Die Tour beginnt mit einem Abstieg über den Zustiegsklettersteig der Oberwalder Hütte. Vom unteren Ende bin ich weglos durch Schutt zum Wasserfallwinkel gestiegen und habe den blanken Gletscher (Steigeisen!) in Richtung Fuscherkarscharte gequert, bis ich wieder im Schutt war. Dort ist eine Route auf die Scharte mit Steinmännern gekennzeichnet, von denen ich die ersten auch gefunden habe. Dann war aber Schluss mit Steinmännern (ich habe jedenfalls keinen weiteren entdecken können) und ich bin "auf Sicht" Richtung Nord durch Geröll bis zu Gletscherschliffplatten aufgestiegen. Auf diesen dann nur noch sehr wenig ansteigend in südliche Richtung zurück zur weiten Scharte. Unangenehmes Gelände mit abgerundeten Felsen, teilweise auch noch nass vom Regen in der Nacht. Etwa I+. Es müsste eine bessere Route geben, aber die habe ich nicht gefunden. Ebenso wenig die Abseilhaken, die es geben soll (ein Foto mit der eingezeichneten Route befindet sich auf der Hütte). Das war dann aber auch schon die schwierigste Stelle der ganzen Tour.
Von der Scharte dann über den NW-Grat auf den Fuscherkarkopf. Über weite Strecken allenfalls I, man kann auch fast beliebig auf die Nordseite ausweichen und auf Trittspuren in sandigem Gelände aufsteigen. Je näher man sich direkt am Grat hält, desto schöner ist der Anstieg, man findet dann auch eine IIer-Stelle kurz vor dem Vorgipfel (die natürlich auch umgangen werden kann, allerdings in deutlich steilerem Gelände, als es weiter unten der Fall ist). Direkt am Grat auch einige Bohrhaken.
Der Übergang vom Fuscherkarkopf zum Sinabeleck ist mehr oder weniger Gehgelände am Gratrücken, im Abstieg viel auf Reibung auf den Bratschen.
Der Abstieg über den ebenfalls bratschigen Ostgrat des Sinabeleck ist etwas schwieriger und steiler als der Übergang, Kletterei findet man dort aber auch nicht. Auch hier könnte man fast überall auf Trittspuren in die Nordseite ausweichen. Am schönsten auch hier direkt am Grat. Erst ganz kurz vor dem Kapuziner kommt eine kurze, sehr ausgesetzte Gratstelle, die man aber auch umgehen kann, und eine I-er Kletterstelle. Der Abstieg vom Kapuziner zur Oberen Pfandlscharte ist auch nicht schwerer, nur ist das Gestein nicht mehr bratschig, sondern schrofig. Auch hier Trittspuren und jede Menge Umgehungsmöglichkeiten, nun aber südseitig.
Da man von der Oberen Pfandlscharte zur Unteren Pfandlscharte in jedem Fall nochmals einen Gegenanstieg hat, wollte ich weiter entlang des Grates über den Schartenkopf dorthin. In einer Beschreibung hatte ich von "leichter Kletterei, aber brüchig" gelesen. Der Aufstieg auf den Schartenkopf war dann auch einfach über einen Bratschengrat und auch recht schön. Der Abstieg zur Unteren Pfandlscharte erwies sich dann aber als steiles, schuttiges und bemoostes Schrofengelände, das nach unten immer steiler abfällt.
Da mag man vielleicht bei besten Verhältnissen raufkommen, im Abstieg durch unbekanntes Gelände ist dringendst abzuraten! Also wieder zurück zum Ansatzpunkt des Gipfelgrates, gut 100Hm und eine knappe Stunde umsonst.
Ich bin dann unterhalb der Westflanke des Schartenkopfes über einfache, sandige Hänge weglos nach Süden bis auf etwa 2600m zu einem kleinen Sattel am Fuße des SSW-Grates des Schartenkopfes abgestiegen und anschließend durch die sehr steilen Schrofen unterhalb des Südabbruchs des Schartenkopfes und oberhalb des dort gelegenen Sees (in der Karte ohne Namen) bis unterhalb der Unteren Pfandlscharte gequert und dann zur Scharte aufgestiegen.
Unangenehmes Gelände auf längere Zeit. Besser, wenn auch weiter, aber wohl schneller, wäre es wohl gewesen, statt der steilen Schrofenquerung bis zum See abzusteigen und von dessen Ostufer zum markierten Weg und weiter zur Scharte aufzusteigen.
Von der Unteren Pfandlscharte dann auf markiertem Steig zur Trauner Alm und weiter zum Ausgangs-/Endpunkt der Runde am Tauernhaus Ferleiten. Wobei ich spontan auf der Trauner Alm noch eine Übernachtung eingelegt habe, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits über zehn Stunden unterwegs und inzwischen "dank" eines Gewitters auch klatschnass war. Ohne den Verhauer am Schartenkopf wäre ich zumindest trocken geblieben und/oder ins Tal gekommen...
Insgesamt eine klettertechnisch eher einfache, aber sehr lange Gratüberschreitung, derzeit völlig schneefrei, ungemein aussichtsreich, einsam (heute habe ich zwischen Hütte und Alm keinen Menschen getroffen). In Kombination mit der Überschreitung von der Schwarzenberghütte zur Oberwalder Hütte am Vortag eine gewaltige, aber relativ einfache, alpine Grat- und Rundtour.
Bild 1 Fuscherkarkopf NW-Grat
Bild 2 Querung durch Gletscherschliffplatten zur Scharte
Bild 3 Am NW-Grat, unterhalb des Vorgipfels
Bild 4 Übergang zum Sinabeleck
Bild 5 Der. Grat ab dem Sinabeleck bergab
Bild 6 kurze, ausgesetzte Gratstelle
Bild 7 Grat unterhalb des Kapuziner
Bild 8 weglos durch Sandhänge unter dem Schartenkopf
Bild 9 Trauner Alm
Bild 10 Der gesamte Grat zwischen FKK und Unterer Pfandlscharte