- Gipfel
- Keiner, höchster Punkt ist ein Gletscherschliffhügel oberhalb des Sees
- Höhe
- 2705m
- Gebirge
- Adamello-Presanella
- Art der Tour
- Wanderung
- Datum der Tour
- 6. August 2026
- Ausgangspunkt
- PP bei der Malga Genova im gleichnamigen Tal, 8 Euro bzw. 5 Euro, wenn man mehr als einen Tag im Val Genova ist.
- Gefahreneinschätzung
- gering
- Exposition der Route
- Südost
Karibik im Adamello.
Der Lago di Lares ist ein riesiger Bergsee zu Füßen des Crozzon di Lares und des Caré Alto auf 2655 Metern Höhe, den man auf einer landschaftlich spektakulären Route erreicht. Einsamkeit ist hier garantiert. Wie bei meiner letzten Tour zum See 2022 habe ich heute niemanden getroffen. Damals mag das noch einer (unsinnigen und von mir ignorierten) Wegsperrung wegen der beschädigten Brücke über den Lares-Bach gelegen haben, aber es ist wohl einfach so, dass das Fehlen jeglicher Einkehrmöglichkeiten einfach 95% der Wanderer abschreckt. Die Brücke wurde mittlerweile übrigens erneuert.
Route: Vom Parkplatz über den unteren und den oberen Lares-Wasserfall - bis hier kann man auch mal Touris treffen - geht es zur Malga Lares. Die Bezeichnung "oberer Lares-Wasserfall" ist übrigens irreführend, denn auch oberhalb dieser stürzt sich der Bach spektakulär über drei Steilstufen. Von der Alm gut markiert zum Lago di Lares. Eine gletscherfreie Gipfeloption vom See aus wäre die Cima Pozzoni (2941m), aber die ist trotz des geringen Höhenunterschieds vom See aus mit 2 Stunden angeschrieben, was mit Blick auf das äußerst ruppige Gelände auch realistisch erscheint. Ich habe heute darauf verzichtet, weil die Wetterentwicklung klar Richtung Gewitter am mittleren Nachmittag ging. Eine halbe Stunde nachdem ich wieder beim Auto war, begann es dann auch...
Stattdessen habe ich den See (einfach, obwohl weglos) umrundet und bin am jenseitigen Ufer tatsächlich auf ein paar kleine Sandstrände gestoßen - daher der Titel des Berichts. Natürlich bin ich dann auch Baden gegangen - sausaukalt! Die Umrundung ist auch deswegen lohnend, weil am Ende auf einen Gletscherschliff hochsteigt, vom dem man einen fantastischen Blick auf den Lares-Gletscher und den dort neu entstandenen See hat. Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route.
Anforderungen: 1600 Hm, um 20 Km, 8-9 Stunden. Ganz einfach, geht nicht über T3 hinaus. Es wechseln sich ziemlich steilen Passagen mit längeren flachen ab.
Hinweis: Schon zu Beginn des Steigs wird man darauf aufmerksam gemacht, dass auf der Malga Lares scharfe Hütehunde zum Schutz der Schafe und Ziegen eingesetzt werden. Darauf muss man gefasst sein. Als ich das Weidegebiet betreten habe, hat einer auf 300 Meter sofort angeschlagen und ist losgerannt. Gott sei Dank ist da aber auch ein Hirte dabei, der sein Handwerk versteht: Ein Befehl und Ruhe war. Ob die Hunde (es sind drei) vor einem Menschen Halt machen, wenn der Hirte gerade nicht am Platz ist, würde ich annehmen, aber was ich wohl nicht machen würde, ist die Tour mit einem Hund (und vielleicht noch ohne Leine)
gehen. Ich glaub, den zerreißen die einfach.
Sonstiges: Was ich fast nicht glauben konnte, ist, dass es auf Höhe des Sees Frösche gibt. Ich bin an einem kleinen Tümpel neben dem See vorbeigekommen und da waren tatsächlich jetzt im August noch Kaulquappen drin... Das muss ein Leben sein: Gerade zum Frosch geworden und dann gleich in die Winterstarre. Denen darf auch keiner mal stecken, dass sie es weiter unten feiner hätten... Wunder des Lebens!
Bilder:
1/2: Der "obere" Lares-Wasserfall wird am Nachmittag zu einem selten zu sehenden Naturspektakel: Die Gischt ist so gewaltig, dass sie den eigentlichen Wasserfall völlig verdeckt.
3: Die neue Brücke.
4: Mystische Zauberlandschaft.
5: Lago di Lares.
6: Der "Karibik-Strand".
7: Wie sich das Leben in kargster Umgebung ausbreitet.
8: Der neue See. Vor vier Jahren war die Mulde noch zur Hälfte mit Toteis gefüllt - jetzt ist davon nur noch ein kleiner Rest übrig. Zum Vergleich einfach den Bericht vom Juni 2022 anschauen.
9: Die drei von der Tankstelle.
10: Einfach malerisch.