- Gipfel
- Großer Traithen
- Höhe
- 1851 m
- Gebirge
- Mangfallgebirge
- Art der Tour
- Wanderung
- Datum der Tour
- 20. Juli 2026
- Ausgangspunkt
- Gasthaus Rosengasse am Sudelfeld
Auf dem Großen Traithen war ich schon zweimal, allerdings immer nur mit Tourenski, die herrliche Runde von der Rosengasse hinauf zum Steiner Joch, am Grat entlang zum Gipfel, runter zum Fellalmsattel und in die Mulde, nochmal kurz hinauf und dann den Stopselzieher hinunter. Jetzt wollte ich mir diese Gegend endlich mal im Sommer anschauen und bin deshalb der einst von Bernhard Ziegler beschriebenen Route, also anders als bei den Skitouren gegen den Uhrzeigersinn, gefolgt:
https://www.tourentipp.com/de/…raithen-bergtour_323.html
Tja, woran merkt ein alternder, sich den Sechzig nähernder Bergsteiger, dass es nicht mehr so fluppt wie vor 20 Jahren? Ja genau, an den Gehzeiten. 3.30 Stunden hatte der junge Bernhard einst in seiner Tourenbeschreibung als Marke ausgegeben - tja, davon blieb ich als Oldie weit entfernt, früher wäre ich vermutlich auch so schnell durch die Berge gesaust. So aber habe ich, inklusive aller Pausen, genau fünf Stunden für die Runde gebraucht, "reine Gehzeit" laut GPS-Uhr immerhin vier Stunden, aber halt doch noch deutlich langsamer als die veranschlagten dreieinhalb. Aber gut, ich musste im Fellalmkessel auch allerlei Kühen ausweichen, die stoisch auf dem schmalen Steig verharrten, die ein oder andere batzige Stelle galt, nach dem Regen vom Wochenende, buchstäblich zu umschiffen.
Der zweite Punkt, bei dem sich das Alter bemerkbar macht: das Schuhwerk. Als junger Hüpfer wäre ich wohl in sogenannten Approachschuhen ausgerückt, nun aber entschied ich mich für den robusten Bergschuh. Nicht nur wegen der sumpfigen Batz-Passagen, sondern auch, um das vor vier Jahren operierte Knie und den neuerdings etwas zickenden Fuß aus der anderen Seite zu schonen; die Dämpfung im Bergschuh ist einfach besser.
Aber zur Tour. Die begann mit Schwierigkeiten am Parkautomat, der mein Kleingeld nicht mochte, doch die Rosengassen-Betreiber kamen zufällig vorbei und waren behilflich. Als Erster unter den Tagestouristen marschierte ich um 8 Uhr los, ab dem Schilderbaum am Traithenkessel, wo ich den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn begann, gab es regelmäßig Kuhkontakt, aber die Tiere sind alle von gutmütiger Friedfertigkeit. Über den Sattel beim Kleinen Traithen hinauf zum Gipfel, wo ein frischer Wind pfiff und mehr Wolken als blaue Himmelfetzen zu sehen waren - gut, dass ich nebst der Brotzeit auch ein Jacke im Rucksack hatte. Sehr schön und aussichtsreich - wie überhaupt die ganze Tour - die unschwierige Gratwanderung zum plötzlich auftauchenden Gipfelkreuz des Steilner Jochs. Inntal, Sims- und Chiemsee, das Wendelsteingebiet, Rotwand und Miesing: Hier gibt es viel zu sehen. Im Abstieg dann zwei unproblematische Drahtseilpassagen über kurze Felsstufen, der Rest ist Wandergelände. Um genau 13 Uhr stand ich wieder an der Rosengasse; einigen Spätstartern war ich begegnet, die hatten Richtung Abend sicher schöneres Wetter, aber ich mag die frühmorgendliche Atmosphäre in den Bergen lieber.