Beiträge von Andreas84

    Unterwegs in Lahnenberg.

    Manch einen überkommt das Gefühl großer Vertrautheit, wenn man das erste Mal in Brandberg ist. Das hat man doch schon mal gesehen! Genau - in der Piefke-Saga. Ständig denkt man beim Wandern, jetzt müsste doch gleich Karl-Friedrich Sattmann keuchend ums Eck kommen - immer auf der Jagd nach der silbernen Wandernadel.

    Nachdem ich in letzter Zeit etwas Stubai- und Ötztal lastig unterwegs war, wurde es mal wieder Zeit für's Zillertal. Die Tour hatte ich mir im Winter während den Skitouren von der Kühlen Rast (Torhelm, Seespitze) schon öfter vorgenommen, weil der Kolm da gar so dominant wirkt und heute hab ich sie endlich mal gemacht. Sehr lohnend und deutlich einfacher als man meinen würde!

    Route: Brandberg - Brandberger Kolmhaus und mit Steig 513 Richtung Brandberger Joch. Schon deutlich unterhalb geht es rechts weg zum Kolm, den man über die Südflanke erreicht. Zurück bis zur Wegverzweigung und nun unter dem Torhelm auf die Lixlkarschneide. Ein Stück folgt man am Kamm dem Steig 8 Richtung Gerlossteinbahn bis zum tiefsten Punkt am Kamm. Hier auf Steigspuren geradeaus (unbeschildert, nicht markiert) zum Geiskopf und weiter zum Hochfeld, der anders als der Name vermuten lässt, einen steilen, felsigen Gipfelaufbau aufweist.

    Ein kurzes Stück zurück und unbeschildert auf Pfadspuren, die ersten 300 Hm sehr steil, hinab. Später über ein System auf Steigen und Forststraßen (viele Varianten möglich) hinab nach "Lahnenberg".

    Anforderungen: Knapp 2000 Hm, um 20 Km, 8-9 Stunden. Überwiegend T3, nur die letzten 50 Hm am Kolm und am Hochfeld T4.

    Wirklich eine Spitzentour!


    Bilder:


    1: "Lahnenberg" im Morgenglanz.

    2: Extrem viele Fliegenpilze gab es heute zu bewundern.

    3: Da schaut der Kolm schon ein bisserl bedrohlich aus.

    4: Je näher man ihm kommt, desto sanfter wird er auf der Südseite aber.

    5: Die Berge mit den größeren Gletschern sind von links Magerstein/Schneebiger Nock, Wollbachspitze, Schwarzenstein.

    6:Schlüsselstelle.

    7: Am Gipfel.

    8: Über diesen Kamm verläuft der Weiterweg.

    9: Macht schon was her, der Kolm.

    10: Kleines Seenauge unter dem Hochfeld.


    Unterwegs auf stillen Pfaden.

    Gestern bin ich in der Früh nach Niederthai gefahren und hab die sehr schöne Rundtour auf den Hemerkogel gemacht.

    Route: Niederthai - Hemerach Almen - Hemerkogel - Grastalsee - Grastal - Niederthai.

    Anforderungen: 1300 Hm, 18 Km, 6-7 Stunden. Zwischen Gipfel und See T4 (sehr grobes Blockgelände), sonst T3.

    Die Tour gehört auf jeden Fall zu den lohnendsten Touren im vorderen Ötztal; insbesondere des Grastal ist ein echtes Kleinod.


    Bilder:


    1: Im jungen Zirbenwald.

    2: Obere Hemerach Alm.

    3: Gipfelpanorama mit Wildspitze.

    4: Grastalferner und See.

    5: Der See ist wirklich groß.

    6: Schöner Wasserfall.

    7-10: Paradies Grastal.



    Ins Tal muss man ja leider auch noch.

    Nach einer gemütlichen Nacht im Winterraum des Hochjochhospizes galt es nun, möglichst genussreich nach Vent zurückzukommen und da bietet sich die Überschreitung des Saykogels zur Martin Busch Hütte natürlich an. Zunächst ist der Anstieg vielleicht etwas eintönig, wenn man nicht den Skifahrern an der Grawand im Schnalser Skigebiet zuschaut, das aber weit genug entfernt ist, um die Bergeinsamkeit nicht zu stören. Spätestens wenn man die Moräne des Hochjochferners auf 2800 Metern erreicht, wird es landschaftlich allerdings gewaltig. Am Grat des Saykogels erblickt man unvermittelt den Similaun und ein Eck weiter zeigen sich Hintere Schwärze und Marzellspitzen mit ihren riesigen Gletschern. Das Panorama am Gipfel sucht dann seines Gleichen. Hier sitze ich lange und denke auch daran, wie ich 2012 hier das erste Mal mit meinem lieben Bruder Sebastian oben war.

    Der Abstieg erfolgt südseitig zur Martin Busch Hütte und dann auf der Forststraße nach Vent.

    Anforderungen: 1100 Hm Abstieg, 1600 runter, 17 Km, 6-7 Stunden. Die obersten 200 Hm auf beiden Seiten des Saykogels T4 (Anstieg etwas schwieriger), sonst T3 und leichter.

    Hinweis Martin Busch Hütte: Sehr löblich und längst überfällig wird hier gerade ein neues Winterhaus unterhalb der Hütte gebaut. Der alte Winterraum war ja tatsächlich ein schlechter Scherz für so ein gigantisches Tourenrevier. Ein grinntiger Verschlag unter der Terrasse... Ob dieser neue Winterraum heuer noch nutzbar sein wird, entzieht sich freilich meiner Kenntnis. Die Bauarbeiten laufen noch, der Firstbaum steht aber schon vielversprechend. Der alte Winterraum soll vor der Fertigstellung des Winterhauses zwar noch nutzbar sein, aber jedem, der außerhalb der Öffnungszeiten der Hütte dort übernachten will, würde ich empfehlen, vorher die Pächter oder die Sektion Berlin zu kontaktieren.



    Bilder:


    1: Der urige Winterraum des Hochjochhospizes.

    2: Finailspitze und Hochjochferner.

    3/4: Spektakulär geht es am Grat hoch zum Saykogel.

    5-7: Gipfelpanorama mit der ganzen Ötztaler Prominenz. Das ist ein ganz schöner, intimer Moment, wo ich all die Gipfel, auf denen ich war, seit ich mich um 2010 auf den Weg in die Berge machte, wieder sehe und Erinnerungen hoch kommen lassen kann.

    8: Martin Busch Hütte und das neue Winterhaus.

    9: Sehr schön gearbeitete Erinnerungstafel an die Toten des Lawinenunglücks von. 2024 im Niedertal.

    10: Wird es wohl doch Herbst? Für mich war heuer der schönste Bergsommer, an den ich mich erinnern kann. Genießen was jetzt ist und keine Sorge vor dem angeblich so schlimmen Klimawandel - das ist mein Bergmotto.








    Ein absoluter Traumtag.

    Gestern war ich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unterwegs und habe dabei fünf 3000er bestiegen. Diese sind freilich im Ötztaler Gipfelreigen eher von untergeordneter Bedeutung, aber die ersten drei waren neu für mich und auf den Guslars war ich bisher nur mit Ski. Außerdem war ich eh schon auf den meisten hohen Ötztalern und noch Hochtourenausrüstung zusätzlich zu dem Essen für drei Tage mitzuschleppen... Irgendwann wird's vom Gewicht her halt unlustig. Was für die Skitourensaison natürlich sehr interessant ist, ist es, die Gletscher jetzt im aperen Zustand zu sehen: Die meisten Gletscher sind sehr spaltenarm und eine Skibegehung ohne Seil ist bei entsprechender Schneelage auf jeden Fall zu verantworten. Wusste ich zwar vorher schon, aber eine neuerliche Bestätigung schadet ja nicht.

    Nun zur Tour: Zunächst bin ich ohne Gepäck die kleine Rundtour auf das Wilde Mannle gegangen und anschließend ebenfalls im "leichten Stil" auf den Urkundkolm. (Bilder siehe Bericht zu Tag 1.)

    Zurück bei der Breslauer habe ich den schweren Rucksack geschultert und bin über den landschaftlich extrem schönen Seuffert-Weg zur Vernagthütte. Hier habe ich den Rucksack im Winterhaus deponiert und bin mit ganz leichtem Gepäck - ich habe meine Jacke zu einer Tragetasche für meine Trinkflasche umgebastelt - auf die Hintergraslspitze. Eine super Tour: Ab dem "Hintergrasleck" wirklich spektakulär, teils sehr ausgesetzt und durchaus anspruchsvoll (T5 und KS-artige Traverse auf der Nordseite unter dem "Hintergraslkopf"). Bei Schneelage extrem heikel bzw nicht machbar. Nebenbei: Wer sich die Namen immer ausdenkt. "Gras" gibt es hier nirgends auch nur ansatzweise - nur Fels und nochmals Fels.

    Anschließend wieder hinab zur Vernagthütte und über die Guslarspitzen, wo ich lange saß und die Ötztaler Giganten bei einem Bier im Abendglanz bewunderte, zum Hochjochhospiz.

    Anforderungen: Knapp 2000 Hm im Anstieg und 2400 im Abstieg, um 25 Kilometer; 11-13 Stunden. Überwiegend T3, nur Hintergraslspitze oben T5. Wenn man es ganz genau haben will, könnte man noch die letzten 150 Hm auf der Nordseite zu den Guslarspitzen mit T4 bewerten, weil es da sehr steil hergeht.

    Der Winterraum des Hochjochhospizes ist absolut fantastisch: Im besten Sinne urig und alles vorhanden, was man braucht. Wasser direkt an der Hütte vorhanden. Ob das bei minus 20 noch fließt, ist zwar fraglich, aber dann wird ja auch Schnee liegen.

    Die Vernagthütte wurde ja jüngst renoviert (ist sehr schön geworden!) und das alte Winterhaus wurde dabei komplett abgerissen und ein neues gebaut. Grundsätzlich ist das auch schön geworden, aber aus sich mir nicht erschließenden Gründen hat sich dabei die Kapazität auf 14 Plätze halbiert. Das Gebäude ist nämlich sehr hoch und im Schlafsaal wäre schon noch Platz gewesen, eine dritte Bettenetage einzufügen. Wer schon mal wie ich im alten Winterhaus mit 30 anderen übernachtet hat, wird vielleicht verstehen, dass da nun ein Kapazitätsproblem entstehen könnte. Streichen wir den Konjunktiv: Es wird entstehen, denn die Vernagthütte wird diesen Winter wegen Wasserproblemen (Leitung durch Unwetter zerstört) nicht öffnen. Wenn man in noch schneefreien Zeiten dort übernachten möchte, sollte man rechtzeitig Wasser an den Quellbächen am Seuffert-Weg oder wenn man vom Hospiz kommt unterhalb der Guslars Wasser mitnehmen. Die braune Brühe aus dem Vernagt- oder Guslarbach würde ich hingegen nicht empfehlen.


    Bilder:


    1: Am Seuffert-Weg mit Blick zur Finailspitze.

    2: Vernagtbach: Die Brühe kann man nicht mal zum Kochen verwenden. Nebenbei: In Vent kann man ja den Zusammenfluss des Vernagtbachs = Rofenache mit dem vom Similaun kommenden Niedertalbach beobachten: kristallklares Wasser aus dem Niedertal versus Brühe aus dem Vernagt-Gebiet.

    3: Vernagthütte und Winterhaus.

    4: Der neue Winterraum.

    5: Die Kesselwandspitze (links) stiehlt dem Fluchtkogel (rechts) am Anstiegsweg zur Hintergraslspitze schon ordentlich die Schau. Der Gletscher ist der Guslarferner.

    6: Spannend Querung unter dem Hintergraslkopf.

    7: Diese Gletscherteile, die alle zum Vernagtferner gehören, sind fast spaltenlos.

    8: Panorama Hintergraslspitze.

    Panorama Guslarspitzen

    9: Weißkugel und Hintereisferner.

    10: Feineilspitzen und Hochjochferner.


    Winterraum-Zeit is wieda!

    Nachdem mittlerweile alle Hütten im Hochgebirge geschlossen haben, kann ich wieder das machen, was ich im Herbst am liebsten tue: Ausgedehnte Touren mit Winterraum-Übernachtung.

    Diese Tour, die ich in drei Teilen veröffentliche, hatte ich schon länger im Kopf, aber wenn der erste Schnee "zu früh" kommt wie letztes Jahr, macht das keinen Sinn. Momentan sind die Verhältnisse freilich perfekt, da alles schneefrei ist. Neben dem herrlichen Wetter - man konnte nachts ohne Jacke vor der Hütte sitzen - wurde mir das seltene Privileg zuteil, komplett alleine unterwegs zu sein, da ich in den drei Tagen wirklich niemanden getroffen habe.

    Die Eckdaten der Gesamttour sind folgende: Vent - Breslauer Hütte (Übernachtung) - Vernagthütte - Hochjochhospiz (Übernachtung) - Martin Busch Hütte - Vent. Dazu dann noch sechs 3000er. Es kommen dabei etwa 4200 Höhenmeter und 50 Km Strecke raus und die Gesamtgehzeit ist mit 20 bis 25 Stunden zu veranschlagen. Die Schwierigkeiten sind bis auf bei zwei Gipfeln (Hintergraslspitze und Saykogel) gering, nicht über T3.

    Nun zur ersten Etappe: Ich habe am Dienstag noch gearbeitet und bin danach nach Vent gefahren, wo ich um 17 Uhr gestartet bin. Ich bin auf dem Normalweg hoch zur Breslauer Hütte. Hierzu gleich ein Hinweis: Der untere Teil dieses Steigs ist noch bis 1. November wegen Holzarbeiten gesperrt. Da die um 5 aber gerade Feierabend gemacht haben, konnte ich da trotzdem gehen. Wenn gearbeitet wird, muss man einen kleinen Umweg in Kauf nehmen (vor Ort ausgeschildert).

    Der Winterraum oder besser das Winterhaus (über 20 Betten) der Breslauer ist großartig: Tolle Lage, perfekte Ausstattung. Oberste Winterraum-Liga! Eine Quelle befindet sich etwa 300 Meter entfernt unterhalb des Steigs zum Wilden Mannle.

    Anforderungen: 900 Hm, 5 Km, um 2 Stunden; T3.


    Bilder:


    Ich stelle hier gleich die Bilder von den beiden Hausgipfeln (außer der Wildspitze natürlich...) der Breslauer, dem Wilden Mannle und dem Urkundkolm, mit rein, die ich am Mittwoch in der Früh gemacht habe. So habe ich im nächsten Bericht mehr Platz für schöne Bilder.


    1: Aufstieg im milden Abendlicht.

    2-4: Winterraum-Herz - was willst du mehr?

    5/6: Eine großartige Nacht war's!

    7: Rofenkarferner und Wildspitze im Aufstieg zum

    8: Wilden Mannle.

    9: Am Urkundkolm.

    10: Breslauer Hütte.


    Auf einsamen Pfaden durch's vielbesuchte Gebiet.

    An einem Sonntag mit Prachtwetter im Spitzinggebiet unterwegs zu sein, ist normalerweise nicht mein Fall, aber es gibt Varianten, auf denen auch sonntags nichts los ist. Erst am Soinsee war dann ziemlicher Trubel.

    Gestern Vormittag habe ich übrigens die Runde Aiplspitz - Jägerkamp von Aurach aus gemacht. Perfekte Verhältnisse. Einen eigenen Bericht schreibe ich dazu aber nicht, denn ich habe die Tour heuer ja schon zwei Mal gepostet.

    Nun zur heutigen Runde: Etwa die Hälfte der Steige ist weder ausgeschildert noch markiert, aber die Orientierung ist dennoch unproblematisch, da die Steige sehr deutlich ausgeprägt sind und man sich fast nicht verlaufen kann. Die Route auf den Kleinmiesing (eigentlich eher eine kleine Erhebung im vom Aiplspitz nach Osten ausstreichenden Kamm) kannte ich noch nicht. Mir kam die Idee gestern spontan, als ich auf dem Gipfel saß, und ein Blick in die Karte versprach hier einen lohnenden Aufstieg.

    Route: Gleich nach dem Wanderparkplatz nicht geradeaus Richtung Geitauer Alm, sondern links auf einer Forststraße in den Berggraben. Bald verjüngt sich diese zu einem schönen Waldsteig, der bei der Angelalm in freies Gelände übergeht. Kurz vor Erreichen des Kammes zweigt links ein Pfad zum Heuberg ab. Das ist nun aber wirklich kein Gipfel, sondern einfach ein schöner Aussichtspunkt (10 Minuten extra). Zurück und am Kamm entlang erst wieder in den Wald, dann durch Latschen zum Kleinmiesing. Von dort kurz ziemlich ausgesetzt in den Sattel vor dem Aiplspitz. Das ist die einzige T4-Passage auf der Runde (rechts bricht die Wand senkrecht ab, Ausrutschen tabu).

    Da ich gestern schon auf dem Aiplspitz war, habe ich ihn ausgelassen. Generell könnte man natürlich noch weitere Gipfel in die Tour integrieren (Hochmiesing, Rotwand etc.), aber diese waren heute sehr dicht bevölkert.

    Also hinab zur Krottentaler Alm und dann nicht über das Taubensteinhaus, sondern über die Hütte der Sektion Bayerland auf schmalen Steigen ins Kleine Tiefental - Miesingsattel - Kümpflscharte - Auerspitz - Ruchenkopf-Hütte. Von hier habe ich auf Steigspuren noch die Gamswand mitgenommen. Zurück zur Hütte - Soinsee - Schellenberg Alm - Geitau.

    Am Soinsee war wie gesagt viel los und eine große Gruppe Jugendlicher hat es sich nicht nehmen lassen zu baden. Ich wäre normalerweise auch ins Wasser, aber als überzeugter FKKler hatte ich keine Badehose dabei... Mir wär's ja egal, wenn die anderen mich nackt sehen, aber vielleicht wollen die mich da ja nicht nackig rumspringen sehen.

    Anforderungen: Um 1500 Hm, 20 Km, 7-9 Stunden. Überwiegend T3 und leichter bis auf die eine T4-Passage.

    Fazit: In dieser Zusammenstellung sicher eine der schönsten Wanderungen im Spitzinggebiet.

    Ein gewisser Schatten liegt aber über der heutigen Tour: Als ich nach dem Abstecher zum Heuberg den Kamm Richtung Kleinmiesing hinaufstieg, hatte ich gerade zwei Einheimische überholt, als mir an einem Gratbuckel herum liegende Ausrüstungsgegenstände (Jacke und andere Kleidung, Brillenetui) auffielen. Von der dazu gehörigen Person war aber nichts zu sehen. Und es geht da vom Grat auf der anderen Seite senkrecht runter... Leider war genau die entscheidende Stelle, wo ein möglicher Absturz hätte stattfinden müssen, aufgrund der Geländestruktur von oben nicht einsehbar. Einer der beiden hat dann die Bergwacht informiert. Man wird sehen, was da raus kommt, aber gut sieht das nicht aus. Erstens ist ein "Vergessen" quasi der ganzen Ausrüstung doch eher unwahrscheinlich und zweitens waren wir heute schon sehr früh unterwegs - ein potentieller Unfall war also vermutlich gestern.


    Bilder:


    Ich konzentriere mich bei den Bildern auf den ersten Teil der Tour, da der Rest ja sehr bekannt ist.


    1: Vom PP aus kann man den ungefähren Verlauf der Tour schon einschätzen: Es geht über den waldigen Kamm in Richtung des Felsgipfels (= Aiplspitz).

    2: Gut angelegter Waldsteig.

    3: Links sind zwei Gratbuckel zu erkennen. Auf dem oberen lagen die Sachen.

    4: Das ist so etwa am "Gipfel" des Heubergs.

    5: Die letzten Meter zum Kleinmiesing.

    6: Die T4-Passage.

    7: Krottentaler Almen.

    8: Ruchenköpfe im Vordergrund und der Chiemsee hinten.

    9: Panorama Auerspitz.

    10: Am Soinsee.


    Eine Traumtour an einem Traumtag.

    Ich bin heute mal wieder in die schöne Jachenau gefahren. Dank der Straßensperrung zwischen 8 und 17 Uhr ist natürlich viel weniger los als sonst. Das Schützenhaus hat übrigens in der Zeit der Sperre Betriebsurlaub.

    Route: Schützenhaus - Rappinalm - Kochler Alm - Staffelalm (von hier könnte man noch den Rabenkopf mitnehmen) - Benediktenwand - Altweibersteig bis zur Bichler Alm. Hier der Beschilderung "Jachenauer Höhenweg" nach rechts folgen. Tanner Alm - Peterer Alm - Lainbachwasserfälle - Schützenhaus.

    Für mich, wie ich schon in einem Beitrag im Frühjahr geschrieben habe, die schönste Tour in der Jachenau. Die herrlichen Wälder, die schönen Almen, die Wasserfälle und das fantastische Panorama am Gipfel - ein Traum. Beim Abstieg gab es wieder reichlich Schwammerl zum Einsammeln - dieses Mal vor allem Reizker. Am besten wie die Zigeuner in einem Essigsud kochen oder die Kappen in Butter anbraten. Für Rahmschwammerl u.ä. sind Reizker nicht die erste Wahl.

    Anforderungen: 1100 Hm, um 20 Km, 7-8 Stunden. Überwiegend T3 und leichter, nur ein kurzer Abschnitt des Altweibersteigs ist T4.


    Bilder:


    1/2: Morgenstimmung bei der Rappinalm.

    3: Ein kleiner Wasserfall.

    4: Kochler Alm.

    5: Ein schöner Rastplatz.

    6/7: Gipfelschau. Hier war einiges los, aber die sind alle über andere Routen aufgestiegen.

    8: Ich liebe die schwammerlreichen Jachenauer Wälder einfach! Jedes Mal wenn ich in der Jachenau bin, muss ich an die Folge "Treibjagd" aus dem Bullen von Tölz denken. Da will der Rampold Toni die Jachenau in ein Jagd- und Erholungszentrum umwandeln. Und die Resi geht da natürlich Schwammerlsuchen.

    9: Lainbachwasserfälle.

    10: Gebratene Reizker sowie Reizker im Essigsud; und für die Steinpilze und Eierschwammerl wird mir schon auch noch was einfallen.


    Ein magischer See.

    Versteckt hoch oben im Wannenkar unterhalb von zwei Blockgletschern liegt ein herrlicher See mit türkis-blauem Wasser - der Wannenkarsee. Ich war letztes Jahr schon mal hier und heute hab ich die Tour mit meiner Freundin Daniela gemacht. Auch vom See abgesehen einfach wunderschön: Herrliche Zirben- und Lärchenwälder und dazu ein Farbenspektakel durch die knallrot verfärbten Blätter der Heidelbeeren. Wow!

    Route: PP - Gasthaus Fiegl. Kurz danach rechts über die Windache und hoch bis zum See. Am Anstiegsweg bis zu einer Wegteilung auf 2300m zurück und links ab zur Brunnenalm. Von hier immer der Beschilderung Sölden - Windau folgen und zurück zum PP.

    Anforderungen: 1300 Hm, um 20 Km, 7-8 Stunden.

    Die Tour liegt ja auf "Söldens stiller Seite" und das hat man heute gemerkt: Gar nichts los. Die Hütten (nicht die bewirtschafteten Almen) sind alle zu: Hochstubaihütte, Hildesheimer Hütte, Siegerlandhütte und seit heute auch das Brunnenkogelhaus.

    Die Tour kann man gerade im Herbst nur empfehlen! Wirklich ein Traum.


    Bilder:


    1: Spirituelle Schafe im Windachtal.

    2: Herrliche Landschaft in diesem entlegenen Tal.

    3: Ein Päuschen im Zirbenwald.

    4: Herrlicher Panoramaweg mit Blick zum Zuckerhütl.

    5/6: Der Wannenkarsee und die Blockgletscher.

    7/8: Am Weg zur Brunnenalm.

    9/10: Was für ein Farbspektakel, das die Heidelbeeren hier bieten!


    Die erwartete Top-Tour.

    Letzten Samstag war ich ja schon am Seblaskreuz und hatte für die große Runde nicht genug Zeit. Das habe ich heute nachgeholt und die Runde ist wirklich fantastisch: Sehr abwechslungsreich und am Kamm der vermutlich beste Panoramablick auf die zentralen Stubaier Berge, die wie ein Kranz vom Habicht bis zum Lüsener Fernerkogel um die Brennerspitze herum angeordnet sind.

    Route: PP - Brandstatt Alm und auf dem Steig weiter bis zu einer Gabelung auf 2000m. Hier links ab und in langer Hangtraverse zum Hühnerspiel, einem Aussichtspunkt. Hier durfte ich ein beeindruckendes Spektakel erleben: Es waren drei Adler in der Luft, von denen einer ganz nah bei mir kreiste. Das dauerte eine Zeit. Plötzlich wurde der Adler dann von drei Raben attackiert und konnte sich nur retten, indem er in die Wolken flog. So etwas hab ich auch noch nie gesehen.

    Nun geht es sehr steil und ausgesetzt über den Ostgrat auf die Brennerspitze. Von hier wird der ganze lange Kamm bis zum Seblaskreuz mit den oben genannten Gipfeln überschritten. Für die Gamsspitze, die nicht direkt am Weg liegt, braucht man insgesamt 20 Minuten extra (sehr lohnend, toller Blick ins Oberbergtal). Zurück zur Brandstatt Alm und zum PP. Beim Abstieg hab ich wieder fleißig Schwammerl (hauptsächlich Zigeuner wie letzte Woche) gesammelt und sogar noch mehr gefunden als letztens.

    Die Route wird in den meisten Beschreibungen anders herum geschildert, aber ich finde es so sinnvoller, weil man die heiklen Passagen dann im Aufstieg hat.

    Anforderungen: 1600 Hm, 20 Km, 7-8 Stunden. Den Ostgrat auf die Brennerspitze würde ich mir T5 bewerten. Über 500 Hm durchgehend sehr steil und alles Absturzgelände. Zudem sind die Passagen im Gras sehr erdig und rutschig. Der Kamm ist meist T4, der Rest T3. Insgesamt schon eine fordernde Tour. Erst letzten Samstag ist an der Brennerspitze eine Frau 100 Meter abgestürzt. Überdramatisieren braucht man aber auch nicht. Ich hab heute am Gipfel den Leo getroffen. Der ist 6 Jahre alt und war mit Mama und Opa oben. Er meinte: "D Mama hod scho gschnauft. Aber i nit!"


    Bilder:


    1: Brandstatt Alm

    2: Kleines Seenauge mit Kalkkögel-Blick.

    3: Am Hühnerspiel.

    4: Einer der Adler.

    5: Hier greifen ihn die Raben an.

    6: Schlüsselstelle am Ostgrat.

    7/8: Das großartige Panorama. Natürlich extra fein, wenn man kurz vor dem Gipfel aus den Wolken kommt.

    9: Blick von der Gamsspitze ins Oberbergtal.

    10: Rückblick zur Brennerspitze.



    Die Tour auf den Bärenkopf ist einfach wegen der urigen Wälder und der herrlichen Ausblicke immer wieder schön und so habe ich das schöne Wetter am Vormittag genutzt.

    Route: Karwendelbahn - Zwölferkopf (natürlich zu Fuß) - Bärenbadalm - Bärenkopf - Weißenbachsattel - Bärenbadalm - Tunnelweg (Steig 77) - Karwendelbahn.

    Anforderungen: 1100 Hm, etwa 12-14 Km, 4-5 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Natürlich habe ich nebenbei auch wieder Schwammerl gesucht und da ist wie momentan immer einiges zusammen gekommen. Da weiß man zwar, dass man nach der Tour erst mal noch zwei Stunden Schwammerlputzen darf, aber das lohnt sich sehr.


    Bilder:


    1: Am Zwölferkopf.

    2: Blick ins Karwendel.

    3: Bärenbadalm.

    4: Am Gipfel (bzw auf der weniger frequentierten großen Wiese westlich davon.

    5: Der schöne Abstieg zum Weißenbachsattel.

    6: Ein traumhaftes Plätzchen dort.

    7: Das will der Schwammerlsucher sehen.

    8: Vorspeise heute: in Butter gebratene Reizker. Eine Delikatesse!

    9: Und daraus wird die Hauptspeise: Rahmschwammerl mit Semmelknödel.


    Das Hahnkampl, auf dem ich heute war, ist nicht zu verwechseln mit dem fast gleich hohen über dem Falzthurntal. Es liegt im Kamm zwischen Stanser Joch und Rappenspitze und ist an sich als Gipfel unscheinbar, verfügt aber über ein prächtiges Panorama. Außerdem bildet es den Höhepunkt einer schönen und abwechslungsreichen Rundtour.

    Route: PP - Kloster Georgenberg - Ochsenkaralm - Hahnkampl - Naudersalm - Rizuelhals - Stallenalm - Bärenrast - PP.

    Anforderungen: Etwa 1700 Hm, um 20 Km, 7-8 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Perfekte Herbsttour, da man viel Sonne abbekommt. Weitere Gipfel lassen sich in die Runde integrieren und überhaupt gibt es im einsamen Gebiet zwischen Stanser Joch und Rappenspitze viele Tourenmöglichkeiten.


    Bilder:


    1: Tolle Morgenstimmung.

    2: Das Kloster auf hoher Felswarte.

    3: Im Ochsenkar.

    4: Ochsenkaralm und Hahnkampl.

    5/6: Gipfelpanorama.

    7: Das Hahnkampl ist der grüne Gupf rechts im Kamm.

    8: Am Weg zur Naudersalm.

    9: Beim Abstieg zur Stallenalm dominieren die Nordwände von Fiechterspitz und Hochnissl.

    10: Im Stallental.


    Heute war ich zeitlich ein bisserl limitiert und hab daher am Vormittag nur eine kürzere, aber sehr schöne und mir noch unbekannte Tour im Stubai gemacht.

    Um diese Jahreszeit habe ich ja immer mein Schwammerlzeugs auf Tour mit dabei und in den letzten Tagen seit ich aus den Dolomiten zurück bin, habe ich auch schon extrem viele Steinpilze gefunden. Heute bin ich nach einer halben Stunde auf eine Stelle mit etwa 200 Zigeunern gestoßen und habe da erst mal abgeerntet. Da mir diese Ausbeute zum Hochtragen zu schade und zu schwer war, bin ich erst mal zum Auto zurück, hab die Schwammerl dort deponiert und bin halt ein zweites Mal los. "Zigeuner" ist übrigens nur ein anderer und in unserer Familie seit jeher für diese Sorte Schwammerl, die auch als "Reifpilz" bekannt ist, verwendeter Name. Am besten bereitet man die Zigeuner in einem Essigsud zu - kalt verspeisen (aber natürlich vorher kochen!).

    Nun zur Route: PP - Brandstatt Alm - Seblaskreuz und hinunter auf dem gleichen Weg. Demnächst werde ich unbedingt die Überschreitung bis zur Brennerspitze machen müssen - sicher eine tolle Tour. Aber auch diese Kurzvariante ist wirklich zu empfehlen. Schöne Wälder und großartige Ausblicke.

    Anforderungen: 1000 Hm, um 12 Km, 4-5 Stunden. Max. T3.


    Bilder:


    1: Das ist dann eher Pilze Sammeln als Schwammerl Suchen.

    2: Gerade, dass die Zigeuner in den Topf passen.

    3: Blick zu den Kalkkögeln.

    4/5: Herrlicher, junger Zirbenwald.

    6: Habicht.

    7: Am Gipfel.

    8: Da ginge die Tour weiter.

    9: Kleine Jagdhütte.

    10: Brandstatt Alm.


    Die Latschenkopf-Runde mache ich gerne bei bewölktem Wetter wie heute. Die Vorzüge der Tour liegen nämlich von Haus aus eher bei den schönen Jachenauer Wäldern und Almen als beim Panorama. Hinzu kommt, dass man hier fast immer alleine unterwegs ist, weil es keine Beschilderung gibt.

    Route: Vom Schützenhaus zum Lainbachwasserfall und hoch zur Peterer Alm. Hier weglos die Wiese hinauf bis weiter oben ein Steig sichtbar wird, der in den Wald führt. In gemütlichem Auf und Ab geht es weiter bis unterhalb des Steigs die Erbhofer Alm sichtbar wird. Nun weglos und steil über die Wiese bis zum Sattel vor dem Latschenkopf, wo wieder ein Pfad erkennbar wird, über den man schnell den Gipfel erreicht. Jenseits hinab und über Laichhansen- und Gopperalm sowie die Axelsteinhütte zurück in die Jachenau.

    Anforderungen: Etwa 700 Hm, knapp 15 Km, 4-5 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus, meist sehr einfach.

    Sonstiges: Aufgrund einer Baustelle beim Schützenhaus muss man zurzeit Richtung Hirschhörndlkopf bzw. Jochberg einen kleinen Umweg gehen.


    Bilder:


    1-3: Lainbachwasserfälle.

    4: Peterer Alm.

    5: Blick zur Benediktenwand.

    6: Schöner Wald prägt die Tour.

    7: Latschenkopf.

    8: Abstieg zur Laichhansen Alm.

    9: Der kuriose Wetterhahn bei der Axelsteinhütte.



    Mal wieder anders als geplant.

    Nach den doch anstrengenden Touren der letzten Tage wollte ich heute etwas Kürzeres machen und auch mal den kulinarischen Genuss in den Vordergrund stellen. Das Ziel war dabei eigentlich die Überschreitung der Cima d' Auta über die Via ferrata Paolin Piccolin mit anschließender Einkehr in der sensationell gelegenen Baita dei Cacciatore, wo man auch üppig Schlemmen kann. Am Parkplatz dann die Ernüchterung: Seit heute geschlossen. Der Grund aber freilich erfreulich: Die fortgeschrittene Schwangerschaft der Wirtin. Ich hab dann kurz überlegt und mich dann beim Blick in die Karte entschieden, heute hier mal wieder eine neue Tour auszuprobieren. An sich nichts Spektakuläres, aber mit grandiosen Ausblicken zu den Dolomitenriesen außen herum. Fällt sicher in die Kategorie "Geheimtipp", wobei ich davon ausgehen würde, dass auch die meisten Einheimischen die Tour nicht kennen.

    Am Papa Luciani kommt man freilich auch hier nicht vorbei, ist doch die Biwakhütte oberhalb der Baita dei Cacciatore nach ihm benannt. Leider ist diese momentan verschlossen. Laut Aushang des Bürgermeisters wegen Vandalismus, der die Hütte einsturzgefährdet gemacht habe. Von außen sieht man zwar nichts, aber vielleicht haben irgendwelche Chaoten ja innen die Stützbalken verheizt.

    Route: Von Colmean zur Baita dei Cacciatore und zum Rifugio Papa Luciani. Weiter auf dem Normalweg zur Cima d'Auta (nicht Richtung Klettersteig) und dann rechts ab zur Forcella del Negher. Nun auf Pfadspur zur Crepa Rossa und danach weglos über ein großes Wiesenplateau und steil hinab zur Forcella Pianezza. Für diesen Wegabschnitt braucht es unbedingt gute Sicht! Nun noch kurz hoch zur Punta Palazza und über die Steige 688 und 687 zurück nach Colmean.

    Anforderungen: 1200 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden. Durchgehend T3, aber zwischen Papa Luciani und Forcella del Negher enorm steil.

    Fazit: Eine schöne Tour für Zwischendrin, aber natürlich kein ganz großes Dolomiten-Glanzlicht.


    Bilder kommen auch noch, aber jetzt muss ich von meinem Badeplatz zum Auto, weil es gleich gewittert...

    Rechtzeitig geschafft... Richtig schönes Dolomitengewitter mit gewaltigen Donnerschlägen. Wenn man sicher im Tal sitzt. Heute hat es ab 15 Uhr extrem schnell zu quellen angefangen, davor war keine Wolke am Himmel.


    1-3: Der geniale Übernachtungsplatz im Val Gares, wo ich auch heute wieder bin.

    4: Cima d'Auta.

    5/6 Baita dei Cacciatore mit herrlichem Pala-Blick.

    7: Der steilste Abschnitt der Tour.

    8: Lac del Negher und die Dolomiten-Riesen im Hintergrund.

    9/10: Auf dem aussichtsreichen Wiesenplateau.


    Unterwegs in der Heimat von Papa Luciani.

    Albino Luciani, besser bekannt als Johannes Paul I. wurde 1912 in Forno di Canale am Eingang des Val Gares geboren. Wer öfters in seinen Hausbergen - er war begeisterter Bergsteiger -, der Pala, Cimonega oder Civetta unterwegs ist, wird auch heute noch oft seinem Bild begegnen - sei es auf Hütten oder in Biwakschachteln.

    Ich sehe es als Fügung, dass ich heute den gestern nicht erreichten Gipfel, die Cima Bureloni, auf einer anderen Route gemacht habe. Wäre ich gestern oben gewesen, wäre ich nicht ins Val Gares gefahren. Was wäre mir da entgangen! Die Rundtour ist über alle Maßen fantastisch und kommt auf Anhieb in meine Top 3 Dolomiten-Touren. Jeder Meter ein Genuss, an jeder Ecke neue gewaltige Eindrücke und am Ende dann noch der Abstieg durch die gewaltige Gares-Schlucht...

    Route: Vom PP in den Ort Gares und dann mit Steig 755 hinein ins unglaublich beeindruckende Val Grande bis kurz vor den Passo delle Farangole. Ein kurzes Stück hinab (nicht an der Felswand entlang, denn da geht es zu den Einstiegen der Kletterrouten) und auf gut mit Stoamandln markiertem Steig zur Cima Bureloni. Man kommt dabei auch am kleinen Zirocole-Gletscher vorbei. Zurück auf dem gleichen Weg und dann über Steig 703 hinab bis zur Einmündung des Val Strut. Nun enorm steil links den Steig 716 (oben schlecht zu sehen) hinab ins Valle delle Comelle, wo man Steig 704 erreicht, der zunächst ein Flachstück über eine Schotterebene durchquert, bevor er sich durch die fantastische Gares-Schlucht schlängelt. Dieser Weg steht den Fanes-Wasserfällen nicht viel nach. Ich würde diese Reihenfolge empfehlen, da meine Abstiegsroute viel steiler ist als der Aufstieg.

    Anforderungen: 2000 Hm, 25 Kilometer, 9-11 Stunden. Fast durchgehend T4 - es ist nie wirklich schwer, aber auch nie leicht und der Abstieg fordert im Steilgelände volle Konzentration. Aufgrund der Südost-Exposition empfiehlt sich natürlich ein früher Aufbruch. Es gibt auf der ganzen Tour bis zur Gares-Schlucht übrigens keine Möglichkeit, Trinkwasser aufzufüllen!

    Was für ein Fest! Und dazu noch der geniale Übernachtungsplatz!


    Bilder:

    10 Bilder sind viel zu wenig, um die Schönheit der Tour adäquat abzubilden. Ich verzichte daher zum Beispiel auf Gipfelpanoramen und den großen Gares-Wasserfall. Es sei aber gesagt, dass das Panorama von der Bureloni für mich nach dem des Antelao das zweitbeste in den ganzen Dolomiten ist. Sogar besser als Pelmo, Civetta oder Marmolada.


    1: Pala di San Lucano im Morgenglanz.

    2: Ein Traum.

    3: Der Campanile dei Campidei.

    4: Die "Banche di Fede" vermitteln Brenta-Gefühl. Gut mit Stahlseil abgesichert.

    5: Zirocole-Gletscher.

    6: Gipfelaufbau: Hier weiß man schon, dass die letzten Meter zum Gipfel auf dem Kamm ein echter Knaller sind.

    7: Da pfeifts halt gleich 1000 Meter ins Travignolo-Tal runter.

    8: Die letzten Meter: purer Genuss.

    9/10: In der Gares-Schlucht.



    Immer wieder eine tolle Tour, auch wenn ich eigentlich etwas anderes geplant hatte.

    Ich wollte eigentlich auf die Cima Burleoni, habe aber beim kurzen Klettersteig zum Passo delle Farangole umgedreht, weil ich das Set nicht mitgenommen habe. Die Stelle geht sicher auch ohne, aber vielleicht kennt das ja der eine oder andere: Wenn man den Kollegen beim Rummurksen zu lange zuschaut, verlässt einen selber der Mut. Als ich zu der Stelle kam, waren schon fünf Leute dort (aufgrund der großen Rucksäcke sicher Pala-Durchquerer). Eine junge Dreier-Gruppe mit KS-Ausrüstung, aber da hat's einen auch mal geschmissen und dann die zwei Frauen... Ohne Ausrüstung und die eine ganz schlimm am Murksen. Für jeden Meter 3 Minuten. Du schaust zu und kannst eigentlich nicht hinsehen, weil du weißt, dass die arme Frau sicher Todesangst hat. Das hat mir dann so auf die Stimmung geschlagen (ist aber letztlich gut ausgegangen), dass ich mir dachte, dass heute vielleicht nicht der Tag für diese Tour ist. Daher bin ich umgedreht und auf den Mulaz, wo ich letztes Jahr auch schon war.

    Route (Mulaz Normalweg): Pian de Casoni - Malga Venegiota (zurzeit wegen Umbau geschlossen) - Passo Mulaz - Monte Mulaz. Eine grandiose Rundtour wird daraus, wenn man wie folgt absteigt: Monte Mulaz - Rifugio Mulaz - Passo di Focobon - Forcella Venegiota - Malga Venegiota - PP. Geht man die Route anders herum, ist sie fast noch lohnender, weil man dann auf die gigantischen Pala-Riesen zuläuft.

    Anforderungen: 1500 Hm, 20 Km, 7-8 Stunden. Überwiegend T3 und leichter, etwa 10% T4. Nie wirklich ausgesetzt.

    Die relative Einfachheit der Tour führt dazu, dass hier oft viel los ist. Ist aber kein Problem, denn der Gipfel bietet viel Platz und der Mulaz ist durch die vielen Begehungen eh "zweispurig", sodass es keine Staus gibt. Auch viele Familien mit Kindern unterwegs und sehr angenehme Stimmung. Mit den Italienern kommt man ja eh schnell ins Gespräch (sofern man ihre Sprache spricht).


    Bilder:


    1: Malga Venegiota und Cimon di Pala im ersten Morgenlicht.

    2: Schöner Wald im Aufstieg zum Passo Mulaz.

    3: Das Bild finde ich sehr interessant. Es wird ja zurzeit gerne wieder in den Medien über die Wasserknappheit am Watzmannhaus oder auf der Blaueishütte berichtet, wobei gerne verschwiegen wird, dass die Sache mit dem Wasser in Kalkgebirgen immer schon ein Problem war. Was wir hier sehen, ist eine Art riesiger Wassersack, der mit dem Heli in die Nähe der Mulaz Hütte geflogen wurde. Die Mulaz Hütte hat außerdem noch drei Wasserleitungen, von denen eine vom Passo Farangole kommt, wo sich bis in den September ein Schneefeld hält. Das ist eine Stunde Fußmarsch!

    4: Da habe ich umgedreht. Die Frau in der Mitte des Schotterfeldes wird noch 10 Minuten brauchen, um die paar Meter zu ihrer Kollegin zu bewältigen. Die junge Leute stehen links am Beginn des KS. Der Schotter sieht auf dem Bild viel flacher aus, als er ist; sicher mindestens 45 Grad.

    5: Am Aufstieg zum Mulaz.

    6: Am Gipfel gibt es kein Kreuz, sondern eine Friedensglocke. Sehr fein.

    7: Sehr junge Gipfelstürmer.

    8: Obwohl der Tümpel gerade trocken ist, sehr schöne Stelle am Abstiegsweg.

    9: Ein Schafparadies. Der Schäfer sitzt mit seinem Hund links oben.

    10: Etwa einen Kilometer unterhalb des PP Pian de Casoni habe ich eine großartige Badestelle am Travignolo Bach gefunden. Eiskalt!


    Zurück muss man ja auch noch.

    Nach einer fantastischen Nacht unterm Sternenzelt ging die Tour heute weiter und sie war - jedenfalls im oberen Teil wieder extrem schön.

    Route: Vom Lago delle Trote hoch zum völlig zu Unrecht so benanntem Lago Brutto. Brutto heißt ja "hässlich", aber ich vermute, dass da eine andere Wortwurzel dahinter steckt, da der Flurname "Brutto" im Fleimstal recht häufig ist. Weiter hoch zur Forcella Morenga (2395m), von wo aus man unbedingt noch die Cima Morenga mitnehmen sollte. Anschließend hinab zum Passo di Caligher. Hier zweigt unbeschildert ein Steig ins zauberhafte Valbona (der Name passt hier) ab. Man kommt dann bei der Malga Valmaggiore heraus. Ab hier folgt leider ein meist ziemlich langweiliger Forststraßenhatscher durch die vom Sturm von 2018 verwüsteten Fichtenplantagen. Ich wollte eigentlich noch über den Steig 336 zum Lago Cece, aber der ist wegen Forstarbeiten gesperrt. Um wieder zum Lago di Paneveggio zu kommen, muss man schon gut aufpassen, immer die richtigen Abzweige zu nehmen.

    Anforderungen: Gipfel Cima Morenga T4, der Rest T3. 800 Hm Aufstieg, 1500 Hm Abstieg, 20 Km, 6-7 Stunden.

    Auffällig ist, dass von dem Sturm 2018 ausschließlich die bewirtschafteten Wälder, also die gepflanzten Fichten, betroffen waren. Wo der natürliche Wald auf etwa 1800 Metern anfängt, ist kein einziger Baum umgefallen. Ergebnis von 200 Jahren völlig verfehlter Forstwirtschaft, die sich auf eine genauso verfehlte Forst- und Agrarwissenschaft stützt. "Wissenschaft" muss man da wohl in riesige Anführungsstriche setzen... Und mit was forstet man wieder auf? Pumpf... mit Fichten natürlich. Wird sicher klappen...


    Bilder:


    1-2: Der fantastische Übernachtungsplatz am Lago delle Trote.

    3/4: Lago Brutto. Zum Übernachten nicht gut, da es fast keine ebenen Flächen gibt.

    5: Diese Fichten stehen auf 2500 Metern!

    6: Cima Morenga.

    7-10: Im zauberhaften Valbona.



    Flexibel muss man sein.

    Ich bin am Mittwoch Abend mal wieder nach Italien aufgebrochen und habe am Lago di Paneveggio (ein Stausee) im Auto übernachtet. Hier wie an allen PP in der Gegend herrscht ein Parkverbot von 21 bis 5 Uhr. Das wird aber wohl nicht kontrolliert. Ich habe für alle Fälle einen Zettel ins Auto gelegt, auf dem ich geschrieben habe, dass ich eine zweitägige Tour mit Biwak mache.

    Zur Translagorai: Ich habe nicht die ganze Tour gemacht, sondern mich auf den einsamen Ostteil der Gruppe beschränkt. Erstens will ich in den nächsten Tagen in den Dolomiten unterwegs sein und zweitens ist es sonst gar nicht so einfach, wieder zum Auto zurückzukommen. Der Bus von Predazzo zum Passo Rolle fährt zum Beispiel nur fünf Mal am Tag. Das Lagorai-Gebirge ist landschaftlich dadurch geprägt, dass es unten eine waldige Steilstufe gibt, an die sich eine flache Almzone mit Seen und herrlichen Wäldern anschließt, bevor es oberhalb von 2200 Metern sehr felsig wird. Es gibt nur wenige bewirtschaftete Hütten, dafür aber viele Biwaks. Von der Ausrüstung her war ich so aufgestellt, dass ich auch ein bivacco sotto il cielo e le stelle machen konnte (aufblasbare Matte und Schlafsack), falls mir die Biwakhütten nicht zusagen. Das sollte sich sehr bewähren - nicht weil die Hütterl schlecht wären, sondern weil mir da zu viel los war.

    Route: PP - Sentiero della Pace zum Lago Colbricon. Am nahen Passo Colbricon beginnt die eigentliche Translagorai mit den Sentiero Achille Gadler. Passo Colbricon - Forcella Colbricon - Forcella Ceremana - Bivacco Aldo Moro (2565m) - Forcella di Valon - Forcella di Cece - Nordschulter der Cima Cece (2600m). Von hier führt ein toller Steig auf deren Gipfel; 45 Minuten Mehraufwand und extrem lohnend wegen des gewaltigen Panoramas! Nordschulter - Forcella di Valmaggiore. Hier befindet sich das Bivacco Paolo e Nina, in dem ich eigentlich übernachten wollte. Da waren aber schon vier Leute und da es erst 17 Uhr war und das nächste Biwak nur zwei Stunden weg ist, bin ich weitergegangen. Gute Entscheidung! Denn bald sind mir noch vier Jugendliche entgegen gekommen, die auch im Paolo e Nina übernachten wollten. Da war es sicher kuschelig in der Nacht. Der Standort des Paolo e Nina ist aber auch nicht besonders schön: Schattig und wenig Aussicht. Also weiter: Forcella Dos Caligher - Wegweiser (Quota) 2240m - Corona di Morenga - Lago delle Trote. Von hier sieht man das Bivacco Forcella Coldose schon. Auch hier waren einige Leute. Daher habe ich mich zum Freibiwak am See entschlossen und das war einfach herrlich! Der Platz ist dafür extrem gut geeignet: Flach und eine gemütliche Wiese.

    Anforderungen: 2100 Hm im Aufstieg und 1400 im Abstieg, 25 Km. Bis Passo Colbricon T3, danach durchgehend T4. Das Gelände ist zwar nicht ausgesetzt, aber sehr ruppig: Blockhalden wechseln sich mit Gletscherschliffen ab. Die ausgewiesenen Gehzeiten sind sehr sportlich. Ich bin zwar etwas schneller gewesen, aber ich bin halt auch ich und gut in Form. Vor allem komme ich mit dieser Art Gelände, das über lange Zeit viel Konzentration verlangt, gut zurecht. Ich würde vermuten (und konnte es auf der Tour auch beobachten), dass der "Normalwanderer" deutlich länger brauchen wird. Ich war 12 Stunden unterwegs.

    Wichtig ist auch zu erwähnen, dass es zwischen dem Passo Colbricon und dem Lago delle Trote (das sind 7-8 Stunden!) kein Wasser gibt. Ich hatte das Glück, dass es Mittwoch Nacht ein heftiges Gewitter gab und auf den Gletscherschliffen noch Rinnsale herunterliefen, an denen ich auffüllen konnte. Die in den Karten eingezeichneten "Bäche" gibt es in der Form nicht (wohl nur bei der Schneeschmelze) und das Wasser des Trote- oder des Morengasees zu trinken, verbietet sich von selbst wegen der von Schafen zugekoteten Ufer. Lediglich der Bach vom Lago Brutto (siehe Tag 2) zum Lago delle Trote führt ganzjährig Wasser und das kann man auch trinken.

    Noch ein Satz zum Bivacco Aldo Moro: Wow! Geniale Lage und ganz neu. In Italien führen sie meiner Beobachtung nach gerade eine neue Generation von gelben Biwakschachteln mit Panoramascheiben und Solarpanelen ein, die die alten rostroten ersetzen. Hab auch im Adamello schon welche gesehen.

    Fazit: Gewaltig schöne Tour in einer absolut einsamen Gegend! Man erschrickt förmlich, wenn man einen anderen Menschen sieht. Die Translagorai-Tour selbst machen nur ganz wenige Leute. An den Biwakhütten sind vor allem junge Menschen anzutreffen, die nur vom Tal auf dem schnellsten Weg zum Biwak aufsteigen, um dort mal zu übernachten. Die Biwaks Paolo e Nina sowie Forcella Coldose sind von der Malga Valmaggiore (1600m) ohne großen Aufwand zu erreichen.


    Bilder:


    1: Pala-Blick.

    2: Herrliche, lichte Wälder.

    3: Bivacco Aldo Moro.

    4: Typisches Gelände im hohen Lagorai.

    5: Lago Colbricon. Leider Reihenfolge vertauscht; kommt natürlich eigentlich vor dem Bivacco Aldo Moro...

    6: Panorama Cima di Cece.

    7: Sanftes Abendlicht.

    8: Campanile di Cece.

    9: Lago di Morenga mit Monster-Schafherde.

    10: Ausblick vom meinem Biwakplatz.



    Nachdem ich mir wie jeden Sommer mit meiner Freundin eine Woche "Urlaub" vom Bergsteigen bei einem genialen Festival in Sachsen-Anhalt genommen habe, bin ich jetzt natürlich wieder voll motiviert. Heute hab ich die Rundtour über die Kampen bei Lenggries gemacht. Sehr lohnend: Erst schön schattig im Wald und dann ab dem Seekarkreuz sehr aussichtsreich am Kamm entlang.

    Route: Schloss Hohenburg - Grasleitensteig zur Lenggrieser Hütte (nicht gut ausgeschildert) - Seekarkreuz - Kampen - Hirschtalsattel - Hirschtal - Hohenburg.

    Anforderungen: Etwa 1100 Hm und 15 Km, 5-6 Stunden. T3 mit einer kurzen Stelle T4 unter dem Spitzkamp.



    Bilder:


    1: Schöne Morgenstimmung in Lenggries.

    2: Blick zur Zugspitze vom Grasleitensteig.

    3: Seekarkreuz und das Almgebiet um die Lenggrieser Hütte.

    4: Tolles Panorama am Seekarkreuz.

    5: Die "Schlüsselstelle".

    6/7: Unterwegs am Kamm der Kampen.

    8: Tegernsee vom Ochsenkamp aus.



    Der einsame Weg auf einen beliebten Berg.

    Am Montag war ich im Rofan unterwegs und hab die Runde auf's Kotalmjoch noch mit dem Hochiss verbunden. Sehr lohnende Tour!

    Route: Schwarzenau - Kotalm Nieder-, Mittel-, und Hochleger - Steinernes Törl - Streichkopfgatterl - Hochiss - Streichkopfgatterl. Ab hier weglos über den Kamm zum Kotalmjoch und ebenso weglos zum Hochleger hinab. Nun am Anstiegsweg zurück. Es lohnt sich dabei, einen kurzen Schlenker zu den Quellen des Schwarzenau-Bachs zu machen, um sich dort abzufrischen.

    Diese Route ist die "Sommervariante", da man im Aufstieg dank West- und Nordexposition fast komplett im Schatten gehen kann. An kühlen Tagen besser andersherum.

    Anforderungen: 1500 Hm, knappe 18 Km, um 6 Stunden. An sich T3 mit ein paar kurzen Stellen T4.


    Bilder:


    1/2 Schöner Lärchen- und Zirbenwald zwischen Mittel- und Hochleger.

    3: Steinernes Törl.

    4-6: Großartige Ausblicke prägen den oberen Teil der Tour.

    7: Weglos am Kamm zum Kotalmjoch.

    8: Eindrucksvoller Blick in die Nordwände des Rofan.

    9/10: Am Quellbach, wo das Wasser immer sehr kalt ist.