- Gipfel
- Punta di Ercavallo
- Höhe
- 3068m
- Gebirge
- Südliche Ortler-Alpen - Val di Viso
- Art der Tour
- Wanderung
- Datum der Tour
- 2. August 2026
- Ausgangspunkt
- Case di Viso, 5 Euro außer man ist vor dem Parkplatzwächter da.
- Gefahreneinschätzung
- gering
Ein einfacher 3000er in wunderschöner Landschaft.
Heute bin ich von meinem Schlafplatz im Val Paghera ins Val di Viso gefahren. Da das Wetter schon in der Früh unsicher aussah und die gestrige Tour doch sehr anstrengend war, hab ich es heute etwas ruhiger angehen lassen.
Vorab muss ich noch ein paar Worte zum Ausgangspunkt verlieren: Die Case di Viso sind ein verträumtes, malerisches Bergdorf auf etwa 1700 Metern. Dort oder am noch etwas höheren PP "Pra del Rum" ist Übernachten übrigens ausdrücklich erlaubt.
Sehr kurios sind allerdings die Regeln für das Befahren der Straße von Pezzo aus. Auf dem offiziellen Schild steht: Das Befahren der Straße ist ab dem ersten Tag nach dem vorletzten Sonntag vor Ferragosto bis zum letzten Sonntag im August verboten. Hä? Das wäre tatsächlich dann morgen. Allerdings ist es so, dass das Befahren eigentlich nur von 10-17.30 Uhr verboten ist, weil in der Zeit ein Shuttlebus von Pezzo aus verkehrt und es dann mit Ausweichen auf der engen Straße schwierig wird. Aber das ist noch nicht alles: Wenn es regnet, darf man immer fahren, weil dann der Bus nicht fährt. Diese ganze sehr typisch italienische Regelhuberei führt dann dazu, dass sich nessun cazzo daran hält, nicht einmal der Busfahrer. Als ich heute bei strömenden Regen am Nachmittag runter gefahren bin, wer kam mir da entgegen: Der Bus natürlich.
Route: Von den Case di Viso nach Pra del Rum und über einen schönen Fahrweg zum Rifugio Bozzo. Hier beginnt ein herrlicher Flankensteig in Richtung der Ercavallo-Seen. Noch bevor man diese erreicht, zweigt rechts der Steig zur Punta di Ercavallo ab (kein Schild, aber gut zu sehen und markiert). Auf dem gleichen Weg zurück und zu den Seen, wo es sich mittlerweile leider eingenebelt hatte, sodass wenig zu sehen war und das Badetuch im Rucksack bleiben konnte.
Auf dem famos angelegten Steig Nummer 2 geht es zurück zum PP.
Das ganze Val di Viso ist stark vom Ersten Weltkrieg geprägt, was auch die großartig angelegten Steige, die alle aus der Zeit von 1915-18 stammen, erklärt. Der ganze Ercavallo-Berg ist voll mit Ruinen, Kavernen und am Gipfelkamm sind die Schützengräben und Kanonen-Standplätze noch gut erhalten. Ich denke mit ja immer, was für ein Irrsinn, dass junge Männer hier Lebenszeit oder mehr für die Interessen einer gierigen Oberschicht geopfert haben. Heute allerdings kam mir dieser Umstand zu Pass, denn trotz des unsicheren Wetters mit starker Wolkenbildung schon um 9 Uhr, musste ich mir wegen Gewittern eigentlich keine Sorgen machen, da alle paar Meter eine schützende Kaverne zu finden ist. Kurz nachdem ich oben war, begann es zu regnen und da bin ich halt schnell in einen Unterstand hinein.
Anforderungen: 1500 Hm, knapp 20 Km, 7-8 Stunden. Ganz leicht, T2-3. Einer der einfachsten 3000er.
Bilder:
1: Pra del Rum: Wie gesagt sicher ein toller Übernachtungsplatz, aber ich bin doch wieder ins Val Paghera gefahren.
2: Aussichtsreich geht es zum
3: Rifugio Bozzo hoch
4: Der herrliche Flankensteig.
5: Zoom in Richtung Adamello.
6: Vom Krieg bis heute geprägt. Das Wetter passt sich der düsteren Szenerie an.
7: Hier stand sicher eine große Kanone. Auf was hat die geschossen? Auf den Piz Tesero, der da in den Wolken steckt?
8: Ein Rudel Steinböcke. Der Chef steht natürlich fotogen auf dem König-der-Löwen-Felsen.
9: Lago di Ercavallo im dichten Avalon-Nebel.
10: Case di Viso.