Beiträge von Andreas84

    Mal wieder eine ganz neue Bergregion erkunden.

    Wenn ich ehrlich bin, bereitet mir nichts soviel Freude, wie neue Touren oder gar neue Gebirgsregionen zu erkunden. Freilich haben wir die weite Reise ins Friaul aber nicht angetreten, weil ich unbedingt einmal auf den Monte Mulon wollte, sondern weil ein entfernter Bekannter von uns aus Südtirol vor sechs Jahren eine Ruine in einem seit 50 Jahren verlassenen Dorf im Tramontiner Tal gekauft und liebevoll instand gesetzt hat. Ihn zu besuchen war der Hauptgrund unserer ganzen Reise und wir waren und sind schwerst beeindruckt von dem Paradies, das er dort in den letzten Jahren geschaffen hat (siehe Bilder). Die kleine, gemütliche, wunderschöne Tour auf den Mulon war also sozusagen nur ein Nebenprodukt der Reise, auf der auch unsere Freunde Katrin und Michael dabei waren.

    Route: Vom Parkplatz wandert oder eher schlendert man gemütlich über eine Forststraße zur Malga Siega-Fioretto, von wo es auf Pfadspuren zum Gipfel geht. Da der Mulon einer der ersten Berge oberhalb der Poebene ist, reicht die Sicht bis zur Adria (gestern aber zu diesig).

    Anforderungen: 400 Hm, 8 Km, 2-3 Stunden. T1-2.

    Ein besondererer Höhepunkt nach der Tour war der Besuch einer riesigen, tiefen Gumpe am Chiarzo-Bach, die uns unser Bekannter empfohlen hatte. Man kann aus 8-10 Metern in die Gumpe springen, was wir natürlich auch gemacht haben. Die Gumpe lässt sich von der SP57 auf einem Steig erreichen, aber es gibt dort keinen echten PP oder Schilder und sehen tut man sie von der Straße auch nicht.

    Bei der Heimfahrt heute haben wir noch einen Zwischenstopp im Val Cimolania gemacht (Friauler Dolomiten) und ich habe dort die spektakuläre Compol-Schlucht erkundet: sehr wild, extrem steil und herausragend schön. Einen eigenen Bericht schreibe ich dazu aber nicht.


    Bilder:


    1-4: Das von unserem Bekannten geschaffene Paradies.

    5-8: Paradiesische Zustände auch am Monte Mulon.

    9: Die Gumpe und der Yoga-Meister.

    10: In der Compol-Schlucht.


    Wer das Staunen verlernt hat,

    sollte unbedingt einmal in der Cimonega-Gruppe Bergsteigen gehen. Die Landschaft und die Naturschönheit sind selbst nach Dolomiten-Maßstäben herausragend.

    Daniela und ich sind am Donnerstag mal wieder zu einer Exkursion in die südlichsten Alpengefilde aufgebrochen und haben die Nacht auf Freitag im malerischen Val Canzoi verbracht. Ich bin in aller Frühe allein los, während Daniela es gemütlicher angehen ließ.

    Route: PP - Stua Stausee - Caorame-Schlucht - Casera Cimonega - Bivacco Feltre und zurück auf dem gleichen Weg. Das hat den Vorteil, dass man die vielen spektakulären Wasserfälle und die beeindruckende Schlucht zwei Mal bewundern kann.

    Anforderungen: 1300 Hm, 15 Km, 5-7 Stunden. Obwohl der Steig teils sehr steil und mitunter ausgesetzt ist, geht es nicht über T3 hinaus.

    Die Cimonega bietet natürlich ein riesiges Reservoir an großartigen Tages- und Mehrtagstouren (diese meistens mit Übernachtung in den zahlreichen einfach ausgestatteten Biwaks). Ich habe hierzu in den letzten Jahren einige Berichte im Forum veröffentlicht.

    Am Freitag hatte ich für größere Unternehmungen aber nicht genug Zeit, weil wir am Nachmittag ins Friaul weitergefahren sind, um dort einen Bekannten zu besuchen (siehe nächster Bericht).


    Bilder:


    1/2: Am Donnerstag haben wir einige Bergdörfer im Valsugana sowie San Gregorio nelle Alpi besucht.

    3: Herrliche Buchenwälder prägen die Cimonega.

    4: Das Hochtal bei der Casera Cimonega.

    5: Einer der vielen Wasserfälle im Anstieg

    6: zum Bivacco Feltre.

    7-10: In der Caorame-Schlucht.



    Heute wollte ich auf jeden Fall auch wieder eine Tour mit Bademöglichkeit am Ende machen und so war der Entschluss, genau an der Brandenberger Ache zu starten schnell gefasst.

    Route: Zunächst geht es durch die sehr schöne Tiefenbachklamm. An deren Ende folgt man den Wegweisern nach Brandenberg und erreicht den Ort (kurz über Teerstraßen) schnell. Nun zum PP, wo normalerweise der Anstieg zum Gipfel beginnt und zu diesem hinauf. Jenseits geht es auf der Südseite hinab nach Kramsach, wobei am Ende der Beschilderung zum Kloster Mariatal (ausnehmend schöner Friedhof) gefolgt wird. Nun muss man noch 3 Km zurück zum PP hoch, wobei man nicht auf der Straße laufen muss, sondern einen schattigen Waldsteig nutzen kann. Wenn man die Tour anders herum geht, hat man zwar die Klamm als Höhepunkt am Ende, muss aber halt den sonnigen Südanstieg im Aufstieg machen.

    Anforderungen: 1000 Hm, 20 Km, 6-7 Stunden; maximal T3, meist noch einfacher.

    Die Tour ist wirklich sehr zu empfehlen: Die Klamm, malerische Wälder und eine super Aussicht am Gipfel. An der Brandenberger Ache gibt es zudem unzählige tolle Badeplätze.


    Bilder:


    1-3: Tiefenbachklamm.

    4: Schon eine schöne Gegend da oben in Brandenberg.

    5: Voldöpper Spitze.

    6/7: Am Kamm super Ausblicke.

    8: Vom Gipfel natürlich auch. Das zum Tage passende Bier war heute ein Maibock vom Flötzinger.

    9: Am Abstieg geht durch schönen Wald.

    10: Meine heutige Badestelle an der Ache.




    Jedes Frühjahr ein Muss

    ist für mich die wunderschöne Überschreitung des Demeljochs mit dem Aufstieg durch das urwüchsig schöne Hühnerbachtal und der herrlichen langen Kammwanderung . Dass es wirklich die klassische Route über das Zotenjoch wird, stand erst fest, als ich von den Rotwandalmen aus sehen konnte, dass dessen steiler Südosthang (wie erwartet) komplett schneefrei ist.

    Route: Vom PP (unbeschildert, nicht markiert) geht es zunächst auf einer Forststraße, später auf meist gutem Steig durch das Hühnerbachtal zu den Rotwandalmen (hat nix mit dem Spitzing zu tun...). Bis hier ist der Steig gut zu erkennen, aber der Weiterweg über das Zotenjoch zum Demel ist großteils weglos; nur hin und wieder sind Pfadspuren zu erahnen und es braucht einiges an Gespür, um die Latschengasse zu finden, die einen zur steilen Wiese unterhalb des Zotenjochs führt. Wer die Tour noch nicht kennt, sollte sie auf jeden Fall in der hier beschriebenen Reihenfolge machen, weil es von oben kommend fast unmöglich ist, die Gasse zu finden, da sie im letzten Teil ziemlich zugewachsen ist. Ab der Steilwiese ist die Orientierung einfach, weil man bis zum Zotenjoch immer am Kamm oder knapp unterhalb geht. Auch der Weiterweg (mit Zwischenabstieg) zum Demeljoch ist logisch. Von diesem auf der bekannten Route via Dürrnbergjoch und Schürpfeneck Richtung Walchenklamm. Tipp: Nicht ganz bis zur Brücke über die Klamm gehen, sondern erst der Forststraße und später kleinen Steigen dem Bach aufwärts folgen. So muss man nur die letzten 400 Meter zum PP an der B307 absolvieren. Man kommt hier auch an einigen schönen Badestelle vorbei, was ich natürlich gleich genutzt habe.

    Anforderungen: Zwischen Rotwandalmen und Demeljoch T4, sonst einfacher. 1500 Hm, 22 Km, 8-10 Stunden. Es liegt nur noch wenig Schnee, vor allem im Bereich des Dürrnbergjochs; fast ausschließlich an harmlosen Stellen - nur einmal muss man kurz aufpassen. Bei Nebel/schlechter Sicht ist von der Tour wegen der weglosen Passagen abzuraten.

    Es war heute auch auf den "normalen" Routen fast gar nichts los.


    Bilder:


    1-3: Im Hühnerbachtal.

    4: Süosthang Zotenjoch.

    5: Karwendelblick kurz vor dem

    6: Gipfel.

    7: Am Demeljoch.

    8: Das "Sylvensteiner Dreigestirn".

    9/10: Schöne Badeplätze am Rückweg zum Parkplatz.


    Die Jachenauer Königstour.

    Ich kannte zwar alle Abschnitte der Tour bereits, aber in dieser Form habe ich sie heute zum ersten Mal kombiniert. Gewaltig schön! Fast alle Jachenauer Schmankerl kann man hier verbinden: Wasserfälle, Gumpen, schöne Almen und herrliche Ausblicke. Und natürlich schlendert man durch die tollen Jachenauer Wälder.

    Route: PP - Rappinschlucht und dann am Bach entlang zur Kochler Alm - Staffelalm - Rabenkopf - Bergwachthütte - Benediktenwand - über den Altweibersteig zur Bichleralm hinab - Thanner Alm - Peterer Alm - Lainbach-Wasserfall - PP. Zwischen Bichler- und Peterer Alm nur ganz rudimentär markiert und teilweise verliert sich der Steig auch.

    Anforderungen: 1400 Hm, etwa 25 Km, 8-10 Stunden. Ostabstieg Rabenkopf und das Steilstück am Altweibersteig T4, der Rest T2-3. Komplett schneefrei und trocken.

    Beim Abstieg bin ich noch in einer Gumpe Baden gegangen. Ziemlich genau unterhalb der Peterer Alm kommt man ohne Probleme zum Bach hinunter.

    Die Tour ist wirklich extrem zu empfehlen und gehört auf jeden Fall zum Besten, was die Hausberge zu bieten haben.


    Bilder:


    1: Gemütliches Schlendern am Rappinbach.

    2: Kochler Alm.

    3: Tiefblick vom Rabenkopf.

    4/5: Vom Schicksal gezeichnete, aber unbeugsame Baumveteranen am Steig Richtung Benediktenwand.

    6/7: Großes Bergkino an deren Gipfel.

    8: Peterer Alm mit Blumenteppich.

    9: Meine Badegumpe.

    10: Lainbach-Wasserfall.



    Heute bin ich nach der Arbeit noch nach Fischbachau gefahren und hab die Rundtour Breitenstein - Schweinsberg gemacht.

    Route: Aufstieg über die Bucheralm - Breitenstein-Westgipfel - Hauptgipfel - Südabstieg bis zur Forststraße - Schweinsberg - Kesselalm - Abstieg Richtung Birkenstein - rüber zur Schwaiger Alm - PP.

    Die Verhältnisse könnten besser nicht sein: Alles schneefrei und trocken.

    Besonders schön ist es momentan, zu beobachten, wie der Frühling jeden Tag mehr fortschreitet und die Blumenpracht zunimmt. Während am Nordanstieg zum Schweinsberg die Krokusblüte noch in voller Kraft steht, zeigen sich an Südhängen schon die ersten "echten" Enziane und es werden jeden Tag mehr Blumen - auch die ersten Trollblumen stehen schon kurz vor dem Öffnen.

    Großartige Fernsicht heute, aber durch eine steife Brise aus Nordost ziemlich kalt.

    Sonstiges: Da die Ortsdurchfahrt Fischbachau ja noch bis Anfang Juli gesperrt ist, wird es sich an schönen Wochenenden sicherlich Richtung Spitzing oder Bayrischzell in Miesbach/Hausham ordentlich stauen, wenn man zu spät dran ist, weil die Ausweichstrecke über Fischbachau eben zu ist. Wobei ich mich schon frage, warum man drei Monate (Sperre seit 30.03) braucht, um über die freilich gewaltige Strecke von etwa 700 Metern einen neuen Radweg zu bauen und die Straße zu sanieren...


    Bilder:




    Danke Bernhard für die Info! Eine veritable Sauerei und Rosstäuscherei, die da mal wieder am Laufen ist. Hab die Petition auch gleich unterschrieben und folgenden Text verfasst. (Man kann seine Motivation für die Unterschrift auf der Seite auch begründen.)

    Die Touren von Aurach auf Aiplspitz und Jägerkamp gehören zu den schönsten und naturnahesten in den ganzen Bayerischen Voralpen. Eine Forststraße hier hoch ist ein Sakrileg und der "Ausgleich" durch eine lange Sperrung der Wanderungen "für den Naturschutz" ist purer Hohn. Es ist höchste Zeit, den Jagd- und Forstlobbyisten, die den Naturschutz als Scheinargument zur Durchsetzung ihrer Interessen seit Jahrzehnten missbrauchen, Einhalt zu gebieten. Wo eine Forststraße gebaut wird, kommt bald auch der Harvester, holzt den Wald ab und richtet auch sonst gewaltige Schäden bei der Bodenflora- und Fauna an. Leider glauben viel zu viele immer noch die Mär vom Naturschutz, wenn es in den Bergen neue Betretungsverbote gibt. Ein Harvester richtet aber in wenigen Tagen mehr Schaden an als Tausende Wanderer/Skitourengeher in Jahrzehnten. Unser Interesse als Bergsteiger ist nicht niederrangiger als das wirtschaftliche von wenigen Einzelpersonen!

    Auf der Sonnenseite des Wilden Kaisers.

    Heute war ich im Koasa unterwegs. Ich hatte erst überlegt, auf den Scheffauer zu steigen, aber da ist der Südanstieg anscheinend seit dem Felssturz letzten Oktober immer noch gesperrt. Also bin ich zur Kopfkraxn hoch.

    Route: Aufstieg über die Kaiser Hochalm, Abstieg unterhalb des Sonnensteins über den Wasserfall und die Wegscheid-Alm.

    Anforderungen: 1200 Hm, knappe 15 Km, etwa 5-6 Stunden. Ab Sonnenstein T4 (keine Kletterstellen), sonst leichter.

    Verhältnisse: Unterhalb des Gipfelgrates nur drei kleine Schneefelder an harmlosen Stellen. Am Grat/Kamm durchgehend Schnee, der sich gut gehen lässt. Ich hab die Grödel am Anfang angezogen, aber nötig wären sie nicht gewesen. Der Weiterweg zum Sonneck war mir (und wohl auch den wenigen Kollegen am Weg) zu heikel, da auf dem schmalen Gratstück ein instabiler Schneekegel liegt. Wenn der bricht, braucht man keine Angst mehr vor Putin oder dem Zahnarzt haben... (siehe Bild)

    Eine herrliche Tour heute bei Traumwetter. Am Vormittag war es auf der extrem sonnigen Route auch noch angenehm frisch. Bei sommerlicher Hitze nicht zu empfehlen.

    Sonstiges: Der Wilder-Kaiser-Steig ist ab der Abzweigung Multekar Richtung Gruttenhütte wegen eines Felssturzes gesperrt. Keine Ahnung, ob man da durchkommt, aber: Einzelne Felsen haben sogar das Gebiet der Wegscheid-Alm erreicht (siehe Bild).


    Bilder:


    1: Morgenstimmung im Koasa.

    2: Kaiser Hochalm.

    3/4: Herrlicher Aussichtspunkt unter dem Sonnenstein.

    5/6: Schnee macht den Grat/Kamm ästhetisch doch erst wirklich schön.

    7: Am Gipfel.

    8: Der instabile Schneegupf am Grat.

    9: Wasserfall.

    10: Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass der helle Felsblock links oben (rötliches Gestein in der Felswand) ausgebrochen ist und durch den Wald bis zur Alm runtergeschossen ist.





    Immer wieder schön!

    Gestern hab ich mit Daniela mal wieder die großartige Kammwanderung Hundsalmjoch - Köglhörndl gemacht.

    Route: Vom PP zunächst auf der Forststraße (, die sehr steil abgekürzt werden kann,) durch schönen Wald bis zu einem Denkmal für die Erbauer dieser Straße. Ab hier auf einem unbeschilderten, nicht markierten Steig in Grundrichtung immer rechts halten bis man aus dem Wald kommt. Nun über die Almwiesen und einen kleinen Bach weiter (Steig verliert sich auf der Wiese) bis man (rechts) wieder in einen Wald kommt und einen guten Steig erreicht, dem man bis zum Gipfel folgt. Grundsätzlich gibt es diverse Varianten, um zum Hundsalmjoch zu kommen. Mir gefällt die oben beschriebene aber am besten. Weiter aussichtsreich am Kamm bis zum Köglhörndl, jenseits hinab zum Höhlensteinhaus und von dort über die Bärenbad-Kapelle zurück zum PP. Im unteren Teil gibt es hier wiederum diverse Varianten.

    Anforderungen: 1300 Hm, knapp 20 Km, T3. 6-8 Stunden. Wegen der sehr sonnigen Lage an heißen Sommertage nicht unbedingt zu empfehlen, gestern aber perfekt. Komplett schneefrei.

    Interessant war gestern, dass am nach Norden ausgerichteten Abstieg vom Köglhörndl gerade die Schneerosen in voller Blüte stehen. Die haben bei meiner letzten Begehung im Februar oder März auch schon geblüht - anscheinend machen die das heuer zwei Mal...

    Nach der Tour sind wir noch beim Baden am Reintaler See gewesen, wo man tatsächlich schon ein paar Züge schwimmen kann ohne einen Kälteschock zu erleiden.


    Bilder:


    1-3: Aussichtsreich geht es hoch über dem Inntal zum

    4: Hundsalmjoch.

    5: Am Kamm zum

    6: Köglhörndl.

    7: Schneerosen.

    8/9: Ein herrlicher Platz: Bärenbad.

    10: Reintaler See.


    Allein unterwegs in den Blaubergen.

    Gestern bin ich nach der Arbeit noch zum Tegernsee hinter gefahren und dort um 15 Uhr los. Zunächst bin ich über die Wolfsschlucht zur Blaubergalm und dann über den Kamm zur Halserspitze, wo ich im herrlichen Abendlicht eine gute Stunde gesessen bin, bevor es zur Gufferthütte hinunterging. Im schon öfter von mir gelobten vorzüglichen Winterraum hatte ich eine schöne Nacht. Alles vorhanden, was man braucht und auch noch genug Brennholz. Nur das Bier war aus, weil das zwei Kollegen laut Eintragung im Hüttenbuch vor zwei Wochen komplett weggetrunken haben. Schon eine beachtliche Zahl, die da im Buch stand...

    Heute morgen ging's dann wieder über den Blaubergkamm zurück, noch auf den Schildenstein und über die Gaisalm zum Parkplatz - natürlich mit obligatorischer Einkehr in den Fischzucht zum Mittagessen. Jetzt bin ich gerade noch beim Baden an der Weißach - gar nicht so kalt wie man meinen würde.

    Anforderungen: Insgesamt etwa 2000 Hm und 25 Km. 10-12 Stunden, wobei beide Etappen etwa gleich lang sind. Wolfsschlucht T4, der Rest T3 und leichter.

    Schnee: Das steile Stück in der Wolfsschlucht ist komplett schneefrei und am Blaubergkamm nur wenige kleine Schneefelder an harmlosen Stellen. Keine Grödel notwendig. Alles trocken - ideale Verhältnisse. Von dem Nordabstieg von der Halserspitze ist aber ohne (mindestens) Grödel und Pickel sehr abzuraten.

    Sonstiges:

    Die Gufferthütte öffnet am 14. Mai, der Winterraum wird also nicht mehr lange zur Verfügung stehen.

    Am PP gilt das (zu teure) Tagesticket wenigstens wirklich 24 Stunden. Wenn ich 16 Euro hätte zahlen müssen, hätte ich mir schon einen kostenlosen PP in der näheren Umgebung genommen.

    Zum Titel: Tatsächlich weder gestern noch heute jemanden außerhalb der Talwanderwege getroffen.


    Bilder:


    1: Am Beginn der Wolfsschlucht.

    2: Ab hier wird's steil.

    3: Am Blaubergkamm.

    4-6: Herrliche Abendstimmung. Für solche Momente nehm ich mir immer gerne ein besonderes Bier mit, dieses Mal die "Muospacher Bockfotzn".

    7: Am Schildenstein.

    8/9: Die großen Buchen am Steig zum Schildenstein faszinieren mich jedes Mal wieder.

    10: Schöne Badestelle an der Weißach.




    Ein perfekter Bergtag.

    Wenn die Herzogstandbahn schon mal zwei Wochen wegen Revision stillsteht, muss man das fast nutzen, um die herrliche Tour ohne den üblichen Massenauflauf zu genießen. Am Samstag ist es dann schon wieder vorbei mit der Beschaulichkeit...

    Route: Ich bin zunächst auf den Heimgarten hoch (Steig 445), wobei im unteren Teil ein Abstecher in die Schlucht des Dainigbach lohnend ist. Dann über den herrlichen Kamm rüber zum Herzogstand und auch noch kurz auf die beiden anderen Gipfel. Abstieg über den Steig 446.

    Die Route ist fast komplett schneefrei und die wenigen Schneefleckerl sind harmlos und gehen ohne Grödel.

    Anforderungen: 1200 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden, max. T3. Die Gehzeiten auf den Schildern sind übrigens sehr großzügig bemessen...

    Heute wie erwartet sehr wenig los, vielleicht 15-20 Leute getroffen.

    Sonstiges: Im Soiernkessel sieht es noch nach guten Skitourenbedingungen aus.

    Am Walchensee gibt es momentan eine größere Baustelle, die nur einspurig befahrbar ist. Könnte an den Wochenenden ziemlich große Staus geben, wenn man zu spät dran ist.


    Bilder:


    1: Die Schlucht.

    2: Frühlingsenzian und Walchensee.

    3: Blick von der Heimgartenhütte.

    4: Der Kamm zum Herzogstand.

    5/6: Am Kamm mit herrlichen Aus- und Tiefblicken.

    7: Am Herzogstand.

    8: Walchensee und Karwendel.

    9: Zugspitze von der Fahrenbergkapelle aus.

    10: Ein aussichtsreiches Brotzeit-Platzerl.



    Blumenmeer am Heuberg.

    Heute hab ich in der Früh noch ein bisserl arbeiten müssen und bin mittags zu der schönen 3-Gipfel-Runde aufgebrochen. Zuerst ging es auf unmarkiertem Steig zur Kindlwand. Das letzte Stück ist T4 mit einer kleinen Kletterstelle. Weiter zum Heuberg (T2/3) und schnell noch hoch zur Wasserwand. Der steile Gipfelanstieg ist versichert (A/B), wird aber in der Regel ohne Klettersteig-Set gemacht. Der Abstieg zur Daffnerwaldalm ist nur im Wald ein bisserl batzig und sonst komplett trocken. Zurück dann über den schönen Bach und Duftbräu.

    Die Krokusblüte ist gerade noch in ihrer letzten Phase, dafür blühen jetzt aber auch schon viele andere Blumen wie der Frühlingsenzian.

    Anforderungen: 700 Hm, 8 Km, 2-3 Stunden. Komplett schneefrei.


    Bilder:


    1: Bei dieser Wiese zweigt rechts der Steig ab, den ich immer zur Kindlwand nehme.

    2: Kurz vor dem

    3: Gipfel.

    4: Am Weg zum

    5: Heuberg.

    6/7: Die letzten Krokusse.

    8: Frühlingsenzian.

    9: Der Bach.

    10: Schweibern - idyllisch.




    Waalwege, Burgen und einfach schönster Frühling in Meran.

    Daniela und ich sind gestern Nacht noch Richtung Meran gefahren und haben da an einem schönen Platz im Auto übernachtet. Natürlich nicht an dem oben genannten Ausgangspunkt unserer Tour. Da wär's aktuell wohl sogar erlaubt, aber Großparkplatz am Bahnhof von Meran ist eher minder romantisch...

    Die Tour im schon in voller Frühlingskraft stehenden Meraner Hügelland war einfach herrlich.

    Route: Wer Meran und Umgebung kennt, weiß, dass es da unzählige Wege und Varianten gibt. Daher werde ich hier nur die markanten Wegmarken nennen: Meran - Tappeiner Weg - Algunder Waal - Schloss Tirol - Farmerkreuz - Tiroler Kreuz - Longfallhof - (oberer) Kuenser Waal - Traktormuseum - Spronser Bach - Passerweg - Meran.

    Besonders schön sind der botanisch abwechslungsreiche Tappeiner Weg sowie der fast 700 Jahre alte Kuenser Waal, der im Gegensatz zu anderen Waalwegen in der Gegend (zum Beispiel Marlinger Waal) sehr "naturbelassen" ist.

    Momentan stehen die Apfelbäume (,wenn man dieses doch arg auf "DIN-Norm" getrimmte Gewächs einen Baum nennen will,) in voller Blüte, ebenso die Kirschen. Wunderschön anzuschauen! Man kommt bei der Tour übrigens auch bei den eindrucksvollen Erdpyramiden vorbei.

    Anforderungen: 900 Hm, um 20 Km, 6-7 Stunden. T1-2.

    Sonstiges: Die Berge der Texelgruppe sind südseitig bis 2500 Meter schneefrei.


    Bilder:



    1: Das blumenreiche Meran.

    2: Kurhaus und Blick zur Zielspitze (über 3000 Meter)

    3: Tappeiner Weg.

    4: Hängebrücke am Beginn/Ende des Algunder Waal.

    5: Algunder Waal: Mit Platten eingefasst bzw. betoniert. Ein Gegensatz zum viel schönerem Kuenser Waal.

    6: Schloss Tirol.

    7: Erdpyramiden.

    8: Kuenser Waal.

    9: Apfelblüte und Blick in die Texelgruppe - Spronser Tal.

    10: Wieder in Meran.



    Ein Krokusmeer mit Dolomitenblick.

    Wir sind über's Wochenende nach Südtirol gefahren und haben uns am Samstag mit Bekannten in Brixen getroffen. Da bot es sich an, mal in den Sarntalern vorbeizuschauen, wo ich bisher noch nie war. Ich hatte dafür die südseitige und daher komplett schneefreie Route vom Garner Wetterkreuz zur Radlseehütte ausgesucht. Hoch sind wir über den Steig Nummer 10, runter auf dem gleichen Weg, aber mit einer kleinen Variante über die Brugger Schupfe. Die Tour ist sehr einfach, landschaftlich aber wirklich schön mit einem tollen Blick auf die Dolomiten. Momentan ist gerade die Krokusblüte und ich übertreibe sicher nicht, wenn ich sage, dass hier momentan Milliarden der kleinen Kunstwerke zu sehen sind. Freilich würde es sich bei dieser Tour anbieten, noch die Königsangerspitze zu besteigen, aber das ist sich bei uns zeitlich nicht mehr ausgegangen, weil wir am Nachmittag ja mit unseren Bekannten verabredet waren. Nebenbei: Wir waren mit denen im Löwenhof in Vahrn - sehr zu empfehlen: hervorragende Pizza!

    Anforderungen: 900 Hm, 11 Km, T2, gute 4 Stunden.

    Sonstiges: Aus der Ferne betrachtet in den Dolomiten geringe Schneelage. Einer unserer Bekannten war in den letzten Tagen mit Skiern auf dem Plattkofel. Ging gut, aber ohne Schneenachschub seiner Aussage nach nur noch maximal eine Woche lohnend/sinnvoll.

    Die Radlseehütte hat einen für italienische Verhältnisse sehr gemütlichen, gut ausgestatteten Winterraum (mit Ofen), wobei ich meine, dass das Brennholz schon ausgegangen ist - hab aber auch nicht länger danach gesucht.


    Bilder:


    1/2: Krokusse und Dolomiten.

    3: Ob das auch welche sind, entzieht sich leider meiner botanischen Kenntnis.

    4-6: Das freie, nur mit lichtem Zirbenwald bestandene Gelände weiter oben ist einfach wunderschön.

    7: Der Radlsee.

    8: Die letzten Meter zur Hütte.

    9/10: Genusswandern reinsten Wassers.




    Ein bisserl mehr Adrenalin als gewünscht

    hatte ich heute bei der Umgehung der Unteren Zwing. Genau an der allerblödesten Stelle hat sich nämlich ein Harscheisen gelöst. Wie ich später sah, lag das daran, dass sich die Halterung an der Bindung gelockert hatte, sodass das Eisen rausflutschen konnte. Ich hab es noch erwischt, aber die Stelle war ziemlich blöd, um den Ski abzuschnallen ohne dass dieser sich verabschiedet. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an den Herrn, der mir in der misslichen Lage geholfen hat!

    Die Umgehung der Zwing war hart, aber mit den Eisen machbar. Die Zwing selbst ist extrem hart - alle, die ich da beim Hochgehen gesehen habe, haben die Ski abgeschnallt. Auch bei der Abfahrt um 13 Uhr noch bockhart, aber mit Abrutschen unproblematisch zu meistern.

    Der restliche Anstieg ging gut ohne Harscheisen, auch die Obere Zwing.

    Ich bin zunächst zur Weitkarspitze (der Anstieg ist ja bis 2650m identisch mit dem zum Zwieselbacher), weil dort erstens der Südosthang gar so schön herüber lächelte und ich zweitens davon ausging, dass die eine Stunde Mehraufwand (300Hm) mir für die Abfahrt vom Zwieselbacher bessere (=weichere) Verhältnisse bescheren würde, was dann auch so war. Um 11.15 Abfahrt bei Idealfirn.

    Nun ging es weiter zum Zwieselbacher, auf dessen Hauptgipfel ich aber verzichtet habe, weil der Gipfelhang gar nicht einladend aussah. Eine augenscheinlich sehr harte Wechte hätte man da runterkanuppeln müssen. Ich hätte freilich auch einfach zu Fuß raufgehen können, aber ich war ja erst vor kurzem oben. Stattdessen bin ich auf den Gupf oberhalb des kleinen Gletschers, den ich jetzt einfach mal Östlicher Zwieselbacher Rosskogel nenne.

    Die Abfahrt um 12.45 war sehr fein: Gut fahrbarer Windpulver bis etwa 2500 Meter und danach Firn, wenn man sich die sonnigeren Hangabschnitte aussuchte. Unterhalb der Unteren Zwing war es dann schon fast am Durchsumpfen, ging aber noch.

    Grundsätzlich ist die Schneelage im Sellrain unterhalb von 2100 Metern nicht mehr besonders üppig - Nachschub in der nächsten Woche wäre schon fein.

    Lawinengefahr: Heute keine bei rechtzeitiger Abfahrt. Ein paar Tage früher hätte man hier sicher noch bessere Verhältnisse mit mehr Pulver haben können. Darauf habe ich aber bewusst verzichtet, weil ich warten wollte bis sich die die Route flankierenden Hänge entladen haben, was mittlerweile ziemlich eindrucksvoll geschehen ist - siehe Bilder.


    Bilder:


    1: Alte und neue Lawinen vor der Unteren Zwing. Die riesige rechte war schon bei meiner letzten Tour da.

    2: Ich hatte im letzten Bericht zum Zwieselbacher ja schon geschrieben, dass die steile Abfahrtsvariante vom Krapesssee lawinös sein könnte...

    3: Diese Lawine hat den Hang unterhalb der Oberen Zwing komplett überspült.

    4: Obere Zwing.

    5: Da lächelt sie lockend, die Weitkarspitze.

    6: Idealer Firn.

    7: Gipfelhang Zwieselbacher mit der angesprochenen Wechte/Schneelippe.

    8: Großartiges Panorama.

    9/10: Schöner Pulver im oberen Bereich der Abfahrt.




    Heute bin ich wieder nach Lüsens gefahren und dieses Mal auf den Längentaler gestiegen. Ich hatte mir grundsätzlich noch offen gelassen, alternativ den Seeblaskogel zu machen, aber da war recht viel los und die Abfahrt war auch schon ordentlich verspurt, sodass ich hier nicht mit idealem Firn gerechnet habe. Der Seeblaskogel hat eh meiner Erfahrung nach oft schlechtere Schneebedingungen als man meinen würde und der Längentaler ist fast immer besser.

    Ich bin auf der üblichen Route aufgestiegen. Das enge Steilstück nach dem Fernerboden/der Loipe hat sehr wenig Schnee und im Aufstieg braucht's Harscheisen. Die Abfahrt ging hier im seifigen Sulz am frühen Nachmittag aber gut. Skidepot 15 Meter unter dem Gipfel.

    Abgefahren bin ich um 12. Auf dem Gletscher schön zu fahrender Windpulver, dann abwechselnd firnig und hart. Ab dem Flachstück unter dem Westfalenhaus sulzig ohne Durchbrechen. Viel später als 12 sollten man nicht abfahren, jedenfalls nicht, wenn man ins Tal möchte, weil das Flachstück sonst ein rechtes Gemurkse wird.

    Lawinengefahr: Ganz gering, auch keine Bedrohung aus den Flanken.

    Anmerkung: Der Längentaler heißt nicht umsonst so, denn es zieht sich. Für die 1700 Hm darf man 4-5 Stunden veranschlagen. Mir gefällt die Tour landschaftlich sehr gut und ich mag auch die bei passendem Schnee gemütliche Abfahrt. Der Gletscher ist völlig harmlos, es braucht keine Ausrüstung.


    Bilder:


    1: Das schneearme Wegstück.

    2-5: Die herrliche Landschaft des Längentals.

    6: Windgepresster Pulver am Gletscher.

    7: Firn weiter unten.

    8/9: Eishöhle am unteren Ende des Gletschers.

    10: Lawine in der Nordostflanke des Lüsener Fernerkogels.


    Do is er ja, der Idealfirn.

    Vor genau einem Monat hatte ich in Navis zwei großartige Firntage und so bin ich heute mit ähnlichen Erwartungen wieder hingefahren und wurde nicht enttäuscht. Am Anfang müssen die Ski 15 Minuten getragen werden, aber dann geht es hoch und runter ohne Abschnaller (trotz kurzer aperer Stellen. Ich bin auf der üblichen Route zum Pfoner Kreuzjöchl. Auch der landschaftlich sehr schöne Aufstieg durch den Wald zum Plateau hoch war heute noch im Anstieg machbar. Hier liegen aber nur 10-15 cm Schnee - gut möglich also, dass man ab morgen oder Donnerstag hier besser auf der Forststraße bleibt.
    Im Wald begann es schon sehr früh (8 Uhr) aufzufirnen und so war ich sehr froh, dass über der Waldgrenze ein kühles Lüftchen wehte, das den Schnee gut konservierte und zudem für angenehme Temperaturen sorgte.

    Um 9.45 bin ich vom Gipfel abgefahren (oben den steilen Südosthang) und hatte durchgehend bis zur Waldgrenze idealen Firn. Ich hab natürlich dann die Felle wieder angelegt und bin nochmal hoch, dieses Mal aber nicht zum Kreuzjöchl, sondern zum höchsten Punkt im Kamm zwischen dieser und der Seeblesspitze, da mir hier ein sehr schöner Südhang entgegenlächelte. Die zweite Abfahrt um 11.15 führte mich auf die Seeblesroute, die als Talabfahrt insgesamt deutlich lohnender ist als der schneearme untere Teil meines Anstiegswegs. Ich habe mich dabei an den Spuren von zwei Kollegen orientiert, die eine halbe Stunde früher da runter sind und die außer mir heute die einzigen im Gebiet waren. Oben wiederum schöner Firn, nach unten zu immer sulziger werdend, aber kein Durchbrechen. Tolle Abfahrt!

    Lawinengefahr: Pfoner Kreuzjöchl Normalroute grundsätzlich sehr gering. Bei der Seeblesabfahrt etwas höher - heute galt es vor allem die Einzugsbereiche der steilen Südwesthänge zu meiden, da diese noch nicht entladen sind. Interessante Beobachtung: In den ganzen Südhängen im Gebiet gab es gestern und heute zahlreiche kleine Lockerschneerutsche, ohne dass dabei aber größere Schneebretter ausgelöst worden wären wie in den letzten Tagen massenhaft im Sellrain. Auf der Naviser Schattenseite gegenüber genau das Gleiche: Heute dutzende Schneebretter, die durch Lockerschnee initiiert wurden.

    Sonstiges: Die Route Richtung Grünbergspitze/Grafmart schaut im Mittelteil nach der Forststraße recht schneearm aus und wurde wohl deswegen in den letzten Tagen nicht gemacht.

    Prognose: Bleibt Mittwoch/Donnerstag ähnlich und wenn es ab Freitag kälter wird, geht das auch noch länger. Über der Waldgrenze noch sehr gute Schneelage.


    Bilder:


    1: Der Waldaufstieg geht nicht mehr lange.

    2/3: Gletschergefühl ohne Gletscher.

    4: Gewaltiges Panorama.

    5: Der steile Gipfelhang - ein Traum!

    6: Zischzisch.

    7: Der zweite "Gipfel" mit Olpererblick.

    8/9: Tolle Abfahrt mit Firn und Sulz.

    10: Blick in die steilen Naviser Nordhänge: Viele Lawinen.


    Lawinenzählen im Schöntal.

    Heute war ich im Sellrain unterwegs und schon bei der Anfahrt dachte ich mir angesichts des über Nacht bewölkten Himmels, dass der 3er, den der LLB Tirol für's Unterland und das Karwendel schon ab dem Morgen wegen Nassschnee ausgegeben hatte, auch im Sellrain gültig sein müsste - jedenfalls ging ich davon aus. Der Schnee war dann unterhalb von 2400 Metern auch nur marginal oder gar nicht gefroren, darüber hatte es 1-3cm Neuschnee gegeben und die Schneedecke war eine Zeit lang tragend.

    Ich bin auf dem üblichen, markierten Anstieg durch den Wald hoch, wobei ich auch einen Blick in die steile Schneise geworfen habe, durch die eine oft genutzte Abfahrtsvariante führt. Diese hatte ich für mich aber wegen Lawinengefahr für heute kategorisch ausgeschlossen. An der Karschwelle zeigte sich, dass die Hauptroute großflächig von Lawinen überspült war, was die meisten Kollegen aber nicht daran hinderte, hier trotzdem aufzusteigen, obwohl die Hänge bei weitem noch nicht entladen sind und später da auch noch einiges runterkam. Ich bin lieber auf dem sicheren Moränenrücken aufgestiegen und auch wieder abgefahren. Auf den wie meistens stark abgelasenen Gipfel habe ich, auch wegen stürmischem Wind, oben verzichtet und bin um 9.45 bis etwa 2400 Meter abgefahren und noch mal hoch. Mit Blick für die Feinexposition gab es hier so etwas wie Firn, ohne Blick Bruchharsch... Weiter unten dann um 11 Uhr schön fahrbarer Sulz.

    Als ich gerade im Wald gefahren bin, gab es plötzlich einen gewaltigen Knall - eine riesige Lawine war durch die steile Schneise geschossen und weiter unten sah ich dann das ganze Ausmaß, denn der Großteil des Nordosthangs war im Stück abgegangen. Da ich nicht sehen konnte, ob jemand die Variante gefahren ist (Spuren von gestern hatte ich schon beim Aufstieg gesehen), habe ich den Notruf gewählt und der Helikopter hat dann die Lawine abgesucht, aber kein Signal orten können.

    Auf jeden Fall möchte ich Jonas Aussage von gestern unterstreichen, dass momentan bei der Tourenplanung die Einzugsgebiete von Lawinen unbedingt zu berücksichtigen sind. Die Gefahr geht gegenwärtig mehr davon aus als selbst ein Schneebrett auszulösen.


    Bilder:


    1: Landschaftlich eine Traumtour.

    2: Gipfelhang abgeblasen.

    3-5: Firn und Sulz.

    6: Auf der Moräne kann man den gefährdeten Bereich umgehen.

    7: Beeindruckende Bruchfortpflanzung über die ganzen Felsrippen. Initial für das Schneebrett war wohl ein Lockerschneerutsch auf der rechten Seite.

    8/9: Die große Lawine von heute.

    10: Anriss der Lawine.



    Gestern hat es über dem Inntal gegen 18 Uhr komplett aufgerissen und die ganze Nacht war klar. Daher habe ich auf eine ausreichende Abstrahlung gehofft und auf Firn am Kotalmjoch spekuliert, wobei ich mir aber nicht ganz sicher war, ob der Schnee dafür schon ausreichend gesetzt und kompakt genug ist. Letztlich war es genau dazwischen: Guter, aber kein idealer Firn, sehr schön zu fahren.

    Route: Üblicher Anstieg über Labschlaggraben - Kotalm-Niederleger - Mittelleger. Hoch und runter komplett mit Skiern machbar.

    Etwas gewundert habe ich mich, dass der Schnee auf der Forststraße bis zum Kotalm-Mittelleger nicht gefroren war, obwohl es um 7 Uhr morgens am Achensee 0 Grad hatte. In der Abfahrt ging das aber mit ein bisserl Schieben trotzdem ganz ordentlich, weil der Schnee nicht pappig, sondern eher seifig war.

    Ab dem Mittelleger dann ausreichend harter Schnee, der aber ohne Harscheisen ging. Schöne Spur vorhanden.

    Zwischen 9.45 und 12 Uhr bin ich den Gipfelhang vier Mal gefahren, wobei die Bedingungen bei Nutzung der Feinexposition jedes Mal gut waren - nur die letzte Abfahrt war schon auf der sulzigen Seite, aber ohne Durchbrechen. Grundsätzlich war zwischen Auffirnen und Sulz immer nur ein sehr kleines Zeitfenster vorhanden - da hab ich's gut erraten.

    Interessanterweise war ich heute ganz allein am Weg, erst bei meiner letzten Abfahrt kam ein Kollege hochgestiegen.

    Lawinengefahr: Keine auf meiner Route. Richtung Steinernes Törl bin ich aber anders als letztes Mal (siehe Bericht dazu) bewusst nicht gegangen. Dort und aus der Nordwestflanke der Dalfazer Wände waren ab 10.30 viele Lockerschneerutsche zu beobachten.

    Prognose: Ob es morgen Sinn macht, ist fraglich, da die Nacht am Achensee bewölkt sein könnte. Ab Dienstag aber wohl einige Tage lohnend, wobei auf der Forststraße dann sicher apere Stellen auftauchen werden.


    Bilder:


    1: Ab Kotalm-Mittelleger tragende Schneedecke.

    2-5: Landschaftlich ist die Tour einfach ein Traum.

    6-9: Das macht Spaß!

    10: Ich sitze jetzt gerade am See. Ich weiß nicht, ob man's auf dem Bild sieht, aber da ist tatsächlich schon einer Schwimmen gegangen.



    Da ich heute wie öfters am Freitag meine Freundin in der Früh nach Kramsach gefahren habe, bot sich eine Tour im Alpbachtal an. Die Wahl fiel wegen der westseitigen Ausrichtung auf den Kleinen Beil - traumhafte Verhältnisse!

    Der Aufstieg erfolgte über die übliche Route. Beim ersten Mal bin ich nur bis zum Beginn des Flachstücks (bis hier war auch von gestern eine Spur vorhanden) oberhalb der Stadelkehralm, weil ich nicht riskieren wollte, dass mir der herrliche Pulver unter dem Ski auf einmal pappig wird, nur weil ich Zeit mit dem Gipfel verplempere. Abfahrt um halb 11 in bestem Schnee bis zur Fortstraße runter. Beim zweiten Mal bin ich aber schon bis zum Gipfel, wohin mittlerweile eine 5er-Gruppe hochgestiegen war, die ich oben traf. Danke an Gerhard für die ideale Aufstiegsspur! Bei der Abfahrt um kurz nach 12 war der Schnee schon an der Grenze, aber immer noch super, sofern man darauf achtete, die schattigeren Hangteile zu befahren. Ich bin dann nochmal bis zum Flachstück hoch - um kurz nach 1 ging's zwar noch, aber der Pulver war nun schon deutlich schwerer.

    Lawinengefahr: Auf der Route gering, aber die steileren Sachen im Luegergraben (Galtenberg Ost, Großer Beil, Lämpersberg Südwest) wurden heute sämtlich nicht gemacht, was ich sehr sinnvoll finde, denn nach meinem Empfinden hat der Tiroler LLB mit dem heutigen 1-2 schon ein bisserl großzügig bewertet. Zumal es in der Nacht 5cm Neuschnee ohne Wind gab, was älteren Triebschnee verdecken könnte.

    Prognose: Alles, was nicht stramm Nord ist, dürfte in den Kitzbühelern jetzt pulvermäßig durch sein. Morgen soll es zudem evtl bis 1800 ein bisserl regnen. Ich würde vermuten, dass sich ab Sonntag gute Firnverhältnisse einstellen dürften. Die Schneelage auf den Zustiegen ist dafür für ein paar Tage ausreichend.


    Bilder:


    1: Aufstiegsspur mit Lämpersberg und

    2: Galtenberg.

    3: Noch keine Spur zum Gipfel.

    4/5: Ein Rausch.

    6: Ah - jetzt gibt's eine feine Spur zum Gipfel.

    7-9: Weiterhin errlicher Pulver.

    10: Bei der letzten Abfahrt dann schon deutlich schwerer.