzubilden. Ich verzichte daher zum Beispiel auf Gipfelpanoramen und den großen Gares-Wasserfall. Es sei aber gesagt, dass das Panorama von der Bureloni für mich nach dem des Antelao das zweitbeste in den ganzen Dolomiten ist. Sogar besser als Pelmo, Civetta oder Marmolada.


    1: Pala di San Lucano im Morgenglanz.

    2: Ein Traum.

    3: Der Campanile dei Campidei.

    4: Die "Banche di Fede" vermitteln Brenta-Gefühl. Gut mit Stahlseil abgesichert.

    5: Zirocole-Gletscher.

    6: Gipfelaufbau: Hier weiß man schon, dass die letzten Meter zum Gipfel auf dem Kamm ein echter Knaller sind.

    7: Da pfeifts halt gleich 1000 Meter ins Travignolo-Tal runter.

    8: Die letzten Meter: purer Genuss.

    9/10: In der Gares-Schlucht.



    Immer wieder eine tolle Tour, auch wenn ich eigentlich etwas anderes geplant hatte.

    Ich wollte eigentlich auf die Cima Burleoni, habe aber beim kurzen Klettersteig zum Passo delle Farangole umgedreht, weil ich das Set nicht mitgenommen habe. Die Stelle geht sicher auch ohne, aber vielleicht kennt das ja der eine oder andere: Wenn man den Kollegen beim Rummurksen zu lange zuschaut, verlässt einen selber der Mut. Als ich zu der Stelle kam, waren schon fünf Leute dort (aufgrund der großen Rucksäcke sicher Pala-Durchquerer). Eine junge Dreier-Gruppe mit KS-Ausrüstung, aber da hat's einen auch mal geschmissen und dann die zwei Frauen... Ohne Ausrüstung und die eine ganz schlimm am Murksen. Für jeden Meter 3 Minuten. Du schaust zu und kannst eigentlich nicht hinsehen, weil du weißt, dass die arme Frau sicher Todesangst hat. Das hat mir dann so auf die Stimmung geschlagen (ist aber letztlich gut ausgegangen), dass ich mir dachte, dass heute vielleicht nicht der Tag für diese Tour ist. Daher bin ich umgedreht und auf den Mulaz, wo ich letztes Jahr auch schon war.

    Route (Mulaz Normalweg): Pian de Casoni - Malga Venegiota (zurzeit wegen Umbau geschlossen) - Passo Mulaz - Monte Mulaz. Eine grandiose Rundtour wird daraus, wenn man wie folgt absteigt: Monte Mulaz - Rifugio Mulaz - Passo di Focobon - Forcella Venegiota - Malga Venegiota - PP. Geht man die Route anders herum, ist sie fast noch lohnender, weil man dann auf die gigantischen Pala-Riesen zuläuft.

    Anforderungen: 1500 Hm, 20 Km, 7-8 Stunden. Überwiegend T3 und leichter, etwa 10% T4. Nie wirklich ausgesetzt.

    Die relative Einfachheit der Tour führt dazu, dass hier oft viel los ist. Ist aber kein Problem, denn der Gipfel bietet viel Platz und der Mulaz ist durch die vielen Begehungen eh "zweispurig", sodass es keine Staus gibt. Auch viele Familien mit Kindern unterwegs und sehr angenehme Stimmung. Mit den Italienern kommt man ja eh schnell ins Gespräch (sofern man ihre Sprache spricht).


    Bilder:


    1: Malga Venegiota und Cimon di Pala im ersten Morgenlicht.

    2: Schöner Wald im Aufstieg zum Passo Mulaz.

    3: Das Bild finde ich sehr interessant. Es wird ja zurzeit gerne wieder in den Medien über die Wasserknappheit am Watzmannhaus oder auf der Blaueishütte berichtet, wobei gerne verschwiegen wird, dass die Sache mit dem Wasser in Kalkgebirgen immer schon ein Problem war. Was wir hier sehen, ist eine Art riesiger Wassersack, der mit dem Heli in die Nähe der Mulaz Hütte geflogen wurde. Die Mulaz Hütte hat außerdem noch drei Wasserleitungen, von denen eine vom Passo Farangole kommt, wo sich bis in den September ein Schneefeld hält. Das ist eine Stunde Fußmarsch!

    4: Da habe ich umgedreht. Die Frau in der Mitte des Schotterfeldes wird noch 10 Minuten brauchen, um die paar Meter zu ihrer Kollegin zu bewältigen. Die junge Leute stehen links am Beginn des KS. Der Schotter sieht auf dem Bild viel flacher aus, als er ist; sicher mindestens 45 Grad.

    5: Am Aufstieg zum Mulaz.

    6: Am Gipfel gibt es kein Kreuz, sondern eine Friedensglocke. Sehr fein.

    7: Sehr junge Gipfelstürmer.

    8: Obwohl der Tümpel gerade trocken ist, sehr schöne Stelle am Abstiegsweg.

    9: Ein Schafparadies. Der Schäfer sitzt mit seinem Hund links oben.

    10: Etwa einen Kilometer unterhalb des PP Pian de Casoni habe ich eine großartige Badestelle am Travignolo Bach gefunden. Eiskalt!


    Zurück muss man ja auch noch.

    Nach einer fantastischen Nacht unterm Sternenzelt ging die Tour heute weiter und sie war - jedenfalls im oberen Teil wieder extrem schön.

    Route: Vom Lago delle Trote hoch zum völlig zu Unrecht so benanntem Lago Brutto. Brutto heißt ja "hässlich", aber ich vermute, dass da eine andere Wortwurzel dahinter steckt, da der Flurname "Brutto" im Fleimstal recht häufig ist. Weiter hoch zur Forcella Morenga (2395m), von wo aus man unbedingt noch die Cima Morenga mitnehmen sollte. Anschließend hinab zum Passo di Caligher. Hier zweigt unbeschildert ein Steig ins zauberhafte Valbona (der Name passt hier) ab. Man kommt dann bei der Malga Valmaggiore heraus. Ab hier folgt leider ein meist ziemlich langweiliger Forststraßenhatscher durch die vom Sturm von 2018 verwüsteten Fichtenplantagen. Ich wollte eigentlich noch über den Steig 336 zum Lago Cece, aber der ist wegen Forstarbeiten gesperrt. Um wieder zum Lago di Paneveggio zu kommen, muss man schon gut aufpassen, immer die richtigen Abzweige zu nehmen.

    Anforderungen: Gipfel Cima Morenga T4, der Rest T3. 800 Hm Aufstieg, 1500 Hm Abstieg, 20 Km, 6-7 Stunden.

    Auffällig ist, dass von dem Sturm 2018 ausschließlich die bewirtschafteten Wälder, also die gepflanzten Fichten, betroffen waren. Wo der natürliche Wald auf etwa 1800 Metern anfängt, ist kein einziger Baum umgefallen. Ergebnis von 200 Jahren völlig verfehlter Forstwirtschaft, die sich auf eine genauso verfehlte Forst- und Agrarwissenschaft stützt. "Wissenschaft" muss man da wohl in riesige Anführungsstriche setzen... Und mit was forstet man wieder auf? Pumpf... mit Fichten natürlich. Wird sicher klappen...


    Bilder:


    1-2: Der fantastische Übernachtungsplatz am Lago delle Trote.

    3/4: Lago Brutto. Zum Übernachten nicht gut, da es fast keine ebenen Flächen gibt.

    5: Diese Fichten stehen auf 2500 Metern!

    6: Cima Morenga.

    7-10: Im zauberhaften Valbona.



    Flexibel muss man sein.

    Ich bin am Mittwoch Abend mal wieder nach Italien aufgebrochen und habe am Lago di Paneveggio (ein Stausee) im Auto übernachtet. Hier wie an allen PP in der Gegend herrscht ein Parkverbot von 21 bis 5 Uhr. Das wird aber wohl nicht kontrolliert. Ich habe für alle Fälle einen Zettel ins Auto gelegt, auf dem ich geschrieben habe, dass ich eine zweitägige Tour mit Biwak mache.

    Zur Translagorai: Ich habe nicht die ganze Tour gemacht, sondern mich auf den einsamen Ostteil der Gruppe beschränkt. Erstens will ich in den nächsten Tagen in den Dolomiten unterwegs sein und zweitens ist es sonst gar nicht so einfach, wieder zum Auto zurückzukommen. Der Bus von Predazzo zum Passo Rolle fährt zum Beispiel nur fünf Mal am Tag. Das Lagorai-Gebirge ist landschaftlich dadurch geprägt, dass es unten eine waldige Steilstufe gibt, an die sich eine flache Almzone mit Seen und herrlichen Wäldern anschließt, bevor es oberhalb von 2200 Metern sehr felsig wird. Es gibt nur wenige bewirtschaftete Hütten, dafür aber viele Biwaks. Von der Ausrüstung her war ich so aufgestellt, dass ich auch ein bivacco sotto il cielo e le stelle machen konnte (aufblasbare Matte und Schlafsack), falls mir die Biwakhütten nicht zusagen. Das sollte sich sehr bewähren - nicht weil die Hütterl schlecht wären, sondern weil mir da zu viel los war.

    Route: PP - Sentiero della Pace zum Lago Colbricon. Am nahen Passo Colbricon beginnt die eigentliche Translagorai mit den Sentiero Achille Gadler. Passo Colbricon - Forcella Colbricon - Forcella Ceremana - Bivacco Aldo Moro (2565m) - Forcella di Valon - Forcella di Cece - Nordschulter der Cima Cece (2600m). Von hier führt ein toller Steig auf deren Gipfel; 45 Minuten Mehraufwand und extrem lohnend wegen des gewaltigen Panoramas! Nordschulter - Forcella di Valmaggiore. Hier befindet sich das Bivacco Paolo e Nina, in dem ich eigentlich übernachten wollte. Da waren aber schon vier Leute und da es erst 17 Uhr war und das nächste Biwak nur zwei Stunden weg ist, bin ich weitergegangen. Gute Entscheidung! Denn bald sind mir noch vier Jugendliche entgegen gekommen, die auch im Paolo e Nina übernachten wollten. Da war es sicher kuschelig in der Nacht. Der Standort des Paolo e Nina ist aber auch nicht besonders schön: Schattig und wenig Aussicht. Also weiter: Forcella Dos Caligher - Wegweiser (Quota) 2240m - Corona di Morenga - Lago delle Trote. Von hier sieht man das Bivacco Forcella Coldose schon. Auch hier waren einige Leute. Daher habe ich mich zum Freibiwak am See entschlossen und das war einfach herrlich! Der Platz ist dafür extrem gut geeignet: Flach und eine gemütliche Wiese.

    Anforderungen: 2100 Hm im Aufstieg und 1400 im Abstieg, 25 Km. Bis Passo Colbricon T3, danach durchgehend T4. Das Gelände ist zwar nicht ausgesetzt, aber sehr ruppig: Blockhalden wechseln sich mit Gletscherschliffen ab. Die ausgewiesenen Gehzeiten sind sehr sportlich. Ich bin zwar etwas schneller gewesen, aber ich bin halt auch ich und gut in Form. Vor allem komme ich mit dieser Art Gelände, das über lange Zeit viel Konzentration verlangt, gut zurecht. Ich würde vermuten (und konnte es auf der Tour auch beobachten), dass der "Normalwanderer" deutlich länger brauchen wird. Ich war 12 Stunden unterwegs.

    Wichtig ist auch zu erwähnen, dass es zwischen dem Passo Colbricon und dem Lago delle Trote (das sind 7-8 Stunden!) kein Wasser gibt. Ich hatte das Glück, dass es Mittwoch Nacht ein heftiges Gewitter gab und auf den Gletscherschliffen noch Rinnsale herunterliefen, an denen ich auffüllen konnte. Die in den Karten eingezeichneten "Bäche" gibt es in der Form nicht (wohl nur bei der Schneeschmelze) und das Wasser des Trote- oder des Morengasees zu trinken, verbietet sich von selbst wegen der von Schafen zugekoteten Ufer. Lediglich der Bach vom Lago Brutto (siehe Tag 2) zum Lago delle Trote führt ganzjährig Wasser und das kann man auch trinken.

    Noch ein Satz zum Bivacco Aldo Moro: Wow! Geniale Lage und ganz neu. In Italien führen sie meiner Beobachtung nach gerade eine neue Generation von gelben Biwakschachteln mit Panoramascheiben und Solarpanelen ein, die die alten rostroten ersetzen. Hab auch im Adamello schon welche gesehen.

    Fazit: Gewaltig schöne Tour in einer absolut einsamen Gegend! Man erschrickt förmlich, wenn man einen anderen Menschen sieht. Die Translagorai-Tour selbst machen nur ganz wenige Leute. An den Biwakhütten sind vor allem junge Menschen anzutreffen, die nur vom Tal auf dem schnellsten Weg zum Biwak aufsteigen, um dort mal zu übernachten. Die Biwaks Paolo e Nina sowie Forcella Coldose sind von der Malga Valmaggiore (1600m) ohne großen Aufwand zu erreichen.


    Bilder:


    1: Pala-Blick.

    2: Herrliche, lichte Wälder.

    3: Bivacco Aldo Moro.

    4: Typisches Gelände im hohen Lagorai.

    5: Lago Colbricon. Leider Reihenfolge vertauscht; kommt natürlich eigentlich vor dem Bivacco Aldo Moro...

    6: Panorama Cima di Cece.

    7: Sanftes Abendlicht.

    8: Campanile di Cece.

    9: Lago di Morenga mit Monster-Schafherde.

    10: Ausblick vom meinem Biwakplatz.



    Nachdem ich mir wie jeden Sommer mit meiner Freundin eine Woche "Urlaub" vom Bergsteigen bei einem genialen Festival in Sachsen-Anhalt genommen habe, bin ich jetzt natürlich wieder voll motiviert. Heute hab ich die Rundtour über die Kampen bei Lenggries gemacht. Sehr lohnend: Erst schön schattig im Wald und dann ab dem Seekarkreuz sehr aussichtsreich am Kamm entlang.

    Route: Schloss Hohenburg - Grasleitensteig zur Lenggrieser Hütte (nicht gut ausgeschildert) - Seekarkreuz - Kampen - Hirschtalsattel - Hirschtal - Hohenburg.

    Anforderungen: Etwa 1100 Hm und 15 Km, 5-6 Stunden. T3 mit einer kurzen Stelle T4 unter dem Spitzkamp.



    Bilder:


    1: Schöne Morgenstimmung in Lenggries.

    2: Blick zur Zugspitze vom Grasleitensteig.

    3: Seekarkreuz und das Almgebiet um die Lenggrieser Hütte.

    4: Tolles Panorama am Seekarkreuz.

    5: Die "Schlüsselstelle".

    6/7: Unterwegs am Kamm der Kampen.

    8: Tegernsee vom Ochsenkamp aus.



    Der einsame Weg auf einen beliebten Berg.

    Am Montag war ich im Rofan unterwegs und hab die Runde auf's Kotalmjoch noch mit dem Hochiss verbunden. Sehr lohnende Tour!

    Route: Schwarzenau - Kotalm Nieder-, Mittel-, und Hochleger - Steinernes Törl - Streichkopfgatterl - Hochiss - Streichkopfgatterl. Ab hier weglos über den Kamm zum Kotalmjoch und ebenso weglos zum Hochleger hinab. Nun am Anstiegsweg zurück. Es lohnt sich dabei, einen kurzen Schlenker zu den Quellen des Schwarzenau-Bachs zu machen, um sich dort abzufrischen.

    Diese Route ist die "Sommervariante", da man im Aufstieg dank West- und Nordexposition fast komplett im Schatten gehen kann. An kühlen Tagen besser andersherum.

    Anforderungen: 1500 Hm, knappe 18 Km, um 6 Stunden. An sich T3 mit ein paar kurzen Stellen T4.


    Bilder:


    1/2 Schöner Lärchen- und Zirbenwald zwischen Mittel- und Hochleger.

    3: Steinernes Törl.

    4-6: Großartige Ausblicke prägen den oberen Teil der Tour.

    7: Weglos am Kamm zum Kotalmjoch.

    8: Eindrucksvoller Blick in die Nordwände des Rofan.

    9/10: Am Quellbach, wo das Wasser immer sehr kalt ist.


    Spektakuläre Landschaft im Gschnitztal.

    Am Sonntag habe ich die schöne Rundtour auf die Gargglerin gemacht. Landschaftlich wird die Tour vor allem durch die nahen Tribulaune geprägt. Zudem hatte ich das Glück, den männlichen Teil der hier beheimateten Steinböcke ganz aus der Nähe zu sehen, nachdem mir die weibliche Tiere samt Nachwuchs vor drei Wochen auf der Pflerscher Seite über den Weg gelaufen sind.

    Route: Aufstieg zur Gargglerin auf Steig 63. Danach bin ich noch zum Sandesjöchl aufgestiegen und schließlich über die Gschnitzer Tribulaunhütte ins Tal.

    Anforderungen: Etwa 1500 Hm, knappe 20 Km, 6-7 Stunden. Geht eigentlich nicht über T3 hinaus.

    Der Max-Dellantoni-Steig (von der Hütte ins Tal) hat nach dem schweren Unwetter letztes Jahr durch die vielen Muren leider etwas an Schönheit eingebüsst.



    Bilder:


    1: Blick zum Habicht.

    2: Der Pflerscher Tribulaun dominiert die Tour mit seiner Wucht.

    3/4: Die letzten Meter zum Gipfel.

    5: Alle Tribulaune.

    6/7: Insgesamt besteht das Rudel aus mehr als 20 Böcken aller Altersklassen.

    8: Goldkappl vom Sandesjöchl.

    9: Sandessee und Pflerscher Tribulaunhütte.

    10: Eine der vielen Muren.


    Die Rundtour auf die Rappenspitze gehört zu den Touren, die mir landschaftlich im Karwendel am besten gefallen. Es geht durch herrliche Lärchenwälder, freie Almflächen und auch ein bisserl in den Fels. Dazu ist man hier fast immer alleine unterwegs.

    Route: Falzthurnalm - Dristn Alm - Rappenspitze. Abstieg über den Südgrat in den Sattel und weiter zur Naudersalm - Rizuelhals - Lunstsattel - Gramaialm - Falzthurnalm.

    Anforderungen: 1300 Hm und um 18 Km, um 6 Stunden. Der bröselige Südgrat T4, sonst T3.

    Immer wieder eine schöne Tour, wobei es gestern sehr schöne Wolken- und Lichtstimmungen gab.


    Bilder:


    1: Morgens noch ein bisserl Nebel.

    2/3: Schöne Wolkenstimmungen an der Dristnalm.

    4: Eine Lärche mit sieben Stämmen.

    5: Rappenspitze.

    6: Kuhkarawane zum Gipfel.

    7: Beeindruckendes Wolkengebrodel.

    8: Der Steig zum Lunstsattel.

    9: Abstieg ins Tal.

    10: Zu Füßen des Sonnjochs.


    Auf einsamen Pfaden im Pitztal.

    Ich habe das Zwischenhoch gestern zu einer Rundtour im Pitztal genutzt, die ich schon lange auf dem Schirm hatte. Trotz der großen landschaftlichen Schönheit - vor allem der auf fast 2800 Metern liegende Wildsee ist sehr beeindruckend - habe ich auf der langen Runde niemanden getroffen.

    Route: Von Enger folgt man der Beschilderung zum St. Leonharder Höhenweg und steigt eine Zeit entlang des Bichlbachs auf. Wie für das Pitztal typisch ist der unterste Wegabschnitt sehr steil. An der Wegmarke "Am Gampen" erreicht man den Höhenweg und folgt diesem bis etwa 2400 Meter und biegt dann links nach oben ab (Beschilderung Wilder See/Langkarlesscharte). Auf 2600 Metern verzweigt sich der Steig erneut. Ich bin nun zunächst nicht zum See, sondern in die Scharte, weil ich versuchen wollte, die Langkarlesschneid (3044m) von dort aus zu besteigen. Das geht auf jeden Fall und ist technisch auch einfach (max. I-II), aber mir war's bei der Hälfte dann zu heikel. Du trittst wo hin - zack, der Stein schießt davon. Du langst wo hin und hast gleich was in der Hand. Mir fehlt mittlerweile der Ehrgeiz, um in so brüchigem Gelände durchzuziehen, nur um auf einen unbedeutenden Gipfel zu kommen. Vor fünf Jahren wäre ich sicher weiter gegangen, aber in den letzten Jahren habe ich im näheren und weiteren Bekanntenkreis zu viele schwere Bergunfälle in genau so einem Gelände mitbekommen.

    Ohne Gipfel musste der Tag aber auch nicht vergehen, denn mit war aufgefallen, dass der nahe Grieskogel (als Gipfel an sich so unbedeutend, dass er nicht mal eine nähere Bezeichnung wie "Lehner", "Rietzer" oder "Breiter" bekommen hat) unschwierig zu erreichen ist. Dazu von der Scharte 70 Hm hinab und auf einem Rücken zum Gipfel, der einen tollen Blick auf die Wildspitze bietet.

    Nun stand ja noch der Wildsee, das eigentliche Hauptziel der Tour auf dem Programm. Man muss dazu nicht wieder zur Wegteilung auf 2600 hinunter, sondern kann weglos bei 2750m rüberqueren (Stoamandl weisen den Weg). Der See selbst ist für die Höhenlage erstaunlich groß. Die beste Badestelle befindet sich an seinem Ablauf. Er ist freilich wirklich kalt, aber ein Bad habe ich mir nicht nehmen lassen.

    Abstieg bis zur Wegteilung 2600m. Nun bietet es sich an, von dort weglos, aber unschwierig zum Brandsee abzusteigen und von dort weiter zum Schoaßkogel (2340m) zu gehen. Das spart Strecke und einen Gegenanstieg am St. Leonharder Höhenweg. Der "Schoaßkogel" (eine Wegmarke, kein Gipfel) hat seinen Namen wohl eher von den nahen Plattenschüssen als davon, dass dem Benni Raich hier unversehens mal einer ausgekommen wäre...

    Von hier der Beschilderung "Talweg Ronach" folgen und am Ende kurz auf der Straße zurück zum Parkplatz. Der Abstieg ist wirklich enorm steil, aber aufgrund des ganz weichen Bodens extrem angenehm zu gehen. Bei Nässe aber sicher kein Vergnügen. Weiter unten habe ich dann noch das Abendessen für Daniela und mich besorgt und Steinpilze, Rotkappen sowie haufenweise Eierschwammerl gesammelt. Ich habe in der Schwammerlzeit immer mein Messer und eine große Stofftasche dabei.

    Anforderungen: 1900 Hm und knapp 20 Km, 8-10 Stunden. Oft steil, aber nie schwierig, max. T3+.

    Sehr empfehlenswerte Tour, auf der man meist alleine sein wird. Auch der eigentliche St. Leonharder Höhenweg, der bei der Ludwigsburger Hütte beginnt, wird dem Anschein nach selten begangen. Wenn's halt keine Einkehr gibt...

    Von Langenkarlesscharte aus kann man übrigens die Hauerseehütte erreichen (der Weg wurde kürzlich wieder in Stand gesetzt).


    Bilder:


    1: Der Bichlbach. Man braucht sich bei der Geografie des Pitztals nicht wundern, dass es hier so oft Vermurungen gibt. Wenn's heftig regnet, reißt es das ganze lockere Gesumms mit. Fast alle Bäche schauen hier so aus.

    2: "Am Gampen" - ein Idyll!

    3: Die Schafe waren sehr zudringlich. Ich glaube, sie dachten, ich bringe ihnen Salz. Das nächste Mal packe ich welches ein.

    4: Die kleinen Schönheiten am Wegesrand.

    5: Der Grieskogel.

    6: Panorama mit Wildspitze und Kaunergrat.

    7: Der Wilde See.

    8: Zum Brandsee geht es weglos hinab.

    9: ☺️

    10: Die Ausbeute war so reichlich, dass wir auch noch zwei Freunde zum Essen einladen konnten. Ein Gedicht!


    1. Semester Meteorologie bzw wie man ein Wetterfenster ausnutzt.

    Das wäre heute in Ratschings wirklich ein guter Tag gewesen, um mit Studenten im 1. Semester eine Praxis-Exkursion zum Thema "Der Föhn. Wie er entsteht und wie er endet." zu machen. Das konnte heute nämlich im Zeitraffer innerhalb von vier Stunden beobachtet werden:

    7:30: 95% Bewölkung

    9:00: Erste Auflockerungen und föhnige Tendenzen.

    10:30: Föhn voll da. Strahlend sonnig, Föhnmauer am Hauptkamm.

    11:30: Föhn schwächt sich ab, Wolken ziehen über den Hauptkamm.

    14:00 Es beginnt zu regnen.

    Für meine Tour ist sich das aber perfekt ausgegangen. Ich war wegen des schlechten Wetters im Norden heute ein kleines Stück auf die Alpensüdseite gefahren.

    Route: Flading - Klammalm - Butsee - Hohe Kreuzspitze - Kleine Kreuzspitze - Schlattacher Joch - Steige 10 und 15 zurück nach Flading.

    Anforderungen: Der Abschnitt am Kamm zwischen den beiden Gipfeln T4: teils sehr ausgesetzt und der erdige Steig ist mit Vorsicht zu genießen; drei kleine Kletterstellen I. Sonst T3 und leichter. 1400 Hm und knapp 20 Km; 6-7 Stunden.

    Insgesamt eine sehr schöne Rundtour auf einen famosen Aussichtsgipfel. Hat sich gelohnt heute! Nicht nur meteorologisch, sondern auch geologisch sehr interessant. Extrem viele verschiedene Gesteinarten auf engem Raum. Neben dem Adler ist mir später auch noch ein Dachs über den Weg gelaufen. Menschen hingegen Fehlanzeige.


    Bilder:

    1: Gleich am Anfang gibt es einen schönen Wasserfall.

    2/3: Tolle Wolkenstimmung am Morgen.

    4: Butsee und Hohe Kreuzspitze.

    5: So wünscht man sich das Wetter am Gipfel.

    6: Föhnmauer am Hauptkamm. Hochwilde und Hochfirst (Gurgler Gruppe) liegen noch in der Sonne.

    7: Ein Mordstrumm Gipfelkreuz.

    8: Ihn hatte ich ehrlich gesagt schon erwartet, da kurz vorher eine Gruppe aufgeregter Raben davonflog.

    9: Der Kamm von der Kreuzspitze im Rückblick.

    10: In Meran scheint noch die Sonne. Da müssen die Wolken ja auch erst noch über die Texelgruppe kommen.


    Zeit iss wieda worn, für'n Freiger!

    Und da hab ich heute den vorerst letzten ganz stabilen Tag natürlich nutzen müssen. Obwohl ich jeden Zentimeter der Tour kenne, habe ich sie in dieser Reihenfolge noch nicht gemacht.

    Route: PP - Bsuchalm - Nürnberger Hütte - Freigersee - Rotgratspitze - Roter Grat - Wilder Freiger - Seescharte - Grünausee - Sulzenauhütte - Grawaalm und am Wilde-Wasser-Weg zurück zum PP. Dabei habe ich mir erstmals auch das Ruetz-Katarakt angeschaut. Echt beeindruckend!

    Anforderungen: Gute 2000 Hm und sicher 25 Km, 10-12 Stunden. Zwischen Freigersee und Grünausee T4, sonst T3. Es kann sein, dass ich den Roten Grat in einem früheren Bericht auch mal mit T5 bewertet habe, was er aber sicher nicht ist, da es keine Kletterstellen gibt. Wichtig ist am Grat aber gute Sicht, da die Markierungen nicht gerade üppig sind und da der "Grat" auch mal gerne 30 Meter breit ist, verläuft man sich gleich mal und dann wird es hier schnell richtig gefährlich.

    Beim Abstieg vom Freiger Richtung Seescharte wurde eine Stelle auf etwa 3300 Metern neu trassiert, weil es da einen Felsausbruch gab. Allerdings ist das sehr provisorisch und in meinen Augen auch wenig sinnig gemacht worden. Über eine etwa 10 Meter hohe um 50 Grad geneigte Felswand leitet ein Kletterseil hinunter. Von oben kommend merkt man erst bei der Hälfte, dass das Seil total kaputt ist. Unten sieht man dann, dass die Stelle ganz leicht umgangen werden könnte...

    Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass im Bereich zwischen 3200 und 3300 Metern gerade viel in Bewegung ist und sich der ganze lose Schumms bald nach unten verabschieden wird. Wenn dann wieder festerer Fels da ist, wird man vermutlich die Route grundsätzlich neu anlegen. Nicht falsch verstehen: Das heißt jetzt nicht, dass die Tour besonders steinschlaggefährdet ist.

    Die Tour war natürlich wie immer fantastisch: Im Grünausee gab es ein kühles Bad und auf der Sulzenaualm eine Eierlikörtorte - meinen Lieblingskuchen.

    Ich würde die Tour tatsächlich aber anders herum empfehlen, weil der Aufstieg zwischen Freigersee und Rotgratspitze ziemlich zäh und eintönig ist, wenn man die ganze Zeit in das rote Trümmermeer schaut. Im Abstieg viel angenehmer und mit viel Panorama.


    Bilder:


    10 Fotos sind für die vielen Glanzlichter auf jeden Fall zu wenig. Es fehlen unter anderem mehrere See und die großen Wasserfälle Sulzenau und Grawa...


    1: Nürnberger Hütte im Morgenlicht.

    2: Freigersee und Feuersteine.

    3: Blick von der Rotgratspitze zum Eissee und ins Ridnauntal.

    4: Der Rote Grat. Schlägt jemand einen anderen Namen vor?

    5: Habicht und Feuerstein hinter dem Grüblferner.

    6: Der Übeltalferner und einige der Bergriesen um ihn. Links das Becherhaus.

    7: Freigerferner.

    8: Der zauberhafte Grünaussee war gar nicht so saukalt wie sonst.

    9: Die untere Sulzenau.

    10: Ruetz-Katarakt.


    Einsamkeit und Landschaftsgenuss.

    Während sich die Touristen am Weg zur Zittauer Hütte über den Haufen rennen, kann man in unmittelbarer Nähe eine völlig einsame, landschaftliche abwechslungsreiche Tour genießen. Erst geht es durch schöne Zirbenwälder und oben warten zwei Bergseen, in denen man ein Bad nicht verpassen sollte. Die Temperaturen sind angenehm (sicher über 15 Grad) und man man kann schön schwimmen.

    Route: Von der Straße am westlichen Seeufer an der kleinen Kapelle vorbei zur Leitenklamm und hoch zur Trisslalm. Hier zweigt der Steig zu den Seen beschildert ab. Zunächst durch Zirbenwald, später über schönes Mattengelände wird der Wildkarsee (2500m) erreicht. Wenige Meter hinauf zur Seekarscharte und jenseits 300 Hm hinab zum ebenfalls sehr schönen Seekarsee. Der Rückweg erfolgt über die gleiche Route. Hier eine echte Rundtour draus zu machen, wäre schon sehr konstruiert und würde einen extremen Mehraufwand bedeuten (1000 Hm plus). Man würde dann nach Krimml absteigen und über die Breitkarscharte zurückgehen. Ob sich das lohnt?

    Lohnen tun sich auf jeden Fall die beiden Seen, die mit tollen Badestellen aufwarten, wenn man sie umrundet.

    Anforderungen: 1300 Hm, um 15 Km, 5-6 Stunden (ohne Baden). Max. T3.

    Prädikat extrem zu empfehlen.


    Bilder:


    1: Herrliche Zirbenwälder im unteren Teil.

    2: Was für eine Lage: Wildkaralm.

    3: Der kleine Gletscherbach.

    4: Stausee Durlassboden von oben.

    5: Links mal wieder so ein Wunder des Lebens.

    6: Wildkarsee.

    7: Perfekte Bade- und Bierstelle.

    8: Perspektive von der anderen Seite.

    9/10: Auch der Seekarsee braucht sich nicht zu verstecken.


    Karibik im Adamello.

    Der Lago di Lares ist ein riesiger Bergsee zu Füßen des Crozzon di Lares und des Caré Alto auf 2655 Metern Höhe, den man auf einer landschaftlich spektakulären Route erreicht. Einsamkeit ist hier garantiert. Wie bei meiner letzten Tour zum See 2022 habe ich heute niemanden getroffen. Damals mag das noch einer (unsinnigen und von mir ignorierten) Wegsperrung wegen der beschädigten Brücke über den Lares-Bach gelegen haben, aber es ist wohl einfach so, dass das Fehlen jeglicher Einkehrmöglichkeiten einfach 95% der Wanderer abschreckt. Die Brücke wurde mittlerweile übrigens erneuert.

    Route: Vom Parkplatz über den unteren und den oberen Lares-Wasserfall - bis hier kann man auch mal Touris treffen - geht es zur Malga Lares. Die Bezeichnung "oberer Lares-Wasserfall" ist übrigens irreführend, denn auch oberhalb dieser stürzt sich der Bach spektakulär über drei Steilstufen. Von der Alm gut markiert zum Lago di Lares. Eine gletscherfreie Gipfeloption vom See aus wäre die Cima Pozzoni (2941m), aber die ist trotz des geringen Höhenunterschieds vom See aus mit 2 Stunden angeschrieben, was mit Blick auf das äußerst ruppige Gelände auch realistisch erscheint. Ich habe heute darauf verzichtet, weil die Wetterentwicklung klar Richtung Gewitter am mittleren Nachmittag ging. Eine halbe Stunde nachdem ich wieder beim Auto war, begann es dann auch...

    Stattdessen habe ich den See (einfach, obwohl weglos) umrundet und bin am jenseitigen Ufer tatsächlich auf ein paar kleine Sandstrände gestoßen - daher der Titel des Berichts. Natürlich bin ich dann auch Baden gegangen - sausaukalt! Die Umrundung ist auch deswegen lohnend, weil am Ende auf einen Gletscherschliff hochsteigt, vom dem man einen fantastischen Blick auf den Lares-Gletscher und den dort neu entstandenen See hat. Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route.

    Anforderungen: 1600 Hm, um 20 Km, 8-9 Stunden. Ganz einfach, geht nicht über T3 hinaus. Es wechseln sich ziemlich steilen Passagen mit längeren flachen ab.

    Hinweis: Schon zu Beginn des Steigs wird man darauf aufmerksam gemacht, dass auf der Malga Lares scharfe Hütehunde zum Schutz der Schafe und Ziegen eingesetzt werden. Darauf muss man gefasst sein. Als ich das Weidegebiet betreten habe, hat einer auf 300 Meter sofort angeschlagen und ist losgerannt. Gott sei Dank ist da aber auch ein Hirte dabei, der sein Handwerk versteht: Ein Befehl und Ruhe war. Ob die Hunde (es sind drei) vor einem Menschen Halt machen, wenn der Hirte gerade nicht am Platz ist, würde ich annehmen, aber was ich wohl nicht machen würde, ist die Tour mit einem Hund (und vielleicht noch ohne Leine)

    gehen. Ich glaub, den zerreißen die einfach.

    Sonstiges: Was ich fast nicht glauben konnte, ist, dass es auf Höhe des Sees Frösche gibt. Ich bin an einem kleinen Tümpel neben dem See vorbeigekommen und da waren tatsächlich jetzt im August noch Kaulquappen drin... Das muss ein Leben sein: Gerade zum Frosch geworden und dann gleich in die Winterstarre. Denen darf auch keiner mal stecken, dass sie es weiter unten feiner hätten... Wunder des Lebens!


    Bilder:


    1/2: Der "obere" Lares-Wasserfall wird am Nachmittag zu einem selten zu sehenden Naturspektakel: Die Gischt ist so gewaltig, dass sie den eigentlichen Wasserfall völlig verdeckt.

    3: Die neue Brücke.

    4: Mystische Zauberlandschaft.

    5: Lago di Lares.

    6: Der "Karibik-Strand".

    7: Wie sich das Leben in kargster Umgebung ausbreitet.

    8: Der neue See. Vor vier Jahren war die Mulde noch zur Hälfte mit Toteis gefüllt - jetzt ist davon nur noch ein kleiner Rest übrig. Zum Vergleich einfach den Bericht vom Juni 2022 anschauen.

    9: Die drei von der Tankstelle.

    10: Einfach malerisch.


    Den gewaltigste Talschluss der Ostalpen

    hat Julius Payer das Val Genova genannt und ich stimme ihm jedes Mal wieder zu, wenn ich hier bin. Payer ist sicher eine der schillerndsten Persönlichkeiten der K.u.K-Monarchie. Offizier, Bergsteiger, Kartograph, Polarforscher, Maler. Im nach ihm benannten kleinen Gletschermuseum kurz unterhalb des Rifugio Mandrone kann man die von ihm auf eigene Rechnung ohne Auftrag der Vorgesetzten im Urlaub erstellte Karte des Adamello-Gebiets bewundern.

    Ich bin gestern noch von Sonico ins Val Genova gefahren, was ehrlich gesagt schon ein ziemliches Gegurke um das halbe Adamello herum über den Tonale-Pass und Madonna di Campiglio ist, aber es hat sich gelohnt. Schon bei der Einfahrt ins Tal wird man von dem mächtigen Nardis Wasserfall begrüßt, der direkt neben der Straße zu Tal stürzt. Die Tour heute kannte ich schon und habe sie in einer deutlich schwierigeren "extended version" 2022 beschrieben. Heute stand mir der Sinn aber nach einer gemütlichen Tour mit maximalem Landschaftsgenuss.

    Route: Vom PP zum Rifugio Mandrone und hoch zum Passo di Lago Scuro. Von hier zum Gipfel. Zwischen dem Pass und der Mandrone Hütte gibt es verschiedene Wegvarianten, die ich so kombiniert habe, dass ich beim Abstieg direkt am Lago Scuro vorbeigekommen bin, wo ich einem eiskalten Bad natürlich nicht widerstehen konnte. Vom See bin ich weglos (unschwierig) zum Seenplateau um den Lago Mandrone abgestiegen. Von dort kurz hoch zum Rifugio und auf bekannten Weg ins Tal. Das Seenplateau ist einfach fantastisch: Zwei große Seen und viele kleine Laghetti, dazwischen Hochmoore. Ich kann nur empfehlen, hier einfach ein bisserl weglos in der Gegend herumzustromern. Was für Kleinode man da entdeckt!

    Anforderungen: 1700 Hm, knappe 20 Km, 8-9 Stunden. Fast ausschließlich T3, nur die letzten 50 Hm zum Gipfel versichert (KS A/B). Adamello untypisch nur wenig ruppig.


    Bilder:


    1: Kann man in schönerer Umgebung übernachten?

    2: Herrlicher Aufstieg zum Rifugio Mandrone.

    3: Lago Scuro sowie Lobbia- (links) und Mandrone-Gletscher.

    4: Gipfelpanorama.

    5: Cima Busazza im Vordergrund und Presanella (Hauptgipfel nicht zu sehen). Der Presena-Gletscher ist mit Planen bedeckt (Skigebiet).

    6: Wer möchte nicht in dieses kristallklare Wasser tauchen?

    7: Das Madrone-Seenplateau von oben. Ist es jetzt besser/schöner so oder zu Zeiten von Julius Payer, als das alles unter Eis lag?

    8/9: Ein Paradies ist es.

    10: Mandrone-Wasserfall.



    "Es sind nicht wir, die das Gebirge erobern, sondern es ist das Gebirge, das uns erobert.

    Dieser Satz von Dante (Alighieri, nicht der Fußballer) passt gut an den Anfang dieses Berichts, denn er steht auf einem Schild in der Nähe des Lago Miller.

    Diese Rundtour führt in das beeindruckende Val Miller, das übrigens nicht nach einem englischen Bergsteiger benannt ist wie man vermuten könnte. Der Gipfel bietet wahrscheinlich den besten Blick auf den Monte Adamello überhaupt.

    Route: Vom PP zur Malga Premassone und kurz danach sehr steil auf toll gebauten Steig ("Scala del Miller") in die beeindruckende Hochebene des Val Miller. Bald wird das Rifugio Gnutti am Lago Miller erreicht. Wie beim benachbarten Lago Baitone handelt es sich dabei um einen Stausee. Anders als im völlig verschandelten Avio-Tal hat man es hier aber geschafft, die Dämme so zu bauen, dass sie das Landschaftsbild fast nicht beeinträchtigen. Bald nach dem See zweigt links der Steig 631 zum Passo del Cristallo (2900 m) ab. Vom Pass nicht ausgeschildert, aber perfekt markiert zum Gipfel, wo ich mit einigen Einheimischen geplaudert habe. Die haben mir gesagt, dass sie die Runde immer anders herum gehen als ich, weil der Abstieg zum Rifugio Tonolini ungut ist. Sie haben natürlich recht. Vom Pass geht es sehr steil, ausgesetzt und brüchig hinab und kurz vor dem Kar kommt die Schlüsselstelle: Eine 20 Meter hohe, fast senkrechte Wand. Ohne die hier angebrachten Ketten wäre die Stelle III - IV. Im Aufstieg sicher deutlich angenehmer als im Abstieg. Vom Rifugio Tonolini am Lago Baitone vorbei zurück ins Tal.

    Anforderungen: Vom Pass zum Gipfel T4 und erstaunlich einfach für so einen wilden Berg wie die Cima Plem. Der Abstieg zur Tonolini T5+, der Rest T3. 1800 Hm, um 20 Km, 8-9 Stunden. Insgesamt noch lohnender als der Corno delle Granate und bis auf die 200 Hm vom Pass ins Kar auch deutlich weniger ruppig.

    Von der Ponte Guat könnte man natürlich auch fast gletscherfrei auf den Adamello steigen, aber schon die Beschreibungen dieser Route haben mir überhaupt nicht gefallen und der Augenschein hat mich bestätigt: Viel steiles Schuttgestopsel und dann eine Steilstufe, die über die Via Terzulli überwunden wird. Diese wird offensichtlich von vielen fälschlicherweise für einen klassischen Klettersteig gehalten. Am PP und am Rifugio Gnutti weisen Schilder ausdrücklich darauf hin, dass das nicht der Fall ist und man sich an den eingebohrten Standplätzen mit Seil sichern soll. Wenn ich mal auf den Adamello gehe, dann lieber über eine der Gletscherrouten und am besten mit Ski.


    Bilder:


    1: Morgenstimmung im Val Miller.

    2: Das ist keine Kapelle, sondern der Winterraum des Rifugio Gnutti.

    3: Lago Miller.

    4: Einfache Blockkletterei kurz vor dem Gipfel.

    5: Nicht umsonst heißt er "der Erhabene", was Adamello bedeutet.

    6: Tiefblick zu den Seen um das Rifugio Tonolini.

    7: Es muss nicht immer ein Kreuz sein.

    8: Am Ende der Schlüsselstelle im Abstieg.

    9: Im Lago Rotondo bin ich noch Baden gegangen.

    10: Lago Baitone. Der hinterste Berg ist die Cima Plem.


    Bombentour zum Granatenhorn


    Heute bin ich in der Früh vom Val Paghera über Edolo ins Valle Malga gefahren und habe eine Tour auf den Corno delle Granate gemacht. Die Tour kann pars pro toto für das ganze Adamello stehen. Großartige Landschaft mit vielen Seen und sehr ruppig. Das Nervenaufreibendste an der Tour ist eigentlich die Anfahrt zum PP an der Ponte Guat, da die (gute) Straße schon sehr eng ist und man in den Kurven schon aufpassen muss, keine Felsblock zu streifen. Auf jeden Fall bin ich erstmal froh, dass ich heute nicht mehr runterfahren muss, sondern hier einen exquisiten Übernachtungsplatz habe.

    Zur Parksituation: An der Ponte Guat gibt es einige kostenlose PP. Man kann auch noch etwas höher zum Malga Premassone fahren, wo es einen größeren PP gibt, der 5 Euro kostet. Ich würde davon ausgehen, dass an schönen Wochenenden die Parkplätze aber nicht unbedingt ausreichen.

    Route: Vom PP zur Malga Premassone und auf Steig 613 zum Lago Baitone (Stausee). An dessen westlichem Ufer entlang und hoch zum Rifugio Tonolini, das malerisch an einem See liegt. Weiter hoch zum Lago Lungo. Etwas oberhalb verzweigt sich der Steig und man nimmt den rechten (Nummer 49), der ab hier nur noch mit Steinmännern markiert über den westlichen Eissee (Lago Gelato, 2750m) zum Gipfel führt. In dem See kann man übrigens gut schwimmen, hat sicher mindestens 15 Grad.

    Zurück bis zum Rifugio Tonolini auf dem gleichen Weg, dann bin ich der Abwechslung halber am östlichen Seeufer entlang zum Rifugio Baitone und von dort zurück zum PP.

    Anforderungen: 1700 Hm, um 20 Km, 8-10 Stunden. Bis zum Rifugio Tonolini T3, danach T4+: Adamello-Blockgelände und die letzten 200 Hm enorm steil im Schutt zum Gipfel. Wer kein versierter Blocktänzer ist, wird an der Tour keine Freude haben. Das Blockgelände erklärt auch die sehr großzügig bemessenen Gehzeiten auf den Schildern: Wer bei jedem Schritt erst überlegen muss, der wird hier lange brauchen. Ich musste bei der Tourenplanung ein bisserl über einen italienischen Bericht auf Hikr schmunzeln, in dem ein junger Mann schrieb, er und seine Freundin wollten hier ihren ersten 3000er machen, da sie die Tour für leicht hielten. Schwer ist sie tatsächlich nicht, aber eine Qual für eher Unerfahrene. Das beschrieb der Italiener auch wortreich...

    Ich finde die Tour, auch und gerade wegen des Gesteins fantastisch. Hauptsächlich der schöne Tonalit des Adamello und dazu der knallrote Granat.

    Wenn ich schon gerade bei Hikr bin: Die einzigen brauchbaren deutschen Tourenbeschreibungen zum westlichen Adamello stammen fast alle von Kai Moosbacher alias Steppenwolf alias Heidelberger Gipfelsammler wie er sich früher nannte. Nachdem er über 5500 Gipfel bestiegen hatte, ist er letzten Herbst ja vermutlich im Ankogel-Gebiet verunglückt und seitdem verschollen. Man kann ihm, der das Asperger-Syndrom hatte, für sein unglaubliches Arsenal an herausragend guten Tourenberichten einfach nur dankbar sein!


    Bilder:



    1: Der Lago Baitone dürfte momentan nahe an seinem Ursprungszustand sein, denn der Wasserspiegel liegt momentan 20 Meter unter der tiefsten Stelle der Staumauer.

    2: Lago Rotondo und Rifugio Tonolini.

    3: Gewaltig: Der Adamello von Westen.

    4: Der unscheinbare Gipfel links ist der Corno.

    5: Im steilen Schlussanstieg.

    6: Gipfelpanorama. Der Berg ganz rechts ist der Carè Alto.

    7: Am Gipfel.

    8: Der Eissee lädt zum Baden ein.

    9/10: Sensationell romantischer Übernachtungsplatz.