- Gipfel
- Weißkugel
- Höhe
- 3738m
- Gebirge
- Ötztaler Alpen
- Art der Tour
- Hochtour
- Datum der Tour
- 30. Juli 2026
- Ausgangspunkt
- Glieshof im Matscher Tal bzw. Oberetteshütte
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
- Exposition der Route
- überwiegend West
Wir sind am ersten Tag vom Parkplatz unterhalb des Glieshofes (kostenlos) auf dem Normalweg zur Oberetteshütte gestiegen.
Start zur Weißkugel am zweiten Tag um 5.00 Uhr. Man steigt zunächst auf einem markierten Steig ziemlich steil und mühsam hoch auf etwa 3000m und quert dann fallend ein ganzes Stück bis zu einem kleinen See hinab, der links rum direkt am Ufer halb umrundet wird. Danach geht es durch einen Einschnitt zum nun schon sehr nahen Gletscher. Der Matscher Ferner ist über weite Strecken blank. Wir sind im Aufstieg unterhalb der großen Felsinsel Richtung Gipfel gequert und dann in einem Bogen nach rechts direkt zum Matscher Wandl angestiegen. Auf dieser Route Blankeis bis über etwa 3400m, kurzzeitig um die 35 Grad steil, ansonsten flacher. Einige offene Spalten müssen umgangen werden. Da das letzte Firnstück auf dieser Route nur noch recht kurz ist, haben wir nicht mehr angeseilt. Das ist aber nicht empfehlenswert, denn auch in diesem kurzen Stück lauerten ein paar mehr oder weniger verdeckte Spalten. Oberhalb des Firns bis zum Ansatz der Felsen erneut Blankeis.
Das Matscher Wandl existiert als Firn-/Eishang faktisch nicht mehr. Der noch eisige Teil ist blank, Schutt bedeckt und stark Steinschlag gefährdet. Die Route führt links des Eises und rechts von einer Schuttrinne durch die Felsen hoch (etwa I+, zwei gebohrte Kettenstände zum Sichern bzw. Abseilen sind vorhanden). Man klettert nahe der Schuttrinne erst ein paar Meter hoch, quert dann auf einem Band waagrecht nach rechts und dann weiter rechtshaltend schräg nach oben, bis man auf Schnee/Eis trifft. Am linken Rand des Schnees, nun schon oberhalb des Wandl, hoch zum Gipfeleisfeld, über einen ganz kurzen, scharfen Firn-/Eisgrat und den felsigen Gipfelgrat zum höchsten Punkt. Auch auf dem Gipfeleisfeld liegt nur noch eine dünne Firnauflage.
Im Abstieg bis unterhalb des Matscher Wandl wie Aufstieg; danach sind wir zum Hintereisjoch und oberhalb der großen Felsinsel nahe entlang der Wände der Inneren Quellspitze Richtung Süden und später Richtung Westen abgestiegen. Diese Route ist deutlich länger Firn bedeckt als unsere Aufstiegsroute und deshalb angenehmer (und im Abstieg sicher auch um einiges schneller) zu gehen, allerdings könnte Steinschlag die Route erreichen. Auch hier ein paar Spalten, die noch mehr oder weniger verdeckt sind. Nach Firnende wieder über den blanken Gletscher hinab und auf dem Aufstiegsweg zurück zur Hütte.
Insgesamt eine nicht schwierige, aber lange Tour (wir waren insgesamt 12 Stunden unterwegs, davon 6,5 im Aufstieg).
Von der Oberetteshütte aus wurde der Berg an diesem Tag von drei Seilschaften bestiegen, andere kamen von der Bellavista.
Auf der Hütte gutes Essen, alles regional, familiäre Atmosphäre, es haben an diesem Tag nur 19 Personen übernachtet.
Bild 1 Oberetteshütte
Bild 2 Am Zustiegsweg zum Gletscher
Bild 3 Auf dem Matscher Ferner
Bild 4 Gipfelaufbau mit Matscher Wandl
Bild 5 und 6 Im Wandl
Bild 7 Im Gipfeleishang
Bild 8 Gipfelaufbau
Bild 9 und 10 Am Gipfelgrat