Skihochtourenrunde Großvenediger

  • Gipfel
    Hoher Zaun, Schwarzwand, Rainerkopf, Kleinvenediger, Großvenediger & Hohes Aderl
    Höhe
    3.451 m, 3.503 m, 3.559, 3.468 m, 3.657 m, 3.506 m
    Gebirge
    Hohe Tauern - Venedigergruppe
    Art der Tour
    Skitour
    Datum der Tour
    18. April 2026
    Ausgangspunkt
    Hinterbichl bei Prägraten, Virgental

    Sechs auf einem Streich! Im Venedigergebiet ist das möglich und das sogar ohne abfellen.


    Start Samstag in Hinterbichl am Parkplatz im Ort. Meistens wird am oberen Parkplatz (Wiesenkreuz) gestartet, was den Aufstieg um eine knappe halbe Stunde verkürzt. Aufgrund des schneearmen Winters (obwohl die Venedigergruppe heuer insoweit noch vergleichsweise gut bedient wurde) und der hohen Temperaturen zuletzt muss doch weit ins Dorfer Tal getragen werden: Bis zum Almhütterl auf ca. 2.020 m etwas vor der Johannishütte. Bis dorthin könnte auch geradelt werden, wobei (fast) alle, die das gemacht haben, mit einem E-Bike unterwegs waren - es gibt schon steile Passagen. Das sog. "Venediger-Taxi" (Fahrdienst mit Kleinbus, das so etwas im Nationalpark überhaupt gemacht wird - aber wohl außerhalb des eigentlichen NP-Geländes) fährt derzeit nur bis auf ca. 1.800 m, weil noch mehrere Schneefelder die Straße für den motorisierten Verkehr sperren. Je nach Ausgangspunkt und Herangehensweise (Fuß oder Radl) ist man schon gute 2 h bis zur Johannishütte unterwegs - und dort beginnt nicht nur der durchgehende Schnee, sondern auch die eigentliche Tour.


    Der Skitourenaufstieg erfolgt dann über das Defregger Haus, wobei im unteren Teil die Route meistens etwas rechts vom Felskamm verläuft (Nähe Materialseilbahn; damit etwas westlicher als die in der Karte eingezeichnete Sommeroute). Auf dem Törl unterhalb des Mullwitzaderls muss man sich dann entscheiden: Entweder wie wohl über 90 % aller Tourengeher ein Fußabstieg hinab zum Rainerkess und dann direkt zum Großvenediger. Ich hatte von vornherein vorgehabt, die Runde über den Hohen Zaun zu machen (und eigentlich den Großvenediger auch auslassen wollen), so dass es angenehm weiter mit Skiern hoch zum Hohen Zaun ging. Hier ist die Karte (AMAP) übrigens nicht mehr zutreffend: Aus dem Kamm Mullwitzaderl - Hoher Zaun ragen deutliche Felsen hervor - man kann wohl auf beiden Seiten gehen. Bei der Routenfindung haben die mich allerdings irritiert, weil derartige Felsen in der Karte nicht auftauchen.

    Vom Hohen Zaun kurze Fellabfahrt und gleich weiter zur Schwarzwand (auch Schwarze Wand). Nur die allerletzten Meter zum Gipfel muss man kurz zu Fuß steigen. Dann wiederum kurze Fellabfahrt und hoch zum Rainerkopf. Die letzten Meter des nordseitigen Anstiegshanges waren recht hart, deshalb die Empfehlung - anders als ich - rechtzeitig Harscheisen anzulegen oder gar auf Stapfen mit Steigeisen umzuschwenken. Der Rainerkopf ist übrigens jener Gipfel, den man von unten lange markant sieht (und nicht der Großvenediger). Vom Rainerkopf könnte man abfahren, aber angesichts recht harten Schnees habe ich mir das geschenkt und bin kurz zu Fuß hinunter, um dann das Schlatenkees in einem Bogen zur Venedigerscharte zu queren und dann hoch zum Kleinvenediger zu steigen. Hier (und auch sonst auf der Nordtiroler Seite) leider dichter Nebel - lustigerweise genau wie bei meiner früheren Großvenedigertour übers Obersulzbachtal. Keine Ahnung, ob das Zufall war oder ein lokales Wetterphänomen.

    Und weil ich nach erneuter Fellabfahrt ohnehin schon halb auf dem Großvenediger war und die Tourengehermassen auf diesem auch schon wieder unten zu sein schienen, habe ich diesen dann doch noch außerplanmäßig angehängt. Im Gipfelbereich sehr kalter Wind. Abfahrt nach 14 Uhr dennoch sehr gut, wenn man sich eher sonnseitig gehalten hat. Da die Anstiegsroute ostseitig exponierte Hänge aufweist, habe ich mich für die Direktabfahrt vom Rainerkees durch eine der westseitigen Steilrinnen hinab zum Dorferbach entschieden. Das empfiehlt sich aber nur bei Ortskenntnis oder (vertrauenswürdigen) Spuren. Sehr spaßige Abfahrt durch die dortige "Naturhalfpipe" und dank westlicher Exposition trotz der hohen Temperaturen gute Skiverhältnisse. Nur der Weg zurück entlang des flachen Dorfer Bachs zur Johannishütte war dann ziemlich mühsam (zähes Vorankommen und unten Schneeunterbrechungen). Nach obligatorischer Einkehr in der Johannishütte ging es natürlich noch die Schneereste auf der Böschung abfahrend bis kurz vor das Gumpachkreuz (bis dahin nur auf den wirklich allerletzten Schneeresten, älteres Skimodell von Vorteil). Dann muss natürlich alles wieder zurückgehatscht werden. Gut zu wissen: Im unteren Dorfertal liegt in den Flanken praktisch kein Schnee mehr. Es drohen also keine Lawinen mehr, so dass man diesen Teil auch am späteren Nachmittag noch machen kann. Wenn aber noch Schneelage ist, dann ist das untere Dorfer Tal sicher lawinengefährdet.


    Insgesamt angesichts des Zustiegs (und des damit verbundenen Rückwegs) doch eine recht strenge Tour: Ca. 2.600 Hm - ich habe gut 12 h für alles gebraucht (hatte aber auch einen schlechten Tag).


    Die Nacht auf Sonntag war dann als bedeckt vorausgesagt und auch eher warm - deswegen habe ich für Sonntag nur eine Pistenskitour im Kalser Skigebiet angesetzt (Ganotzkogel). Am Morgen dachte ich mir aber "mei is des kalt" und der Schnee war gut durchgefroren. Also vielleicht wäre mehr gegangen - allerdings brach ich bei der Abfahrt durch die ostseitige Gipfelrinne dann doch übel ein und fand deshalb meinen Frieden mit der anschließenden Pistenabfahrt. Die orografisch ganz linke Piste hat dabei am meisten Schnee und wurde am wenigsten von den Pistenbullys malträtiert. Insgesamt aber schon relativ wenig Schnee und wie man der Webcam entnehmen kann, geht der täglich stark zurück.


    Bilder:


    Ungefähr bis hierhin kann zur Zeit auf wirklich allerletzten Schneeresten noch abgefahren werden:



    Endlich an der Johannishütte:



    Bald am Defreggerhaus:



    An diesem Törl steigen fast alle Begeher kurz ab, um direkt den Großvenediger anzupeilen - siehe den Bandwurm auf dem Bild:



    Rainerkopf & Schwarze Wand vom Hohen Zaun, mittig spitzelt der Großvenediger durch:



    Rainerkopf vom Gipfelbereich der Schwarzen Wand:



    Blick vom Rainerkopf hinab ins Dorfer Tal und in die Osttiroler Bergwelt:



    Gipfelkreuz Großvenediger:



    Großvenediger vom Hohen Aderl (mit winzigem Gipfelkreuz):



    Bei der Abfahrt über das Rainerkess, etwas links der Bildmitte der Ab- bzw. Anstieg beim Übergang des Normalweges auf das Rainerkees:


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