Bergtour Hinter & Vorder Grauspitz - "Top of Liechtenstein"

  • Gipfel
    Hinter Grauspitz, Vorder Grauspitz
    Höhe
    2.574 m, 2.599 m
    Gebirge
    Rätikon
    Art der Tour
    Bergtour
    Datum der Tour
    30. August 2026
    Ausgangspunkt
    Steg, Gänglesee (zwischen Triesenberg und Malbun in Liechtenstein)

    Jetzt ist es auch schon wieder gute 15 Jahre her, dass ich das letzte (und auch einzige) Mal im Bergwander- und Bergsteigerparadies Liechtenstein war: Ein ganzes (kleine) Land voller Berge, eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur insbesondere auch was den ÖPNV angeht (was für mich auch zeigt, dass es in Bayern schon ginge, wenn man denn nur wollte) und zahlreiche Tourenmöglichkeiten verdienen Liechtenstein dieses Prädikat durchaus.


    Dieses Mal habe ich mir den höchsten Liechtensteiner Berg vorgenommen, das Vorder Grauspitz. Entgegen meinem Führer war dieser am Sonntag aber sehr gut besucht - vermutlich geschuldet der Beliebheit der "Seven Summits", denn wo außer am Großglockner trifft man schon auf eine so große Zahl an Bergsteigern insbesondere aus Osteuropa? Verdienen muss man sich den Berg aber selber und mit mindestens T5 setzt er auch gewisse alpinistische Fähigkeiten voraus.


    Aufstieg ab Steg-Gänglesee, ein toller Ort und wirklich vorbildlich von der Infrastruktur her: Ein kostenloser (!) Parkplatz [nahebei auch eine Bushaltestelle], Toiletten und ein Snackautomat. Nur der namensgebende Gänglesee hatte mir etwas wenig Wasser für eine ausgiebige Schwimmeinlage - aber angesichts der Wassertemperatur werden viele das ohnehin verwinden können und im Tal gibt es ja einige gute Badealternativen.

    Landschaftlich schön geht es dann länger das Saminatal hinein (Richtung Valüna) - Fahrweg (beliebt bei den Bergradlern, da dieser die Radroute zur Pfälzer Hütte darstellt) und daneben Steig, oben geht es bei P. 1.737 m direkt weiter und dann nahe eines Bacheinschnittes hoch - in der aktuellen Schweizer Landeskarte richtig eingezeichnet, in meiner Liechtensteiner Papierwanderkarte leider nicht enthalten. Es gibt dann Steigspuren bis in die Iljesfürggli, Teleskopstöcke sind hilfreich und angesichts des Andrangs hätte ich besser auch mal am Morgen den Helm auf den Rucksack gebunden.

    Bis zum Hinter Grauspitz bis auf eine kurze Felsstufe von wenigen Metern (UIAA I) recht leicht. Für den Weiterweg zum Vorder Grauspitz empfahl der Führer und auch das Internet einen Abstieg von ca. 100 Hm entlang des Südgrats des Hinter Grauspitz und dann eine etwas unangenehme Querung durch die Flanke. Doch dank einiger Vorgeher entschied ich mich für den direkten Gratübergang: Vom Hinter Grauspitz ca. 30 Hm in die Scharte abklettern: T5, UIAA II - in einer (nachträglich konsultierten) Beschreibung war auch von T6 II-III die Rede. Der Fels ist zwar an den relevanten Stellen nicht brüchig, aber es gibt einige lockere Steine (Vorsicht! Ist wirklich etwas tückisch und wegrutschen sollte man nicht). Danach muss nur noch ein weiterer Aufschwung kurz überkraxelt werden und einige Meter kraxelnd abgestiegen werden, sonst alles Gehgelände.


    Der Gipfel des Vorder Grauspitz ist sehr aussichtsreich, bei mir war die Fernsicht nach Süden durch Gewölk aber etwas eingeschränkt. Ein Weiterweg Richtung "Samichlaus / Kläusle" wäre anspruchsvoll, wohl III-IV im brüchigen Gelände. Hierfür sowie für den Nordaufstieg konsultiere man die einschlägigen Internetforen.

    Also wieder zurück, wobei ich mich, bevor ich mich versah, auf dem Abstiegspfad durch die S-O-Flanke des Vorder Grauspitz befand. Nach einigen Metern könnte zurückgequert werden zum Grat, aber nunmehr probierte ich den oben genannten "Normalweg" aus: Ist aber nicht lohnenswert, viel Geröll und mühsam sowie deutlich länger als über den direkten Verbindungsgrat.


    Bilder:


    Am Morgen im Saminatal:



    Der letzte Anstieg aufs Hinter Grauspitz:



    Gipfelkreuz Hinter Grauspitz:



    Blick vom Hinter zum Vorder Grauspitz:



    Blick ins Rheintal:



    Da geht es jetzt für den direkten Gratübergang hinunter:



    Blick zurück - Achtung auf lose Felsen:



    Der Weiterweg zum "Samichlaus / Kläusle" ist dann nach einigen Metern sehr anspruchsvoll:



    Gipfelkreuz Vorder Grauspitz:



    Die Flanke des Normalwegs - ich fand den direkten Gratübergang aber wesentlich besser:


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