Beiträge von Andreas84

    Allein unterwegs in den Blaubergen.

    Gestern bin ich nach der Arbeit noch zum Tegernsee hinter gefahren und dort um 15 Uhr los. Zunächst bin ich über die Wolfsschlucht zur Blaubergalm und dann über den Kamm zur Halserspitze, wo ich im herrlichen Abendlicht eine gute Stunde gesessen bin, bevor es zur Gufferthütte hinunterging. Im schon öfter von mir gelobten vorzüglichen Winterraum hatte ich eine schöne Nacht. Alles vorhanden, was man braucht und auch noch genug Brennholz. Nur das Bier war aus, weil das zwei Kollegen laut Eintragung im Hüttenbuch vor zwei Wochen komplett weggetrunken haben. Schon eine beachtliche Zahl, die da im Buch stand...

    Heute morgen ging's dann wieder über den Blaubergkamm zurück, noch auf den Schildenstein und über die Gaisalm zum Parkplatz - natürlich mit obligatorischer Einkehr in den Fischzucht zum Mittagessen. Jetzt bin ich gerade noch beim Baden an der Weißach - gar nicht so kalt wie man meinen würde.

    Anforderungen: Insgesamt etwa 2000 Hm und 25 Km. 10-12 Stunden, wobei beide Etappen etwa gleich lang sind. Wolfsschlucht T4, der Rest T3 und leichter.

    Schnee: Das steile Stück in der Wolfsschlucht ist komplett schneefrei und am Blaubergkamm nur wenige kleine Schneefelder an harmlosen Stellen. Keine Grödel notwendig. Alles trocken - ideale Verhältnisse. Von dem Nordabstieg von der Halserspitze ist aber ohne (mindestens) Grödel und Pickel sehr abzuraten.

    Sonstiges:

    Die Gufferthütte öffnet am 14. Mai, der Winterraum wird also nicht mehr lange zur Verfügung stehen.

    Am PP gilt das (zu teure) Tagesticket wenigstens wirklich 24 Stunden. Wenn ich 16 Euro hätte zahlen müssen, hätte ich mir schon einen kostenlosen PP in der näheren Umgebung genommen.

    Zum Titel: Tatsächlich weder gestern noch heute jemanden außerhalb der Talwanderwege getroffen.


    Bilder:


    1: Am Beginn der Wolfsschlucht.

    2: Ab hier wird's steil.

    3: Am Blaubergkamm.

    4-6: Herrliche Abendstimmung. Für solche Momente nehm ich mir immer gerne ein besonderes Bier mit, dieses Mal die "Muospacher Bockfotzn".

    7: Am Schildenstein.

    8/9: Die großen Buchen am Steig zum Schildenstein faszinieren mich jedes Mal wieder.

    10: Schöne Badestelle an der Weißach.




    Ein perfekter Bergtag.

    Wenn die Herzogstandbahn schon mal zwei Wochen wegen Revision stillsteht, muss man das fast nutzen, um die herrliche Tour ohne den üblichen Massenauflauf zu genießen. Am Samstag ist es dann schon wieder vorbei mit der Beschaulichkeit...

    Route: Ich bin zunächst auf den Heimgarten hoch (Steig 445), wobei im unteren Teil ein Abstecher in die Schlucht des Dainigbach lohnend ist. Dann über den herrlichen Kamm rüber zum Herzogstand und auch noch kurz auf die beiden anderen Gipfel. Abstieg über den Steig 446.

    Die Route ist fast komplett schneefrei und die wenigen Schneefleckerl sind harmlos und gehen ohne Grödel.

    Anforderungen: 1200 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden, max. T3. Die Gehzeiten auf den Schildern sind übrigens sehr großzügig bemessen...

    Heute wie erwartet sehr wenig los, vielleicht 15-20 Leute getroffen.

    Sonstiges: Im Soiernkessel sieht es noch nach guten Skitourenbedingungen aus.

    Am Walchensee gibt es momentan eine größere Baustelle, die nur einspurig befahrbar ist. Könnte an den Wochenenden ziemlich große Staus geben, wenn man zu spät dran ist.


    Bilder:


    1: Die Schlucht.

    2: Frühlingsenzian und Walchensee.

    3: Blick von der Heimgartenhütte.

    4: Der Kamm zum Herzogstand.

    5/6: Am Kamm mit herrlichen Aus- und Tiefblicken.

    7: Am Herzogstand.

    8: Walchensee und Karwendel.

    9: Zugspitze von der Fahrenbergkapelle aus.

    10: Ein aussichtsreiches Brotzeit-Platzerl.



    Blumenmeer am Heuberg.

    Heute hab ich in der Früh noch ein bisserl arbeiten müssen und bin mittags zu der schönen 3-Gipfel-Runde aufgebrochen. Zuerst ging es auf unmarkiertem Steig zur Kindlwand. Das letzte Stück ist T4 mit einer kleinen Kletterstelle. Weiter zum Heuberg (T2/3) und schnell noch hoch zur Wasserwand. Der steile Gipfelanstieg ist versichert (A/B), wird aber in der Regel ohne Klettersteig-Set gemacht. Der Abstieg zur Daffnerwaldalm ist nur im Wald ein bisserl batzig und sonst komplett trocken. Zurück dann über den schönen Bach und Duftbräu.

    Die Krokusblüte ist gerade noch in ihrer letzten Phase, dafür blühen jetzt aber auch schon viele andere Blumen wie der Frühlingsenzian.

    Anforderungen: 700 Hm, 8 Km, 2-3 Stunden. Komplett schneefrei.


    Bilder:


    1: Bei dieser Wiese zweigt rechts der Steig ab, den ich immer zur Kindlwand nehme.

    2: Kurz vor dem

    3: Gipfel.

    4: Am Weg zum

    5: Heuberg.

    6/7: Die letzten Krokusse.

    8: Frühlingsenzian.

    9: Der Bach.

    10: Schweibern - idyllisch.




    Waalwege, Burgen und einfach schönster Frühling in Meran.

    Daniela und ich sind gestern Nacht noch Richtung Meran gefahren und haben da an einem schönen Platz im Auto übernachtet. Natürlich nicht an dem oben genannten Ausgangspunkt unserer Tour. Da wär's aktuell wohl sogar erlaubt, aber Großparkplatz am Bahnhof von Meran ist eher minder romantisch...

    Die Tour im schon in voller Frühlingskraft stehenden Meraner Hügelland war einfach herrlich.

    Route: Wer Meran und Umgebung kennt, weiß, dass es da unzählige Wege und Varianten gibt. Daher werde ich hier nur die markanten Wegmarken nennen: Meran - Tappeiner Weg - Algunder Waal - Schloss Tirol - Farmerkreuz - Tiroler Kreuz - Longfallhof - (oberer) Kuenser Waal - Traktormuseum - Spronser Bach - Passerweg - Meran.

    Besonders schön sind der botanisch abwechslungsreiche Tappeiner Weg sowie der fast 700 Jahre alte Kuenser Waal, der im Gegensatz zu anderen Waalwegen in der Gegend (zum Beispiel Marlinger Waal) sehr "naturbelassen" ist.

    Momentan stehen die Apfelbäume (,wenn man dieses doch arg auf "DIN-Norm" getrimmte Gewächs einen Baum nennen will,) in voller Blüte, ebenso die Kirschen. Wunderschön anzuschauen! Man kommt bei der Tour übrigens auch bei den eindrucksvollen Erdpyramiden vorbei.

    Anforderungen: 900 Hm, um 20 Km, 6-7 Stunden. T1-2.

    Sonstiges: Die Berge der Texelgruppe sind südseitig bis 2500 Meter schneefrei.


    Bilder:



    1: Das blumenreiche Meran.

    2: Kurhaus und Blick zur Zielspitze (über 3000 Meter)

    3: Tappeiner Weg.

    4: Hängebrücke am Beginn/Ende des Algunder Waal.

    5: Algunder Waal: Mit Platten eingefasst bzw. betoniert. Ein Gegensatz zum viel schönerem Kuenser Waal.

    6: Schloss Tirol.

    7: Erdpyramiden.

    8: Kuenser Waal.

    9: Apfelblüte und Blick in die Texelgruppe - Spronser Tal.

    10: Wieder in Meran.



    Ein Krokusmeer mit Dolomitenblick.

    Wir sind über's Wochenende nach Südtirol gefahren und haben uns am Samstag mit Bekannten in Brixen getroffen. Da bot es sich an, mal in den Sarntalern vorbeizuschauen, wo ich bisher noch nie war. Ich hatte dafür die südseitige und daher komplett schneefreie Route vom Garner Wetterkreuz zur Radlseehütte ausgesucht. Hoch sind wir über den Steig Nummer 10, runter auf dem gleichen Weg, aber mit einer kleinen Variante über die Brugger Schupfe. Die Tour ist sehr einfach, landschaftlich aber wirklich schön mit einem tollen Blick auf die Dolomiten. Momentan ist gerade die Krokusblüte und ich übertreibe sicher nicht, wenn ich sage, dass hier momentan Milliarden der kleinen Kunstwerke zu sehen sind. Freilich würde es sich bei dieser Tour anbieten, noch die Königsangerspitze zu besteigen, aber das ist sich bei uns zeitlich nicht mehr ausgegangen, weil wir am Nachmittag ja mit unseren Bekannten verabredet waren. Nebenbei: Wir waren mit denen im Löwenhof in Vahrn - sehr zu empfehlen: hervorragende Pizza!

    Anforderungen: 900 Hm, 11 Km, T2, gute 4 Stunden.

    Sonstiges: Aus der Ferne betrachtet in den Dolomiten geringe Schneelage. Einer unserer Bekannten war in den letzten Tagen mit Skiern auf dem Plattkofel. Ging gut, aber ohne Schneenachschub seiner Aussage nach nur noch maximal eine Woche lohnend/sinnvoll.

    Die Radlseehütte hat einen für italienische Verhältnisse sehr gemütlichen, gut ausgestatteten Winterraum (mit Ofen), wobei ich meine, dass das Brennholz schon ausgegangen ist - hab aber auch nicht länger danach gesucht.


    Bilder:


    1/2: Krokusse und Dolomiten.

    3: Ob das auch welche sind, entzieht sich leider meiner botanischen Kenntnis.

    4-6: Das freie, nur mit lichtem Zirbenwald bestandene Gelände weiter oben ist einfach wunderschön.

    7: Der Radlsee.

    8: Die letzten Meter zur Hütte.

    9/10: Genusswandern reinsten Wassers.




    Ein bisserl mehr Adrenalin als gewünscht

    hatte ich heute bei der Umgehung der Unteren Zwing. Genau an der allerblödesten Stelle hat sich nämlich ein Harscheisen gelöst. Wie ich später sah, lag das daran, dass sich die Halterung an der Bindung gelockert hatte, sodass das Eisen rausflutschen konnte. Ich hab es noch erwischt, aber die Stelle war ziemlich blöd, um den Ski abzuschnallen ohne dass dieser sich verabschiedet. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an den Herrn, der mir in der misslichen Lage geholfen hat!

    Die Umgehung der Zwing war hart, aber mit den Eisen machbar. Die Zwing selbst ist extrem hart - alle, die ich da beim Hochgehen gesehen habe, haben die Ski abgeschnallt. Auch bei der Abfahrt um 13 Uhr noch bockhart, aber mit Abrutschen unproblematisch zu meistern.

    Der restliche Anstieg ging gut ohne Harscheisen, auch die Obere Zwing.

    Ich bin zunächst zur Weitkarspitze (der Anstieg ist ja bis 2650m identisch mit dem zum Zwieselbacher), weil dort erstens der Südosthang gar so schön herüber lächelte und ich zweitens davon ausging, dass die eine Stunde Mehraufwand (300Hm) mir für die Abfahrt vom Zwieselbacher bessere (=weichere) Verhältnisse bescheren würde, was dann auch so war. Um 11.15 Abfahrt bei Idealfirn.

    Nun ging es weiter zum Zwieselbacher, auf dessen Hauptgipfel ich aber verzichtet habe, weil der Gipfelhang gar nicht einladend aussah. Eine augenscheinlich sehr harte Wechte hätte man da runterkanuppeln müssen. Ich hätte freilich auch einfach zu Fuß raufgehen können, aber ich war ja erst vor kurzem oben. Stattdessen bin ich auf den Gupf oberhalb des kleinen Gletschers, den ich jetzt einfach mal Östlicher Zwieselbacher Rosskogel nenne.

    Die Abfahrt um 12.45 war sehr fein: Gut fahrbarer Windpulver bis etwa 2500 Meter und danach Firn, wenn man sich die sonnigeren Hangabschnitte aussuchte. Unterhalb der Unteren Zwing war es dann schon fast am Durchsumpfen, ging aber noch.

    Grundsätzlich ist die Schneelage im Sellrain unterhalb von 2100 Metern nicht mehr besonders üppig - Nachschub in der nächsten Woche wäre schon fein.

    Lawinengefahr: Heute keine bei rechtzeitiger Abfahrt. Ein paar Tage früher hätte man hier sicher noch bessere Verhältnisse mit mehr Pulver haben können. Darauf habe ich aber bewusst verzichtet, weil ich warten wollte bis sich die die Route flankierenden Hänge entladen haben, was mittlerweile ziemlich eindrucksvoll geschehen ist - siehe Bilder.


    Bilder:


    1: Alte und neue Lawinen vor der Unteren Zwing. Die riesige rechte war schon bei meiner letzten Tour da.

    2: Ich hatte im letzten Bericht zum Zwieselbacher ja schon geschrieben, dass die steile Abfahrtsvariante vom Krapesssee lawinös sein könnte...

    3: Diese Lawine hat den Hang unterhalb der Oberen Zwing komplett überspült.

    4: Obere Zwing.

    5: Da lächelt sie lockend, die Weitkarspitze.

    6: Idealer Firn.

    7: Gipfelhang Zwieselbacher mit der angesprochenen Wechte/Schneelippe.

    8: Großartiges Panorama.

    9/10: Schöner Pulver im oberen Bereich der Abfahrt.




    Heute bin ich wieder nach Lüsens gefahren und dieses Mal auf den Längentaler gestiegen. Ich hatte mir grundsätzlich noch offen gelassen, alternativ den Seeblaskogel zu machen, aber da war recht viel los und die Abfahrt war auch schon ordentlich verspurt, sodass ich hier nicht mit idealem Firn gerechnet habe. Der Seeblaskogel hat eh meiner Erfahrung nach oft schlechtere Schneebedingungen als man meinen würde und der Längentaler ist fast immer besser.

    Ich bin auf der üblichen Route aufgestiegen. Das enge Steilstück nach dem Fernerboden/der Loipe hat sehr wenig Schnee und im Aufstieg braucht's Harscheisen. Die Abfahrt ging hier im seifigen Sulz am frühen Nachmittag aber gut. Skidepot 15 Meter unter dem Gipfel.

    Abgefahren bin ich um 12. Auf dem Gletscher schön zu fahrender Windpulver, dann abwechselnd firnig und hart. Ab dem Flachstück unter dem Westfalenhaus sulzig ohne Durchbrechen. Viel später als 12 sollten man nicht abfahren, jedenfalls nicht, wenn man ins Tal möchte, weil das Flachstück sonst ein rechtes Gemurkse wird.

    Lawinengefahr: Ganz gering, auch keine Bedrohung aus den Flanken.

    Anmerkung: Der Längentaler heißt nicht umsonst so, denn es zieht sich. Für die 1700 Hm darf man 4-5 Stunden veranschlagen. Mir gefällt die Tour landschaftlich sehr gut und ich mag auch die bei passendem Schnee gemütliche Abfahrt. Der Gletscher ist völlig harmlos, es braucht keine Ausrüstung.


    Bilder:


    1: Das schneearme Wegstück.

    2-5: Die herrliche Landschaft des Längentals.

    6: Windgepresster Pulver am Gletscher.

    7: Firn weiter unten.

    8/9: Eishöhle am unteren Ende des Gletschers.

    10: Lawine in der Nordostflanke des Lüsener Fernerkogels.


    Do is er ja, der Idealfirn.

    Vor genau einem Monat hatte ich in Navis zwei großartige Firntage und so bin ich heute mit ähnlichen Erwartungen wieder hingefahren und wurde nicht enttäuscht. Am Anfang müssen die Ski 15 Minuten getragen werden, aber dann geht es hoch und runter ohne Abschnaller (trotz kurzer aperer Stellen. Ich bin auf der üblichen Route zum Pfoner Kreuzjöchl. Auch der landschaftlich sehr schöne Aufstieg durch den Wald zum Plateau hoch war heute noch im Anstieg machbar. Hier liegen aber nur 10-15 cm Schnee - gut möglich also, dass man ab morgen oder Donnerstag hier besser auf der Forststraße bleibt.
    Im Wald begann es schon sehr früh (8 Uhr) aufzufirnen und so war ich sehr froh, dass über der Waldgrenze ein kühles Lüftchen wehte, das den Schnee gut konservierte und zudem für angenehme Temperaturen sorgte.

    Um 9.45 bin ich vom Gipfel abgefahren (oben den steilen Südosthang) und hatte durchgehend bis zur Waldgrenze idealen Firn. Ich hab natürlich dann die Felle wieder angelegt und bin nochmal hoch, dieses Mal aber nicht zum Kreuzjöchl, sondern zum höchsten Punkt im Kamm zwischen dieser und der Seeblesspitze, da mir hier ein sehr schöner Südhang entgegenlächelte. Die zweite Abfahrt um 11.15 führte mich auf die Seeblesroute, die als Talabfahrt insgesamt deutlich lohnender ist als der schneearme untere Teil meines Anstiegswegs. Ich habe mich dabei an den Spuren von zwei Kollegen orientiert, die eine halbe Stunde früher da runter sind und die außer mir heute die einzigen im Gebiet waren. Oben wiederum schöner Firn, nach unten zu immer sulziger werdend, aber kein Durchbrechen. Tolle Abfahrt!

    Lawinengefahr: Pfoner Kreuzjöchl Normalroute grundsätzlich sehr gering. Bei der Seeblesabfahrt etwas höher - heute galt es vor allem die Einzugsbereiche der steilen Südwesthänge zu meiden, da diese noch nicht entladen sind. Interessante Beobachtung: In den ganzen Südhängen im Gebiet gab es gestern und heute zahlreiche kleine Lockerschneerutsche, ohne dass dabei aber größere Schneebretter ausgelöst worden wären wie in den letzten Tagen massenhaft im Sellrain. Auf der Naviser Schattenseite gegenüber genau das Gleiche: Heute dutzende Schneebretter, die durch Lockerschnee initiiert wurden.

    Sonstiges: Die Route Richtung Grünbergspitze/Grafmart schaut im Mittelteil nach der Forststraße recht schneearm aus und wurde wohl deswegen in den letzten Tagen nicht gemacht.

    Prognose: Bleibt Mittwoch/Donnerstag ähnlich und wenn es ab Freitag kälter wird, geht das auch noch länger. Über der Waldgrenze noch sehr gute Schneelage.


    Bilder:


    1: Der Waldaufstieg geht nicht mehr lange.

    2/3: Gletschergefühl ohne Gletscher.

    4: Gewaltiges Panorama.

    5: Der steile Gipfelhang - ein Traum!

    6: Zischzisch.

    7: Der zweite "Gipfel" mit Olpererblick.

    8/9: Tolle Abfahrt mit Firn und Sulz.

    10: Blick in die steilen Naviser Nordhänge: Viele Lawinen.


    Lawinenzählen im Schöntal.

    Heute war ich im Sellrain unterwegs und schon bei der Anfahrt dachte ich mir angesichts des über Nacht bewölkten Himmels, dass der 3er, den der LLB Tirol für's Unterland und das Karwendel schon ab dem Morgen wegen Nassschnee ausgegeben hatte, auch im Sellrain gültig sein müsste - jedenfalls ging ich davon aus. Der Schnee war dann unterhalb von 2400 Metern auch nur marginal oder gar nicht gefroren, darüber hatte es 1-3cm Neuschnee gegeben und die Schneedecke war eine Zeit lang tragend.

    Ich bin auf dem üblichen, markierten Anstieg durch den Wald hoch, wobei ich auch einen Blick in die steile Schneise geworfen habe, durch die eine oft genutzte Abfahrtsvariante führt. Diese hatte ich für mich aber wegen Lawinengefahr für heute kategorisch ausgeschlossen. An der Karschwelle zeigte sich, dass die Hauptroute großflächig von Lawinen überspült war, was die meisten Kollegen aber nicht daran hinderte, hier trotzdem aufzusteigen, obwohl die Hänge bei weitem noch nicht entladen sind und später da auch noch einiges runterkam. Ich bin lieber auf dem sicheren Moränenrücken aufgestiegen und auch wieder abgefahren. Auf den wie meistens stark abgelasenen Gipfel habe ich, auch wegen stürmischem Wind, oben verzichtet und bin um 9.45 bis etwa 2400 Meter abgefahren und noch mal hoch. Mit Blick für die Feinexposition gab es hier so etwas wie Firn, ohne Blick Bruchharsch... Weiter unten dann um 11 Uhr schön fahrbarer Sulz.

    Als ich gerade im Wald gefahren bin, gab es plötzlich einen gewaltigen Knall - eine riesige Lawine war durch die steile Schneise geschossen und weiter unten sah ich dann das ganze Ausmaß, denn der Großteil des Nordosthangs war im Stück abgegangen. Da ich nicht sehen konnte, ob jemand die Variante gefahren ist (Spuren von gestern hatte ich schon beim Aufstieg gesehen), habe ich den Notruf gewählt und der Helikopter hat dann die Lawine abgesucht, aber kein Signal orten können.

    Auf jeden Fall möchte ich Jonas Aussage von gestern unterstreichen, dass momentan bei der Tourenplanung die Einzugsgebiete von Lawinen unbedingt zu berücksichtigen sind. Die Gefahr geht gegenwärtig mehr davon aus als selbst ein Schneebrett auszulösen.


    Bilder:


    1: Landschaftlich eine Traumtour.

    2: Gipfelhang abgeblasen.

    3-5: Firn und Sulz.

    6: Auf der Moräne kann man den gefährdeten Bereich umgehen.

    7: Beeindruckende Bruchfortpflanzung über die ganzen Felsrippen. Initial für das Schneebrett war wohl ein Lockerschneerutsch auf der rechten Seite.

    8/9: Die große Lawine von heute.

    10: Anriss der Lawine.



    Gestern hat es über dem Inntal gegen 18 Uhr komplett aufgerissen und die ganze Nacht war klar. Daher habe ich auf eine ausreichende Abstrahlung gehofft und auf Firn am Kotalmjoch spekuliert, wobei ich mir aber nicht ganz sicher war, ob der Schnee dafür schon ausreichend gesetzt und kompakt genug ist. Letztlich war es genau dazwischen: Guter, aber kein idealer Firn, sehr schön zu fahren.

    Route: Üblicher Anstieg über Labschlaggraben - Kotalm-Niederleger - Mittelleger. Hoch und runter komplett mit Skiern machbar.

    Etwas gewundert habe ich mich, dass der Schnee auf der Forststraße bis zum Kotalm-Mittelleger nicht gefroren war, obwohl es um 7 Uhr morgens am Achensee 0 Grad hatte. In der Abfahrt ging das aber mit ein bisserl Schieben trotzdem ganz ordentlich, weil der Schnee nicht pappig, sondern eher seifig war.

    Ab dem Mittelleger dann ausreichend harter Schnee, der aber ohne Harscheisen ging. Schöne Spur vorhanden.

    Zwischen 9.45 und 12 Uhr bin ich den Gipfelhang vier Mal gefahren, wobei die Bedingungen bei Nutzung der Feinexposition jedes Mal gut waren - nur die letzte Abfahrt war schon auf der sulzigen Seite, aber ohne Durchbrechen. Grundsätzlich war zwischen Auffirnen und Sulz immer nur ein sehr kleines Zeitfenster vorhanden - da hab ich's gut erraten.

    Interessanterweise war ich heute ganz allein am Weg, erst bei meiner letzten Abfahrt kam ein Kollege hochgestiegen.

    Lawinengefahr: Keine auf meiner Route. Richtung Steinernes Törl bin ich aber anders als letztes Mal (siehe Bericht dazu) bewusst nicht gegangen. Dort und aus der Nordwestflanke der Dalfazer Wände waren ab 10.30 viele Lockerschneerutsche zu beobachten.

    Prognose: Ob es morgen Sinn macht, ist fraglich, da die Nacht am Achensee bewölkt sein könnte. Ab Dienstag aber wohl einige Tage lohnend, wobei auf der Forststraße dann sicher apere Stellen auftauchen werden.


    Bilder:


    1: Ab Kotalm-Mittelleger tragende Schneedecke.

    2-5: Landschaftlich ist die Tour einfach ein Traum.

    6-9: Das macht Spaß!

    10: Ich sitze jetzt gerade am See. Ich weiß nicht, ob man's auf dem Bild sieht, aber da ist tatsächlich schon einer Schwimmen gegangen.



    Da ich heute wie öfters am Freitag meine Freundin in der Früh nach Kramsach gefahren habe, bot sich eine Tour im Alpbachtal an. Die Wahl fiel wegen der westseitigen Ausrichtung auf den Kleinen Beil - traumhafte Verhältnisse!

    Der Aufstieg erfolgte über die übliche Route. Beim ersten Mal bin ich nur bis zum Beginn des Flachstücks (bis hier war auch von gestern eine Spur vorhanden) oberhalb der Stadelkehralm, weil ich nicht riskieren wollte, dass mir der herrliche Pulver unter dem Ski auf einmal pappig wird, nur weil ich Zeit mit dem Gipfel verplempere. Abfahrt um halb 11 in bestem Schnee bis zur Fortstraße runter. Beim zweiten Mal bin ich aber schon bis zum Gipfel, wohin mittlerweile eine 5er-Gruppe hochgestiegen war, die ich oben traf. Danke an Gerhard für die ideale Aufstiegsspur! Bei der Abfahrt um kurz nach 12 war der Schnee schon an der Grenze, aber immer noch super, sofern man darauf achtete, die schattigeren Hangteile zu befahren. Ich bin dann nochmal bis zum Flachstück hoch - um kurz nach 1 ging's zwar noch, aber der Pulver war nun schon deutlich schwerer.

    Lawinengefahr: Auf der Route gering, aber die steileren Sachen im Luegergraben (Galtenberg Ost, Großer Beil, Lämpersberg Südwest) wurden heute sämtlich nicht gemacht, was ich sehr sinnvoll finde, denn nach meinem Empfinden hat der Tiroler LLB mit dem heutigen 1-2 schon ein bisserl großzügig bewertet. Zumal es in der Nacht 5cm Neuschnee ohne Wind gab, was älteren Triebschnee verdecken könnte.

    Prognose: Alles, was nicht stramm Nord ist, dürfte in den Kitzbühelern jetzt pulvermäßig durch sein. Morgen soll es zudem evtl bis 1800 ein bisserl regnen. Ich würde vermuten, dass sich ab Sonntag gute Firnverhältnisse einstellen dürften. Die Schneelage auf den Zustiegen ist dafür für ein paar Tage ausreichend.


    Bilder:


    1: Aufstiegsspur mit Lämpersberg und

    2: Galtenberg.

    3: Noch keine Spur zum Gipfel.

    4/5: Ein Rausch.

    6: Ah - jetzt gibt's eine feine Spur zum Gipfel.

    7-9: Weiterhin errlicher Pulver.

    10: Bei der letzten Abfahrt dann schon deutlich schwerer.



    Gmiatlich, aber schee.

    Eigentlich hatte ich heute eine Runde im Gebiet zwischen Wendelstein und Wildalpjoch geplant, aber bei der Anfahrt zum Sudelfeld hoch zeigte sich, dass es über Nacht deutlich mehr geschneit hatte als erwartet, nämlich nochmal 20-30cm. Somit hielt ich die Lawinenprognose für das Wendelsteingebiet für obsolet und ging statt einem 2er oberhalb 1500m von einem 3er aus, womit die Tour für mich uninteressant wurde, denn ich wollte den südseitigen Zustieg eigentlich für die steilen Abfahrten auf der Nordseite nutzen. Spannenderweise hatte Markus Stadler heute die gleiche Idee und sie haben wegen Setzunggeräuschen auf die nordseitige Abfahrt verzichtet (siehe Bericht auf Markus Hompage).

    Also bin ich zur Grafenherberge und von dort durchs Sudelfeldgebiet gestromert. Den Skitourenaufstieg zum Sudelfeldkopf durfte ich selbst spuren und hatte dafür die erste Abfahrt zur Rosengasse - mega! Auch am Vogelsang super Pulver. Ab 11 wurde der Schnee unterhalb von 1300 Metern auch schattseitig schon schwer, wohl allein aufgrund ganz sachter Plusgrade und der hohen Luftfeuchtigkeit durch den Nebel/die Wolken.

    Daher wird es morgen vielleicht gar nicht mehr so einfach sein, in den Bayrischen Voralpen oder dem Chiemgau noch perfekten Pulver zu finden. Stramm Nord bis Nordost heißt wohl die Devise.


    Bilder:


    1: Tourengeheraufstieg zum Sudelfeldkopf.

    2/3: Abfahrt Rosengasse.

    4: Ein kurzer Moment Sonne zeigt gleich Wirkung:

    5: Oben noch perfekt, hat der Schnee unten schon einen Stich.

    6-8: Tolle Bedingungen am Vogelsang.


    Der übliche Pulverwahnsinn am Predigtstuhl.

    Die Vorhersage für heute war: Starker Schneefall, schlechte Sicht also eigentlich Sauwetter - da freu ich mich aber schon die ganzen letzten Tage drauf, weil das meistens heißt, dass meine Lieblingstour Prachtverhältnisse haben wird.

    Gestartet bin ich dieses Mal nicht an der Lederstube in Frasdorf, weil es dort fast keinen Schnee hat. Gut 100 Meter höher, in Soilach (800m), lagen aber genau die 10cm, die man braucht, um hoch und runter komplett mit Skiern zu kommen. Der Anstieg von Soilach ist insgesamt etwa 15 Minuten kürzer als jener von der Lederstube, hat aber den Nachteil einer sehr flachen Forststraße am Anfang und eines Mini-Gegenanstiegs in der Abfahrt. Egal.

    Route: Soilach - Eiskeller - Abereck - Heuraffelkopf - Abfahrt zu den Abergalmen - Predigtstuhl. Retour wieder zum Abereck hoch und am Anstiegsweg ins Tal.

    Wie schon oft geschrieben, wäre das allein aber schon a bisserl fad, denn am Predigtstuhl gibt es so viele schöne Varianten sowohl in den Aberg-Kessel nach Norden als auch die Nikolaiabfahrten (Waldschneisen) nach Westen. Ich war dann heute tatsächlich 10 Mal auf dem Predigtstuhl und bin fünf Mal Nikolai und fünf Mal in den Kessel abgefahren. Bei dem Schnee heute einfach ein Rausch, da man bei den 30-40cm Neuschnee einfach alles Vollgas fahren konnte. Dank der vielen Bäume auch in dichtem Nebel ausreichend Sicht.

    Nicht verschweigen möchte ich, dass ich heute von der Spurarbeit eines Kollegen profitiert habe, der deutlich früher als ich gestartet ist. Danke nochmal dafür! Der kam in den gleichen Rausch wie ich und war - glaub ich - sogar elf Mal oben.

    Lawinengefahr: Auf der Route keine, da bester Champagner-Pulver.

    Anforderungen: Ich wiederhole mich, aber trotz der formal geringen technischen Anforderungen keine Jedermann-Tour: Der Zustieg ins lohnende Gebiet dauert mindestens zwei Stunden und die Talabfahrt führt durch sehr engen Wald, wo souveräne Skibeherrschung essentiell ist. Ich sag ja immer: Etwa 2000 Hm sollte man schon in den Beinen haben, damit einem der Predigtstuhl wirklich zum Fest wird.

    Prognose: Bleibt morgen gut, Donnerstag evtl noch, außer es scheint morgen schon länger die Sonne. Danach ist der Pulver voraussichtlich platt.


    Bilder:


    1-3: Wenn's Katzn und Hund schneibt - dann muasst am Predigtstuhl sein.

    4-10: Ein Pulverfest...


    "Das hat aber einen Anhauch!"

    Das sind die Gedanken von Hans Castorp in Thomas Manns "Zauberberg", als er sich in Davos in einem Schneesturm verläuft. Verlaufen habe ich mich heute am Spitzing freilich nicht, aber als es plötzlich gegen halb 10 in Anstieg zum Tanzeck aus dem Nichts heftig zu stürmen anfing, kam mir spontan dieser Satz in den Kopf. Der vor allem in Kamm- und Gipfelnähe schwere Sturm hat mich dann auch zu ein paar Planänderungen veranlasst. So habe ich darauf verzichtet, den schönen Südwesthang des Tanzecks abzufahren, sondern mich gleich auf die windgeschützte Ostseite Richtung Krottentaler Alm geflüchtet. Grundsätzlich pulvrig, aber im oberen Teil boanig wegen der gefrorenen Spuren von Samstag. Nach dem Aufstieg zum Taubenstein bin ich wegen des Sturms - die Sicht war aber gut, denn zu schneien hat es erst später angefangen - nicht gleich am Kamm zum Lempersberg, sondern bis ein Stück unter die Obere Maxlrainer Alm abgefahren. Hier windgepresster Pulver. Über die Wallenburger Alm ging's dann bis weit oben windgeschützt zum "Gipfel". Bei der Abfahrt im Bereich des Aufstiegs habe ich mich im Wald gehalten, wo es im Gegensatz zur Standardabfahrt noch besten Pulver gab. Ich bin letztlich bis zur Unteren Maxlrainer Alm abgefahren und dann das kurze Stück über den "Polizeipalast" zum Lochgraben hoch. Wenn man auf dieser Route unterwegs ist, kann man die Felle gleich dran lassen und muss den Graben nicht schieben. Um halb 1 begann es stark zu schneien und so hatte ich auf der Buckelpiste frischen Pulver.

    Fein war's! Trotz Sturm - da setz ich mir halt den Helm zur Not schon im Aufstieg auf.

    Lawinengefahr: Heute keine auf meiner Route.

    Die alten Spuren oder harschiger Untergrund sollten morgen kein Thema mehr sein. Dafür wird die Lawinengefahr steigen.


    Bilder:


    1: Gute Schneelage Rauhkopf und Tanzeck.

    2/3: Einfahrt Tanzeck-Ost.

    4: Je weiter unten, desto besser der Schnee.

    5: Im Krottental.

    6: Taubenstein-Aufstieg durch schönen Wald.

    7: Lempersberg-Panorama.

    8/9: Pulver im Wald.

    10: Das Bier muss zum Wetter passen!


    Heute war ich mit Stefan am Tegernsee hinten. Wir sind in der Früh zunächst Richtung Setzberg, haben es am Wallberghaus aber wegen Sturm und schlechter Sicht gut sein lassen. Die Abfahrt war eher auf der schlechten Seite, weil der Harsch von gestern oft nicht getragen hat - da helfen auch 10cm Neuschnee oben drauf nicht.

    Anschließend sind wir über die Röthensteinalmen zum Plankenstein-Sattel hoch. Jenseits hinab fahren und die Reibn machen erschien uns wegen der Sicht und vor allem des zu erwartenden Bruchharschs unter dem Pulver nicht sinnvoll. Daher sind wir über meine Spezialvariante ohne Gegenstieg zu den Almen gewedelt. Da es hier sehr schattig ist, Pulver pur und viel davon. Da geht man am besten nochmal hoch...

    Es hat den ganzen Vormittag durchgeschneit und es sind bereits etwa 20cm Neuschnee zusammengekommen. Hoffentlich kommt die Sonne heute nicht raus, dann wird's morgen bombig.


    Bilder:


    Großartige Verhältnisse heute!

    Der Neuschnee und das schöne Wetter wollten ausgenutzt werden und so bin ich schon recht früh aufgebrochen und war nach einem Aufstieg durchs bereits geschlossene Skigebiet um kurz vor 8 am Vogelsang. Das Sudelfeld war von gestern her bereits großflächig verspurt, aber ich hatte (zurecht) darauf spekuliert, dass zur Rosengasse noch nicht so viele abgefahren sind und habe da noch eine jungfräuliche Variante gefunden. Der Zeitpunkt war auch perfekt, denn viel länger hätte der Pulver in dem steilen Osthang sich nicht gehalten.

    Vom Vogelsang aus hatte ich gesehen, dass der Stopselzieher ebenfalls schon gestern gemacht wurde und so bin ich vom Gasthaus Rosengasse bis zu dessen oberem Ende aufgestiegen - herrliche Spur, danke dafür! Ich bin aus mehreren Gründen nicht gleich zum Traithen weiter, der wichtigste war freilich der "Pulverneid", weil der schöne Nordhang später schon arg verspurt gewesen wäre. Abfahrt bis zum Gasthof 1a 😊. Hier hab ich mich in die Karawane - übertrieben, aber so 50 Leute waren heute im Laufe des Tages sicher am Traithen - eingereiht und durfte auf einer weiteren "Meister-Spur" den Anstieg via Steilner Joch (wird nicht erreicht) genießen. Für Traithen-Verhältnisse wirklich unschwierig heute. Als sich die Nordflanke des Traithen in der Mulde vor dem Joch erstmals zeigte, war auch ein zweiter Gedanke von mir bei der Tourenplanung aufgegangen, denn um 10 Uhr hatte sich der erste ein Herz gefasst und war in den tief verschneiten Steilhang eingefahren bzw ist da wahrlich runtergestochen - auch aus der Ferne ein Spektakel! Klingt jetzt wohl opportunistisch, aber ich hätte hier als Alleingeher sicher nicht den Testpiloten gespielt. Bis ich bei der Einfahrt (Direktabfahrt vom Unternberger Joch) war, sind noch einige andere abgefahren, aber ich hatte schon auch noch meinen Pulver. Der Hang hat durchgehend 40 Grad und mündet unten in eine enge "Rinne", die noch steiler ist. Ein wirklicher Genuss!

    Anschließend bin ich nicht Richtung Stopselzieher, sondern wieder in die Mulde vor dem Steilner Joch hoch gestiegen. Ich hatte nämlich noch mit dem Gedanken gespielt, die Tour Richtung Brünnsteinschanze fortzusetzen und bin von der Mulde/Sattel auch erstmal abgefahren (Ost, guter Pulver). Im Flachen unten war der Schnee dann aber schon pappig und da verließ mich die Lust, mich hier die doch ansehnliche Strecke zur Schanze rüber- und hoch zu quälen. Also wieder hoch in die Mulde/den Sattel und Abfahrt zur Rosengasse über die Route, über die der Standardaufstieg verläuft. Dank westseitiger Ausrichtung auch um 1 Uhr noch perfekter Pulver. Alles, was Sonne abbekommen hatte, war zu diesem Zeitpunkt schon hinüber. Der letzte Anstieg führte mich schließlich zum Sudelfeldkopf, von wo ich, Nordwest-Expositionen suchend, genussvoll hinab geschwungen bin. Ein fantastischer Tag!

    Diese Rundtour steht in meinen Augen der Rotwand-Reibn in nichts nach und bietet ebenso großartigen Landschafts- wie Skigenuss. Freilich ist das bei laufendem Skibetrieb sicher ein bisserl anders...

    Anforderungen: Ohne meine "Extras" etwa 1500 Hm, wenn man die drei Gipfel so kombiniert wie ich. Der Große Traithen ist sowohl im Anstieg (Spitzkehren-Festival) als auch in der Abfahrt auf jeder Route anspruchsvoll. In der Corona-Zeit waren da oft Leute unterwegs, die eigentlich da (noch) nicht hingehören, aber das war heute nicht der Fall - alles solide Könner.

    Lawinengefahr: Beim Traithen wegen der Steilheit eigentlich hoch. Aufgrund der windgeschützten Lage der Hänge scheint sie mir aber geringer zu sein als man angesichts der reinen Steilheit annehmen würde.

    Sonstiges: Trotz geschlossenem Skigebiet haben einige Lokale geöffnet, auf jeden Fall die Schirmbar am Kitzlahner-Lift. Die hatten heute sicher ein gutes Geschäft mit den Massen an Pistentourengehern.


    Bilder:


    1: Morgenstimmung am Sudelfeld.

    2: Abfahrt vom Vogelsang zur Rosengasse.

    3: Kurz vor dem engen Steilstück des Stopselziehers.

    4: Abfahrt des Nordhangs.

    5: Fotogen vereister Wald im Aufstieg zum Traithen.

    6: Dessen Nordflanke.

    7: Aufstieg am Kamm zum Unternberger Joch.

    8: Der 40-Grad-Hang.

    9: Ostabfahrt "in Richtung Brünnsteinschanze".

    10: Westhang zur Rosengasse.



    Schau halt selber nach und berichte uns dann davon. Entschuldige bitte, aber nichts beitragen aber dann Infos haben wollen, finde ich nicht gut. Alle, die hier in der Gipfelkonferenz schreiben, tun das "ehrenamtlich", niemand bekommt Geld dafür.

    Aufgrund meiner Beobachtungen im Karwendel kann ich dir aber sagen, dass die Tour von der Schneelage her sicher gehen müsste. Allerdings kann man wohl maximal mit dem Auto bis zur Mautstelle fahren und nicht bis hinter in die Eng.

    Zudem würde ich die Lawinengefahr Richtung Hochglück als hoch einstufen.

    Aufgrund eines kurzfristig "nicht mit Bordmitteln" zu behebenden Defekts an der Bindung konnte ich heute nicht mit den Skiern los. Gar nichts machen bei dem Prachtwetter wollte ich aber auch nicht und so bin ich von Fiecht zur Ochsenkar-Alm.

    Route: PP Georgenberg - Kloster - Ochsenkar-Alm und auf dem gleichen Weg wieder runter.

    Verhältnisse: Bis zur kleinen Wiese im Wald, wo es auch ein verfallenes altes Hütterl (bei etwa 1400m) gibt, aper, danach durchgehend (wenig) Schnee. Dank vorhandener Spur und dem stabilen Altschnee waren Grödel und Gamaschen nicht nötig.

    Anforderungen: T3, 1200 Hm, 4-5 Stunden.

    Lawinengefahr: Heute keine, aber grundsätzlich ab dem Verlassen des Waldes bei etwa 1550 Metern erheblich. Man geht da erst durch ein recht steiles V-Tal und später quert man zur Alm steile Hänge. Heute lag zu wenig Schnee für gefährliche Lawinen, aber wenn es demnächst nochmal schneit, würde ich die Tour nicht empfehlen.

    Von der Alm könnte man Gipfel wie den Ochsenkopf und das Stanser Joch erreichen, aber da hätte es heute definitiv Schneeschuhe gebraucht, weil ab der Alm noch viel Schnee liegt. Und auch die Lawinengefahr wäre mir bei der Steilheit + komplett (den ganzen Winter über) jungfräulichem Gelände zu groß gewesen.

    Wir haben ja gerade das Phänomen, dass Auslösungen im Altschnee zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber potentiell sehr gefährlich (große Konsequenzen) sind. Mit Schneeschuhen oder gar zu Fuß ist die Gefahr, die Schwachschichten zu erreichen noch deutlich größer als mit Skiern.

    Für Skitouren eignet sich die Route aber wegen des steilen südexponierten Geländes nach dem Kloster von Haus aus nicht. Den skifahrerisch sehr lohnenden Kessel oberhalb der Ochsenkar-Alm könnte man aber bei sehr sicheren Verhältnissen von Pertisau aus erreichen, wenn man von dort zum Stanser Joch aufsteigt und zum Ochsenkopf rüberquert.


    Bilder:


    1-3: Immer wieder beeindruckend: Kloster Georgenberg.

    4-6: Im steilen V-Tal oberhalb des geschlossenen Waldes.

    7/8: Deutlich mehr Schnee ab der Karschwelle bei 1800 Metern.

    9/10: Ochsenkar-Alm.


    Klassiker - aber immer fein!

    Heute hab ich mir gedacht, dass der Zwieselbacher nach dem Neuschnee doch gut gehen müsste. Da ich Daniela vorher noch in die Arbeit gefahren habe, bin erst recht spät (9.15) in Haggen gewesen, was aber heute aufgrund des kühlen Wetters in der Höhe kein Problem war. Ich bin auf der üblichen Route hoch, wobei ich beim Aufstieg nicht durch die Untere Zwing bin, sondern außen rum, weil ich keine Lust auf Harscheisen an/aus hatte. Für den restlichen Anstieg braucht es die Eisen zurzeit eh nicht. In der Abfahrt bin ich aber dann schon durch die Zwing - geht echt gut und der Bach ist fast komplett zu. Das hatte ich auch schon ganz anders.

    Beim ersten Anstieg bin ich nicht ganz zum Gipfel, weil da mittags sehr viel los war, sondern nur bis ein Stück über den Gletscher. Abfahrt bis unter die Obere Zwing und dann nochmal hoch. Um halb 3 hatte ich den Gipfel mit seiner phänomenalen Aussicht schließlich für mich allein.

    Verhältnisse: Unten 5-10 cm Neuschnee, ab der Oberen Zwing eher 15-20. Meist pulvrig, weiter oben leicht windgepresst. Insgesamt wirklich gut. Durch die vielen Befahrungen ist das Gelände nun aber schon sehr verspurt. Allgemein geringe Schneelage für die Jahreszeit.

    Sonstiges: Die Abfahrtsvariante über den Krapesssee, die ich sonst gerne nutze, hat zu wenig Schnee (und ist trotzdem vermutlich lawinenträchtig). Die anderen Ziele in der Umgebung waren deutlich weniger frequentiert.

    Lawinengefahr: Null.

    Anforderungen: 1300 Hm und solide Skitechnik für die Abfahrt, vor allem Gipfelhang (dort gab es heute ein paar Stürze zu beobachten) und Untere Zwing.


    Bilder:


    Ich glaub, da braucht's keine nähere Bildbeschreibung. Traumtag halt.



    Wenn ich in Schwaz bin, habe ich den großen Vorteil bei so schwer kalkulierbarem Wetter wie heute spontan in der Früh zu entscheiden, wo es hingehen soll. Zwar ist die Schneelage im Sellrain und den Tuxern dank der hohen Ausgangspunkte deutlich besser als in den Kitzbühelern, aber am Morgen hatte der Föhn die Wolken schon deutlich über den Glungezer hinausgetrieben, weshalb ich ins Alpbachtal gefahren bin, wo Wetter und Sicht deutlich besser waren.

    Die Forststraße ist bis zur Greitalm eine einzige Eisbahn mit kleineren Lücken. Mit ein bisserl "Robustheit", wie Jonas das immer so schön formuliert, muss man aber nur einmal abschnallen.

    Von der Alm bin ich zunächst zum Standkopf hoch, obwohl das sehr schneearm ausschaut. Man kommt mit Gespür aber gut durch. Keinesfalls sollte man aber im nordseitigen Graben aufsteigen: Dort liegt schon viel Lawinenschnee, aber die nordseitigen Steilhänge oberhalb sind bei weitem noch nicht entladen (Gefahr von Nassschneelawinen). Im bin nicht bis zum Gipfel hoch, sondern nur bis zum Kamm, weil der Föhnsturm ab dem Kamm zum Orkan wurde und das brauch ich dann nicht. Die Abfahrt um 10 Uhr war wirklich gut: Oben interessanter Schnee - ich würde es "gefrorenen Noppenpulver" nennen - , der sich gut fahren ließ und später dann Firn bis zur Alm. Da es früh am Tag war, bin ich noch Richtung Galtenberg hoch so weit es vom Schnee her Sinn macht (bis etwa 2200m). Oberhalb wie fast immer zu wenig Schnee. Für den Aufstieg und die Abfahrt muss man wegen Schneemangels auf dem Normalweg zunächst die Route zum Kleinen Galtenberg nutzen bis man auf eine Forststraße zur Farmkehralm trifft. Weil es mittlerweile etwas bewölkter war, hat der Hang über der Alm nicht aufgefirnt, es war um kurz nach 12 aber sehr griffig und schön zu fahren. Weiter unten dann idealer Firn.

    Wirklich eine feine Tour heute und deutlich besser als gedacht.

    Lawinengefahr: Null.

    Keine Harscheisen notwendig.


    Sonstiges:

    1) Der Gamskopf hat von allen Touren im Gebiet mit Abstand die beste Schneelage, aber da war ich schon so oft.

    2) Keinesfalls sollte man momentan den Kleinen Galtenberg (für mich der beste Kitzbüheler Skiberg) auf's Programm setzen. Ich habe dort mindestens 10 größere Lawinen gesehen bzw. natürlich deren Hinterlassenschaften. Der Zustieg in die eigentliche Tour ist verlegt und alle Abfahrtsvarianten sind ebenfalls fast komplett ausgeräumt.


    Bilder:


    1: Die eisige Forststraße.

    2: Schneearmut mit großem A.

    3: Hier geht's aber doch gut durch.

    4: Sehr schönes Wetter am Vormittag.

    5: Besagter gefrorener Noppenpulver.

    6: Hier geht's hoch Richtung Farmkehralm. Da freut man sich schon auf die Abfahrt.

    7: Lawinen im Zustieg zum Kleinen Galtenberg.

    8: Gut zu sehen ist hier die Schneelage am Gamskopf (rechts).

    9: Clean Skitouring: Der Schnee wird so zurückgelassen wie man ihn vorgefunden hat. (Weil es nicht auffirnt.)

    10: Firn und eine Nassschneelawine im Bereich der Greitalm. Die Lawine geht jedes Jahr und manchmal auch mehrmals in der Saison ab.