Schnüerliweg - Abenteuer hoch über dem Walensee

  • Gipfel
    auf der Route keiner, Möglichkeit für einen Abstecher etwa auf den Zuestoll 2.234 m
    Gebirge
    Appenzeller Alpen
    Art der Tour
    Bergtour
    Datum der Tour
    29. August 2026
    Ausgangspunkt
    Walenstadtberg oberhalb des Walensees

    Bei bayerischen Berggehern dürfte er nicht sehr bekannt sein, anders aber bei den Ostschweizern: Der sog. Schnüerliweg, der hoch über dem Walensee durch die zum See sehr steil abfallenden Churfirsten führt. Ein echtes Abenteuer für schwindelfreie Liebhaber ungewöhnlicher Bergunternehmungen!


    Im Internet gibt es zahlreiche Beschreibungen (etwa auf "hikr.org"), auf die ich verweise. Einige Ergänzungen / Anmerkungen:


    - Ich bin in Walenstadtberg kurz unterhalb der Rehaklinik gestartet (dann ca. 130 Hm Höhenverlust) und über die Bärgerlaui zur Alpe Tschingla hinauf. Die Tourentipp-Beschreibung zum Hinderrugg startet noch etwas weiter oben in Hochrugg und nimmt meinen späteren Abstiegsweg.

    - Der Einstieg zum Schnüerliweg oberhalb der Alphütte Chammsässli ist eigentlich gut beschrieben, aber ich hatte die Angabe "1.980 m" falsch gelesen und bin entsprechend noch durch das Valserloch hoch - der Einstieg in den Schnüerliweg geht aber genau beim Einstieg in das Valserloch unmarkiert nach links weg.

    - Im ersten Teil des Schnüerliwegs ist dieser meistens recht einfach, setzt aber natürlich Schwindelfreiheit und Trittsicherheit voraus. Die letzten Meter zur Stollenfurgge (P. 1.958 / 1.954 zwischen Schibestoll und Zuestoll) sind schmal und versichert. Bis hierher braucht man nur normale Wanderausrüstung, ein Helm und Teleskopstöcke sind sinnvoll. Ab der Stollenfurgge kann man nach Norden absteigen und etwa auf den Zuestoll hoch und dann wieder herunter und hoch zur Paliis Nideri.

    - Alternativ besteht die Möglichkeit zur Fortsetzung des Schnüerliwegs unterhalb des Zuestoll auf dessen Südseite. Dass ist allerdings deutlich anspruchsvoller als der erste Teil:

    - Zunächst wird aus der Stollenfurgge ca. 10 Hm nach Süden abgeseilt - Seil vorhanden und auch alternativ Seil mit Griffknoten. Natürlich könnte man auch mit einem eigenen Seil abseilen. Dann geht es wenige Meter waagrecht, aber sehr ausgesetzt und am besten weiterhin am vorhandenen Seil gesichert nach Westen. Von dort dann einige Meter in einem Riss hoch an einem lockeren Drahtseil bzw. Textilseil. Am besten in einer Kombination aus Kraxeln und Hochziehen am Seil. Ich habe dabei eine Sicherung mittels Klemmknoten verwendet und fand das sehr angenehm. Im weiteren kommt dann noch ein kurzer, aber sehr ausgesetzter Grashang und ein Bandunterbruch, der mithilfe des überhängenden dünnen Drahtseils überwunden wird. Der Rest ist dann immer wieder sehr ausgesetzt, aber technisch nicht schwierig.

    - Ab dem Paliis Nideri geht es einen weitgehend unmarkierten Steig nach Süden herunter ("Züsler Highway") - kurz muss einige Meter nach rechts wieder aufgestiegen werden.

    - Auch der Abstieg ins Tal über den Sitzstein zum "Ruheort Paxmal" ist noch einmal sehr steil. Alternativ wie in der Tourentipp-Route gemütlicher außen herum.


    Insgesamt ist die Route etwas Abenteuer, jedenfalls wenn man den zweiten Teil des Schnüerliwegs mitnimmt. Die vorhandenen Sicherungen sind definitiv nicht normgerecht, teilweise recht improvisiert und älter - nur an 2 Stellen (Abseiler und Bandunterbruch) musste ich sie aber zwingend benutzen uns da erschienen sie mir noch hinreichend vertrauenswürdig. Entgegen einiger mir etwas verharmlosend erscheinender Internetberichte (für mich ging es persönlich eher Richtung T6) fand ich Sicherung an diesen Stellen auch sehr angenehm. Letztlich muss das aber natürlich jeder selber wissen und wer in so einem Gelände unterwegs ist, sollte noch (v.a. mental) Reserven haben. Steig unbedingt nur bei Trockenheit gehen, gilt auch für den ersten Teil!


    Bilder:


    Am Einstieg in den ersten Teil des Schnüerliwegs - alles noch recht harmlos:



    Blick zurück zur Alphütte Chamsässli und tief unten der blaue Walensee:



    Der weitere Verlauf des Schnüerliwegs unter den Felsenwänden der Churfirsten:



    Da stehen sie in Reih und Glied, die Churfirsten:



    Die letzten Meter des ersten Teil des Schnüerliwegs sind schmal und ausgesetzt:



    Blick zurück auf den Abseiler:



    Die Stollenfurgge mit dem Schibenstoll - ganz rechts ungefähr in der Bildmitte wird auf schmalem Felssims in die Stollenfurgge gequert:



    Der weitere Weg im zweiten Teil des Schnüerliwegs ist dann doch deutlich ausgesetzter als der erste Teil:



    Tiefblick vom Paliis Nideri:



    Die Bezeichnung "Züsler Highway" ist vielleicht etwas übertrieben, aber schön ist er schon (Helm auflassen wegen Gämsen!):


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