- Gipfel
- Blinnenhorn
- Höhe
- 3.374 m
- Gebirge
- Leonegruppe (Wallis)
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 31. Mai 2026
- Ausgangspunkt
- Kehre 2.308 m auf der Walliser Seite der Nufenenpassstraße
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
- Exposition der Route
- v.a. Ost
Ich wollte ohnehin schon lange auf das Blinnenhorn und als mir dieses am Samstag vom Pizzo Lucendro erneut in die Augen stach, war der Tourenplan für den Sonntag in Abweichung der ursprünglichen Idee schnell gefasst. Vom Namen her werden viele Bergsteiger das Blinnenhorn nicht kennen, aber aufgrund seiner freistehenden Lage mit dem Griesgletscher unterhalb wird es schon fast jeder gesehen haben, der im Gebiet Gotthard / Grimsel mal unterwegs war.
Start an der Nufenenpassstraße - anders als in der Beschreibung im Tourentipp-Archiv. Vom Pass selber kann man übrigens nicht sinnvoll starten. Mit Skiern zunächst auf der Werksstraße zum Griessee (Stausee) - zum Glück war der Schnee aufgrund der zur Zeit hohen Temperaturen nicht voll durchgefroren, denn vom abschüssigen Schneekegel auf der Straße ginge es teilweise sauber hinunter ... Nach Überqueren der Staumauer musste ich mich entscheiden, kurz durch unangenehmes Gelände Richtung Seespiegel abzusteigen oder eine Umgehung oberhalb zu probieren. Ich habe mich hin wie zurück für erstere Variante entschieden. Das war wahrscheinlich auch sinnvoll. Mangels genauer Vorbereitung hatte ich das vorher nicht geplant - und ohnehin sorgt die Geländeveränderungen im Gebiet für fehlende Planungssicherheit. Diese Variante geht natürlich nur bei wenig Wasser im Stausee wie zur Zeit. Nach einigen Metern beim See unten in einem Schnee-/Eismix ging es dann auch gut mit Skiern weiter - ist aber schon aufwändig, eine Stunde braucht man so bis zum eigentlichen Tourenbeginn schon und zurück zu ist alles auch mühsam, da das Gefälle von der Staumauer zur Passstraße nicht für eine ordentliche Abfahrt reicht. Der Griesgletscher ist bis auf den Anstieg auf ca. 2.600 m beim Gletscherbruch recht flach und zieht sich. Zum Gipfel des Blinnenhorn wird üblicherweise nach links unter dem Gipfel gequert und dann der Gipfel von Süden, im Idealfall mit Skiern, bestiegen. Auf den letzten 150 Hm gab es jedoch Stellen bis ca. 45 Grad Hangneigung, da habe ich dann doch kurz abgeschnallt und bin hoch gestapft. Tageszeitbedingt war es bei mir schon recht weich (auch diese Tour zog sich für die relativ wenigen Höhenmeter), aber Steigeisen und Pickel gehören hier definitiv ins Gepäck. Erst recht natürlich für alle "Nordwand"-Aspiranten, die das Blinnenhorn über den steilen Nordhang bezwingen wollen.
Abfahrt um kurz nach 11 Uhr war noch machbar, aber 1-2 h früher wäre sicher sinnvoll gewesen. So zog es sich v.a. auf den Flachpassagen in der Mittagshitze doch etwas. Und der Rückweg beim Stausee macht die Tour sicher nicht zur idealen Skitour.
Kurz zur Tourenbeschreibung im Tourentipp-Archiv und älteren Internetberichten: Das Gebiet hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher wurde anscheinend die Werksstraße zum Stausee auch mit dem Auto befahren. Die ist wohl mittlerweile gesperrt wegen Steinschlags. Es lagen auch überall Steine herum. Gemacht wird es nach wie vor, allzumal die vom SAC vorgeschlagene Alternative von deutlich weiter unten an der Nufenenpassstraße für eine Skitour nicht sehr attraktiv ist. Das soll aber keine Empfehlung sein, eine grundsätzlich steinschlägige Route zu begehen. Allgemein fällt im Gebiet die Brüchigkeit auf: Einerseits ohnehin brüchiger Schiefer, andererseits Urgestein, das aber wohl unter Spannung zu stehen scheint, jedenfalls anders als etwa am Gotthard- oder Furkapass auch stark bröckelt. Die Route über den Griespass (so auch die Tourentipp-Beschreibung) ist auch offiziell wegen Felssturzes gesperrt - da scheint viel herunterzukommen. Auch der Griesgletscher ändert sich stark. Insgesamt scheint mir meine Route noch die beste zu sein (abgesehen von den Routen von der italienischen Seite her, die durch insgesamt deutlich leichteres Gelände führen).
Bilder:
Oben die Werksstraße, über die es mit Skiern hochgeht - unten Herrr Steinbock beim Frühstück:
Endlich an der Staumauer mit Blick auf die weitere Route:
Und am See unten, wo es mit Skiern weitergeht:
Im unteren Flachstück des Griesgletschers - Erinnerungen an den Hintereisferner im Ötztal kommen auf:
Beim Gletscherbruch geht es endlich wieder hoch:
Am oberen flachen Gletscher - das Blinnenhorn (italienisch Corno Cieco) ist der Gipfel ganz links:
Der steile Gipfelhang - deutlich steiler, als es nach dem Bild erscheint:
Eine der Gipfelmarkierungen, es gibt aber auch noch ein Gipfelkreuz:
Bei der Abfahrt hinab zum Stausee:
So etwas habe ich noch nie gesehen - da baute sich doch am Morgen glatt ein Skifahrer seinen mobilen Skilift auf (Seil und Vorrichtung zum elektrischen Hochziehen am Seil):