- Gipfel
- Balfrin
- Höhe
- 3.796 m
- Gebirge
- Walliser Alpen
- Art der Tour
- Bergtour
- Datum der Tour
- 3. Juli 2026
- Ausgangspunkt
- Gasenried
Am Freitag eine als Tagestour recht strenge Wanderung auf den Balfrin gemacht - unterwegs nimmt man das Klein & Gross Bigerhorn mit, wobei letzteres als eine der höchsten Wandergipfel der Alpen gilt. Meines Erachtens könnte man aber bei entsprechenden Verhältnissen auch den Balfrin als Wanderung ansehen. Vergangene Woche waren jedenfalls Steigeisen und Pickel nicht erforderlich, wobei sich deren Mitnahme empfehlen dürfte. Am Grat zwischen Gross Bigerhorn und dem Balfrin gibt es kurze Kraxelstellen, den in den Karten teilweise noch eingezeichneten Gletscher zum Punkt 3.782 berührt man nur wenige (flache) Meter. Schwierigste Stelle ist m.E. ein kurzer Aufschwung knapp unter dem Hauptgipfel im brüchigen Fels, wobei es hier auf die Nordseite ausweichend verschiedene Varianten gibt. Angesichts einer Senke zwischen dem Vorgipfel (P. 3.782) und dem Hauptgipfel ist der Weg auch etwas weiter, als man im ersten Moment und nach der Karte denken würde.
Noch ein Wort zur Parksituation am Ausgangspunkt Gasenried: Es gibt einen bergsteigertauglichen Parkplatz unterhalb vom Feuerwehrhaus, wo man für 5 CHF parken kann (Parkautomat) - der ist aber nicht übermäßig groß. Alle anderen Parkplätze scheinen entsprechend der politischen Vorgabe der Gemeinde St. Niklaus auf 1,5 - 2 h beschränkt zu sein. Wo die laut Homepage der Bordierhütte reservierten Parkplätze sein sollen, hat sich mir nicht erschlossen - womöglich sind es einige der reservierten Parkplätze auf dem genannten Parkplatz. Für alle, die eine mehrtägige Unternehmung (z.B. Nadelgrat) planen, dürfte sich eine Zufahrt mit dem ÖPNV empfehlen.
Zu den Hochtourenverhältnissen im Wallis: Nach allem, was ich gesehen habe und auch Berichten sind diese, soweit es über Gletscher geht, schlecht - die geringen Schneemengen des Winters gepaart mit der Hitze haben da für apere Verhältnisse schon Anfang Juli gesorgt:
- Riedgletscher aper bis auf mindestens 3.000 m hinauf; zum Nadelgrat dürfte es nur noch den langen Weg über das Galenjoch gehen
- Windjoch unterhalb des Nadelhorns sieht nach Blankeis in der Steilstufe aus
- Alphubel, Allalinhorn: Wenig Schnee auf den Gletschern, viele offene Spalten, teilweise eisig - am Wochenende sind am Hohlaubgrat wohl auch viele umgedreht
- Weissmies Nordflanke: sehr eisig, deutlich anspruchvsoller als in normalen Jahren
- Auch in Richtung Weisshorngruppe sah es nach eisigen Verhältnissen aus.
Außer für Blankeis-Liebhaber empfehlen sich im Gebiet wohl nur Hochtouren, die überwiegend aus Felspassagen bestehen.
Bilder:
Fotogener Steinbock vor Teilen des Nadelgrates:
Die Steinböcke kommen manchmal bis zur Bordierhütte:
Dirruhorn vom Klein Bigerhorn:
Gipfelkreuz Gross Bigerhorn:
Der Gletscher am Übergang zum Vorgipfel P. 3.782 ist mittlerweile so stark zurückgegangen, dass man nebendran im Schutt und Fels geht:
Die letzten verbliebenen Meter Gletscher - unkritisch:
Blick vom Hauptgipfel zurück zum Vorgipfel:
Nadelhorn mit Nadelgrat:
Situation auf dem Feegletscher -schaut auf dem Bild aber noch "weißer" aus als in Realität:
Am späten Nachmittag war auch das Weisshorn hervorgekommen: