Überschreitung Zufallspitze und Cevedale - Hochtour Vinschgau

  • Gipfel
    Zufallspitze, Cevedale
    Höhe
    3757, 3769m
    Gebirge
    Ortler Alpen/Cevedale
    Art der Tour
    Hochtour
    Datum der Tour
    4. Juli 2026
    Ausgangspunkt
    Enzianhütte im hintersten Martelltal, 7 Euro
    Gefahreneinschätzung
    gering
    Exposition der Route
    Vorwiegend Ost und Süd

    Ein perfekter Hochtourentag!

    Gestern Abend bin mit Laurenz, dem ältesten Sohn (22) meiner Freundin ins Martelltal gefahren, weil er mal eine Hochtour mit Gletscher machen wollte. Wir haben am Parkplatz übernachtet und sind um kurz nach 5 los, wobei eigentlich zunächst nur die Zufallspitze das Ziel war, aber es wurde dann viel mehr aus der ganzen Geschichte...

    Wir sind über die Zufallhütte zur Marteller Hütte aufgestiegen und dort zum Beginn des Fürkeleferners (nicht zur Furkelscharte!) und über diesen hoch zum Grat. Einfach perfekte Bedingungen: Im flachen unteren Teil aper, im "steileren" Bereich dann eine gute Schneeauflage und sehr gut zu gehen. Der Grat selbst ist komplett schneefrei.

    Am Gipfel, den wir schon um 10 erreicht haben, wurde dann wegen unser guten Form und den Bedingungen (Randspalte Richtung Cevedale gut eingeschneit), entschieden, diesen auf jeden Fall noch "mitzunehmen". Und als Laurenz fragte, ob man denn unbedingt auf dem Anstiegsweg zurück müsse, habe ich dann nach einigem Überlegungen gesagt. "Mir kanntn scho a auf da Südseitn obsteing, aber dann miassma hoid ordentlich wieder auffe, dass man zruck kemman."

    So wurde es gemacht: Rüber zum Gipfel des Cevedale (zur Zeit völlig problemlos) und über den noch gut eingeschneiten Cevedale-Gletscher zu dessen Ende (ca. 3000m) hinab und weiter auf ziemlich schlecht markiertem "Steig" - eher Schuttgestopsel - Richtung Rifugio Larcher. Von dort hinauf (gute 400 Hm) zur Fürkelescharte und jenseits (fast) gletscherfrei über die Marteller Hütte ins Tal. (Wir haben ab der Hütte eine andere Variante als den Anstiegsweg genommen.)

    Anforderungen: 2400 Hm, um 25 Km, 11-14 Stunden. Hochtour L+, T4 mit wenigen Stellen I. Wir sind ohne Seil gegangen, was ich auf dieser Route für absolut vertretbar halte, wenn man die seltenen Spaltenzonen meidet . Ich kenne das Gebiet aber halt auch extrem gut und war schon sehr oft hier unterwegs. Steigeisen sind obligatorisch, aber der Pickel war heute auch nur für's Foto dabei...

    Was mich wirklich extrem gewundert hat, ist, dass gar nicht los war. Drei Hanseln an der Zufall, acht am Cevedale und auf der Abstiegsroute niemand. Auch nirgends Gegenverkehr. Und das an einem nicht zu warmen Samstag mit perfekten Bedingungen. Diese werden in den nächsten Wochen sicher schlechter, also eisiger werden.


    Bilder:


    1: Die Königsspitze spiegelt sich frühmorgens in einem kleinen Seenauge bei der Marteller Hütte.

    2: Hier geht es auf den Fürkeleferner.

    3: Sehr gute Bedingungen.

    4: Schneefrei präsentiert sich der Grat und

    5/6: unproblematisch ist der Übergang von der Zufall zum Cevedale.

    7: Cevedale: Laurenz war hier!

    8: Und ich auch (zum 20. Mal oder so).

    9: Abstieg am Cevedale Gletscher.

    10. Idyllische Landschaft im unteren Teil.



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