Skitour Schneeglocke - Silvretta

  • Gipfel
    Schneeglocke, Piz Grambola
    Höhe
    3.223 m, 3.190 m
    Gebirge
    Silvretta
    Art der Tour
    Skitour
    Datum der Tour
    4. Juni 2026
    Ausgangspunkt
    Bielerhöhe

    Gestern hatte die Silvretta-Hochalpenstraße ihren ersten Öffnungstag dieser Saison und da wollte ich mal schauen, was in dem üblicherweise vergleichsweise schneereichen Eck da hinten noch geht. Die nächsten Jahre ist die Silvretta-Hochalpenstraße übrigens nur von der Tiroler Seite her zugänglich; von der Vorarlber Seite her ist die Straße aufgrund der Folgen verschiedener Felsstürze gesperrt, es fährt aber nunmehr auch wie sonst nur im Winter die Vermuntbahn und das Tunneltaxi. Maut für die Befahrung der Straße wird zur Zeit nicht erhoben.

    Von der Bielerhöhe zunächst zu Fuß über die Staumauer und ins Klostertal bis auf ca. 2.200 m, wo der Schnee beginnt (knapp 1 h). Laufschuhe sind dafür angenehm, aber dann empfiehlt es sich zumindest in so niederschlagsreichen Tagen wie zuletzt nicht den abkürzenden Wanderweg zu nehmen (sondern den Fahrweg) - da musste ich gestern schon sehr über die vielen Pfützen und Bäche springen. Nach dem Start mit den Skiern auf 2.200 m kommen aber noch apere Passagen - eine quasi (fast) durchgehende Schneedecke gibt es erst ab der Klostertaler Umwelthütte. Wie ich auf der Tour gelernt habe, ist es mit Skiern wohl sinnvoller, zunächst lange im Talgrund zu bleiben - da liegt mehr Schnee. Weiter oben waren doch schon einige querlaufende Rippen und Moränenrücken ausgeapert. Bis auf ca. 2.500 m liegt insgesamt sehr wenig Schnee für die Jahreszeit, danach ist es deutlich mehr. Der Schnee gestern war leider bis oben etwas tief aufgrund von Regen und Neuschnee. Dank des Neuschnees konnte ich mir aber immerhin das Abschnallen an einigen der besagten ausgeaperten Rippen sparen.

    Mit Elan ging es hoch zum Ende des Gletscherbeckens und dann steil hoch - doch ich hätte mal besser zuvor genauer die Karte studiert. So landete ich zwar mit Skiern auf dem Piz Grambola (dt. Knoten), aber von da ist der kurze Übergang zur Schneeglocke heikel. Zum Glück hatte ich am Morgen die Stahlsteigeisen eingepackt und mit kurzer unangenehmer Gratkraxelei ging es dann doch, aber empfehlenswert ist das nicht (eventuell besser, wenn alles tragfähig verschneit ist und nicht nur haltloser, nasser Neuschnee auf den Felsen liegt oder natürlich im Sommer bei schneefreien Verhältnissen).

    Die Abfahrt ging dann ab dem Gipfel (Vorsicht auf die riesige Wächte!) und mit alten Skiern und sehr großer Vorsicht sogar ohne Abschnallen durch den sehr steilen Hang unter dem Piz Grambola. Für die weitere Abfahrt habe ich dann den steileren (nördlichen) Gletscherast gewählt, typisch für die Jahreszeit je weiter unten um so besser (Sommerschnee). Das Wetter hielt durchgehend, wirklich sonnig war es aber nur am Morgen / Vormittag.


    Allgemein auffallend schon bei der Anfahrt war, wie wenig Schnee heuer auch in den sonstigen Schneelöchern und in Rinnen fast in allen Gebirgsstöcken liegt. Vielerorts ist es praktisch bis in die Gipfellagen vollständig ausgeapert - typische Figltouren, die sonst Anfang Juni eigentlich immer gehen, sind schon reine Schotterfelder. Von der Schneelage her ist es eher wie im Juli.


    Bilder:


    Beim Start am Stausee:



    Der für Skitouren nutzbare Schnee kommt in Sicht:



    Die Klostertaler Umwelthütte:



    Ab ca. 2.500 m noch recht ordentliche Schneelage:



    Geradeaus ginge es Richtung Rote Furka:



    Weiter geht es über den Gletscher hoch - wobei ich nicht weiß, wieviel davon überhaupt noch übrig ist:



    Diesen sehr steilen Hang ginge es richtigerweise querend hoch - spätere Abfahrt:



    Silvrettahorn hinter dem Piz Grambola:



    Endlich auf der Schneeglocke:



    Bei der Abfahrt über den nördlichen Gletscherast - diese Rinne geht es hinunter in den Talboden des Klostertals:


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