- Gipfel
- Hochkalter
- Höhe
- 2608
- Gebirge
- Berchtesgadener Alpen
- Art der Tour
- Bergtour
- Datum der Tour
- 4. Oktober 2026
- Ausgangspunkt
- P1 Seeklause Hintersee
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
- Exposition der Route
- Nord - Nordwest
Gestern ging es auf den Hochkalter, mit der üblichen Route über die Blaueishütte, Schöner Fleck, Rotpalfen, Kleinkalter zum Hochkalter und über das Ofental wieder zurück.
Bis zum Einstieg zur Wand am schönen Fleck wirklich sehr entspannte Wanderung über breite Wege, hier sind die ersten 1000 hm dann auch geschafft, der Zustieg bis man zum Wandfuß kommt ist etwas bröselig, wem das hier unangenehm ist, der sollte den Abstieg über das Ofental auf keinen Fall machen. Die kleine Wand ist dann recht schnell erklommen zum schönen Fleck, wobei der Name etwas mehr Platz verspricht als es dann tatsächlich gibt. Ab dort befindet man sich dann auf dem Grat direkt zum Hochkalter, dieser wird eigentlich nicht mehr verlassen.
Die Route ab hier ist wirklich top markiert!. (unterhalb bestimmt auch, aber durch die breiten Wege haben wir nicht darauf geachtet) Heißt wenn man keine Markierung sieht ist man falsch! Es gibt viele Steigspuren die in die Irre führen, von dem her ist kontinuierlicher Abgleich mit den Markierungen ratsam.
Was mir von der Schwierigkeit aufgefallen ist. in den Beschreibungen wird der große Hinweis auf die Wand unterhalb des Rotpalfens hingewiesen da diese im 2. Schwierigkeitsgrad ist und das als Schlüsselstelle ausgewiesen. Die Wand zum schönen Fleck, nochmal vorher und auch auf den klein Kalter und Hochkalter findet man sehr ähnliche Passagen durchgehend. Diese sind nicht schwieriger, aber wer vermutet dass das die einzige kritische Stelle und danach durchatmen kann täuscht sich vermutlich. Dadurch dass der Grat von Ost nach West leicht abfällt hat man super Tiefblicke es kommt aber anders als beim Watzmannüberschreitung nicht das Gefühl auf dort hinunterfallen zu können. (Zumindest ging es mir so). Die Kletterstellen und Wanderpassagen wechseln sich am Grat super ab so dass es echt kurzweilig ist und man gefühlt Ruckzuck am Gipfel war. Der Fels ist im Aufstieg super griffig und überall wo man zupackt hält der Fels.
Was ich aus den Tourenbeschreibungen ebenfalls nicht rausgelesen habe ist, dass der Abstieg durchs Ofental es echt in sich hat. Die kleinen Steine sind wie Kugellager und hier ist erhebliche Vorsicht geboten und Helm ist absolut anzuraten, da Steinschlag sehr schnell durch Leute oberhalb ausgelöst werden kann. Der Abstieg von der Watzmann Südspitze ist dafür berüchtigt so anspruchsvoll zu sein. Gleiches sollte auch über die ersten 300hm im Abstieg durchs Ofental gelten.
Auch hier gilt: wieder der Weg ist super markiert, wenn keine Markierung ersichtlich dann zurück. 2 Wanderer hatten sich gestern weit verstiegen, wir konnten Ihnen zurufen und sie kämpften sich zurück. (Ebenfalls hier verstiegen hatte sich ein Wanderer aus "in Höchster Not" <,wer sich erinnert). Der Fels im Abstieg zum Festhaltern ist sehr scharf, hier lohnen sich entweder Stöcke oder Kletterhandschuhe um die Hände nicht aufzureissen.
Wenn der Weg dann rein ins Ofental geht nach der Scharte wird es zunehmend flacher und einfacher zu gehen, hier sind dann alle Schwierigkeiten gemeistert und es geht schön durch den Wald runter zurück ins Tal.
Die Tour ist absolut zu empfehlen, wenn das Wetter hält und noch kein Schnee kommt sicher noch einige Zeit bei Top Bedingungen.
Auf dem gesamten Weg gibt es keine Wasserquelle, daher ausreichend vom Tal aus mitnehmen.