Am Dienstag von Ferleiten zur Hütte aufgestiegen. Am Weg mehrere große Wasserfälle.
Auf der Hütte, die von ehrenamtlichen Teams im wöchentlichen Wechsel bewirtschaftet wird, war ich der einzige Gast!!!
Am Mittwoch Aufstieg über die "Bratschen" bis auf knapp 3300m, wo sich der Übergang zur Wielinger Scharte befindet. Die Route durch diese Riesenflanke (ca. 900Hm) ist markiert und führt anfangs über wüstes Blockgelände (wohl Seitenmorãne des ehemaligen Gletschers), dann über steiles Plattengelände, später im zick-zack oft auf meist sandigen Bändern bis zum Gratübergang. Drei kurze Abschnitte sind mit Stahlseil gesichert. Im Plattengelände mehrere Bohrhaken zum sichern / abseilen.
Vom Übergang muss man ca 100Hm durch eher feinen Schutt zum oberen Teufelsmùhlkees absteigen (Steigspuren). Der Gletscher ist fast vollständig blank, anseilen nicht nötig, Steigeisen obligatorisch, einzelne Spalten können einfach umgangen oder überstiegen werden.
Über das Eis entweder zum Kaindlgrat in großem Rechtsbogen aufsteigen oder direkter zum Südgrat des Wiesbachhorn. Auf beiden Alternativen anschließend durch Schutt auf ausgetretenen Pfaden zum Gipfel.
Außer am Gletscher keinerlei Schneekontakt.
Mein Abstieg war wie der Aufstieg, zurück zur Schwarzenberghütte. Vom Teufelsmühlkees zum Übergang am Grat ist es schwierig, die Spur durch den Schutt wieder zu finden. Man wird wahrscheinlich ein Stück weglos hoch müssen. Vom Übergang ist ein Abstecher zum Vorderen Bratschenkopf möglich, rund 100Hm. Ebenfalls Bratschengelände, weglos, nicht ganz einfach,
Der Abstieg durch die Riesenflanke ist ermüdend und nicht immer einfach zu finden, selbst für jemanden, der dort ein paar Stunden vorher hoch ist, da die Markierungen streckenweise verblasst sind und von oben auch häufiger nicht zu sehen sind. Erst wenn man zurück schaut, sieht man, ob man gerade richtig oder falsch gegangen ist.
Außerdem ist das Plattengelände steil (Absturzgelände), man muss viel auf Reibung gehen und sich konzentrieren und das am Ende einer langen Tour.
Insgesamt ein anspruchsvoller Abstieg, für den man ähnlich viel Zeit wie für den Aufstieg einplanen sollte, aber keine Kletterei.
Der Abstieg wird - als Übergang vom Heinrich-Schwaiger-Haus zur Schwarzenberghütte - wohl auch recht selten gemacht.
Ohne Kenntnis vom Aufstieg würde ich ihn auch nicht empfehlen.
Insgesamt rund 1500Hm, mit Vorderem Bratschenkopf 1600Hm. Dafür hat man eine sehr familiäre Hütte und ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit allein (außer am Gipfel).
Soweit von oben erkennbar, liegt auch auf dem Normalweg vom Heinrich-Schwaiger-Haus nur noch auf wenigen Metern am Grat Schnee/Eis.
Bild 1 Sonnenaufgang
Bild 2 Die Aufstiegsflanke
Bild 3 Großes Wiesbachhorn
Bild 4 Die letzten Meter zum Gipfel
Bild 5 Teufelsmùhlkees, die Route kommt von ganz links
Bild 6 Tiefblick zum Moserboden
Bild 7 Blick zur Klockerin vom Vorderen Bratschenkopf aus
Bild 8 Das steile Plattengelände
Bild 9 Schwarzenberghütte