Beiträge von Andreas84

    Ein rundum gelungenes Wochenende im Tauferer Ahrntal


    Wir sind am Freitag in mein heiß geliebstes Ahrntal (=Südseite der Zillertaler Alpen, Heimat von Hans Kammerlander - falls jemandem der Name nichts sagt) gefahren und haben, dort schöne Touren unternommen. Am ersten Tag ging es durch das wunderschöne Geltal auf einem perfekt angelegten Steig, den gewiefte Mountainbiker auch bergab fahren können, wie wir beobacheten konnten, zur auf etwa 2800 Metern gelegenen Rieserfernerhütte, wo wir übernachtet haben. Die wenig frequentierte Hütte (am Freitag haben sieben Leute übernachtet) ist äußerst empfehlenswert: Neben der tollen Lage sowohl für Sonnenauf- als auch Untergänge (siehe Fotos) sind vor allem die schöne Gestaltung der Gaststube und der Zimmer (alles Holz, in unserem Zimmer war sogar ein eigenes Waschbecken) und die einfache, aber gute Kost zu loben. Das Wirtspaar, die Leitgebs, ist schon seit 40 Jahren auf der Hütte - das sagt eigentlich alles...

    Am Samstag ging es auf einem wiederum schön angelegten Steig durch eine Steinwüste zunächst zum Fernerköpfl, wo sich ein gewaltiger Blick zum Rieserferner und den ihn umrahmenden Gipfeln bietet. Das Panorama ist auf der ganzen Tour eh einfach der Hammer, da die Rieserferner-Gruppe ja zwischen dem Alpenhauptkamm und den Dolomiten liegt und auch die Hohen Tauern nicht fern sind. Von dort haben wir über den Gletscher den kurzen Abstecher zum Magerstein gemacht, um anschließend wiederum auf dem Gletscher, das Fernerköpfl und die anschließenden felsigen Erhebungen umgehend, zur Scharte unter dem Schneebigen Nock zu queren. Ab hier im Fels bis zum Gipfel und auf der anderen Seite mit einigen Schneefeldern zur Hochgall-Hütte (auch Rifugio Roma bzw. Kasseler Hütte genannt), über den Artur-Hartdeggen-Weg nach Rein und schließlich zurück zum PP.

    Einschätzung der Schwierigkeit bzw. allg. Verhältnisse:

    1) Hüttenzustieg und Weg zum Fernerköpfl max. T3.

    2) Gletscherpassagen total flach und einfach: In der Führerliteratur (z.B. Hans Paul Menara, dessen Bücher ich sehr schätze) wird beim Magerstein bzw. zum Rieserferner-Gletscher gerne geschrieben "komplette Hochtourenausrüstung erforderlich". Das ist meines Erachtens nicht der Fall! Für den Gletscher braucht es allenfalls Grödel, wenn der Schnee gefroren ist. Ich war schon öfters hier und (fast) niemand nutzt da ein Seil, auch nicht, wenn man im Abstieg über den ganzen Gletscher zur Antholzer Scharte hinunter geht... Der Rieserferner in seinem heutigen Erscheinungsbild ist halt (leider) nichts anderes als ein flacher Plateau-Gletscher ohne Zunge und nennenswerte Spaltenzonen.

    3) Schneebiger Nock: Der Anstieg ist ziemlich anspruchsvoll; es gibt mehrere ausgesetzte Kletterstellen in II. Grad in sehr unzuverlässigem Fels, dazu eine kurze, mit einer Kette gesicherte, überhängende Passage. Helm wichtig (T5+)! Der Abstieg zur Hochgall-Hütte ist zwar deutlich einfacher (T4), aber über fast 1000 Höhenmeter aufgrund des brüchigen Geländes, das verschwindende Gletscher eben gerne hinterlassen, unangenehem. Überwiegend ist der Abstieg (,der den "Normalweg" auf den Nock darstellt,) gut mit Steinmandln markiert, aber gerade oben am Grat ist das nicht der Fall: Vom Gipfel bis zum nächsten Steinmann (ca. 15 Minuten) ist nichts markiert, was gerade bei schlechter Sicht (ich spreche aus Erfahrung von einer Tour vor drei Jahren) sehr problematisch sein kann. Grundsätzlich bleibt man am Grat, nur einmal steigt man (im Abstiegssinn) rechts über eine erdige Rinne, die man aber vor ihrem Ende wieder nach links verlassen muss, um einen Felsblock herum. Es sind aber vom Grat aus immer wieder Trittspuren in die Flanken zu erkennen, die offensichtlich von Irrwegen anderer herstammen - oiso Obacht!


    Sonstiges:

    1) Die "Schwarze Wand" kann von der Rieserferner Hütte unschwierig mit einer kurzen Gletscherpassage (evtl. Steigeisen bei Blankeis) erreicht werden. Einen eisfreien und auch sehr lohnenden Weg zu ihr gibt es von Mühlbach aus (wäre auch ein interessanter Hüttenzustieg...)

    2) Hochgall perfekte Verhältnisse, gesamter Grat schneefrei.




    Bilder:


    1. Türkenbundlilie am Weg

    2: im malerischen Geltal

    3: Blick von der Rieserfernerhütte zur Schwarzen Wand

    4: Des is koa Vulkanausbruch, sondern die Sonne geht "einfach" zwischen Großem Möseler und Turnerkamp unter...

    5: Im Morgenlicht zum Fernerköpfl

    6: Blick vom Magerstein zum Schneebigen Nock

    7: Gletscherquerung

    8: Klettern in millionenaltem Bruch (das Gestein des Schneebigen Nock ist 30 Mio. Jahre älter als das der Zillertaler...)

    9: Oben

    10: Neue Ziele gibt es genug.

    1:

    Brenta- ein Fest für´s Leben


    Aus irgendeinem Grund (vielleicht die lange, umständliche Anfahrt) ist die Brenta für mich bisher ein weißer Fleck auf meiner Bergsteiger-Landkarte gewesen. Das haben wir gestern geändert und ich kann gar nicht sagen, wie begeistert ich von diesem grandiosen Fleckerl Erde bin: I´ll be back, und dann auf jeden Fall für längere Zeit!

    Wir sind mit der Seilbahn hoch (sonst wäre das Pensum zeitlich auch schwer an einem Tag zu schaffen gewesen) und dann folgende Route gegangen: Sentiero Alfredo Benini - Bocca del Tuckett - Sentiero Bocchette Alte - Spallone dei Massodi- Sentiero Detassis - Rifugio Brentei - Sentiero Bogdan (kein KS) - Rifugio Vallesinella - Rifugio Cascata di Mezzo - Madonna - Seilbahn.

    Die drei Klettersteige sind überwiegend einfach und unglaublich gut abgesichert - da ist kein einziger schwieriger Umhänger dabei. Den Benini (A/B) kann man als einigermaßen gewandter Bergsteiger auch ohne Sicherung gehen, beim Bocchete Alte (B/C) ist auch nix Schwieriges dabei und der Detassis im Abstieg (C) ... ist einfach geil - senkrechte bis überhängende Leitern bei perfekter Absicherung. Wer die wackligen Leitern an der Via della amicitia bei Riva kennt, wird angenehm überrascht sein, wie fest so lange Leitern doch sein können.

    Zur Schneelage: In der Brenta liegt in den Karen durchaus noch einiges an Schnee, doch sind die KS selbst davon nicht betroffen, wohl aber die Zu- und Abstiege, bei denen ausgedehnte Schneefelder zu passieren sind. Bei dem warmen Wetter gestern war das völlig unproblematisch (bester Stapfschnee), doch kann das natürlich auch anders ausschauen: So haben wir beim Sentiero Detassis ein Pärchen getroffen, das auf Anraten des Wirts der Tuckett-Hütte auf den Bocchete Alte verzichtet hat, da dieser meinte, der Anstieg von der Hütte zur Bocca di Tuckett sei ohne Eisausrüstung nicht möglich. Für Samstag und Sonntag war dies auch zutreffend, da es da nach Aussage anderer Brenta-Durchquerer (übrigens alles Deutsche) an diesen Tagen in der Höhe sehr kalt war und die Schneefelder gefroren waren. Gestern (Montag) ging es aber problemlos, wie wir beobachten konnten. Die "berüchtigte Eisrinne" (Mark Zahel) am Bocchette Alte existiert eigentlich nicht mehr - hier gibt es nur noch Altschnee.


    Sonstiges: Das Rifugio Brentei ist wegen Umbauarbeiten geschlossen. Zum Rifugio Vallesinella darf man im Juli und August nur mit einem Shuttle-Bus hochfahren. Sehr lohnend sind die Wasserfälle im Vallesinella.


    Fazit: So ein herrlicher Tag!


    Bilder:


    Es war wirklich schwer, 10 Bilder aus über 200 auszuwählen... Wahrscheinlich rühren die für die KS auf den Schildern angegebenen etwas übertriebenen Begehungszeiten daher, dass da mit einkalkuliert wird, dass ein paar Stunden für´s Fotografieren draufgehen.


    1: Sentiero Benini - Sicherung überflüssig

    2: Kurz vor der Bocca del Tuckett, da verschlägt es einem einfach die Sprache, wenn man da um´s Eck kommt und zur Cima Brenta mit ihrem Gletscher schaut.

    3: Im Hintergrung Adamello/Presanella

    4: Die Reste der Eisrinne

    5: Wenn man hinzoomt sieht man das Lächeln meiner Begleiterin - es ging den ganzen Tag nicht weg, wie auch bei mir nicht.

    6: Einfach herrlich, diese Brenta-Bänder...

    7: Im Sentiero Detassis

    8: Schneefeld zum Rifugio Brentei

    9: Amphitheater um das Rufugio

    10: Casacata di mezzo unterhalb des Rifugio Vallesinella



    => Via Ferrata Ernesto Che Guevara (Route mit Bildern)


    Einsamkeit am Klassiker


    Wir waren für ein verlängertes Wochenende in Arco und Umgebung und da meiner Begleiterin der "Che Guevara" noch im Tourenbuch fehlte, sind wir diesen am Samstag angegangen. Die äußeren Bedingungen waren dank bewölkten Himmels und recht starken Windes perfekt, da wir der sonst um diese Jahreszeit am sehr sonnenexponierten KS oft üblichen "Hitzeschlacht" entgehen konnten. Wir sind gegen 7.30 Uhr gestartet und ich war doch ein bisserl erstaunt, dass offensichtlich vor uns niemand am Weg war, was sich aber als sehr nervenschonend erweisen sollte, was ich gleich näher ausführen werde: Eigentlich wäre es ja für andere KS-Geher um diese Jahreszeit wenig interessant, über die aktuellen Verhältnisse informiert zu werden, denn was soll man da schon sagen? KS komplett schneefrei? Das ist er oft schon im März... Zwei Dinge finde ich aber schon erwähnenswert:

    1: Im Zustieg kommt man zu einem Schild (eigentlich ein Zettel), auf dem groß steht "Ferrata chiuso" (KS gesperrt). Schaut man nicht näher hin oder ist des Italienischen nicht wie ich wenigstens rudimentär mächtig, entgeht einem, dass da auch noch ein Zettel der Gemeinde hängt, der erläutert, dass es sich hier um eine Wintersperrung von November bis März handelt. Man hat also schlicht vergessen, diese Zettel im Frühjahr wieder abzuhängen...

    2. Das starke Unwetter, das die Gardasee-Region Mitte letzter Woche heimgesucht hat (aber bei weitem nicht so schlimm wie in Teilen Deutschlands) hat auch am KS seine Spuren hinterlassen und zwar dergestalt, dass viel Geröll auf den Aufstiegsweg gespült wurde, was die Steinschlaggefahr massiv erhöht - deswegen habe ich oben geschrieben, dass es nervenschonend war, dass niemand vor uns hoch ist. Zudem ist das Stahlseil an zwei Stelle durchtrennt worden - eine Ausbesserung ist aber schon im Gange. Es handelt sich dabei allerdings um "harmlose" Stellen, wo es eh kein Seil bräuchte.


    Dass das Rifugio Don Zio unterhalb des Gipfel zurzeit geschlossen ist, hat Thomas N. ja schon geschrieben.


    Sonstiges: Wir haben uns bei der Einreise nach Italien nicht registiert, hatten keine Tests o.ä. dabei und es hat auch niemanden interessiert. Am Brenner gab es weder auf österreichischer noch italienischer Seite Kontrollen. Hotel und Gastronomie ganz normal - fast wia "in der guaden oiden Zeit". Einfach herrlich und befreiend! Diese Aussage möchte ich aber nicht generalisiert verstanden wissen, da sich erstens die Regeln und deren Überwachung ja schnell wieder ändern können und es zweitens wohl stark von der Unterkunft abhängt: Andere Touristen, mit denen wir geredet haben, mussten nämlich schon Tests vorweisen/machen.

    Herrlich einsame Tour im Halltal


    Heute ging es mal wieder ins traumhaft schöne Halltal. Ich bin zunächst über den Fluchtsteig nach St. Magdalena und dort links ab, durch herrlichen Bergwald zum Hochmahdkopf. Der weitere Weg führt über die oben angegebenen Gipfel äußerst aussichtsreich bis ins Stempeljoch. Von dort zurück über die Herrenhäuser. Die Tour ist konditionell fordernd (2200 Höhenmeter, 22km), dabei aber meist einfach. Bis zur Wildangerspitze und dann wieder ab dem Stempeljoch maximal T3. Die Passage zwischen Lattenspitze und Stempeljoch hat es aber schon in sich, T5: Ausgesetzter, splittriger Schrofensteig und um die Pfeisspitze ein Klettersteig (B). Man sollte den KS ohne Set begehen können, da er nur sehr kurz ist (15 Minuten) und man sonst den ganzen Tag Extra-Gepäck mit sich schleppt... (Wer den KS nicht ohne Set gehen kann, hat in dem angesprochenen Schofensteig aber eigentlich eh nichts verloren.) Der Abstieg von der Pfeisspitze ist stark steinschlaggefährdet; ich bin da wie auf Eiern runter gestiegen, um nicht das ganze Splitterzeugs abzuräumen.

    Es waren nur ganz wenige Leute auf der Route - genau 3 hab ich getroffen.


    Sonstiges: Beim Knappenhäusl (zurzeit nicht bewartet) kann man sich selbst mit Getränken versorgen (Kühlschrank). Da fällt mir noch ein Geschichterl ein: Vor ein paar Jahren war ich auch im Halltal unterwegs und beim Abstieg gerade wieder auf der Teerstraße angelangt, als von oben ein Auto herangebraust kam - so ein italienischer Kleinwagen ohne Nummerntaferl, der wahrscheinlich schon vor 20 Jahren keinen TÜV mehr bekommen hat. Es hält an und drin sitzt Gandalfs Tiroler Bruder, der "Knappe" vom Häusl. "Mogsch mid?" Arglos steige ich ein. Gurt gibt's keinen ...wär auch völlig überflüssig bei des Knappen Fahrweise.

    Schnell merke ich, dass ich mitnichten bei Gandalf mitfahre, sondern bei Walter Röhrl - aber halt im Uralt-Schrottauto. Im einem Höllentempo jagt er das Gefährt mit bis zu 120 km/h den Berg runter - Wer die kurvige, steile Straße (bis 32% Gefälle) kennt, kann sich vorstellen, wie es mir ging. Alles schüttelte, rüttelte, knirschte - ich dacht, gleich haut es die Scheiben raus. Aber Röhrl-Gandalf blieb da ganz lässig und meinte unten "Olscho, schnölla wia z Fuaß warsch itz.


    BILDER:

    1: Blick zum Bettelwurf

    2: Am Thaurer Zunterkopf

    3: Wildangerspitze

    4: im KS

    5: Auf der Pfeisspitze

    6: Blick zur Pfeishütte, hinten Zugspitze

    7: Thaurer Jochspitze


    Vielen Dank für den Link zu der Seite von Kristian Rath, die mir bisher noch nicht bekannt war!

    Ich kann vielen Ausführungen von Herrn Rath nur zustimmen und halte die aktuell fast überall massiv ansteigenden Parkgebühren gelinde gesagt für eine Frechheit. Insbesondere wenn die PP im Besitz der Gemeinde sind, ergo mit unseren Steuergeldern finanziert werden, sind die hohen Preise durch nichts gerechtfertigt. Bei privaten PP ist es natürlich anders - das kann jeder Besitzer handhaben wie er will. Wenn ich mir aber die Preise von privaten Anbietern, zum Beispiel Hintersteiner See bzw. Bärnstatt im Wilden Kaiser (3-4 Euro) oder Mautstraße Eng anschaue, dann scheinen die mir mehr Augenmaß zu haben als manch gieriger Bügermeister im Allgäu oder im LK Miesbach...

    Was mich (und auch Herrn Rath, wenn ich ihn nicht ganz missverstehe,) an der ganzen Sache aber am meisten stört, ist, dass da natürlich gleich der "Umwelt- und Klimaschutz" als Begründung und Totschlagargument herangezogen wird... Ich hol da jetzt mal ein bisserl aus: Habe ich vor zehn Jahren ein Schild gesehen, auf dem stand "aus Wildschutzgründen nicht betreten", so habe ich mich daran gehalten. Heute tue ich das nicht mehr. Warum? Weil diese Schilder und Gebietssperrungen einfach überhand nehmen und in meinen Augen nichts, aber auch gar nichts mit Umweltschutz zu tun haben, sondern mit den Interessen der Forst- und Jagdwirtschaft. Da bin ich in meinen Hausbergen (für mich zwischen Tegernsee und Schleching) mir Skiern oder zu Fuß auf Wegen wie seit 20 Jahren unterwegs und dann kommt so ein Kasperl-Schild, dass man da wegen "Birkhuhn Torsten" oder anderem Unsinn jetzt nicht durch dürfte... Heuer stand am Taubensteinsattel so ein unsägliches (und zurecht mehrfach demontiertes Schild - ich war das aber nicht...), das einem den Weg zum Rauhkopf verbieten wollte.

    Auf was ich hinausmöchte: Umwelt- und Klimaschutz sind m.E. mittlerweile mehr oder weniger einfach Werbelabels (i.e. Mogelpackungen), mit denen bestimmte Interessengruppen (also die Leute, die viel bis sehr viel Geld haben) der Bevölkerung auch noch den größten Schwachsinn als sinnvoll verkaufen wollen. Zwei Beispiele hierzu:

    1: Vor einigen Jahren gehe ich nach einer Übernachtung auf dem Karwendelhaus die Tour Vogelkarspitze-Schlichtenkarspitzen an. Da am Nachmittag Gewitter angesagt sind, starte ich schon um kurz nach 5. Nach wenigen Minuten hemmt ein Schild mit der Aufschrift "Wildruhegebiet - Betreten nur zwischen 8 und 18 Uhr meinen Schritt. Mit leicht schlechtem Gewissen gehe ich weiter und doch bemerke ich schnell, dass ich nicht allein bin - mehrere Jäger streifen mit ihren Flinten durchs Gelände - sicherlich wollen sie nur das Gamswild schützen... Der Jäger und der Förster sind natürlich ganz grundsätzlich nur beinharte Naturschützer, die niemals kommerzielle Interessen verfolgen oder gar Spaß an der Jagd haben... - I know for sure!

    2: Ich gehe Anfang November 2019 abends auf den Farrenpoint bei Bad Feilnbach. Ein Förster kommt mir in seinem Jeep entgegen, hält an und beschimpft mich trotz eines freundlichen Grußes meinerseits einfach: "Ja muass des sei??! Ned amoi am Omd hod as Wuid sei Rua! Ich wüsste da gar nicht, wo man bei solchen Kasperln anfangen soll. Dass der Farrenpoint von Mai bis Oktober fest in der Hand von menschlichen Nutztieren (Kühe, Pferde, Schweine) ist? Dass sein Jeep, von seiner Kettensäge abgesehen, sicher viel lauter ist als ich Fußgänger? Dass die Wälder dort intensiv "bewirtschaftet", i.e. gefällt werden?


    To put it in a nutshell, as an Englishman would say: Die PP-Gebühren halte ich nur für das Symptom eines tiefergehenden Problems: Ich persönlich sehe Tendenzen, den "normalen" Menschen sozusagen von der Natur auszuschließen mit der Begründung, er sei ein "Schädling" oder Antagonist dieser. Diese steile These möchte ich selbstverständlich auch begründen.

    1: Beispiel Tourengebiet Hochries: Heute gibt es nur noch Hochrieshütte und Spitzsteinhaus zum Übernachten; Riesenhütte und Klausenhütte sind geschlossen und verfallen, die Frasdorfer Hütte soll wohl ein Luxus-Restaurant werden und auch die Hofalm könnte bald Geschichte sein. Ein Hoch auf die erlauchte Familie Kramer-Klett, dir nur durch das Verteilen von Wohltaten reich wurde... (und nicht durch jahrhundertelange Ausbeutung)

    2: Reinhold hat vor ein paar Monaten geschrieben, dass es Pläne gibt, die Skitourenmöglichkeiten am Spitzing stark einzuschränken, natürlich auch mit dem Naturschutz-Totschlagargument.

    Ich sage dazu nur eines: Wo ich gestern fahren durfte, werde ich mir es auch morgen nicht verbieten lassen... Ein gutes Beispiel ist hier übrigens die Lempersberg-Ostabfahrt: Laut Beschilderung ja verboten, wird sie dennoch permanent befahren - sogar oder vielleicht vor allem von Mitgliedern der örtlichen Bergwacht. Sind das nun alle einfach rücksichtslose Rowdies? Of course not! Die Begründung für die Sperre ist ja das Wohlergehen der Rauhfußhühner am Lempersberg-Kamm. Dafür müsste man aber nicht die Einfahrt in den Osthang sperren: Die Hühner (gemeint sind eh meist die Birkhühner) überstehen den Winter, indem sie Schneehöhlen in Latschenfeldern bewohnen - beim Lempersberg beginnen diese Felder aber erst etwa 100 Meter südlich neben der Einfahrt. Im Osthang selbst gibt es keine Hühnerkolonien, da sich nicht einmal schwer traumatisierte, suizidale Viecher den Winter über in dem Hang einquartieren würden, der ja jedes Jahr im Frühling sicher als Grundlawine abgeht.


    P.S.: Freunde der aktuellen Corona-Politik "unserer" Regierung sollten sich die Seite von Kristian Rath lieber nicht anschauen...

    Heute einsam - morgen Berglauf-Festival

    Heute war es zwar bewölkt, dafür von den Temperaturen her sehr angenehm im Koasa. Ich bin vom PP über den steilen und teils versicherten Maiklsteig, mit einem Schlenker über Ursula-Kreuz und Schatterberg zum Gescheuerkopf. Ein KS-Set wird der etwas geübte und schwindelfreie Wanderer nicht benötigen. Weiter ging es über die Niederkaiser-Alm zum Gamskögerl und zurück am Ackerlspitz-Einstieg vorbei über die Granderalm und den Schleierwasserfall. Eine landschaftlich ganz wunderbare Tour!

    Mir fielen, sobald ich nach der Niederkaiser-Alm auf den WK-Steig kam, ungewohnte Markierungen auf, die, wie ich nach kurzer Recherche erfuhr, für das morgige Großevent des "Kaiserkrone"-Trails angebracht wurden. Wenn ich es richtig gesehen habe, gibt es da morgen verschiedene Wettkämpfe, bei denen manche "Skyrunner" wie es obercool auf der Homepage heißt, auch über Klettersteige auf Gipfel rennen werden (welche weiß ich aber nicht genau). Wenn man morgen in den Koasa will, muss man also mit denen rechnen...

    Sonstiges: Aufstieg zur Ackerlspitze hat im Hochsessel noch ordentlich Schnee (nicht unüblich für die Jahreszeit.)


    BILDER

    1: Über den im oberen Teil mit Leitern ausgestatteten Maiklsteig geht es zum

    2: Ursula-Kreuz

    3: Kaiser Hochalm (gibt's im Koasa zwei Mal), Maukspitze im Nebel

    4: Am Weg zur Grander-Alm gab es auch kurz Sonne.

    5: Da sieht man das Schneefeld am Hochsessel gut; rechts Maukspitze

    6: Schleierwasserfall - die beeindruckenden Felswände dahinter kommen auf meinen Fotos nicht gut raus, drum stell ich die nicht ein.


    m

    Rofan-Überschreitung mit mehr Adrenalin als erwartet.


    Wir sind am Sonntag um kurz vor 7 an der Rofanseilbahn, die wir natürlich nicht genutzt haben, gestartet und über die Erfurter Hütte zur Haidachstellwand. Dort haben wir dann das KS-Set angelegt und sind über den Klettersteig runter, um anschließend auf dem Wanderweg zum Einstieg des Roßkopf-KS zu kommen. Von hier ging es über die Klettersteige zu den Gipfeln von Roßkopf, Seekarlspitze, Spieljoch und Hochiss. Im Abstieg haben wir noch die lohnende und aussichtsreiche Überschreitung der Dalfazer Wände mitgenommen. Vom Rotspitzl als letzten Gipfel ging es runter zum Fliegerstartplatz und über den Schützensteig ins Tal. Die Tour ist insgesamt lang und anspruchsvoll (KS bis D), aber auch sehr spektakulär. Für einen Sonntag war im Rofan, wohl wegen des nicht ganz perfekten Wetters, eher wenig los, es gab keine Staus an den Klettersteigen.

    Warum spreche ich im Titel aber von "mehr Adrenalin als erwartet" und bewerte die Gefahr mit "erheblich"? Das liegt einzig und allein am Roßkopf-Klettersteig, der sich am Sonntag äußerst "steinschlagig" präsentierte. Ich hatte ehrlich gesagt schon beim Zustieg irgendwie kein besonders gutes Gefühl. Am Einstieg fragte mich dann ein uns folgender Kletterer aus der Ukraine, wie es hier am Roßkopf mit der Gesteinsqualität aussehe. "Ziemlich mies", sagte ich. Wir stiegen dann trotzdem ein und der Ukrainer und seine Partnerin folgten uns mit etwas Abstand. Als ich die ersten Absätze überklettert hatte, hörte ich erst ein lautes russisches Gefluche und sah dann, mich umdrehend, einen formidablen Felsblock mit lautem Krachen im Kar einschlagen. Das war einer von der Sorte, wo auch ein Helm nichts mehr nützt. Der Ukrainer war aber einfach nur auf der ganz normale Route kochgeklettert und wahrscheinlich war ich selbst zwei Minuten vorher auf dem Felsen gestanden. Ich erinnerte mich später am Gipfel spontan an einen Text von Heinrich Klier im sehr empfehlenswerten Buch "Wo die wilden Hunde wohnen" (Tyrolia-Verlag), in dem Klier das Klettern an manchen Rofanwänden als "Schubladen-Ziehen" bezeichnet, weil man, sobald man etwas am Felsen zieht, gleich eine ganze Schublade in der Hand hat. So war es dem Ukrainer ergangen. Ich hatte keinen Sichtkontakt zu ihm und seiner Partnerin, aber er versichterte gleich, dass alles okay sei und so kletterten wir weiter. Keine 5 Minuten später ertönte von der uns vorangehenden Partie der Ruf "Stein!!!" und ich drückte mich an die Wand und die (dieses mal kleineren) Steine flogen ein paar Meter an mir vorbei. Am Gipfel erzählte der Ukrainer dem "Verursacher" aber, dass einer der Steine einen weiter unten Kletternden im Gesicht getroffen habe, wovon weder dieser noch ich mangels Sicht- und Rufkontakt etwas mitbekommen hatten. Es scheint aber auch hier glimpflich ausgegangen zu sein, denn der Getroffene meinte wohl zum Ukrainer, dass es weiter nichts sei. Manchmal braucht es eben auch Glück, da hätte vieles auch schlechter ausgehen können... Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass alle, die da unterwegs waren, keine unvorsichtigen Nasenbohrer waren, sondern meiner Einschätzung nach kompetente, erfahrene KS-Geher (sonst kommt man da eh nicht hoch). Der Roßkopf ist einfach sehr brüchig und daher mit Vorsicht zu genießen - nicht umsonst warnt in der Nähe des Einstiegs ein Schild auch die Wanderer, die Wand schnell zu passieren und nicht stehen zu bleiben.

    Die Gesteinsqualität in den anderen Klettersteigen ist übrigens deutlich besser.


    Bilder:

    1: Auf dem Weg zum Haidachstellwand

    2/3: Weiter Richtung Roßkopf

    4: Im Roßkopf-KS

    5: Erleichterung am Gipfel

    6: Abstieg vom Spieljoch

    7: Hochiss

    8: Farbtupfer an einem recht grauen Tag


    Panoramaweg der Extraklasse im Koasa


    Heute bin ich mal wieder in der Koasa gefahren und hab eine meiner Lieblingstouren gemacht: Die Überschreitung des westlichsten Teil des Wilden Kaisers über die Hackenköpfe. Es handelt sich dabei um eine recht anspruchsvolle Unternehmung, die im Bereich der Hackenköpfe mit etlichen kleineren Kletterpassagen aufwartet (meist I, zwei Stellen II) und über lange Zeit ausgesetzt im Absturzgelände verläuft (Bewertung T5). Der Aufstieg zum Scheffauer und der Abstieg vom Wiesberg sind etwas leichter (T4 bzw. T3). Zunächst geht es auf dem klassischen Südanstieg über die Steiner Hochalm zum Scheffauer. Von dessen Gipfel zurück in die Mulde, wo auch der Widauer-Steig von Norden heraufkommt. Hier über den grünen Hügel hoch und zu einer kleinen Felswand hin, wo die Route über die Hackenköpfe beginnt. Praktischerweise ist dies auch gleich die Schlüsselstelle (II) - sofern man diese bewältigt, kann man sicher sein, dass es nicht mehr schwerer wird. Und wenn man doch an eine härtere Stelle gerät, weiß man, dass man falsch gegangen ist. Die Route ist nicht beschildert, aber gut mit roten Punkten und Steinmännern markiert. Ein Verhauer ist dennoch schnell mal passiert... Nach dem Östlichen Hackenkopf wird das Gelände immer gutmütiger und läuft in den Wiesen der Kopfkraxn aus. Ich hab es heute mit der Kraxn gut sein lassen, da mein Wasservorrat hier schon fast erschöpft war, aber natürlich bietet es sich an, das Sonneck auch noch mitzunehmen. Zurück über den Wiesberg-Steig und die Kaiser-Hochalm. Und dann endlich eine, in den schee koidn Hinterstoana Sää!

    Die Tour ist komplett schneefrei, die Steinschlaggefahr hält sich am Grat (logischerweise...) sehr in Grenzen - am höchsten ist sie beim Abstieg über den ruppigen Wiesberg-Steig. (Bei starker Frequentierung am Wochenende ist da ein Helm vielleicht kein Luxus.). Absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind aber ebenso wie eine gute Orientierungsgabe die Grundvoraussetzung. Wenn des passt, dann wird man hier einen Traumtag haben.


    Sonstiges: Ich habe die Tour heute zum 6. Mal gemacht und da wirklich noch nie jemanden getroffen, obwohl ich auch schon am We unterwegs war.

    Auch im Schneekar kann man mittlerweile nicht mehr Skifahren (, falls da irgendjemand noch drauf spechtln sollte...)

    Bei Start um 6 ist wenigstens noch die Hälfte des Aufstiegs im Schatten.

    Beim Strandbad am See gilt übrigens auch die ... 3-G-Regel.


    Bilder:


    1: Blick vom Scheffauer zum Hintersteiner See

    2: Da geht's rüber.

    3: Die Schlüsselstelle am Einstieg

    4: Wie wacklig dieser wilde Geselle steht...

    5: ...sieht man gottseidank erst, wenn man ihn passiert hat. Da kann man sich dann nachträglich gruseln...

    6/7: Das Panorama ist auf der ganzen Tour sagenhaft!

    8: Kaiser Hochalm.

    9: Genießer



    Traumtag am Traithen


    Ganz wunderbar war´s heid moi wieda am Droathn! Bei bestem Wetter bin ich vom Waldparkplatz Richtung Rosengasse gestartet, was zwar wandertechnisch nicht viel hergibt (Forst- und dann Teerstraße), aber immerhin 5 Euro Parkplatzgebühr spart. Außerdem wird man vom freundlichen Glucksen des schönen Baches begleitet. Von der Rosengasse bin ich über den Traithen- und Fellalm-Sattel zum Gipfel, um anschließend den ganzen Kamm über die beiden Jöcher bis zum Himmelmoos zu begehen. Dieser Teil der Tour ist einfach nur wunderschön - sagenhaftes Panorama und viele botanische Glanzlichter am Wegesrand. Vom Himmelmoos bin ich über die Seenlacher Almen zurück zum Parkplatz. Der Abkürzungssteig, der den Weg zur Schneelahneralm verkürzt, ist zwar gesperrt, weil eine Brücke weggerissen wurde (siehe Foto), lässt sich aber mit ein bisserl Gewandheit dennoch gut begehen. Eine Beschilderung fehlt hier; wenn man wie ich von oben kommt und ihn begehen will, achte man bei einer Kuhweide etwa 15-20 Minuten unterhalb der Seenlacher-Almen darauf, wo man den Elektrozaun übersteigen kann (Plastikgriffe am Kabel). Nach ein paar weglosen Metern über die Weide wird eine Pfadspur sichtbar.

    Alle Steige sind mittlerweile fast völlig trocken was am Traithen eher die Ausnahme als die Regel ist - bessere Bedingungen als zurzeit gibt es eigentlich für diese Tour nicht! Ein paar recht steile Passagen sind zwar dabei, aber insgesamt ist es nicht sonderlich anspruchsvoll (T3 würde ich sagen).

    Fazit: Manchmal wundert es mich selber, wie ich mich für eine Tour, die ich schon dutzende Male gemacht habe, immer wieder neu begeistern kann. Sicher eine der schönsten Touren in unseren heimischen Bergen!


    Sonstiges: Oiso, wenn i do vom Droathn nüberschau zum Alpenhauptkamm, dann glänzt´s do scho no verheißungsvoll. Vielleicht hoi i de Ski numoi raus. Da Venediger und da Schwarzenstein schaun eh no super aus; erst recht aber der Gabler...



    BILDER

    1: Lichter Wald beim Aufstieg zum Traithen-Sattel

    2: Blick vom Sattel zum Gipfel

    3: Panorama 1: Der Alpenhauptkamm und seine schönen Skiberge...

    4: Panorama 2: Der Weg zum Steilner Joch mit Blick zum Koasa.

    5: Himmelmoos

    6: Die Ex-Brücke

    7: So zintig wia´s schaun, sans gar ned.

    8: A guada Kühlschrank am Parkplatz is vui wert!


    Wir sind heute von Wegscheid aus zunächst auf das Brauneck und über Latschenkopf und Achselköpfe weiter zur Benediktenwand. Von dort ging es zum Rabenkopf und schließlich über die Staffel-Alm (offen) und die sehr schöne Rappinschlucht in die Jachenau, von wo wir mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt sind. Die Wege sind meist trocken und gut zu gehen, Schneefelder gibt es nur noch ganz wenige. Die "Schwierigkeiten" konzentrieren sich im Bereich um die Achselköpfe (aber auch hier maximal T3+), der Großteil der recht langen Wanderung ist einfach.

    Der einzige etwas nervige Faktor an der Geschichte sind die mit "ungünstig" recht euphemistisch beschriebenen Busfahrzeiten in der Jachenau, die einen schon unter Zeitdruck setzen können. Es gibt am Wochenende nämlich genau einen Bus, der von der Jachenau aus nach Lenggries fährt (um 16.10 Uhr beim Schützenhaus). Etwa gegen 10 Uhr fährt auch einer, aber der ist naheliegender Weise für Wanderer uninteressant. Unter der Woche fährt auch um 17.45 ein Bus, aber am Wochenende wird man durch den Fahrplan einfach schon ein bisserl unter Druck gesetzt und kann dann halt wie wir heute nicht noch gemütlich einkehren oder in den Gumpen bei der Schlucht baden. Ich habe die Tour in ähnlicher Form schon mehrmals gemacht und auffällig ist auch, dass der Bus immer völlig leer ist. Ich würde sagen, das liegt daran, dass der Fahrplan einfach Mist ist. Da denkt sich doch jeder "Ach, da fahr i doch liaba glei mim Auto hi". Ist im Falle der Jachenau auch gescheiter!

    Ich bin eh nicht der allergrößte Freund der Öffis, nutze diese aber gerne, wenn sie sich variabel in meine Tourenplanung einbauen lassen (v.a. den Großraum um Garmisch finde ich hier echt klasse erschlossen), aber (viel) zu oft passen die angebotenen Zeiten/Verbindungen etc. einfach nicht zu den Touren, die ich machen möchte...

    Grenztour - in doppelter Hinsicht


    Heute bin frühmorgens (oder spätnachts?)zum Schlegeis hoch und zunächst etwa 1 Stunde zu Fuß bis zur Laviz-Alm. Ab dort durchgehend viel Schnee; Gipfelaufstieg mit Skiern möglich. Ich habe die übliche Route über das Stampflkees und den Osthang genommen und bin vom Vorgipfel über den steilen Südosthang runter. Geniale Abfahrt! Im Steilhang schwerer Pulver und danach zunehmend sulzig werdender Firn in perfektem Skigelände - herrliche Wannen und Mulden...

    Warum aber "Grenztour"? Nun: Der Gipfel liegt ja schon in Italien, aber vor allem war es von der Lawinengefahr her grenzwertig. Oberhalb von 3000 Metern hat es über Nacht etwa 10cm geschneit, wozu dann einen frühe und schnelle Erwärmung kam. Während ich den steilen Osthang im Aufstieg querte, hinterließ meine Spur unterhalb schon ansehnliche Lockerschneerutsche. Ich fand es noch vertretbar (drei andere nach mir auch), aber wäre ich eine halbe Stunde später dran gewesen, hätte ich wohl abgebrochen. Gleiches gilt für die steile Abfahrt, wobei hier (Südost) der Schnee noch gut gehalten hat. Ich bin um 5 los und um 9 abgefahren. Später sollte man vermutlich auch in den nächsten Tagen nicht dran sein.

    "Grenzwertig" war auch am PP die vorherrschende Einschätzung anderer Tourengeher. Einige haben die Besteigung des Schrammachers bzw der Sagwand am Skidepot wegen der Schneesituation beendet. Hochfeiler Nordwand an sich muss gut gegangen sein, aber unterhalb war der Sulz wohl knietief.

    Fazit: Eine wunderbare Tour wieder, aber etwas spannender als erwartet.


    Bilder:

    1: Perfektes Skigelände

    2: Besagter Osthang

    3/4: Die landschaftlichen Eindrücke sind einfach berauschend.

    5: Der Südost-Hang

    6/7: Abfahrtsfreuden!


    Dem Himmel nahe am Similaun


    Da meine bewährte Tourenpartnerin gestern Abend auch nach Tirol gekommen ist, wollten wir das fantastische Wetter mit einer großzügigen Tour ausnützen. Und großzügig ist der Similaun in jeder Hinsicht: sehr langer Aufstieg (bei uns 6 Stunden), landschaftlich gewaltig, sagenhaftes Panorama, traumhafte Abfahrt - und das alles bei sehr moderaten skitechnischen Anforderungen (handgezählte drei Spitzkehren). Dazu hatten wir auch noch Schneeglück, da es gestern Abend wenige Zentimeter geschneit hat, sodass auf dem Niederjochferner eine leichte Pulverauflage einen schönen harten Deckel veredelte. Unterhalb des Gletschers dann überwiegend Firn und ein bisserl Sulz. Wir sind um 6 los und 12.45 abgefahren (Passte heute aufgrund der eher kühlen Witterung gut, vielleicht in den nächsten Tage ein bisserl früher dran sein.) Es waren weder Harscheisen noch Steigeisen notwendig und der Gipfel kann mit Skiern erreicht werden.

    Einen kleinen Pferdefuß hat das Ganze aber dann doch: Die lange Tragestrecke bis zur Martin Busch Hütte (gute 2 Stunden, wussten wir aber schon vorher Dank eines Berichts bei der Alpinen Auskunft). Mit dem Radl geht es momentan bis maximal Schäferhütte, wir waren aber gleich ganz zu Fuß am Weg. Ich habe generell den Eindruck, dass in den Ötztalern unterhalb von etwa 2500-2800 Metern deutlich weniger Schnee liegt als in den Stubaiern oder Zillertalern. Dachte ich mir gestern am Glockturm schon, wollte aber von einer Einzelbeobachtung aus nicht gleich generalisieren.


    Sonstiges: Auch Hauslabkogel und Hintere Schwärze wurden begangen - insgesamt aber nicht mehr als 15-20 Leute im gesamten Gebiet unterwegs.

    Der Winterraum der Martin Busch Hütte kann übrigens voll genutzt werden (Matratzen und Brennmaterial vorhanden).


    Fazit: Was für ein Traumtag - und das für die erste (und nun sicherlich nicht letzte) Ski-Hochtour meiner Begleiterin!


    Bilder:


    1: Weit weg ist er schon noch der Similaun...

    2: Zunächst geht es zu Fuß (links Mutmalspitze)

    3: und ab der Hütte mit Skiern Richtung Niederjoch.

    4: Am Gipfel, rechts hinten Wildspitze

    5: Hintere Schwärze

    6: Nur ein kleiner Ausschnitt des sagenhaften Panoramas - hier Blick zu den Dolomiten.

    7/8: 😁⛷😁


    l

    Firnvergnügen im Kaunertal


    Der Glockturm ist eine Tour, die einen bei verhältnismäßig wenig körperlichem Aufwand (1000 Höhenmeter Aufstieg) mit einer fantastischen Aussicht und schönen Abfahrten belohnt, sofern die Verhältnisse passen, was heute der Fall war. Die 25-Euro-Mautkröte muss man eben schlucken. Ich bin über das Riffltal zum Gipfel, dann etwa die Hälfte der Strecke wieder abgefahren (die lohnenden Hänge halt), nochmal aufgestiegen und über das Krummgampental hinunter. Meine Annahme, dass die Abfahrt übers Gampental (11:30) etwas später auffirnt als die über's Riffltal (10 Uhr) erwies sich dabei als richtig. Den Gipfel kann man mit Ski erreichen, ich bin die letzten Meter aber hochgestapft, weil es schneller geht und einfacher ist.

    Erstaunlich fand ich, dass fast alle über die von gestern her recht zerhackte Standardabfahrt runter sind, obwohl es im oberen Teil viele schöne Varianten gibt. Im Gampemtal war es fein einsam.

    Weder Harscheisen noch Pickel oder Steigeisen waren heute nötig.


    Bilder:

    1: Der Glockturm

    2: Blick zurück während des Aufstiegs

    3: Nur ein kleiner Ausschnitt des gigantischen Gipfelpanoramas; Wildspitze und Co.

    4: Da hat jemand sich ein tolles Foto gegönnt (Stapfspuren im Vordergrund). Gepatschferner

    5: So mag ich das...

    6: Blick ins Krummgampental


    Ein Traumtag im Sellrain

    Nachdem in den letzten Wochen fast kein Tag mit wirklich hochtourentauglichem Wetter dabei war, ergab sich heute bei strahlendem Sonnenschein endlich die Gelegenheit.

    Durch den flachen Talboden und über die erste Geländekante habe ich getragen (etwa 35 Minuten); danach ging es durchgehend mit den Skiern an den Füßen. Bis etwa auf Höhe des Westfalenhauses geht es meist über alten und neuen Lawinenschnee, was aber weder im Aufstieg noch in der Abfahrt ein Problem ist. Ansonsten sind die Bedingungen absolut hervorragend! Oben schwerer, aber schön zu fahrender Pulver, der nahtlos in perfekten Firn überging - sicher der beste Firn den ich heuer hatte. Ich muss aber zugeben, dass ich eigentlich viel zu spät dran war (Start um kurz vor 9, Abfahrt um 13 Uhr) und nur die glückliche Fügung eines starken, kühlen Windes im Längental mir die perfekten Bedingungen verschafft hat, da sich so das Auffirnen verzögerte.


    Lawinenlage: Wie schon angesprochen sind die Spuren alter und neuerer Lawinen am Wegesrand deutlich zu sehen. Der Weißenkogel ist bei umsichtiger Spuranlage aber normalerweise recht sicher. Auf die Aufstiegsspur Richtung Lüsener Ferner ist im Tagesverlauf eine mittelgroße Nassschneelawine abgegangen (genau bei der "Schlüsselstelle" - siehe Foto hierzu).


    Prognose: Geht sicher noch länger gut; oberhalb von 2500m liegt sehr viel Schnee und auch die Tragestrecke wird sich in den nächsten Tagen nicht erhöhen, weil sich der harte Lawinenschnee noch ein bisserl halten wird.


    Sonstiges: Alle Touren im Gebiet gehen super: Seeblaskogel, Lüsenener Spitze und Fernerkogel, Brunnenkogel etc. wurden heute ebenfalls begangen - ich hab am PP noch viel mit anderen Gehern geratscht...

    Es war sehr wenig los; keine 15 Autos am PP.


    Bilder:

    1-3 : Das Längental heißt nicht ohne Grund so und den Gipfel...

    4: sieht man erst sehr spät (der unscheinbare Muggel links der Bildmitte).

    5: Diese schwarze Mauer find ich immer wieder beeindruckend.

    6: Do herom is no lang Winter! Das Bild zeigt hauptsächlich den Tourenbereich der Amberger Hütte; links der Schrankogel.

    7/8: Eigentlich schon fast unverschämt: First Line bei Abfahrt um 1...

    9: Die Nassschneelawinen im Aufstieg Richtung Lüsener Ferner.


    Es muss vor etwa 20 Jahren gewesen sein: Wir waren mit dem Bus auf Klassenfahrt nach Italien (wohin genau weiß ich gar nicht mehr). Der sehr um unsere Bildung bemühte Lehrer hatte sich das Mikrofon geschnappt und wies uns meist desinteressierte Schüler auf all die Sehenswürdigkeiten hin, an denen wir mir etwa 100 kmh vorbeibrausten. Auch die Schlafende Hexe zeigte er uns - und ich meine, sie damals wirklich auch erkannt zu haben. Schon interessant, wie sich manche Erinnerungen an eigentlich völlig nebensächliche Dinge ins Gedächtnis einbrennen, während andere - die man damals vielleicht für wichtig hielt - ganz verschwinden.

    Heute "besuchte" ich sie dann zum ersten Mal bei der Überschreitung des Lattengebirges von Bad Reichenhall nach Hallthurm. Von der Talstation der Predigtstuhlbahn bin ich zunächst über die Saalach-Brücke zum Saalachsee (Stausee), wo der eigentliche Aufstieg beginnt. Man kann auch gleich dort starten, aber wenn man wie ich mit dem Bus zurück will, ist die Bahn der sinnigere Ausgangspunkt. Nun geht es über den Waxriessteig zur Unteren Schlegelalm und von dort über den Moosensteig zum Predigtstuhl (alternativ auch über die Schlegelmulde). Hierzu gleich mal eine Anmerkung: Auf dem Wegweiser zum Waxriessteig steht "nur für Geübte". Naja... Der Steig ist zwar teilweise ein bisserl steil und an ganz wenigen Stellen auch ausgesetzt, aber wirklich nicht schwierig (maximal T3) - vielleicht nichts für Pubsi und Schubsi, die noch nie in den Bergen waren, aber jeder halbwegs versierte Wanderer wird da keine Probleme haben. Vom Predigtstuhl bin ich über Hochschlegel und Karkopf zum Dreisesselberg. Hier liegt noch Schnee, der sich aber problemlos begehen lässt (guter Trittfirn). Abstieg dann über die wirklich sehenswerte Steinerne Agnes und den Rotofen-Sattel nach Hallthurm, von wo ich mit dem Bus zurück nach Reichenhall gefahren bin. Bis auf die angesprochenen Schnee-Passagen sind die Steige überwiegend trocken - nur um den Rotofensattel ist es manchmal ein bisserl batzig.


    Sonstiges: Der Weg von Bayrisch Gmain zum Dreisesselberg soll nach Aussage einer anderen Wanderin noch sehr sulzig und rutschig sein.

    Blaueiskar/Hochkalter schaut von der Schneelage her sehr verführerisch aus. Abfahrt geht sicher mindestens bis zur Blaueishütte. Schneequalität aber großes Fragezeichen: Für mich sah es aus der Ferne so aus, als ob da im Kar ziemlich viele Lockerschneerutsche waren - aber völlig ohne Gewähr, da ich zu weit weg war und kein Fernglas hatte. Die Fotos sind da auch nicht so eindeutig. Wenn ich ehrlich bin, würde ich mir den Hatscher bis zur Blaueishütte aber eh nicht antun, sondern hoffe auf gutes Wetter am Wochenende, um es Martin gleichzutun und in Tirol noch ein paar schöne Skitouren zu machen. Wäre das Wetter letztes Wochenende besser gewesen, dann wäre ich auch nicht am Achensee gewandert, sondern hätte mich schon auch höheren Zielen zugewendet...


    Bilder:


    1: Blick vom Waxriessteig Richtung Reichenhall und Hochstaufen/Zwiesel

    2: Die weiteren Gipfelziele vom Predigtstuhl

    3. Die Berchtesgadener sind noch tief ins Winterkleid gehüllt.

    4: Winterlich schauts auch noch rund um den Karkopf aus.

    5: Der Kalter macht vom Lattengebirge aus einfach mehr her als der Watzei, oder?

    6. Au dem Weg zur Agnes.

    7. Bei ihr.

    8: Zoom zum Blaueis


    Heute hab ich mit dem Klobenjoch eine meiner Lieblingstouren am Achensee gemacht. Vom PP geht es zunächst auf einer normalen Straße zum Kinderhotel Buchau, wo der Steig zur Dalfazer Alm beginnt. Oberhalb der Alm folgt man nicht den Beschilderungen, sondern einem unmarkierten Steiglein nach links bis zu einem Gatter. Ab hier heißt es dann "Immer der Nase nach, Katczinsky!" Der Weg zum Klobenjoch ist nämlich weder beschildert noch markiert und die Trittspur verliert sich immer wieder. Generell kann man die Jagdsitze als Orientierung nehmen, wobei man vor dem sehr auffälligen, in eine große Lerche gebauten , nach rechts in ein schönes Tal abzweigt. Bis zum Ende dieses Tales war der Aufstieg schneefrei und trocken. Die letzten 100 Höhenmeter durch Latschenfelder brachten dann aber recht tiefen Schnee.

    Bis zur Dalfazer Alm (hat geöffnet) ist die Route normalerweise stark frequentiert, aber nur wenige Wanderer "verirren" sich zum Klobenjoch.

    Im zentralen Rofan liegt noch viel Schnee, Hochiss und Co sind daher zurzeit m.E. nicht empfehlenswert, außer man stapft gerne lange durch sehr tiefen Schnee (siehe Bilder).



    Bilder:


    1: Dalfazer Alm und Karwedel

    2: Blick vom Gipfel

    3: Die ganze Szenerie wirkt doch eher spätherbstlich als frühsommerlich...

    4: Richtung Streichgatterl bzw. Steinernes Törl liegt noch viel Schnee.

    4: Kotalmjoch und Stuhlböcklkopf (links) Ich wäre ja sehr dafür, den Streichkopf (rechts) in "Durchfallspitze" umzubenennen! Dann könnten die Achenseer Touristiker gleich den "Magen-Darm-Steig" ins Leben rufen.

    5: Dalfazer Wasserfall.


    "So foul and fair a day I have not seen."


    Ist natürlich übertrieben, aber dieses MacBeth-Zitat kam mir heute in den Sinn, da der Tag wettermäßig so stark zweigeteilt war.

    Am Vormittag bin ich im dichten Schneetreiben (, welches natürlich auch so vorhergesagt war,) von Winkel im Brandberger Tal über Jocheralm und Heuberg zum Plessenberg mit seinem sehr kunstvollem Gipfelkreuz. Es war nass, es war rutschig, es war kalt - aber trotzdem schön.

    Nachdem ich anschließend zwei Stunden im Auto verdöst hatte, wurde das Wetter schnell besser und so entschloss ich mich, noch Richtung Achensee zu fahren und dem Ebner Joch einen abendlichen Besuch abzustatten. Der Schnee war inzwischen wieder vollständig geschmolzen und bis auf die rutschigen letzten 200 Höhenmeter war der Steig auch völlig abgetrocknet. Eine sonnige genussreiche Wanderung, die in starkem Kontrast zum Vormittag stand, weshalb mir wohl das Zitat in den Kopf kam. Die Astenau-Alpe hat übrigens geöffnet (normal, nicht "to Go" oder so einen Schwachsinn).


    Bilder:

    1: Winterlich geht's zu am Plessberg.

    2: Obwohl ich kein großer Freund von Gipfelkreuzen bin - dieses ist wirklich schön.

    3: Durch lichten Kiefernwald geht es...

    4: zur Astenau-Alpe

    5: Blick ins Karwendel und zum Achensee

    6: Rofan

    7: Wenn's im Schua so guad wachst, dann is ois z spad...


    Vom PP bin ich über Bründl- und Jocheralm sowie die Seewaldhütte zur Hochplatte hinauf. Mit Gewinn kürzt man dabei, teils nicht markiert, aber deutlich zu erkennen, den Großteil der Fahrwege bis zur Seewaldhütte auf schönen Waldsteigen ab. Diese Steige durch meist lichte Baumbestände machen die Tour meiner Meinung nach übrigens erst lohnend. Bis zur Hütte (1582m) sind die Wege trotz des nächtlichen Regens trocken. Oberhalb hat es allerdings wieder geschneit (siehe Bilder) und es ist auf den steilen Grashängen unter dem Gipfel sehr rutschig.

    Wanderstöcke und festes Schuhwerk sind da kein Luxus. Ich würd das gar nicht erwähnen, wenn viele Leute, die mir in den letzten Tagen begegnet sind, nicht genau darauf verzichten, stattdessen aber mit modischen braunen Stellen am Gesäß etc die Blicke auf sich ziehen. Mein Favorit diesbezüglich war eine junge Frau mit Chucks am Hirschhörndl letztens.


    Bilder:


    1: Kurz vor dem Gipfel

    2: Seewaldhütte, Rofan (links), Achensee, Seekarspitze (rechts)

    3: Schreckenspitze und Sonntagsspitze


    p

    A bisserl wos geht immer.


    Bei den zurzeit doch arg bescheidenen Wetterbedingungen muss man ja fast schon froh sein, wenn mal wenigstens ein halber annehmbarer Wandertag dabei ist. Heute sind wir mittags in der Jachenau gestartet und zunächst mit einigen kurzen Schauerintermezzos auf das frisch angezuckerte Hirschhörndl. Anschließend Abstieg zur Kotalm und von dort auf den Jochberg, wobei das Wetter sukzessiv besser wurde. Zurück sind wir über Sachenbach am Walchensee und den Waldsteig. (Es gibt hier auch zwei Alternativrouten.) Die Wege sind zwar nass und teils rutschig, aber aufgrung des steinigen Untergrunds fast nie batzig - insgesamt alles gut zu gehen.

    Die Schneefallgrenze lag in den vergangenen Tagen meist zwischen 13- und 1500 Metern, wobei der Schnee nur länger liegen bleibt, wenn er auf Altschnee fällt. Der Schnee auf dem ersten Bild war zum Beispiel ein paar Stunden später schon wieder weg.

    Bei den aktuellen Verhältnissen ist diese Tour wahrscheinlich eine der besseren, die man machen kann. Viel höher braucht man (als Wanderer) eh nicht gehen - im Karwendel (Soierngruppe, Schafreuter, Demeljoch) liegt oberhalb von etwa 1700 Metern dem Augenschein nach noch recht viel Schnee.


    Bilder:


    1: Am Hirschhörndl

    2: Schöne Farbenspiele auf dem Walchensee - im Hintergrund erkennt man die Schneegrenze im Karwendel gut.

    3: Am Jochberg

    4: Enzian kurz vor dem Gipfel

    5. Auf dem Waldweg zurück nach Jachenau-Dorf


    Rundtour über den Voldöppberg

    Bei den unsicheren Wetterverhältnissen heute ließ ich die Idee, eine Skihochtour zu gehen, schnell fahren und entschied mich für eine Wanderung auf den Voldöppberg bei Kramsach. Der etwas eigenwillige Name des Berges rührt übrigens vom Kramsacher Ortsteil Voldöpp her, der wohl wiederum auf eine altertümliche Bezeichnung der Brandenberger Ache zurückgeht.

    Auf diesem Gipfel war ich zwar schon öfter, aber die heutige Route war für mich größtenteils neu. In Stichpunkten: Tiefenbachklamm - Jausenstation Tiefenbach - Brandberg Ort - Voldöppberg - Mariatal - Waldsteig - PP. Auch wenn die Tour so wohl in keinem gängigen Führer beschrieben ist, ist die Beschilderung so ausgezeichnet, dass man sich auch ohne Karte kaum verlaufen wird.

    Die Unternehmung ist überaus abwechslungsreich: Nach der spektakulären Klamm zu Beginn geht es ein Stück über Teerstraßen, bevor schöne Waldsteige auf den Voldöppberg und wieder hinunter führen. Unten wartet dann die schmucke Kirche von Mariatal auf eine Besichtigung; mit Gewinn nutzt man den netten Waldsteig zurück zum PP statt auf der vielbefahrenen Straße zu gehen. Heute war der Abstieg vom Gipfel aufgrund des nächtlichen Regens recht rutschig, aber grundsätzlich handelt es sich um eine wirklich einfache Wanderung.


    Allgemeines zu den Tourenverhältnissen in Tirol:

    1) Wandern: Weitgehend schneefrei sind nur Gipfel unterhalb von etwa 1800 Metern, darüber (und nordseitig auch darunter) liegt teils noch recht viel Schnee. Da bis in mittlere Lagen immer wieder Neuschnee kommt, ist auch nicht mit einer tragfähigen Unterlage zu rechnen, was Touren wie den Klassiker Guffert zwar nicht unmöglich, aber doch mühselig machen wird. Mein Tipp wären die Berge rund um Brandberg und niedrige Gipfelziele rund um den Kaiser (zB Prostkogel oder Naunspitze)


    2) Skitouren: Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass Skitouren mit einem hohen Ausgangspunkt (etwa 1500m) von der Schneelage her noch eine gute Zeit funktionieren sollten; wie mir Freunde aus Tirol sagten, wird am Hoadl und in Hochfügen noch fleißig gegangen, wobei ich das nicht besonders spannend finde...

    Vent, Schlegeis (Mautstraße ab 21.05 geöffnet), Lüsens, Praxmar, Finkau haben da schon feinere Touren auf Lager!


    Bilder:


    1-4: In der Tiefenbachklamm

    5: Impressionen am Straßenrand

    6: Der Gipfel bietet bei schönem Wetter ein herrliches Panorama - heute ein bisserl eingeschränkt: Blick Richtung Inntal und Tuxer Alpen

    7: Die barock überformte, ursprünglich gotische Klosterkirche Mariatal mit ...

    8: ihrem malerischen Friedhof- sofern man Friedhöfe malerisch findet...