Beiträge von Andreas84

    Klassiker im Pflerschtal.

    Diese großzügige Rundtour gehört für mich jedes Jahr zum Standardrepertoire. Bäche, Seen, Hochmoore, zwei schöne Hütten, ein 3000er und spektakuläre Nah- und Fernblicke - was will man mehr. Das Wetter war anfangs etwas wolkig und wurde später immer besser.

    Route: Vom PP zur Pflerscher Tribulaunhütte und weiter zum Hohen Zahn. Kurzer Zwischenabstieg und auf dem breiten Band unter dem Gipfelaufbau entlang, bis rechts der nicht ausgeschilderte und nur mit Stoamandln markierte Steig zum Gipfel beginnt. Zurück und Abstieg über Magdeburger Hütte und Furtalm.

    Anforderungen: 1800 Hm, 20 Km, 8-9 Stunden. Gipfel Weißwand T4, sonst T 3.

    Die Magdeburger Hütte hat heuer schon wieder neue Pächter. Jetzt gibt es anstatt der etwas raffinierteren, kulinarischen Kreationen wieder eher klassisches Hüttenessen, das aber wirklich gut ist.


    Bilder:


    1: Kleiner Wasserfall am Weg zur Tribulaunhütte.

    2: Eben diese. Ich würde mir ja als Hüttenwirt nicht die Fahne des Piratenvereins EU vors Haus hängen.

    3: Sandessee.

    4: Wolkenspiele zwischen Goldkappl und Tribulaunen.

    5: Gut zu sehen das markante Band an der Gesteinsgrenze der Weißwand.

    6: Am Gipfel.

    7: Die Steinböcke haben heuer sehr viel Nachwuchs.

    8: Der Rocholsee wird immer mehr zu einem Hochmoor.

    9: Auf der aussichtsreichen Terrasse der Magdeburger Hütte.

    10: Der König von Pflersch.


    Tolle Tour mit düsterem Hintergrund.

    Die Vajont-Katastrophe in Longarone ist ja vielen bekannt. Dass es sich dabei nicht um das einzige Staudamm-Unglück - eigentlich möchte man fast von Vorsatz und Geldgier sprechen - in Italien handelt, ist vermutlich im deutschsprachigen Raum weniger präsent. Schon kurz vor dem Bergrutsch in den Vajont-Stausee gab es am in der Nähe (Bosconero-Gruppe) liegenden Pontesei-Staudamm ein ähnliches Ereignis, das aufgrund des viel kleineren Stauvolumens aber nur einen Menschen (den Wärter) tötete. Anders verhält es sich beim der Diga del Gleno, einem Staudamm in den Bergamasker Alpen. Dieser stürzte im Gegensatz zu den Dolomiten-Staudämmen, die so phänomenal konstruiert waren, dass sie den Flutwellen Stand hielten (in Longarone starben wegen der Welle etwa 2000 Menschen; der "Fehler" lag hier bei der geologischen Einschätzung) und heute noch stehen, nur Wochen nach der Inbetriebnahme ein. Man hatte aus "Gründen" darauf verzichtet, Zement zu verwenden... (und aus den gleichen, finanziellen Gründen die ursprünglich

    geplante - und auch so bewilligte - Gewichtsstaumauer durch eine optisch ansprechende, aber ohne Zement fragile Bogenstaumauer ersetzt. Das macht einen heute sprachlos und kostete am 1. Dezember 1923 mindestens 356 Menschen in Dezzo und Bueggio das Leben. Vielleicht wird vor diesem Hintergrund auch klarer, warum es im Ultental momentan großen Widerstand seitens der Bevölkerung gegen die geplante Erweiterung der dortigen Staudämme gibt, die von der Alperia vorangetrieben wird, obwohl dort beim Zogg-Stausee in den letzten Jahren ungeklärte (oder besser gesagt nicht transparent gemachte) technische Probleme auftraten. Solche Sachen weiß man aber halt auch nur, wenn man viel in den italienischen Bergen unterwegs ist und dort viele Bekannte hat.

    Zurück in die Bergamasker Alpen: Wir sind von Pianezza über den Steig 411 zur Ruine des Stausees hoch. Das Wetter war extrem unsicher und Gewitter angekündigt. Dank meiner wie immer perfekten Tourenplanung konnten wir das starke Gewitter mit heftigem Graupel um 9 Uhr unter einem Felsüberhang abwettern, bevor es weiterging. Hm... Man kann Glück auch als Verdienst werten - vielleicht wäre ich ein guter Politiker... Nein, Spaß beiseite: Ich hab das Wetter schon genau beobachtet und als klar war, dass es bald rundgeht, haben wir den geschützten Ort genutzt. Danach gab es bald schönes Wetter. Von den Ruinen des Staudamms aus kann man den Gleno-See umrunden und kommt über die Steige 410 und 449 nach Pianezza zurück.

    Anforderungen: 600 Hm, 10 Km, 3-4 Stunden; maximal T3.

    Sehr lohnende Tour, die bei sicherem Wetter natürlich noch erweitert werden könnte.

    Bei der Anfahrt von Edolo haben wir einen fantastischen Übernachtungsplatz an der Straße durch die Scalve-Schlucht entdeckt. Übernachten im Auto (aber kein Camping) wird in der Provinz Bergamo übrigens geduldet.


    Bilder:


    1: Pianezza ist ein typisch malerischer italienischer Ort.

    2: Schöne Ausblicke auf dem Weg zum Stausee.

    3: Hier haben wir das Gewitter abgewartet.

    4: Hat schon ein bisserl gehagelt...

    5-7 Erschreckend und beeindruckend zugleich: Der kaputte Staudamm.

    8: Zauberstimmung im Wald.

    9: Großartige Landschaft.

    10: Scalve-Schlucht, wo wir übernachtet haben.



    Pragser Wildsee für Fortgeschrittene.

    Der liebe Gott hat es sinnigerweise so einzurichten gewusst, dass der über alle Maßen zauberhafte Lago d'Aviolo nicht wie sein Dolomiten-Pendant mit dem Auto, sondern nur auf einem sehr steilen, mitunter ruppigen Steig erreicht werden kann. An schönen Wochenenden wird dennoch viel los sein, aber wir hatten gestern Vormittag das Glück recht geringen Andrangs.

    Wir sind am Sonntag noch vom Val di Rabbi ins Val Paghera gefahren und haben da im Auto übernachtet. Gestern sind wir in der Früh dann über das Rifugio della Cascata (bis hier auch Zufahrt mit dem Auto möglich) und das kurz vor dem See gelegene Rifugio Sandro über den teils sehr steilen Steig zum See hoch. Über dem See gibt es noch ein wunderschönes Hochmoor, das man auf einem Rundweg erleben kann. Runter auf dem gleichen Weg.

    Jetzt schwärme ich mal noch ein bisserl: Der Lago d'Aviolo mit seinem kristallklaren Wasser liegt in einer extrem beeindruckenden Bergkulisse, die den Seekofel am Pragser Wildsee in meinen Augen sogar übertrifft. An seinen Ufern lässt es sich gut einen Tag verträumen. Man kann ein paar Züge schwimmen, aber das Wasser ist sicher immer saukalt, denn es tritt als Quellwasser erst direkt am See oder dem vorgelagerten Hochmoor aus.

    Anforderungen: 600 Hm, 10 Km, 3-4 Stunden. Max. T3, aber ruppig (wie fast immer im Adamello)

    Vom See aus gibt es auch viele lohnende Bergtouren, aber wir haben gestern Nachmittag dann noch Kulturprogramm in den kleinen Städtchen der Gegend wie Edolo gemacht und sind anschließend Richtung Bergamasker Alpen gefahren.


    Bilder:


    1: Der steile Weg zum Glück.

    2: Am Rifugio Sandro. Die Blumenpracht!

    3-5: Was für ein See, was für eine Kulisse!

    6: Hier kann man den Tag verträumen oder

    7: das "Heldenbad" nehmen. 😉

    8/9: Unterwegs im Hochmoor.

    10: Klarstes Wasser und das wunderschöne Tonalit-Gestein des Adamello


    Landschaftsgenuss vom ersten bis zum letzten Meter.

    Die Überschreitung des Gleck ist einfach eine absolut runde Sache: Im unteren Teil herrliche Lärchenwälder, dann die wunderschönen Seenplateaus sowohl auf der Nord- als auch auf der Ostseite des Berges und die Aussicht ist ebenfalls famos, wenn es nicht gerade wie bei mir am Sonntag am Gipfel graupelt...

    Route: Daniela und ich sind vom Parkplatz über die untere Caldesa Alm zur Haselgruber Hütte (= Rifugio Corvo) und zum Haselgruber See (= Lago Corvo) aufgestiegen. Nebenbei: Bei der Italienisierung der Namen nach der Annexion der Gebiete durch Italien nach dem Ersten Weltkrieg fand man wohl keine sinnige Übersetzung des Wortes "Haselgruber", denn "Corvo" bedeutet Krähe. Daniela ließ es damit gut sein, blieb noch am schönen See und stieg danach gemütlich wieder ab. Ich hab dann noch die Überschreitung des Gleck gemacht, wobei es wie gesagt am Gipfel regnete und graupelte (ein Gewitter war aber nicht zu befürchten). Wenig später kam die Sonne heraus und ich war schnell wieder trocken. Bei der Rundtour steigt man zunächst am Kamm zum Schwärzer Joch ab und von dort geht es auf der Ultener Seite des Berges bis zum Langsee (2400m) hinab. Es folgt ein Gegenanstieg auf Steig 12 ins Kirchbergjoch (2746m), von wo man wieder zur Haselgruber Hütte kommt. Für den Abstieg habe ich den alten Hüttensteig (gut in Schuss) als Abkürzer zur Caldesa Alm genommen. Dieser verläuft direkt unter der Material-Seilbahn und ist nicht ganz so schön wie der "richtige" Steig.

    Anforderungen: 1800 Hm, 20 Km, um 8 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Wie gesagt eine ganz bezaubernde Tour, die mit den vielen Seen auch reichlich Bademöglichkeiten bereithält.


    Bilder:


    1-4: Der Anstieg zur Haselgruber Hütte verläuft zunächst durch zauberhaften Lärchenwald und später auf einem aussichtsreichen Höhenweg. Großartig und alleine für sich schon lohnend!

    5: Am Haselgruber See.

    6: Wollgras am Kirchbergsee.

    7: Die Kammwege am Gleck sind einfach.

    8: Blumenpracht am Bach.

    9: Langsee und Zufrittspitze (Nebenbei: Zufrittspitze aus den Ultental = üble Geröllstolperei; von Martell aus deutlich lohnender).

    10: Abstieg vom Kirchbergjoch.


    Ein ganz feines Stück Natur!

    Seit Samstag bin ich mit Daniela mal wieder auf einem Straßen- und Bergtrip in Norditalien unterwegs, wobei wir wie immer im Auto übernachten.

    Am ersten Tag gab es bei recht unsicherer Wettervorhersage folgende Tour: Von der Timmelsbrücke zum ehemaligen Bergwerk St. Martin am Schneeberg und von dort hoch in die Karlsscharte. Jenseits hinab in eine große Hochebene und dann nochmal ein Stück hoch zum Timmler Schwarzsee. Für den Abstieg haben wir nicht den normalen Weg genommen, sondern sind kurz zurück und beim ersten Bach weglos rechts abgezweigt und über die überwältigend schönen Hochmoore des oberen und unteren Krumpwassers hinunter, bis man wieder auf den normalen Steig zur Timmelsalm trifft. In der Karte ist ein Steig eingezeichnet und es muss auch mal einen gegeben haben, da es mehrere alte Holzbrücken über den Bach gibt, aber sehen tut man da nichts mehr. Bei guter Sicht ist die Orientierung aber problemlos.

    Anforderungen: Etwa 1000 Hm, 15 Km, um 6 Stunden; T3.

    Prädikat "besonders wertvoll"!


    Bilder:


    1: Der erste Teil der Tour führt durch lichten Lärchenwald.

    2: St. Martin am Schneeberg. Die Spuren des Bergbaus sind auch heute noch deutlich zu erkennen.

    3: Der Schneeberger Weiße ist geologisch auffällig.

    4: Timmler Schwarzsee (2500m).

    5: Das obere Krumpwasser vor der Kulisse von Hochfirst und Co.

    6: Im o. Krumpwasser fließen zwei Bäche zusammen, die komplett unterschiedliches Gestein transportieren.

    7: Was für ein Naturjuwel!

    8: Das untere Krumpwasser.

    9: Badestelle am der Timmelsbrücke.

    10: Am Abend waren wir noch in Meran.


    Ganz normale Dolomitentour - also fantastisch.

    Zum Abschluss meines Dolomiten-Ausflugs habe ich heute eine etwas kürzere Tour gemacht. Erstens, weil das Wetter in der Früh unsicher erschien - es war um 7 sehr schwül und begann schon zu quellen. Später verzogen sich die Wolken aber wieder. Zweitens, weil man bei einer Heimreise um die Mittagszeit die besten Aussichten hat, nicht im Stau zu stehen.

    Ich kannte die Tour noch nicht und mangels Social-Media-Nutzung war mir auch nicht bewusst, dass der Sorapiss-See wohl ein populärer Insta-Hotspot ist. Dem entsprechend auch das Publikum: meist sehr jung und - jedenfalls der weibliche Teil - perfekt geschminkt. Auf dem Steig zum See war schon am frühen Morgen viel los. Obwohl der Steig einfach ist, ist er stellenweise ausgesetzt, was viele der Wanderer aber vermutlich gar nicht so mitbekommen, weil am Wegesrand meist Latschen stehen; daneben geht es aber gerne mal hundert Meter senkrecht runter. Eigentlich nicht das Gelände für den Glapperl-Schorsch und die Badelatschen-Babsi, die hier aber häufig anzutreffen sind...

    Route: Vom Passo Tre Croci auf Steig 215 zum Rifugio Vandelli und zum nahegelegenen See. Anschließend ein Stück zurück und hoch zur Forcella Marcuoira, jenseits hinab und zum Passo.

    Anforderungen: Die obersten 100 Hm nach der Forcella sind richtig steil und der ausgewaschene Steig ist in sehr schlechtem Zustand - T4. Der Rest T2-3. Etwa 800 Hm, 15 Km, um 5 Stunden.

    Der See liegt natürlich gewaltig zu Füßen des Sorapiss-Massivs, aber auch sonst ist die Tour landschaftlich ein Traum - vor allem die lichten Wälder unterhalb der Forcella.

    Ein später Aufbruch ist vermutlich aber ebenso zu meiden wie schöne Wochenendtage. Wenn an einem Montag außerhalb der absoluten Hauptsaison schon um 9 über 50 Menschen am See sind, dann weiß man, was Sonntag Mittag hier los sein muss.


    Bilder:


    1: Schon früh beginnt es am Cristallo zu quellen.

    2: Einfach, aber teils exponiert ist der Steig zum See.

    3: Der Sorapiss zeigt sich.

    4: Der See ist schon gewaltig schön - kein Wunder, dass da viel los ist.

    5: Landschaftsgenuss pur auf den Steigen.

    6: Forcella Marcuoira.

    7: Das unangenehme Steilstück.

    8-10: Herrliche Wälder prägen den Abstieg, bei dem man den Cristallo immer im Blick hat. Auf dem letzten Bild hat er sich auch endlich der Wolken entledigt.

    Lawrence von Travenanzes

    Als ich heute auf dem Rückweg meiner Tour durch das gewaltige Travenanzes-Tal schlenderte, kam mir spontan die berühmte Szene aus "Lawrence von Arabien", einem meiner Lieblingsfilme, in den Sinn, in der der Protagonist durch die Echo-Schlucht reitet und zu singen beginnt.

    Könnte ich singen, wäre mir heute auf jeden Fall der Sinn dazu gestanden, denn die Tour gehört landschaftlich einfach zum Großartigsten, was die Dolomiten zu bieten haben. Im Gegensatz zu gestern heute wirklich Champions-League, mindestens Halbfinale. Es gibt in den Dolomiten ja drei Kategorien: schön, herausragend schön und "das glaub ich nicht". Heute letztere Kategorie.

    Route: Vom PP zunächst zu den Fanes-Wasserfällen, die mich jedes Mal wieder extrem beeindrucken. Man kann auf dem Steig auch hinter zwei der Wasserfälle gehen, was akustisch und vom Farbenspiel, wenn die Wasserfälle in der Sonne sind (nur vormittags) einfach ein Knaller ist. Die Steige an den Fällen sind leichte Klettersteige (A/B), die von Geübten auch ohne Set begangen werden können. Weiter zur Groß-Fanes-Alm (Jausenstation, keine AV-Hütte und nicht zu verwechseln mit der Fanes-Hütte, denn diese liegt eine Stunde entfernt in "Klein-Fanes"). Nun weiter auf dem Sentiero della Pace (Friedensweg, Steig 17), wobei eine lange Schleife auf einem spärlich gelb markierten Steig (Pfad fast nicht erkennbar) mit Gewinn abgekürzt wird. Man erreicht nach einiger Zeit das Friedensbiwak und überschreitet den Monte Casale zum Monte Cavallo. Gewaltiges Panorama! Anschließend zurück zum tiefsten Punkt vor dem Casale, wo ein Schild in die steile Südflanke Richtung Travenanzes weist. Der Steig ist sehr ruppig und steil; ein Abfahren im Schutt ist leider nicht möglich, da zu wenig Schotter und sehr harter Untergrund. Extrem beeindruckend, wie beim eigenen Abstieg die gegenüberliegenden Tofane immer mehr himmelhoch emporwachsen. Man erreicht schnell nach 700 Hm lieblicheres Gelände und ab der Cason Travenanzes ist es einfach ein purer Genuss, durch das Tal hinauszuwandern.

    Anforderungen: Etwa 1700 Hm, 25 Km, 9-11 Stunden. Der steile Abstieg T4, aber ohne Absturzgefahr, der Rest T3 und einfacher.

    Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Tour in dieser Reihenfolge zu machen, da man die steile Südflanke sonst im Aufstieg begehen muss. Ich habe die Tour letztes Jahr im Juni schon mal anders herum probiert, musste damals aber wegen Vereisung auf der Nordseite umdrehen.

    Sonstiges: Die Südflanke des Casale ist sicher im Winter eine gewaltige Firntour: 700 Hm um 40 Grad und vom Lagazoi-Skigebiet aus auch schnell zu erreichen!

    Um nochmal zu Lawrence zurückzukehren: Ähnlich einsam wie er in der Wüste war ich heute (an einem Sonntag!) unterwegs. Die Südflanke des Casale kann an heißen Tagen auch die Wüste Nefud, "der Glutofen der Sonne" werden.😉

    Und ohne Zusammenhang noch ein Filmzitat von Anthony Quinn: "Ich bin Auda Abu Tayi! Ich bin der Quell, aus dem mein Volk schöpft!" Ich liebe diese Stelle im Film.


    Bilder:


    1-3: An und hinter den Fanes-Wasserfällen.

    4: Diese uralten Zirben haben sicher auch den verheerenden Irrsinn mitbekommen, den die Menschen von 1915-18 hier aufgeführt haben und von dem am Casale/Cavallo noch genug Überreste vorhanden sind. Ich hoffe und bin auch davon überzeugt, dass die heutige Jugend klüger ist als ihre Vorfahren. Musterungsbescheid? Ignorieren. Einberufung? Nicht hingehen. Wenn das genug Leute machen, können Pistorius und Co im Dreieck springen. Nicht mitmachen ist machtvoller als alles andere.

    5: Reichlich trist schaut es auf den ersten Blick Richtung Casale/Cavallo aus, aber

    6: aus der Nähe ist es sehr blumig.

    7: Die Tofane.

    8-10: Val Travenanzes: Die Bilder geben dessen heitere Atmosphäre und die Blumenpracht am Wegesrand nur ganz rudimentär wieder.


    Eine große Rundtour im Sennes-Gebiet

    stand heute auf dem Plan. Ich bin gestern nach der Arbeit Richtung Cortina gefahren und habe noch eine kleine Abendtour zur Plätzwiese vom PP "Im Gemärk" aus gemacht, bevor ich zu meinem Schlafplatz gefahren bin.

    Heute gab es dann folgende Tour: Von der Ponte Felizon hoch nach San Uberto (auch ein PP, aber der kostet 8 Euro - da nehme ich den kurzen Zusatzweg gerne in Kauf) und auf schönem Steig, oft am Boite-Bach entlang, hoch zur Malga Ra Stua. Nun habe ich nicht die Forststraße genutzt, sondern bin auf einem schattigen, unmarkierten Steig bis zum Lago de Rudo gegangen. Sollte sich da jemand einen Badesee darunter vorstellen, soll gesagt sein, dass es sich dabei eher um ein Batzloch mit viel Kuhscheiße handelt 😉. Vom "See" entgegen der Beschilderung auf mit Stoamandln - ja, es sind Mandln und keine "Steinpersonen" wie mancher Woke es vielleicht gerne hätte - markiertem Steig zum Gipfel der Lavinores. Dieser wird überschritten und es geht jenseits etwas ruppig hinab zur Fodara-Vedla-Hütte. Weiter zur Sennes-Hütte und von dort zum Großen Fosses-See (auch nicht zum Baden geeignet, aber dieses Mal nicht wegen Kühen, sondern weil hier eine riesige Schafherde das Ufer zugekotet hat.). An dem (fast ausgetrockneten - Hilfe! Der Klimawandel 😂) Kleinen Fosses-See wird es dann spannend, denn ich bin hier nicht dem Normalweg gefolgt, sondern dem ehemaligen Gaislkare-Höhenweg-Süd, der seit etwa 20 Jahren wegen Jagdinteressen - Pardon, ich wollte eigentlich "Natur- und Wildschutzgründen" schreiben - aufgelassen ist, gefolgt. Dank einiger einheimischer Enthusiasten ist dieser landschaftlich großartige Steig aber weiterhin begehbar, da die Latschengassen freigeschnitten werden und die Route mit Stoamandln markiert ist. Es ist übrigens deutlich einfacher, den Steig von den Fosses-Seen aus zu finden als anders herum - siehe meinen Bericht zur Croda d'Ancona letztes Jahr. Man kommt letztlich bei der Forcella de Lerosa heraus. Man könnte von hier wieder zur Malga Ra Stua kommen, aber das wäre doch langweilig, oder? Ich hab auch hier wieder einen alten Jagdsteig ausprobiert und bin dazu zunächst dem Steig Nummer 8 gefolgt, der letztlich am PP "Im Gemärk" herauskommen würde. Es gibt mehrere unbeschilderte Abzweige von diesem; den zweiten (fast nicht zu erkennen) habe ich genommen. Ein landschaftlich einfach großartiger Steig durch herrlich urigen Wald! Man kommt an der SS51 heraus, und ist schnell wieder bei der Ponte Felizon.

    Anforderungen: Viel auf und ab; ich schätze etwa 1700 Hm und 25 Km, 9-11 Stunden. Es geht an sich nicht über T3 hinaus, aber die Orientierung ist vor allem auf dem Gaislkar-Steig schon happig, weil es auch noch einige Abzweiger gibt, die einen in die Irre führen können. Dafür hat man auf dem Großteil der Tour eine Einsamkeitsgarantie. Nur zwischen Fodara-Vedla- und Sennes-Hütte ist natürlich Massenauflauf. Ich warte ja eh schon wieder auf die Meldungen vom totalen Chaos in den Dolomiten, weil sich die Touris an den Zinnen und der Seceda gegenseitig vom Steig schubsen. Die einzige Lösung sind dann freilich höhere Gebühren und Zugangsbeschränkungen... Pff... Wer ein bisserl was von Tourenplanung und Orientierung versteht, wird in den angeblich so überlaufenen Dolomiten schon sein Steiglein finden!

    Fazit: Eine wunderschöne Tour, die in meinem persönlichen Dolomiten-Ranking aber dennoch nicht in der Champions-League spielt. Einer technisch ambitionierteren Tour stand heute der (falsche) Wetterbericht im Weg, der ab Mittag vor Gewittern warnte. Die heutige Tour hätte in diesem Falle jederzeit abgekürzt/abgebrochen werden können.


    Bilder:


    1: Ein Bild von gestern: Abendlicher Blick zum Cristallo.

    2: Der Gipfel links ist die Lavinores.

    3: Gipfelpanorama Richtung Tofane.

    4: Kuhidyll und Hohe Gaisl.

    5: Fosses-See und Seekofel.

    6/7: Am Gaislkar-Steig.

    8: Wow!

    9: Auf dem urigen Jagdsteig.

    10: Badestelle am Boite-Bach in der Nähe meines Übernachtungsplatzes.


    Heute wollte ich nur eine kurze Tour machen und dann am Hintersteiner See baden. Normalerweise verbinde ich das immer mit der Scheffauer-Überschreitung, aber auf dem war ich in den letzten zwei Wochen schon zwei Mal - zuletzt mit Laurenz am Sonntag nach der Cevedale-Tour. Der Zettenkaiserkopf ist vom See aus schnell erreicht und man kann den restlichen Tag schön auf der Liegewiese verbringen.

    Route: Vom See zur Walleralm und dann noch ein kurzes Stück weiter auf der Forststraße, bis rechts Pfadspuren erkennbar sind (siehe Bilder). Der Steig ist nicht ausgeschildert oder markiert; früher verlor er sich im Wald immer mal wieder, aber mittlerweile ist er so gut ausgetreten, dass man sich eigentlich nicht mehr verlaufen kann. Obacht nur bei einer erdigen Steilrinne: Es geht nicht durch diese hoch, sondern man geht noch um ein Eck, wo man ein Kletterseil findet, dass vor allem im Abstieg hilfreich ist (siehe ebenfalls bei den Bildern). Vom Gipfel am gleichen Weg zurück.

    Anforderungen: 800 Hm, etwa 8 Km, 3-4 Stunden. Die obersten 250 Hm T4. Bei Nässe kann der steile, erdige Steig sehr unangenehm sein.

    Man muss die Tour nicht hochjubeln, aber der Gipfel ist von Fauna (seltene Schmetterlinge) und Flora her sehr interessant und bietet ein großartiges Panorama. Außerdem ist natürlich viel weniger los als sonst im Koasa. Heute habe ich dort niemanden getroffen.


    Bilder:


    1: An der Waller Alm.

    2: Hier beginnt der Steig.

    3: Da geht's nicht hoch,

    4: sondern da.

    5/6: Tolles Panorama.

    7: Die Außerirdischen kommen!

    8: Am See.



    Die große Salfeins-Runde mache ich gerne bei halbschaarigem Wetter, weil sie einfach ist, sehr liebliche Landschaftseindrücke bietet und es oft schöne Wolkenstimmungen rund um die Kalkkögel gibt. Gestern bin ich erst mittags los, nachdem die letzten Schauer abgezogen sind.

    Route: Über die Salfeins Alm zum gleichnamigen See und dann in herrlicher Kammwanderung über die oben genannten Gipfel. Vom Schaflegerkogel ins Schafjöchl und hinab zum Sendersbach, an dem entlang man 5 Km gemütlich über die Kemater Alm (Montag Ruhetag) zum Ausgangspunkt zurückschlendert. Die Tour kann an mehreren Stellen abgekürzt werden.

    Anforderungen: 1300 Hm, 15 Km, 6-7 Stunden. Ganz einfach, maximal T3. Gestern durfte ich aber wieder einmal feststellen, dass das, was für unsereins "einfach" ist, für andere eine Grenzerfahrung sein kann. Beim Abstieg habe ich drei junge Engländer überholt, die etwas überfordert wirkten. "Are you okay?" fragte ich. "Yes, but it's very steep!" Naja, ich hätte "mittelflach" gesagt, aber mit Stadtschüchen schaut die Sache vielleicht anders aus...


    Bilder:


    1: Kuhidylle mit Kalkkögel-Blick.

    2: Für das klassische Kalkkögel-Spiegelbild hat der Salfeins-See momentan zu wenig Wasser.

    3: Toller Inntalblick.

    4/5: Zum Grieskogel geht es durch herrlichen, lichten Zirbenwald. Was mich hier sehr gefreut hat, ist, dass die jungen Zirben sich von dem Schneeschimmel letztes Jahr gut erholt haben. Da waren alle Bäumchen unter 1,50 m massiv davon befallen.

    6: Rückblick über den Kamm Richtung Karwendel.

    7: Die Alpenrosenblüte liegt auch in den Hochlagen in den letzten Zügen.

    8: Der "steile" Abstieg zum

    9/10: Sendersbach.


    Ein perfekter Hochtourentag!

    Gestern Abend bin mit Laurenz, dem ältesten Sohn (21) meiner Freundin, ins Martelltal gefahren, weil er mal eine Hochtour mit Gletscher machen wollte. Wir haben am Parkplatz übernachtet und sind um kurz nach 5 los, wobei eigentlich zunächst nur die Zufallspitze das Ziel war, aber es wurde dann viel mehr aus der ganzen Geschichte...

    Wir sind über die Zufallhütte zur Marteller Hütte aufgestiegen und dort zum Beginn des Fürkeleferners (nicht zur Furkelscharte!) und über diesen hoch zum Grat. Einfach perfekte Bedingungen: Im flachen unteren Teil aper, im "steileren" Bereich dann eine gute Schneeauflage und sehr gut zu gehen. Der Grat selbst ist komplett schneefrei.

    Am Gipfel, den wir schon um 10 erreicht haben, wurde dann wegen unser guten Form und den Bedingungen (Randspalte Richtung Cevedale gut eingeschneit), entschieden, diesen auf jeden Fall noch "mitzunehmen". Und als Laurenz fragte, ob man denn unbedingt auf dem Anstiegsweg zurück müsse, habe ich dann nach kurzem Überlegen gesagt. "Mir kanntn scho a auf da Südseitn obsteing, aber dann miassma hoid ordentlich wieder auffe, dass man zruck kemman."

    So wurde es gemacht: Rüber zum Gipfel des Cevedale (zur Zeit völlig problemlos) und über den noch gut eingeschneiten Cevedale-Gletscher zu dessen Ende (ca. 3000m) hinab und weiter auf ziemlich schlecht markiertem "Steig" - eher Schuttgestopsel - Richtung Rifugio Larcher. Von dort hinauf (gute 400 Hm) zur Fürkelescharte und jenseits (fast) gletscherfrei über die Marteller Hütte ins Tal. (Wir haben ab der Hütte eine andere Variante als den Anstiegsweg genommen.)

    Anforderungen: 2400 Hm, um 25 Km, 11-14 Stunden. Hochtour L+, T4 mit wenigen Stellen I. Wir sind ohne Seil gegangen, was ich auf dieser Route für absolut vertretbar halte, wenn man die seltenen Spaltenzonen meidet . Ich kenne das Gebiet aber halt auch extrem gut und war schon sehr oft hier unterwegs. Steigeisen sind obligatorisch, aber der Pickel war heute auch nur für's Foto dabei...

    Was mich wirklich extrem gewundert hat, ist, dass gar nicht los war. Drei Hanseln an der Zufall, acht am Cevedale und auf der Abstiegsroute niemand. Auch nirgends Gegenverkehr. Und das an einem nicht zu warmen Samstag mit perfekten Bedingungen. Diese werden in den nächsten Wochen sicher schlechter, also eisiger werden.


    Bilder:


    1: Die Königsspitze spiegelt sich frühmorgens in einem kleinen Seenauge bei der Marteller Hütte.

    2: Hier geht es auf den Fürkeleferner.

    3: Sehr gute Bedingungen.

    4: Schneefrei präsentiert sich der Grat und

    5/6: unproblematisch ist der Übergang von der Zufall zum Cevedale.

    7: Cevedale: Laurenz war hier!

    8: Und ich auch (zum 20. Mal oder so).

    9: Abstieg am Cevedale Gletscher.

    10. Idyllische Landschaft im unteren Teil.



    Zwei Traumtage in der Silvretta.

    Am Freitag bin ich mit Katrin und Michael in die Silvretta gefahren und wir haben die Tourenmöglichkeiten um die Saarbrücker Hütte ein bisserl ausgekundschaftet. Wir waren mit leichtem Gepäck unterwegs, weil wir nicht vorhatten, die hier möglichen Gletscher- und/oder Klettertouren zu machen. Und weil meine Begleiter auch die Sanni, ihren Hund, dabei hatten.

    Freitag: Aufstieg zur Hütte durch das malerische Klostertal und über den Litznersattel, von dem aus wir noch den Sattelkopf mitgenommen haben. Übernachtet haben wir dann auf der sehr schönen Saarbrücker Hütte, die ganz familiär geführt wird. Sehr zu empfehlen!

    Samstag: Zunächst sind wir zur Seelücke (2771m) hoch und jenseits in Schweizer Gebiet hinab, bis es zum Plattenjoch (2728) hochgeht, von dem aus man unbedingt die Westliche Plattenspitze mitnehmen sollte. Wieder zurück im Joch geht es hinab zur Tübinger Hütte, die zwar erst am Mittwoch offiziell öffnet, wo man heute aber auch schon ein Kaltgetränk und etwas zu essen bekam. Es folgt ein weiterer Anstieg ins Hochmadererjoch (2505m), von dem man den gleichnamigen Gipfel (2823m) mitnehmen könnte. Darauf haben wir aber wohlweislich verzichtet - genau als wir später wieder beim Auto waren, hat es Vollgas zu gewittern begonnen. Der Abstieg vom Joch erfolgt Richtung Vermuntstausee, von dem aus es nochmals einen (landschaftlich schönen) Gegenanstieg zur Bieler Höhe braucht.

    Anforderungen: Insgesamt gute 2000 Hm und knappe 35 Km, 12-14 Stunden, wobei etwa 2/3 der Zeit für die zweite Etappe benötigt werden. Nur die Gipfelabstecher T4, der Rest einfacher.

    Schneelage: Im Bereich der hochgelegenen Scharten/Jöcher teils große Schneefelder mit meist gutem Trittfirn, aber viel weniger Schnee als sonst Ende Juni.

    Herrliche Tour in herrlicher Landschaft!


    Bilder:


    Freitag:

    1/2: Im Klostertal.

    3/4: Kurz vor dem Litznersattel.

    5: Die wunderschöne Saarbrücker Hütte.


    Samstag:

    6: Großer Litzner und Seehorn.

    7: Blick von der Seelücke.

    8: Gewaltige Aussicht von der Westlichen Plattenspitze.

    9: Erinnerung an den Winter.

    10: Tüpfelenziane an der Tübinger Hütte.



    Bergsteigen und Baden.

    Es gibt wenige Touren, die sich vor allem bei heißem Wetter so gut für diese Kombination eignen wie die Überschreitung des Scheffauers: Hoch über die schattige Nordseite, sich beim extrem sonnigen Abstieg ordentlich aufheizen und dann in den kühlen Hintersteiner See eintauchen. Herrlich!

    Route: Vom See über die Waller Almen zum Hochegg und jenseits hinab bis kurz vor die Kaindlhütte. Hier beginnt der Widauer-Steig, der durch die Nordflanke des Scheffauers führt und erst kurz vor Mittag in die Sonne kommt. Vom Gipfel auf dem südseitigen Normalweg hinunter und zurück zum See. Der Normalweg ist nach dem Felssturz wieder ohne Probleme begehbar, wobei die jetzige Route noch etwas provisorisch wirkt (Kletterseil statt Stahlseil).

    Anforderungen: 1400 Hm und knappe 15 Km, 5-6 Stunden. Der Widauer-Steig ist sehr alpin mit vielen Versicherungen (KS A/B bzw T5, der Abstieg ist im oberen Teil mit T4 zu bewerten. Der Widauer kann von tüchtigen Berggehern ohne KS-Set begangen werden.

    Die Tour ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, das ich heute auf der mittlerweile komplett schneefreien Nordroute exklusiv hatte.

    Sonstiges: Ich habe mich am See gewundert, dass so viele Leute schon relativ früh heim sind. Erst dachte ich: "Kommt ein Gewitter?", doch dann wurde mir klar, dass ja heute Österreich gegen Argentinien spielt und ich bin auch heim, um mir das Spiel anzuschauen. Schade, dass die Ösis verloren haben - ein Untentschieden wäre schon verdient gewesen. Aber Messi ist halt Messi und der GOAT kennt halt keine Altersmilde...


    Bilder:


    1: Waller Almen mit Blick ins Inntal.

    2: Am Weg zum Hochegg.

    3: Abstieg zur Kaindlhütte.

    4/5: Großartige Landschaftseindrücke kurz vor dem Beginn des Widauer-Steigs

    6/7: Die steileren Passagen des Steigs.

    8: Rückblick nach Bayern.

    9: Der Felsausbruch am Normalweg.

    10: Hintersteiner See.



    Die Alpenrosen-Tour schlechthin.

    Momentan stehen die Alpenrosen ja in voller Blüte und besonders schön ist um diese Zeit die Tour auf den Schafsiedel.

    Zur Zeit gestaltet sich die Anreise nach Kelchsau aber etwas umständlich, da die Hauptstraße noch bis Anfang August wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Es gibt zwar eine Umleitung über eine schmale Nebenstraße, aber für die wird die Ampel nur zwei Mal in der Stunde für 5 Minuten auf Grün geschaltet, was Wartezeiten von bis zu 25 Minuten bedeuten kann.

    Zur Tour selbst: Auf dem üblichen Anstieg zur Neuen Bamberger Hütte und dann über die drei Wildalmseen zum Gipfel. Zurück auf dem gleichen Weg.

    Anforderungen: 1300 Hm, 15 Km, 5-6 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Ein Bad in einem der Seen ist sehr zu empfehlen, wobei ich den mittleren bevorzuge.


    Bilder:


    1: Zu Beginn der Tour geht es am Bach entlang.

    2: Wollgraswiese.

    3: Almrausch, wohin das Auge blickt.

    4-8:

    Über die drei Wildalmseen

    Musst du gehn

    Willst du am Schafsiedel stehn.

    9: Blick zum Venediger.

    10: Schöner Badeplatz.


    Wasserfälle, Bergseen und ein großartiges Panorama.

    Da das Wetter für heute (fälschlicherweise) instabil und gewitteranfällig angesagt war, hab ich mir eine eher kurze Tour ausgesucht und bin auf die Mairspitze im Stubai. Am lohnendsten ist das Ganze natürlich als Rundtour.

    Route: PP - Nürnberger Hütte - Mairspitze - Sulzenauhütte - Grawa-Wasserfall und am Talwanderweg zurück zum PP.

    Am schönsten an der Tour ist der Abstieg mit den vielen Seen und Wasserfällen.

    Anforderungen: 1500 Hm, knapp 18 Km, 7-8 Stunden. Gipfelbereich Mairspitze T4, sonst leichter. Komplett schneefrei.

    Sonstiges: Auch der Normalweg auf den Wilden Freiger hat nur noch sehr wenig Schnee.


    Bilder:


    1: Langental-Wasserfall.

    2: Die ersten Wandersleut kommen mir entgegen.

    3: Blick zu den Feuersteinen.

    4: Die Stubaier Prominenz steht im Zentrum des Panoramas der Mairspitze.

    5: Der Feiger und sein Spiegelbild.

    6: Grünausee - da kann man schon ein paar Züge schwimmen.

    7: Sulzenautal.

    8: Der Sulzenau-Wasserfall ist und bleibt einfach gewaltig, egal wie oft ich ihn sehe.

    9: Grawa-Wasserfall.



    Heute habe ich bei dem herrlichen Wetter eine etwas größere Runde hinten im Zillergrund gemacht.

    Route: Vom PP auf dem schönen Steig hoch zum Stausse und weiter zur Plauener Hütte. Wenn man früh genug (7 Uhr) startet, kann man den ganzen Anstieg dank Nord- und Westausrichtung im Schatten gehen. Der Weiterweg zum Rainbachköpfl ist seit kurzer Zeit komplett schneefrei. Vom Gipfel wieder zur Hütte und nun über den Hannemannweg in den wirklich allerhintersten Zillergrund Richtung Heiliggeistjöchl. Kurz vor diesem bei einem Wegweiser rechts hinunter Richtung Hohenaualm. Im Talgrund kommt man direkt bei der Quelle des Ziller heraus. Ein herrlicher Ort! Nun steht ein langer, aber schöner Rückweg über die Alm und am Stausee entlang an.

    Anforderungen: Etwa 1500 Hm und gut 25 Km Strecke, 8-10 Stunden. Nur die obersten 150 Hm am Rainbachköpfl T4 mit ein paar Versicherungen, sonst einfacher.

    Eine landschaftlich extrem schöne Tour und am Hannemannweg fast immer einsam.

    Schneelage allgemein. Etwas mehr Schnee als im Stubai. Schattseitig bis 2500 Meter herunter große Schneefelder, ab 2700 geschlossene Schneedecke. Auf dem Weg zur Richterspitze gibt es noch ein großes Schneefeld, der Klettersteig sollte aber weitgehend schneefrei sein. Aber ohne Gewähr, da ich diesen nicht komplett einsehen konnte.


    Bilder:


    1: Morgenstimmung am Stausee.

    2: Vorbildlich, die VERBUND AG! Haben die doch tatsächlich einen Hitzeschutzraum gebaut. 🤗

    3: Kuchlmooskopf und Reichenspitze dominieren die Ausblicke auf weiten Strecken der Tour.

    4: Großartige Lage: Plauener Hütte.

    5: Das Rainbachköpfl.

    6: Am Gipfel.

    7/8: Zillerquelle. Super zum Abfrischen, aber natürlich saukalt!

    9: Da bekommt ein Geologe feuchte Hände: Was für ein mustergültiges Trogtal!

    10: Wasserfälle sind immer schön.



    Zum Mutterberger See wollte ich schon lange einmal, aber bisher hat mich die leichte Erreichbarkeit mit den Stubaier Gletscherbahnen davon abgehalten, weil wenn Hinz und Kunzine da rumlaufen, macht's mir halt keine Freude.

    Glücklicherweise gehen die Lifte erst am Wochenende in den Sommerbetrieb und so war heute der passende Tag. Jetzt galt es nur noch eine attraktive Route auszutüfteln, weil einfach nur hoch und runter ist ein bisserl kurz. Ich glaub, ich hatte da eine ganz gute Idee, die viele Stubaier Naturjuwelen miteinander verbindet.

    Route: Es geht mir dem Grawa-Wasserfall gleich spektakulär los und mit dem Sulzenau-Wasserfall ebenso weiter. Von der bereits geöffneten Sulzenauhütte zum gleichnamigen See am Fuße des Gletschers eben jenes Namens. Hoch ins Peiljoch, runter zur Dresdner Hütte, wieder hoch zum Egesensgrat, runter zum Stubaier Höhenweg und wieder ein Stück hoch zum Mutterberger See. Auch der Abstieg von dort zum PP der Gletscherbahnen ist extrem schön und führt an zwei Hochmooren vorbei, später dann durch lichten Zirbenwald. Das letzte Stück gemütlich auf dem Talwanderweg zurück zur Grawaalm. Landschaftlich ist die Tour unglaublich abwechslungsreich und schön. Viele Wasserfälle, kleinere See und tolle Ausblicke. Auch das kurze Stück durch's Skigebiet trübt den Genuss nicht. Prädikat: Besonders empfehlenswert.

    Anforderungen: 2000 Hm, gute 25 Km, 8-10 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus und komplett schneefrei.

    Schneelage allgemein: Unter 2500m kein Schnee mehr, darüber einzelne, auch größere Schneefelder. Geschlossene Schneedecke nur auf den Gletschern. Der Stubaier Höhenweg sollte also schon wirklich gut gehen, auch wenn an einzelnen Übergängen noch mit Schnee zu rechnen ist. Bis auf die Dresdner Hütte haben ab nächsten Wochenende alle Hütten offen, aber es ist ja nicht unmöglich, an einem Tag von der Neuen Regensburger zur Sulzenauhütte zu laufen... Die Dresdner öffnet erst am 26. Juni.


    Bilder:


    1: Das große Amphitheater bei der Sulzenaualm.

    2: Sulzenau-Wasserfall.

    3: Sulzenausee. Der Fernerstuben-Gletscher (von links kommend) erreicht den See übrigens immer noch - genau hinschauen, dann sieht man es.

    4: Im Peiljoch mit Blick auf Zuckerhütl und Wilden Pfaff.

    5: Egesensee.

    6: Egesengrat.

    7: Am Mutterberger See.

    8: Eines der Hochmoore inklusive kleiner Seen.

    9: Schöner Zirbenwald.

    10: Spektakulärer Wasserfall mitten im Wald.


    Mal was Neues in der Bergheimat.

    Heute bin ich einfach am Vormittag nach Bad Feilnbach gefahren, ohne mir genau überlegt zu haben, was ich eigentlich machen will. Heraus kam dabei eine Neutour, die wahrscheinlich so gut wie nie gemacht wird.

    Zunächst bin ich zur Hillstoana Alm und weiter auf dem Steig im Gurglgraben, wo ich dann spontan entscheiden habe, zur Schlossalm abzuzweigen. Kurz nach dieser gibt einen nicht ausgeschilderten, aber markierten Steig zur Haidwandhöhle. Bei dieser, aus der ein eisiger Lufthauch weht, habe ich festgestellt, dass ganz sachte Pfadspuren weiterführen. Das probier ich doch gleich aus! Der Pfad verliert sich gleich wieder, aber ein Blick in die Karte verriet mir, dass es vom Gelände her möglich sein müsste, den Kamm zwischen Haid- und Hochsalwand zu erreichen und so war es dann auch. Über steile und zuletzt sehr steile Wiesenhänge bin ich hoch und am Kamm auf den Steig gestoßen. Landschaftlich und botanisch eine tolle weglose Route!

    Weiter: Hochsalwand - Rampoldplatte - Einkehr auf der Schuhbräualm - PP über Niggelsteig.

    Anforderungen: Etwa 800 Hm, 12 Km, um 4 Stunden. Der weglose Abschnitt T4, sonst leichter.

    Am Vormittag waren die Steige noch etwas rutschig, aber am Nachmittag war fast alles wieder trocken.


    Bilder:


    1/2: Bei der Schlossalm.

    3-5: Der schöne Steig zur

    6: Haidwandhöhle.

    7/8: Der weglose Abschnitt sieht hier flacher aus als er ist.

    9: Kurz unter dem Gipfel der Hochsalwand.

    10: Brotzeit auf der Schuhbräualm. Wie immer super. Echt fein, dass es dort seit ein paar Jahren Flötzinger gibt und nicht mehr den Ayinger-Wasch.


    Das mit den privilegierten Kreisen war nicht speziell auf den Jägerkamp bezogen. Man darf sich das in etwa so vorstellen, wie beim "Bullen von Tölz", wenn der Rambold-Toni und der Staatssekretär von Gluck für ihre Mauscheleien auf die schöne Almhütte zum Jagdausflug mit "Extras" laden. Man braucht nur mal im Karwendel schauen, wer die großen Grundbesitzer oder Jagdpächter sind und darf sich dann fragen, warum es dort so viele Verboten für den einfachen Alpinisten/Wanderer gibt, andere aber mit Jeep etc ganzjährig da rum fahren dürfen. Ich könnte jetzt freilich noch genauer ins Detail gehen, aber da kommen dann vielleicht von Seiten der "Privilegierten" juristische Drohungen. Ist nicht so, dass das bei Berichten von mir im Forum nicht schon so gewesen wäre...

    Einsamer geht es kaum.

    Gestern sind Katrin und Michael zu mir gestoßen; wir hatten uns zu einer ganz urigen Unternehmung in den Friulanischen Dolomiten verabredet. Das Val Mesath liegt sehr abgelegen auf der Rückseite des Monte Toc. Das ist jener Berg, dessen Flanken am 9. Oktober 1963 aufgrund grober Fehler bei der geologischen Einschätzung in den Vajont-Stausee stürzten und die beispiellose Flutkatastrophe von Longarone auslösten.

    Gestern sind wir bei sehr schlechtem Wetter (Vorhersage war deutlich besser) nur zum Rifugio Casera Ditta aufgestiegen und haben dort übernachtet. Zunächst einige Worte zur Hütte: Diese liegt sehr schön im Talkessel und lässt sich am besten mit "äußerst rustikal" beschreiben. Es ist keine AV-Hütte, sondern im Privatbesitz von Adriano, der dort seit 25 Jahren ganzjährig lebt. Adriano lässt sich am besten als altlinker Aussteiger beschreiben, der in erster Linie dort leben möchte und den Gastbetrieb (ebenfalls ganzjährig) nur anbietet, um das nötigste Geld zu erwirtschaften. Daher beschränkt sich das Speisenangebot nur auf das Nötigste und die Lager sind sehr spartanisch. Dafür dann aber recht teuer mit 80 Euro für Übernachtung + Halbpension. Wichtig zu wissen ist, dass Adriano Gäste nur bei vorheriger telefonischer Anmeldung aufnimmt (gilt auch für Tagesgäste). Bevor das jetzt zu negativ klingt: Der Adriano ist schon ein netter, umgänglicher Mensch, mit dem sich gut ratschen lässt (,wenn man Italienisch kann). Außerdem hat er die wenigen Kletterrouten im Gebiet (Cima di Pin) in den 80er und 90er Jahren erschlossen, zum Teil mit dem berühmten Alessandro Gogna.

    Heute haben wir bei Traumwetter dann eine schöne Rundtour gemacht: Casera Ditta - Forcella Bassa - Forcella Malbarc - Forcella Agre - Forcella di Canduabo - Casera Ditta und anschließend wieder ins Tal zurück. Den Gipfel des Corno Bianco erreicht man dabei nicht, sondern geht 50 Meter unter ihm vorbei. Die Route ist wie alle im Gebiet sehr abenteuerlich, da die Steige zwar markiert sind, aber nicht mehr instand gehalten werden. Aufgrund der sehr geringen Frequentierung sind Pfadspuren oft nur zu erahnen und es gilt immer wieder kurze heikle Stellen zu überwinden, wo der "Steig" abgerutscht ist. Guter Orientierungssinn ist unabdingbar. Über T4 geht es dennoch nicht hinaus, da nicht geklettert werden muss. Landschaftlich absolut traumhaft!

    Gesamtlänge der Tour, wenn man sie sich als Tagestour von Erto aus denkt: 1200 Hm, 25 Km, 8-10 Stunden.


    Bilder:


    1-3: Rifugio Casera Ditta.

    4-9: Eindrücke von einer völlig vergessenen Traumtour.

    10: In dieser Kilometer langen Felsflucht (links Cima di Pin) gäbe es laut Adriano noch viele Kletterrouten zu erschließen. Warum macht das keiner? Extrem lange, sehr "botanische" Zustiege und halt sehr abenteuerlich. Die vorhandenen alten Routen wurden im Alpinstil erschlossen und es gibt dort keine Bohrhaken.