Beiträge von Andreas84

    Eine große Rundtour im Sennes-Gebiet

    stand heute auf dem Plan. Ich bin gestern nach der Arbeit Richtung Cortina gefahren und habe noch eine kleine Abendtour zur Plätzwiese vom PP "Im Gemärk" aus gemacht, bevor ich zu meinem Schlafplatz gefahren bin.

    Heute gab es dann folgende Tour: Von der Ponte Felizon hoch nach San Uberto (auch ein PP, aber der kostet 8 Euro - da nehme ich den kurzen Zusatzweg gerne in Kauf) und auf schönem Steig, oft am Boite-Bach entlang, hoch zur Malga Ra Stua. Nun habe ich nicht die Forststraße genutzt, sondern bin auf einem schattigen, unmarkierten Steig bis zum Lago de Rudo gegangen. Sollte sich da jemand einen Badesee darunter vorstellen, soll gesagt sein, dass es sich dabei eher um ein Batzloch mit viel Kuhscheiße handelt 😉. Vom "See" entgegen der Beschilderung auf mit Stoamandln - ja, es sind Mandln und keine "Steinpersonen" wie mancher Woke es vielleicht gerne hätte - markiertem Steig zum Gipfel der Lavinores. Dieser wird überschritten und es geht jenseits etwas ruppig hinab zur Fodara-Vedla-Hütte. Weiter zur Sennes-Hütte und von dort zum Großen Fosses-See (auch nicht zum Baden geeignet, aber dieses Mal nicht wegen Kühen, sondern weil hier eine riesige Schafherde das Ufer zugekotet hat.). An dem (fast ausgetrockneten - Hilfe! Der Klimawandel 😂) Kleinen Fosses-See wird es dann spannend, denn ich bin hier nicht dem Normalweg gefolgt, sondern dem ehemaligen Gaislkare-Höhenweg-Süd, der seit etwa 20 Jahren wegen Jagdinteressen - Pardon, ich wollte eigentlich "Natur- und Wildschutzgründen" schreiben - aufgelassen ist, gefolgt. Dank einiger einheimischer Enthusiasten ist dieser landschaftlich großartige Steig aber weiterhin begehbar, da die Latschengassen freigeschnitten werden und die Route mit Stoamandln markiert ist. Es ist übrigens deutlich einfacher, den Steig von den Fosses-Seen aus zu finden als anders herum - siehe meinen Bericht zur Croda d'Ancona letztes Jahr. Man kommt letztlich bei der Forcella de Lerosa heraus. Man könnte von hier wieder zur Malga Ra Stua kommen, aber das wäre doch langweilig, oder? Ich hab auch hier wieder einen alten Jagdsteig ausprobiert und bin dazu zunächst dem Steig Nummer 8 gefolgt, der letztlich am PP "Im Gemärk" herauskommen würde. Es gibt mehrere unbeschilderte Abzweige von diesem; den zweiten (fast nicht zu erkennen) habe ich genommen. Ein landschaftlich einfach großartiger Steig durch herrlich urigen Wald! Man kommt an der SS51 heraus, und ist schnell wieder bei der Ponte Felizon.

    Anforderungen: Viel auf und ab; ich schätze etwa 1700 Hm und 25 Km, 9-11 Stunden. Es geht an sich nicht über T3 hinaus, aber die Orientierung ist vor allem auf dem Gaislkar-Steig schon happig, weil es auch noch einige Abzweiger gibt, die einen in die Irre führen können. Dafür hat man auf dem Großteil der Tour eine Einsamkeitsgarantie. Nur zwischen Fodara-Vedla- und Sennes-Hütte ist natürlich Massenauflauf. Ich warte ja eh schon wieder auf die Meldungen vom totalen Chaos in den Dolomiten, weil sich die Touris an den Zinnen und der Seceda gegenseitig vom Steig schubsen. Die einzige Lösung sind dann freilich höhere Gebühren und Zugangsbeschränkungen... Pff... Wer ein bisserl was von Tourenplanung und Orientierung versteht, wird in den angeblich so überlaufenen Dolomiten schon sein Steiglein finden!

    Fazit: Eine wunderschöne Tour, die in meinem persönlichen Dolomiten-Ranking aber dennoch nicht in der Champions-League spielt. Einer technisch ambitionierteren Tour stand heute der (falsche) Wetterbericht im Weg, der ab Mittag vor Gewittern warnte. Die heutige Tour hätte in diesem Falle jederzeit abgekürzt/abgebrochen werden können.


    Bilder:


    1: Ein Bild von gestern: Abendlicher Blick zum Cristallo.

    2: Der Gipfel links ist die Lavinores.

    3: Gipfelpanorama Richtung Tofane.

    4: Kuhidyll und Hohe Gaisl.

    5: Fosses-See und Seekofel.

    6/7: Am Gaislkar-Steig.

    8: Wow!

    9: Auf dem urigen Jagdsteig.

    10: Badestelle am Boite-Bach in der Nähe meines Übernachtungsplatzes.


    Heute wollte ich nur eine kurze Tour machen und dann am Hintersteiner See baden. Normalerweise verbinde ich das immer mit der Scheffauer-Überschreitung, aber auf dem war ich in den letzten zwei Wochen schon zwei Mal - zuletzt mit Laurenz am Sonntag nach der Cevedale-Tour. Der Zettenkaiserkopf ist vom See aus schnell erreicht und man kann den restlichen Tag schön auf der Liegewiese verbringen.

    Route: Vom See zur Walleralm und dann noch ein kurzes Stück weiter auf der Forststraße, bis rechts Pfadspuren erkennbar sind (siehe Bilder). Der Steig ist nicht ausgeschildert oder markiert; früher verlor er sich im Wald immer mal wieder, aber mittlerweile ist er so gut ausgetreten, dass man sich eigentlich nicht mehr verlaufen kann. Obacht nur bei einer erdigen Steilrinne: Es geht nicht durch diese hoch, sondern man geht noch um ein Eck, wo man ein Kletterseil findet, dass vor allem im Abstieg hilfreich ist (siehe ebenfalls bei den Bildern). Vom Gipfel am gleichen Weg zurück.

    Anforderungen: 800 Hm, etwa 8 Km, 3-4 Stunden. Die obersten 250 Hm T4. Bei Nässe kann der steile, erdige Steig sehr unangenehm sein.

    Man muss die Tour nicht hochjubeln, aber der Gipfel ist von Fauna (seltene Schmetterlinge) und Flora her sehr interessant und bietet ein großartiges Panorama. Außerdem ist natürlich viel weniger los als sonst im Koasa. Heute habe ich dort niemanden getroffen.


    Bilder:


    1: An der Waller Alm.

    2: Hier beginnt der Steig.

    3: Da geht's nicht hoch,

    4: sondern da.

    5/6: Tolles Panorama.

    7: Die Außerirdischen kommen!

    8: Am See.



    Die große Salfeins-Runde mache ich gerne bei halbschaarigem Wetter, weil sie einfach ist, sehr liebliche Landschaftseindrücke bietet und es oft schöne Wolkenstimmungen rund um die Kalkkögel gibt. Gestern bin ich erst mittags los, nachdem die letzten Schauer abgezogen sind.

    Route: Über die Salfeins Alm zum gleichnamigen See und dann in herrlicher Kammwanderung über die oben genannten Gipfel. Vom Schaflegerkogel ins Schafjöchl und hinab zum Sendersbach, an dem entlang man 5 Km gemütlich über die Kemater Alm (Montag Ruhetag) zum Ausgangspunkt zurückschlendert. Die Tour kann an mehreren Stellen abgekürzt werden.

    Anforderungen: 1300 Hm, 15 Km, 6-7 Stunden. Ganz einfach, maximal T3. Gestern durfte ich aber wieder einmal feststellen, dass das, was für unsereins "einfach" ist, für andere eine Grenzerfahrung sein kann. Beim Abstieg habe ich drei junge Engländer überholt, die etwas überfordert wirkten. "Are you okay?" fragte ich. "Yes, but it's very steep!" Naja, ich hätte "mittelflach" gesagt, aber mit Stadtschüchen schaut die Sache vielleicht anders aus...


    Bilder:


    1: Kuhidylle mit Kalkkögel-Blick.

    2: Für das klassische Kalkkögel-Spiegelbild hat der Salfeins-See momentan zu wenig Wasser.

    3: Toller Inntalblick.

    4/5: Zum Grieskogel geht es durch herrlichen, lichten Zirbenwald. Was mich hier sehr gefreut hat, ist, dass die jungen Zirben sich von dem Schneeschimmel letztes Jahr gut erholt haben. Da waren alle Bäumchen unter 1,50 m massiv davon befallen.

    6: Rückblick über den Kamm Richtung Karwendel.

    7: Die Alpenrosenblüte liegt auch in den Hochlagen in den letzten Zügen.

    8: Der "steile" Abstieg zum

    9/10: Sendersbach.


    Ein perfekter Hochtourentag!

    Gestern Abend bin mit Laurenz, dem ältesten Sohn (21) meiner Freundin, ins Martelltal gefahren, weil er mal eine Hochtour mit Gletscher machen wollte. Wir haben am Parkplatz übernachtet und sind um kurz nach 5 los, wobei eigentlich zunächst nur die Zufallspitze das Ziel war, aber es wurde dann viel mehr aus der ganzen Geschichte...

    Wir sind über die Zufallhütte zur Marteller Hütte aufgestiegen und dort zum Beginn des Fürkeleferners (nicht zur Furkelscharte!) und über diesen hoch zum Grat. Einfach perfekte Bedingungen: Im flachen unteren Teil aper, im "steileren" Bereich dann eine gute Schneeauflage und sehr gut zu gehen. Der Grat selbst ist komplett schneefrei.

    Am Gipfel, den wir schon um 10 erreicht haben, wurde dann wegen unser guten Form und den Bedingungen (Randspalte Richtung Cevedale gut eingeschneit), entschieden, diesen auf jeden Fall noch "mitzunehmen". Und als Laurenz fragte, ob man denn unbedingt auf dem Anstiegsweg zurück müsse, habe ich dann nach kurzem Überlegen gesagt. "Mir kanntn scho a auf da Südseitn obsteing, aber dann miassma hoid ordentlich wieder auffe, dass man zruck kemman."

    So wurde es gemacht: Rüber zum Gipfel des Cevedale (zur Zeit völlig problemlos) und über den noch gut eingeschneiten Cevedale-Gletscher zu dessen Ende (ca. 3000m) hinab und weiter auf ziemlich schlecht markiertem "Steig" - eher Schuttgestopsel - Richtung Rifugio Larcher. Von dort hinauf (gute 400 Hm) zur Fürkelescharte und jenseits (fast) gletscherfrei über die Marteller Hütte ins Tal. (Wir haben ab der Hütte eine andere Variante als den Anstiegsweg genommen.)

    Anforderungen: 2400 Hm, um 25 Km, 11-14 Stunden. Hochtour L+, T4 mit wenigen Stellen I. Wir sind ohne Seil gegangen, was ich auf dieser Route für absolut vertretbar halte, wenn man die seltenen Spaltenzonen meidet . Ich kenne das Gebiet aber halt auch extrem gut und war schon sehr oft hier unterwegs. Steigeisen sind obligatorisch, aber der Pickel war heute auch nur für's Foto dabei...

    Was mich wirklich extrem gewundert hat, ist, dass gar nicht los war. Drei Hanseln an der Zufall, acht am Cevedale und auf der Abstiegsroute niemand. Auch nirgends Gegenverkehr. Und das an einem nicht zu warmen Samstag mit perfekten Bedingungen. Diese werden in den nächsten Wochen sicher schlechter, also eisiger werden.


    Bilder:


    1: Die Königsspitze spiegelt sich frühmorgens in einem kleinen Seenauge bei der Marteller Hütte.

    2: Hier geht es auf den Fürkeleferner.

    3: Sehr gute Bedingungen.

    4: Schneefrei präsentiert sich der Grat und

    5/6: unproblematisch ist der Übergang von der Zufall zum Cevedale.

    7: Cevedale: Laurenz war hier!

    8: Und ich auch (zum 20. Mal oder so).

    9: Abstieg am Cevedale Gletscher.

    10. Idyllische Landschaft im unteren Teil.



    Zwei Traumtage in der Silvretta.

    Am Freitag bin ich mit Katrin und Michael in die Silvretta gefahren und wir haben die Tourenmöglichkeiten um die Saarbrücker Hütte ein bisserl ausgekundschaftet. Wir waren mit leichtem Gepäck unterwegs, weil wir nicht vorhatten, die hier möglichen Gletscher- und/oder Klettertouren zu machen. Und weil meine Begleiter auch die Sanni, ihren Hund, dabei hatten.

    Freitag: Aufstieg zur Hütte durch das malerische Klostertal und über den Litznersattel, von dem aus wir noch den Sattelkopf mitgenommen haben. Übernachtet haben wir dann auf der sehr schönen Saarbrücker Hütte, die ganz familiär geführt wird. Sehr zu empfehlen!

    Samstag: Zunächst sind wir zur Seelücke (2771m) hoch und jenseits in Schweizer Gebiet hinab, bis es zum Plattenjoch (2728) hochgeht, von dem aus man unbedingt die Westliche Plattenspitze mitnehmen sollte. Wieder zurück im Joch geht es hinab zur Tübinger Hütte, die zwar erst am Mittwoch offiziell öffnet, wo man heute aber auch schon ein Kaltgetränk und etwas zu essen bekam. Es folgt ein weiterer Anstieg ins Hochmadererjoch (2505m), von dem man den gleichnamigen Gipfel (2823m) mitnehmen könnte. Darauf haben wir aber wohlweislich verzichtet - genau als wir später wieder beim Auto waren, hat es Vollgas zu gewittern begonnen. Der Abstieg vom Joch erfolgt Richtung Vermuntstausee, von dem aus es nochmals einen (landschaftlich schönen) Gegenanstieg zur Bieler Höhe braucht.

    Anforderungen: Insgesamt gute 2000 Hm und knappe 35 Km, 12-14 Stunden, wobei etwa 2/3 der Zeit für die zweite Etappe benötigt werden. Nur die Gipfelabstecher T4, der Rest einfacher.

    Schneelage: Im Bereich der hochgelegenen Scharten/Jöcher teils große Schneefelder mit meist gutem Trittfirn, aber viel weniger Schnee als sonst Ende Juni.

    Herrliche Tour in herrlicher Landschaft!


    Bilder:


    Freitag:

    1/2: Im Klostertal.

    3/4: Kurz vor dem Litznersattel.

    5: Die wunderschöne Saarbrücker Hütte.


    Samstag:

    6: Großer Litzner und Seehorn.

    7: Blick von der Seelücke.

    8: Gewaltige Aussicht von der Westlichen Plattenspitze.

    9: Erinnerung an den Winter.

    10: Tüpfelenziane an der Tübinger Hütte.



    Bergsteigen und Baden.

    Es gibt wenige Touren, die sich vor allem bei heißem Wetter so gut für diese Kombination eignen wie die Überschreitung des Scheffauers: Hoch über die schattige Nordseite, sich beim extrem sonnigen Abstieg ordentlich aufheizen und dann in den kühlen Hintersteiner See eintauchen. Herrlich!

    Route: Vom See über die Waller Almen zum Hochegg und jenseits hinab bis kurz vor die Kaindlhütte. Hier beginnt der Widauer-Steig, der durch die Nordflanke des Scheffauers führt und erst kurz vor Mittag in die Sonne kommt. Vom Gipfel auf dem südseitigen Normalweg hinunter und zurück zum See. Der Normalweg ist nach dem Felssturz wieder ohne Probleme begehbar, wobei die jetzige Route noch etwas provisorisch wirkt (Kletterseil statt Stahlseil).

    Anforderungen: 1400 Hm und knappe 15 Km, 5-6 Stunden. Der Widauer-Steig ist sehr alpin mit vielen Versicherungen (KS A/B bzw T5, der Abstieg ist im oberen Teil mit T4 zu bewerten. Der Widauer kann von tüchtigen Berggehern ohne KS-Set begangen werden.

    Die Tour ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, das ich heute auf der mittlerweile komplett schneefreien Nordroute exklusiv hatte.

    Sonstiges: Ich habe mich am See gewundert, dass so viele Leute schon relativ früh heim sind. Erst dachte ich: "Kommt ein Gewitter?", doch dann wurde mir klar, dass ja heute Österreich gegen Argentinien spielt und ich bin auch heim, um mir das Spiel anzuschauen. Schade, dass die Ösis verloren haben - ein Untentschieden wäre schon verdient gewesen. Aber Messi ist halt Messi und der GOAT kennt halt keine Altersmilde...


    Bilder:


    1: Waller Almen mit Blick ins Inntal.

    2: Am Weg zum Hochegg.

    3: Abstieg zur Kaindlhütte.

    4/5: Großartige Landschaftseindrücke kurz vor dem Beginn des Widauer-Steigs

    6/7: Die steileren Passagen des Steigs.

    8: Rückblick nach Bayern.

    9: Der Felsausbruch am Normalweg.

    10: Hintersteiner See.



    Die Alpenrosen-Tour schlechthin.

    Momentan stehen die Alpenrosen ja in voller Blüte und besonders schön ist um diese Zeit die Tour auf den Schafsiedel.

    Zur Zeit gestaltet sich die Anreise nach Kelchsau aber etwas umständlich, da die Hauptstraße noch bis Anfang August wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Es gibt zwar eine Umleitung über eine schmale Nebenstraße, aber für die wird die Ampel nur zwei Mal in der Stunde für 5 Minuten auf Grün geschaltet, was Wartezeiten von bis zu 25 Minuten bedeuten kann.

    Zur Tour selbst: Auf dem üblichen Anstieg zur Neuen Bamberger Hütte und dann über die drei Wildalmseen zum Gipfel. Zurück auf dem gleichen Weg.

    Anforderungen: 1300 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Ein Bad in einem der Seen ist sehr zu empfehlen, wobei ich den mittleren bevorzuge.


    Bilder:


    1: Zu Beginn der Tour geht es am Bach entlang.

    2: Wollgraswiese.

    3: Almrausch, wohin das Auge blickt.

    4-8:

    Über die drei Wildalmseen

    Musst du gehn

    Willst du am Schafsiedel stehn.

    9: Blick zum Venediger.

    10: Schöner Badeplatz.


    Wasserfälle, Bergseen und ein großartiges Panorama.

    Da das Wetter für heute (fälschlicherweise) instabil und gewitteranfällig angesagt war, hab ich mir eine eher kurze Tour ausgesucht und bin auf die Mairspitze im Stubai. Am lohnendsten ist das Ganze natürlich als Rundtour.

    Route: PP - Nürnberger Hütte - Mairspitze - Sulzenauhütte - Grawa-Wasserfall und am Talwanderweg zurück zum PP.

    Am schönsten an der Tour ist der Abstieg mit den vielen Seen und Wasserfällen.

    Anforderungen: 1500 Hm, knapp 18 Km, 7-8 Stunden. Gipfelbereich Mairspitze T4, sonst leichter. Komplett schneefrei.

    Sonstiges: Auch der Normalweg auf den Wilden Freiger hat nur noch sehr wenig Schnee.


    Bilder:


    1: Langental-Wasserfall.

    2: Die ersten Wandersleut kommen mir entgegen.

    3: Blick zu den Feuersteinen.

    4: Die Stubaier Prominenz steht im Zentrum des Panoramas der Mairspitze.

    5: Der Feiger und sein Spiegelbild.

    6: Grünausee - da kann man schon ein paar Züge schwimmen.

    7: Sulzenautal.

    8: Der Sulzenau-Wasserfall ist und bleibt einfach gewaltig, egal wie oft ich ihn sehe.

    9: Grawa-Wasserfall.



    Heute habe ich bei dem herrlichen Wetter eine etwas größere Runde hinten im Zillergrund gemacht.

    Route: Vom PP auf dem schönen Steig hoch zum Stausse und weiter zur Plauener Hütte. Wenn man früh genug (7 Uhr) startet, kann man den ganzen Anstieg dank Nord- und Westausrichtung im Schatten gehen. Der Weiterweg zum Rainbachköpfl ist seit kurzer Zeit komplett schneefrei. Vom Gipfel wieder zur Hütte und nun über den Hannemannweg in den wirklich allerhintersten Zillergrund Richtung Heiliggeistjöchl. Kurz vor diesem bei einem Wegweiser rechts hinunter Richtung Hohenaualm. Im Talgrund kommt man direkt bei der Quelle des Ziller heraus. Ein herrlicher Ort! Nun steht ein langer, aber schöner Rückweg über die Alm und am Stausee entlang an.

    Anforderungen: Etwa 1500 Hm und gut 25 Km Strecke, 8-10 Stunden. Nur die obersten 150 Hm am Rainbachköpfl T4 mit ein paar Versicherungen, sonst einfacher.

    Eine landschaftlich extrem schöne Tour und am Hannemannweg fast immer einsam.

    Schneelage allgemein. Etwas mehr Schnee als im Stubai. Schattseitig bis 2500 Meter herunter große Schneefelder, ab 2700 geschlossene Schneedecke. Auf dem Weg zur Richterspitze gibt es noch ein großes Schneefeld, der Klettersteig sollte aber weitgehend schneefrei sein. Aber ohne Gewähr, da ich diesen nicht komplett einsehen konnte.


    Bilder:


    1: Morgenstimmung am Stausee.

    2: Vorbildlich, die VERBUND AG! Haben die doch tatsächlich einen Hitzeschutzraum gebaut. 🤗

    3: Kuchlmooskopf und Reichenspitze dominieren die Ausblicke auf weiten Strecken der Tour.

    4: Großartige Lage: Plauener Hütte.

    5: Das Rainbachköpfl.

    6: Am Gipfel.

    7/8: Zillerquelle. Super zum Abfrischen, aber natürlich saukalt!

    9: Da bekommt ein Geologe feuchte Hände: Was für ein mustergültiges Trogtal!

    10: Wasserfälle sind immer schön.



    Zum Mutterberger See wollte ich schon lange einmal, aber bisher hat mich die leichte Erreichbarkeit mit den Stubaier Gletscherbahnen davon abgehalten, weil wenn Hinz und Kunzine da rumlaufen, macht's mir halt keine Freude.

    Glücklicherweise gehen die Lifte erst am Wochenende in den Sommerbetrieb und so war heute der passende Tag. Jetzt galt es nur noch eine attraktive Route auszutüfteln, weil einfach nur hoch und runter ist ein bisserl kurz. Ich glaub, ich hatte da eine ganz gute Idee, die viele Stubaier Naturjuwelen miteinander verbindet.

    Route: Es geht mir dem Grawa-Wasserfall gleich spektakulär los und mit dem Sulzenau-Wasserfall ebenso weiter. Von der bereits geöffneten Sulzenauhütte zum gleichnamigen See am Fuße des Gletschers eben jenes Namens. Hoch ins Peiljoch, runter zur Dresdner Hütte, wieder hoch zum Egesensgrat, runter zum Stubaier Höhenweg und wieder ein Stück hoch zum Mutterberger See. Auch der Abstieg von dort zum PP der Gletscherbahnen ist extrem schön und führt an zwei Hochmooren vorbei, später dann durch lichten Zirbenwald. Das letzte Stück gemütlich auf dem Talwanderweg zurück zur Grawaalm. Landschaftlich ist die Tour unglaublich abwechslungsreich und schön. Viele Wasserfälle, kleinere See und tolle Ausblicke. Auch das kurze Stück durch's Skigebiet trübt den Genuss nicht. Prädikat: Besonders empfehlenswert.

    Anforderungen: 2000 Hm, gute 25 Km, 8-10 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus und komplett schneefrei.

    Schneelage allgemein: Unter 2500m kein Schnee mehr, darüber einzelne, auch größere Schneefelder. Geschlossene Schneedecke nur auf den Gletschern. Der Stubaier Höhenweg sollte also schon wirklich gut gehen, auch wenn an einzelnen Übergängen noch mit Schnee zu rechnen ist. Bis auf die Dresdner Hütte haben ab nächsten Wochenende alle Hütten offen, aber es ist ja nicht unmöglich, an einem Tag von der Neuen Regensburger zur Sulzenauhütte zu laufen... Die Dresdner öffnet erst am 26. Juni.


    Bilder:


    1: Das große Amphitheater bei der Sulzenaualm.

    2: Sulzenau-Wasserfall.

    3: Sulzenausee. Der Fernerstuben-Gletscher (von links kommend) erreicht den See übrigens immer noch - genau hinschauen, dann sieht man es.

    4: Im Peiljoch mit Blick auf Zuckerhütl und Wilden Pfaff.

    5: Egesensee.

    6: Egesengrat.

    7: Am Mutterberger See.

    8: Eines der Hochmoore inklusive kleiner Seen.

    9: Schöner Zirbenwald.

    10: Spektakulärer Wasserfall mitten im Wald.


    Mal was Neues in der Bergheimat.

    Heute bin ich einfach am Vormittag nach Bad Feilnbach gefahren, ohne mir genau überlegt zu haben, was ich eigentlich machen will. Heraus kam dabei eine Neutour, die wahrscheinlich so gut wie nie gemacht wird.

    Zunächst bin ich zur Hillstoana Alm und weiter auf dem Steig im Gurglgraben, wo ich dann spontan entscheiden habe, zur Schlossalm abzuzweigen. Kurz nach dieser gibt einen nicht ausgeschilderten, aber markierten Steig zur Haidwandhöhle. Bei dieser, aus der ein eisiger Lufthauch weht, habe ich festgestellt, dass ganz sachte Pfadspuren weiterführen. Das probier ich doch gleich aus! Der Pfad verliert sich gleich wieder, aber ein Blick in die Karte verriet mir, dass es vom Gelände her möglich sein müsste, den Kamm zwischen Haid- und Hochsalwand zu erreichen und so war es dann auch. Über steile und zuletzt sehr steile Wiesenhänge bin ich hoch und am Kamm auf den Steig gestoßen. Landschaftlich und botanisch eine tolle weglose Route!

    Weiter: Hochsalwand - Rampoldplatte - Einkehr auf der Schuhbräualm - PP über Niggelsteig.

    Anforderungen: Etwa 800 Hm, 12 Km, um 4 Stunden. Der weglose Abschnitt T4, sonst leichter.

    Am Vormittag waren die Steige noch etwas rutschig, aber am Nachmittag war fast alles wieder trocken.


    Bilder:


    1/2: Bei der Schlossalm.

    3-5: Der schöne Steig zur

    6: Haidwandhöhle.

    7/8: Der weglose Abschnitt sieht hier flacher aus als er ist.

    9: Kurz unter dem Gipfel der Hochsalwand.

    10: Brotzeit auf der Schuhbräualm. Wie immer super. Echt fein, dass es dort seit ein paar Jahren Flötzinger gibt und nicht mehr den Ayinger-Wasch.


    Das mit den privilegierten Kreisen war nicht speziell auf den Jägerkamp bezogen. Man darf sich das in etwa so vorstellen, wie beim "Bullen von Tölz", wenn der Rambold-Toni und der Staatssekretär von Gluck für ihre Mauscheleien auf die schöne Almhütte zum Jagdausflug mit "Extras" laden. Man braucht nur mal im Karwendel schauen, wer die großen Grundbesitzer oder Jagdpächter sind und darf sich dann fragen, warum es dort so viele Verboten für den einfachen Alpinisten/Wanderer gibt, andere aber mit Jeep etc ganzjährig da rum fahren dürfen. Ich könnte jetzt freilich noch genauer ins Detail gehen, aber da kommen dann vielleicht von Seiten der "Privilegierten" juristische Drohungen. Ist nicht so, dass das bei Berichten von mir im Forum nicht schon so gewesen wäre...

    Einsamer geht es kaum.

    Gestern sind Katrin und Michael zu mir gestoßen; wir hatten uns zu einer ganz urigen Unternehmung in den Friulanischen Dolomiten verabredet. Das Val Mesath liegt sehr abgelegen auf der Rückseite des Monte Toc. Das ist jener Berg, dessen Flanken am 9. Oktober 1963 aufgrund grober Fehler bei der geologischen Einschätzung in den Vajont-Stausee stürzten und die beispiellose Flutkatastrophe von Longarone auslösten.

    Gestern sind wir bei sehr schlechtem Wetter (Vorhersage war deutlich besser) nur zum Rifugio Casera Ditta aufgestiegen und haben dort übernachtet. Zunächst einige Worte zur Hütte: Diese liegt sehr schön im Talkessel und lässt sich am besten mit "äußerst rustikal" beschreiben. Es ist keine AV-Hütte, sondern im Privatbesitz von Adriano, der dort seit 25 Jahren ganzjährig lebt. Adriano lässt sich am besten als altlinker Aussteiger beschreiben, der in erster Linie dort leben möchte und den Gastbetrieb (ebenfalls ganzjährig) nur anbietet, um das nötigste Geld zu erwirtschaften. Daher beschränkt sich das Speisenangebot nur auf das Nötigste und die Lager sind sehr spartanisch. Dafür dann aber recht teuer mit 80 Euro für Übernachtung + Halbpension. Wichtig zu wissen ist, dass Adriano Gäste nur bei vorheriger telefonischer Anmeldung aufnimmt (gilt auch für Tagesgäste). Bevor das jetzt zu negativ klingt: Der Adriano ist schon ein netter, umgänglicher Mensch, mit dem sich gut ratschen lässt (,wenn man Italienisch kann). Außerdem hat er die wenigen Kletterrouten im Gebiet (Cima di Pin) in den 80er und 90er Jahren erschlossen, zum Teil mit dem berühmten Alessandro Gogna.

    Heute haben wir bei Traumwetter dann eine schöne Rundtour gemacht: Casera Ditta - Forcella Bassa - Forcella Malbarc - Forcella Agre - Forcella di Canduabo - Casera Ditta und anschließend wieder ins Tal zurück. Den Gipfel des Corno Bianco erreicht man dabei nicht, sondern geht 50 Meter unter ihm vorbei. Die Route ist wie alle im Gebiet sehr abenteuerlich, da die Steige zwar markiert sind, aber nicht mehr instand gehalten werden. Aufgrund der sehr geringen Frequentierung sind Pfadspuren oft nur zu erahnen und es gilt immer wieder kurze heikle Stellen zu überwinden, wo der "Steig" abgerutscht ist. Guter Orientierungssinn ist unabdingbar. Über T4 geht es dennoch nicht hinaus, da nicht geklettert werden muss. Landschaftlich absolut traumhaft!

    Gesamtlänge der Tour, wenn man sie sich als Tagestour von Erto aus denkt: 1200 Hm, 25 Km, 8-10 Stunden.


    Bilder:


    1-3: Rifugio Casera Ditta.

    4-9: Eindrücke von einer völlig vergessenen Traumtour.

    10: In dieser Kilometer langen Felsflucht (links Cima di Pin) gäbe es laut Adriano noch viele Kletterrouten zu erschließen. Warum macht das keiner? Extrem lange, sehr "botanische" Zustiege und halt sehr abenteuerlich. Die vorhandenen alten Routen wurden im Alpinstil erschlossen und es gibt dort keine Bohrhaken.


    Cimonega Standard - also eine fantastische Tour!

    Wenn jemand mal eine Tour in der Cimonega findet, die nicht außergewöhnlich schön ist, darf er sich gerne bei mir melden - das glaube ich nämlich erst, wenn ich es sehe...

    Heute war ich im Val di San Martino - das ist ein Tal neben dem deutlich bekannteren Val Canzoi, wo ich momentan im Auto übernachte. Die Tour führt zunächst durch schöne Buchenwälder und später aussichtsreich am Kamm entlang. Der Höhepunkt kommt aber ganz am Ende mit den beeindruckenden Wasserfällen des Stien-Bachs.

    Route: Zunächst geht es von Lasen auf einem gemütlichen Steig hinab zum Stien-Bach und an diesem entlang hinauf bis zu einer Abzweigung. Rechts auf Steig 803 hoch zur Forcella Scarnia, wo ein weiterer Steig aus dem Val Canzoi einmündet. Nun geht es hoch zu einer Wegmarke namens "Scarnion". Hier trifft man auf den 801er, dem man nach links Richtung Rifugio Piaz folgt. Anmerkung: Dieser phantastische Höhenweg verbindet Rifugio Piaz und Rifugio Boz und ist Teil des Dolomiten Höhenwegs 2. Der von mir heute begangene Abschnitt ist wirklich einfach, aber in die andere Richtung - von Scarnion zum R. Boz - ist der Steig sehr ausgesetzt (und spektakulär). Ich habe diese Passage letztes Jahr im Beitrag zum Sasso Scarnia beschrieben. Zurück zur Route: Die beiden Gipfel erreicht man weglos, aber unschwierig mit geringem Mehraufwand vom Höhenweg aus. Wer sich bei der Cima del Diavolo aber einen wilden Dolomitengiganten erwartet, wird enttäuscht, denn es ist ein unscheinbarer Gupf. Der Name kommt vermutlich von einem riesigen Felssturz, der das darunter liegende Almgelände verwüstete. Wahrscheinlich gibt es auch eine Sage dazu. Die hochmütigen Bauern haben frevelhaft in Milch gebadet und wurden dafür bestraft. Oder sie wollten eine Forststraße bauen...

    Nach den Gipfeln weiter am Höhenweg bis zum Passo Pietena (noch vor der Piaz Hütte), wo der Abstieg beginnt. Mit Steig 816 geht es wieder hinab zum Stien-Bach mit seinen Wasserfällen und schließlich zurück nach Lasen. Der 816er ist wieder ganz typisch Cimonega: Super markiert, aber im oberen Teil, der durch aufgelassenes Almgelände führt, ist der Pfad kaum zu erkennen. Erst im Wald ist der Steig wieder deutlich sichtbar. Bei Nebel ist hier also generell Vorsicht geboten, denn Markierung und Nummerierung heißt in der Cimonega nicht automatisch, dass auch wirklich ein Weg sichtbar ist. Und auch GPS hilft in dem oft extrem weitläufigen Gelände nur bedingt, weil man von den ortstypischen Hochebenen meist einen ganz kleinen Durchschlupf durch das Steilgelände in den mittleren Höhenlagen finden muss.

    Anforderungen: Da der tiefste Punkt unter 500 Metern liegt und es ein paar Gegenanstiege gibt, 2000 Hm und etwa 25 Km; 9-11 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Die Cimonega ist für mich wie schon oft gesagt ein Paradies. Auch heute habe ich wieder niemanden getroffen. Ehrlich muss man aber auch sagen, dass hier aufgrund der niedrigen Ausgangspunkte fast jede Tour damit beginnt, dass man zwei bis drei Stunden im Buchenwald (teils bis 1700 Meter) hochgeht bevor es aussichtsreich wird. Das ist vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack, aber ich liebe die schönen Lichtstimmungen im Wald sehr. Botanisch wird auch extrem viel geboten und ich sehe auf jeder Tour Blumen, die ich noch nie gesehen habe. Cimonega - ein Fest für's Leben! (Um Hemingway leicht abgewandelt zu zitieren.)


    Bilder:


    1: Schöner Buchenwald prägt die ersten zwei Stunden des Aufstiegs.

    2: Blick zum Monte San Mauro (1836m, schaut höher aus, oder?)

    3: So stellt man sich einen Dolomiten-Höhenweg vor.

    4: Pala-Panorama, rechts sieht man aber auch noch Piz Sagron und Sass de Mura (die höchsten Gipfel der Cimonega).

    5: Die großen Hochebenen sind charakteristisch für die Cimonega. Am bekanntesten sind die Piani Eterni über dem Val Canzoi, aber diese hier ist auch riesig. Im Vordergrund sieht man übrigens den Felssturz von der Cima del Diavolo. Sicher geologisch interessant wie es dazu kommen konnte. Das Gelände ist ja so flach, dass du da bei LWS 5 keine Lawine ausgelöst bekommst...

    6: Schöne Blumen auch im Schutt.

    7: Typische Wegverhältnisse: Seht ihr den Steig? Nebenbei: Ich habe noch nie dermaßen viele Tüpfel-Enziane gesehen wie auf dieser Hochebene; es sind Millionen, die in zwei bis drei Wochen blühen werden.

    8: Der Steig 816 windet sich geschickt durch das spektakuläre Steilgelände in mittlerer Höhenlage.

    9/10: Die Wasserfälle des Stien-Bachs.









    Eine Traumtour an einem Traumtag.

    Und zwischendrin sogar ein bisserl abenteuerlich, aber dazu später.

    Ich bin heute in der Früh von meinem Schlafplatz in Sagron auf die Südseite der Cimonega gefahren, um vom Passo Croce d'Aune mit dem Monte Pavione "den" Klassiker in der Cimonega zu machen, den ich bisher noch nicht kannte. Man kann sich den ersten Teil der Tour wie eine abgeschwächte Version der Rotwand-Tour am Spitzing vorstellen, denn es gibt mit dem Rifugio dal Piaz eine sehr frequentierte, mit Mountainbike erreichbare Hütte in unmittelbarer Nähe der ersten Gipfel. Dem entsprechend viel los ist auch, wobei es schon ab der Hütte weniger wird und nach dem Pavione ist dann Einsamkeit garantiert.

    Route: Zunächst geht es durch Wald und später aussichtsreich zum Rifugio Piaz. Vorteilhaft ist hier, dass dieser Wegabschnitt westexponiert, also am Vormittag schön schattig, ist. Nach der Hütte hab ich mir noch den kurzen Abstecher auf den Col Cesta (hin und zurück 15 Minuten) gegönnt, bevor ich die große Überschreitung der Gipfel in der oben angegebenen Reihenfolge in Angriff genommen habe. Es handelt sich dabei um einen zweistündigen Panorama-Spaziergang der Extra-Klasse, weshalb man die Tour auch unbedingt nur bei schönem Wetter machen sollte. Den Pavione habe ich in Richtung des gleichnamigen Passes überschritten. Im Passo di Pavione trifft der Nordanstieg aus dem Primörer Tal auf die Hauptroute und hier beginnt dann das "Abenteuer": Auf sachten Trittspuren bin ich zum Monte Vallazza hoch, an dessen Gipfel sich dann jede Pfadspuren verloren. In der Karte war eine Art Jägersteig eingezeichnet, aber den gab es nicht. Also weglos, unschwierig, aber teils sehr "botanisch" hinab, denn auf 1900 Meter sollte ein Schild sein, an dem ein richtiger Steig beginnt. Das schmucke, neue Schild habe ich bei einer verfallenen Alm auch gefunden und es gab gleich drei Wegweiser, die zuversichtlich drei verschiedene Steige anzeigen, von denen aber keiner zu erkennen ist 😂. Etwa 100 Hm unter dem Schild hab ich dann erste Trittspuren des Steiges 818 ausgemacht und nun ging es ohne weitere Probleme ins Tal. Der Steig 818 ist zurecht mit EE ausgezeichnet, was bei uns in etwa T4-5 ist, wobei sich das auf die Anforderungen in der Orientierung und nicht auf die alpine Schwierigkeit bezieht. Der gesamte Abstieg ist landschaftlich einfach großartig! Eigentlich schade, dass man ihn nicht mit ein paar Holzpflöcken als Markierung so herrichtet, dass auch Luigi Normale die Tour machen kann. Ich bin nach dem Abstieg im kleinen Weiler Col dei Mich herausgekommen und über die Via Claudia Augusta (Teer/Schotterstraße) zurück zum Ausgangspunkt (+ 250 Hm).

    Anforderungen: 1700 Hm, 25 Km, 8-10 Stunden. Bis zum Monte Pavione ganz einfach (T2-3), danach T4, aber nur wegen der Orientierung - nirgends Absturzgefahr.

    Insgesamt eine einfach geniale Tour, die neben dem Panorama auch von der Blumenpracht her extrem viel zu bieten hat!

    Sonstiges:

    1: Obacht mit den Schlangen - da sonnten sich heute einige direkt am Steig...

    2: Im ganzen Gebiet des Pavione gibt es herrlichstes Skitourengelände: Aber die Südexposition... Ich glaube, da gibt es nur ganz selten gute Bedingungen: Bei Neuschnee zu steil und ob da ja wirklich Firn entsteht, bevor alles wieder weg schmilzt..


    Bilder:


    1: Viele kleine Kunstwerke zieren den Weg zum Rifugio Piaz.

    2: Oberhalb der Waldgrenze beginnt der Panorama-Genuss.

    3: Rifugio Piaz.

    4: Am Col Cesta.

    5: Blumenpracht.

    6: Elegant schwingt sich der Kamm zum Pavione auf.

    7/8: Gewaltiges Dolomiten-Panorama.

    9: Kreuzotter räkelt sich am Weg.

    10: Der landschaftlich extrem beeindruckende Abstieg.



    Nicht jeder Plan geht auf.

    Ich bin ja momentan wieder in der Cimonega unterwegs und möchte hier die (gar nicht mehr so zahlreichen) Touren machen, die ich noch nicht kenne. Heute war folgende Route geplant: Von Sagron über den Passo Comedon zum Bivacco Feltre, über einen Teil der östlichen Traversata Cimonega zur Forcella dell' Omo und wieder zurück nach Sagron. Das ist sicher eine großartige Tour, die auch nur ganz selten gemacht wird, aber ich bin nicht mal bis zum Passo Comedon gekommen, da mich eine Kombination von steilem Altschnee und Steinschlaggefahr knapp 100 Meter unter dem Pass umdrehen ließ. Die kleinen, aber steilen Schneefelder wären dabei mit Grödeln gar nicht das Problem gewesen, aber dann kam eine Stelle mit einem frischen Felsausbruch, wo immer wieder Steine von oben runterpfiffen und die sich auch nicht umgehen ließ. Trotz Helm war mir das zu heikel und so bin hab ich umgedreht und hab spontan eine Rundtour durch die schönen Wälder oberhalb von Sagron gemacht - unter anderem war ich im Val delle Moneghe, am Pezzea-Bach und bei der alten Quecksilber-Mine. Da kam dann am Ende auch eine achtstündige Wanderung heraus.

    Die ursprüngliche Tour hätte einen Umfang von etwa 1600 Hm und 20-25 Km gehabt. Mit T4-5 zu bewerten.

    Anmerkung: In der Cimonega sind alle Steige blendend markiert; dennoch gibt es oft nicht einmal eine Trittspur.


    Bilder:


    1: Das Wetter war heute deutlich schlechter als angekündigt, aber dennoch passabel zum Wandern.

    2: Hinter dem Schneefeld konnte ich mich vorbeischummeln.

    3: Da wo der Fels heller ist, ist die Steinschlagzone.

    4/5: Spektakuläre Blicke nach nah und fern.

    6/7: Am Pezzea-Bach.

    8-10: Dolomitenzauber an meinem heutigen Übernachtungsplatz in Sagron.


    Kleine Tour mit vielen Glanzlichtern.

    Ich bin heute Mittag mal wieder zu einer Exkursion in die südlichen Dolomiten aufgebrochen und hab am frühen Abend nach der Ankunft im "Zielgebiet" noch eine kleine Tour gemacht. Eigentlich wollte ich dazu gar keinen Bericht schreiben, aber die Tour hat mir einfach so gut gefallen, dass ich es jetzt doch tue. Ich mache in den Dolomiten immer wieder die Erfahrung, dass selbst kleine Touren, die von Anspruch und Länge her ungefähr im Bereich "Bodenschneid vom Spitzingsee aus" liegen, einfach überwältigend schön sind. Das soll natürlich nicht gegen die reizvolle Tour auf die Bodenschneid sprechen...

    Route: Vom Passo Cereda auf Steig zur Malga Fossetta und weiter zum Passo Palughet. Den gleichnamigen Gipfel kann man aufgrund dichtester Latschen nicht erreichen, aber sei's drum. Weiter mit großartigen Blicken ins Herz der Cimonega auf der Südseite des Gipfels entlang, bis man zum einem Wegweiser kommt, der einen wieder zur Malga Fossetta leitet. Sehr empfehlenswert ist es aber, zunächst Steigspuren weiter am Kamm noch etwa 10 Minuten zu folgen, bis man zu einem großartigen Aussichtspunkt kommt, wo die Pala sich mit ihrer Südseite präsentiert. Ich bin dann zurück zum Abzweig und über die Malga Fossetta zurück zum Pass.

    Anforderungen: 600 Hm, 8 Km, 2-3 Stunden, geht nicht über T3 hinaus.


    Bilder:


    1/2: Botanisch höchst ansprechend geht es hoch zum Passo Palughet.

    3/4: Die dominanten Bergpersönlichkeiten in der Cimonega: Piz Sagron und Sass de Mura.

    5/6: Großartige Blicke in die Pala von dem beschriebenen Aussichtspunkt.

    7/8: Der Abstieg führt durch zauberhaften Lärchenwald.

    9/10: Mein heutiger Übernachtungsplatz im Val Canali (Pala).


    Eine der schönsten Touren in den heimischen Bergen.

    Noch - muss man ja leider wegen des geplanten unsäglichen Baus einer XL-Forststraße von Aurach zur Jägerbauernalm sagen. Ich hab die Tour schon vor zwei Wochen gemacht, kam damals aber leider nicht dazu, einen Bericht zu schreiben. Gestern bin ich die Tour mit Daniela nochmal gegangen.

    Bei der Tour vor zwei Wochen, habe ich bei der Benzingalm eine ältere Dame getroffen, die sich bei den Bemühungen der DAV-Sektion Leitzachtal gegen die Forststraße einsetzt, und länger mit ihr gesprochen. Hier einige Infos: Die Forststraße soll richtig groß werden: Im Wald mindestens 5 Meter und oberhalb der Benzingalm immer noch 4 Meter breit (Fahrbahn inklusive Bankette). Natürlich würde sie genau mitten durch die herrlichen Blumenwiesen oberhalb der Benzingalm führen. Ansonsten ist eh alles so wie ich es mir gedacht hatte. Vom Besitzer der Jägerbauernalm wird natürlich das "Nachhaltigkeits"-Argument gespielt, weil er die Alm ohne Forststraße auflassen will und das wäre ja so schlimm, weil dann die Biodiversität der Almwiesen weg wäre. Meine persönliche Meinung: Erstens Mumpitz und zweitens könnte man im Falle der Auflassung der Alm ja immer noch die Wiesen schwenden lassen. Das kommt sicher nicht teurer als die Forststraße. Für mich wenig verwunderlich, hat das Schein-Nachhaltigkeits-Argument bei den Grünen im örtlichen Gemeinderat gezündet, sodass diese den Bau befürworten... Vielleicht gleich ein Windrad auf den Jägerkamp, wenn die Straße eh schon da ist?

    So und nun zur Tour selbst: Wir sind zuerst auf den Aiplspitz, dann rüber zum Jägerkamp und über die Benzingalm wieder ins Tal. Die Passagen in den Latschen am Aiplspitz waren etwas rutschig, aber sonst perfekte Verhältnisse bei angenehmen Temperaturen und trotz Feiertag wenig los auf der Route.

    Anforderungen: Gute 1000 Hm und etwa 14 Km, 5-6 Stunden. Gipfelbereich Aiplspitz T4 mit ein paar leichten Kraxeleien, sonst einfacher.

    Gerne weise ich auch noch einmal darauf hin, bitte die Petition des DAV Leitzachtal, die Bernhard hier ja schon vor fünf Wochen eingestellt hat, zu unterzeichnen, wenn man möchte, dass das Gebiet so schön bleibt wie es jetzt ist.


    Bilder:


    1: Der untere Teil der Tour führt durch schönen Wald.

    2: Abzweig zum Aiplspitz.

    3: Aussichtsreicher Platz am Beginn des Gipfelgrats.

    4: Kurz vor dem Gipfel.

    5: Leichte Kletterstelle.

    6: Brotzeit auf der Benzingalm. Zum Feiertag gestern gab's (veganes) Schnitzel mit Kartoffelsalat.

    7-10: Diese herrlichen Blumenwiesen werden durch die neue Forststraße "nachhaltig" zerstört.


    Es gibt ja so Touren, bei denen man sich unterwegs fragt, warum man sie nicht öfter macht. So ging es mir auch gestern, denn diese Runde hatte ich vor ein paar Jahren mal gemacht und danach nie wieder. Das liegt wohl daran, dass der 1000-Hm-Abstieg auf einer Forststraße mir so im Gedächtnis blieb, dass ich den ansonsten großen landschaftlich Reiz der Tour fast völlig vergessen hatte. Gestern wollte es mein Glück, dass ich Daniela zum Arbeiten nach Kramsach gefahren habe und sich die Tour sozusagen aufdrängte.

    Was macht nun also den Reiz der Runde aus? Botanisch unglaublich vielfältig mit Millionen von Blumen, auch auf der Piste des ehemaligen Skigebiets. Dazu die großartige Landschaft am Zireiner See mit den geschichtssträchtigen Nordwänden des Rofan in unmittelbarer Nähe.

    Route: Vom PP zunächst auf einer Forststraße zur ehemaligen Mittelstation, wobei man diese so bald wie möglich verlässt, um über die blumenreiche Piste auf einem gut erkennbaren Steig weiter zu gehen. Nun zur Kreuzeinalm, wo ein Schild zum Rosskogel weist. Ab hier ist die Route glücklicherweise frisch und sehr gut markiert, denn es gibt nicht einmal Steigspuren oberhalb der Alm. Auf solche trifft man erst kurz vor dem Gipfel. Weiter in Stichpunkten: Zireiner See - Zireinalm - Bayreuther Hütte. Den Umweg (von der Alm kann man direkt zurück nach Kramsach) über die Hütte würde ich dringend empfehlen, da der Steig durch ganz urigen Wald führt. Von der Bayreuther folgt man auf der Forststraße immer der Beschilderung Kramsach Talstation.

    Anforderungen: 1500 Hm und gute 20 Km, 7-8 Stunden, geht nicht über T3 hinaus.

    Fazit: Wirklich großartige Tour und auch der Hatscher auf der Forststraße führt durch schönes Gelände.

    Sonstiges:

    1) Den Zireiner See kann man natürlich auch mit weniger Mühe von Brandenberg oder Steinberg aus erreichen, weshalb am Wochenende hier oft viel los ist. Gestern habe ich aber bis zur Bayreuther niemanden getroffen.

    2) Eine arge Sauerei hat sich einer der Bauern der Pletzachalmen gestern geleistet, indem er seine Gülle in den Haberbach geleitet hat. Pfui Teufel! Ich hab die Aktion selbst zwar nicht gesehen, aber das Ergebnis freilich schon (vor allem auch gerochen). Könnte natürlich auch ein Versehen/ein Unfall gewesen sein, aber...


    Bilder:


    1-3: Herrliche Blumenwiesen am Anstieg.

    4: Blick zum Guffert.

    5/6: Zireiner See.

    7: Der urige Waldsteig zur Bayreuther Hütte.

    8: Ausblick von dort.

    9: Ein doppelter Regenbogen als Krönung eines wunderbaren Tages.

    10: Gülle im Haberbach...😢




    Ein langwährendes Kammvergnügen

    sowie auch sonst herrliche Landschaftseindrücke bietet die Tour, die ich heute im Rofan gemacht habe.

    Route: Von Schwarzenau über Kotalm Nieder- und Mittelleger zum verfallenen Hochleger und ab hier weglos hinauf zum Kotalmjoch. Nun weiter weglos dem Kammverlauf über den Stuhlböcklkopf zum Streichkopf folgen, wo man auf den Steig trifft, der über die Dalfazer Wände führt. Abstieg von der Rotspitze zum Startplatz der Flieger und rechts zur Dalfazalm. Hoch ins Steinerne Törl und hinab zum Kotalm Hochleger und dann am Anstiegsweg zurück nach Schwarzenau. Ich lege im Bereich des Kotalm Mittellegers immer gerne einen kleinen Schlenker zu den Quellen des Schwarzenaubachs ein: Hier gibt es einige idyllische Platzerl und man kann sich abfrischen und/oder das Bier kühlen.

    Die Tour bot sich bei der unsicheren Wettervorhersage heute an, weil sie an vielen Stellen abgebrochen werden kann und man schnell wieder ins Tal kommt, wobei man dann halt mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurückfährt. Da man lange am Kamm unterwegs ist, lässt sich die Wetterentwicklung gut abschätzen. Dafür braucht man übrigens keine App, Erfahrung reicht und ist eh besser. Ich war fünf Minuten vor den ersten Regentropfen wieder am Parkplatz. 😉

    Anforderungen: 1700 Hm und etwa 25 Km Strecke, 7-9 Stunden. Dalfazer Wände T4, sonst leichter. Komplett schneefrei. Die weglosen Abschnitte sind bei Nässe und schlechter Sicht nicht zu empfehlen.

    Immer wieder eine superfeine Tour und außer im Bereich der Dalfazalm hab ich auch fast niemanden getroffen.


    Bilder:


    1: Schöner Kiefernwald beim Kotalm-Niederleger.

    2: Mittelleger und Klobenjoch.

    3: Für mich der schönste Platz im ganzen Rofan.

    4: Blumenpracht und Aussicht am Stuhlböcklkopf.

    5: Blick in die Rofan-Nordwände.

    6: Unterwegs am Dalfazer Kamm mit Karwendelblick.

    7: Am Dalfazer Rosskopf.

    8/9: Interessantes Wetter: An der Dalfazalm schaut es nach Gewitter aus, aber jenseits des Steinernen Törls bestes Wetter. Das lag daran, dass die ersten Gewitter am frühen Vormittag am Rofan vorbei ins Inntal gezogen sind. Kann man mit Blick zum Himmel erkennen; das Handy hätte wahrscheinlich gewarnt...

    10: Knapp unterhalb der angesprochenen Quellen.