- Gipfel
- Cima Plem
- Höhe
- 3182m
- Gebirge
- Adamello-Presanella
- Art der Tour
- Bergtour
- Datum der Tour
- 4. August 2026
- Ausgangspunkt
- Ponte Guat, kostenlos. Zufahrt von Sonico auf guter, aber enger Bergstraße.
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
"Es sind nicht wir, die das Gebirge erobern, sondern es ist das Gebirge, das uns erobert.
Dieser Satz von Dante (Alighieri, nicht der Fußballer) passt gut an den Anfang dieses Berichts, denn er steht auf einem Schild in der Nähe des Lago Miller.
Diese Rundtour führt in das beeindruckende Val Miller, das übrigens nicht nach einem englischen Bergsteiger benannt ist wie man vermuten könnte. Der Gipfel bietet wahrscheinlich den besten Blick auf den Monte Adamello überhaupt.
Route: Vom PP zur Malga Premassone und kurz danach sehr steil auf toll gebauten Steig ("Scala del Miller") in die beeindruckende Hochebene des Val Miller. Bald wird das Rifugio Gnutti am Lago Miller erreicht. Wie beim benachbarten Lago Baitone handelt es sich dabei um einen Stausee. Anders als im völlig verschandelten Avio-Tal hat man es hier aber geschafft, die Dämme so zu bauen, dass sie das Landschaftsbild fast nicht beeinträchtigen. Bald nach dem See zweigt links der Steig 631 zum Passo del Cristallo (2900 m) ab. Vom Pass nicht ausgeschildert, aber perfekt markiert zum Gipfel, wo ich mit einigen Einheimischen geplaudert habe. Die haben mir gesagt, dass sie die Runde immer anders herum gehen als ich, weil der Abstieg zum Rifugio Tonolini ungut ist. Sie haben natürlich recht. Vom Pass geht es sehr steil, ausgesetzt und brüchig hinab und kurz vor dem Kar kommt die Schlüsselstelle: Eine 20 Meter hohe, fast senkrechte Wand. Ohne die hier angebrachten Ketten wäre die Stelle III - IV. Im Aufstieg sicher deutlich angenehmer als im Abstieg. Vom Rifugio Tonolini am Lago Baitone vorbei zurück ins Tal.
Anforderungen: Vom Pass zum Gipfel T4 und erstaunlich einfach für so einen wilden Berg wie die Cima Plem. Der Abstieg zur Tonolini T5+, der Rest T3. 1800 Hm, um 20 Km, 8-9 Stunden. Insgesamt noch lohnender als der Corno delle Granate und bis auf die 200 Hm vom Pass ins Kar auch deutlich weniger ruppig.
Von der Ponte Guat könnte man natürlich auch fast gletscherfrei auf den Adamello steigen, aber schon die Beschreibungen dieser Route haben mir überhaupt nicht gefallen und der Augenschein hat mich bestätigt: Viel steiles Schuttgestopsel und dann eine Steilstufe, die über die Via Terzulli überwunden wird. Diese wird offensichtlich von vielen fälschlicherweise für einen klassischen Klettersteig gehalten. Am PP und am Rifugio Gnutti weisen Schilder ausdrücklich darauf hin, dass das nicht der Fall ist und man sich an den eingebohrten Standplätzen mit Seil sichern soll. Wenn ich mal auf den Adamello gehe, dann lieber über eine der Gletscherrouten und am besten mit Ski.
Bilder:
1: Morgenstimmung im Val Miller.
2: Das ist keine Kapelle, sondern der Winterraum des Rifugio Gnutti.
3: Lago Miller.
4: Einfache Blockkletterei kurz vor dem Gipfel.
5: Nicht umsonst heißt er "der Erhabene", was Adamello bedeutet.
6: Tiefblick zu den Seen um das Rifugio Tonolini.
7: Es muss nicht immer ein Kreuz sein.
8: Am Ende der Schlüsselstelle im Abstieg.
9: Im Lago Rotondo bin ich noch Baden gegangen.
10: Lago Baitone. Der hinterste Berg ist die Cima Plem.