Beiträge von mane

    Danke für die Klarstellung.


    Ich habe "confirmation bias" bisher immer weiter verstanden, also in dem Sinn eine Voraussetzung für das, was du als "overconfidence bias" beschreibst.


    (vgl. z. B. http://www.uni-hamburg.de/fach…rag_confirmation_bias.pdf (dieser Link nur, weil er so schön leicht EINE Definition zugänglich macht; bei Wikipedia steht natürlich auch was... oder halt in der Fachliteratur)


    "Als Confirmation Bias(CB) wird die tendenzielle Suche nach bestätigender Information bezeichnet. In einer sequentiellen Entscheidungssituation bedeutet dies, dass eine zuvor getroffene Entscheidung bei Vorliegen neuer Informationen –insbesondere solchen, die eine Änderung der Entscheidung nahe legen -nur unzureichend revidiert wird.
    Als Konsequenz wird die ursprüngliche Entscheidung beibehalten, also die Entscheidung nicht mehr rational."


    Damit sind wir jetzt aber bei einer ganz ausgefeilten Begriffsdefinitionsproblematik, die in einem sozialen Forum wie hier m. A. nach nicht wirklich angesagt ist - weshalb ich sie von meiner Seite beenden möchte. Ich weiß, was du meinst und das reicht mir. (Die Begriffsdebatte wäre was für ein wissenschaftliches Gespräch...)


    Wichtiger ist mir sowieso der Anwendungsaspekt: Wenn ich weiß, dass ich stark geneigt bin, irrational zu entscheiden, wie komme ich dann aus dieser Problematik heraus?
    Hat sich dazu schon jemand Gedanken gemacht? Steht beispielsweise bei bergundsteigen was dazu?


    Grüße,
    Mane



    PS: Wieso äußerst du dich zu Melissa99, wenn du das eigentlich nicht willst? ;-) (nicht falsch verstehen)

    Nochmal zu yeti11 und diesmal zur Antwort vom 17.02 "Kommentar zu mane und admin"

    Zitat

    mane hat zwei von drei Aspekten richtig erkannt. Kein Gerät der Welt kann Lawinen verhindern und die mechanischen Hilfen werden überbewertet entgegen ihrer Wirksamkeit. Was mane nicht in Betracht zieht ist die Wirkung auf die Psyche dieser beiden Aspekte.

    Da hast du mich völlig falsch verstanden. Ich habe direkt gar nichts (und das ganz bewusst) über die Effekte der Piepser etc. auf die Psyche ausgesagt, weil ich mich darin zu wenig auskenne. Das ist etwas fundamental anderes als hätte ich behauptet, ihr Einfluss wäre zu vernachlässigen oder gar zu negieren. Für mich sind diese Einflüsse hier enthalten(aus meinem Posting, Hervorhebungen neu):


    Zitat

    1) Schutz vor Lawinen bietet einzig eine gewissenhafte Planung, die außer den naturbedingten Faktoren (Gelände, Schneedecke, Wind, Exposition usw.) der Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung besonders diejenigen Faktoren berücksichtigt, die im Kopf eines jeden Einzelnen bzw. aufgrund einer Gruppendynamik zur Entscheidung führen, ob und wo gegangen/abgefahren wird.



    D.h. ganz im Gegenteil zu einer Negation, mich interessiert brennend, welche psychologischen Effekte es gibt. Leider hast du dazu außer dem Wort "overconfidence" und hier nicht viel geschrieben (und das dann zumeist in anderen Zusammenhängen, vgl. "emotionale Bestimmung" als Teil der "overconfidence" im selben posting, aber im Kontext vom x-ten Zwiesel-Eintrag). Konkreter bist du, soweit ich das jetzt noch überblicke, nur hier geworden:


    Zitat

    Die "Profis" bzw. die sich dafür halten: Bei Unfällen in diesem Personenkreis wirkt die Overconfidence ganz massiv, diese Menschen bilden sich eine Sicherheit ein, die jedoch so nicht existiert. Sie benutzen dazu Hinweisreize aus der Umwelt unter Weckblendung negativer Indikatoren um ihre Entscheidungen zu legitimieren. Per EEG ist jedoch nachweisbar, das diese ihre Entscheidungen schon getroffen haben, bevor alle Reize aufgenommen werden konnten. Die Argumentation dient dann nur der Gewissensberuhigung und Legitimation. Es erfolgt ein praedesionales Priming, welches uns die reize gemäß unseres Wunsches wahrnehmen lässt. Dann kommt auch wieder das Thrill Seeking ins Spiel, der Wille zum geilen Hang.

    Und das sind Dinge, die - zumindest kann ich das für mich behaupten- , so auch schon bekannt sind, wenn auch evtl. in anderen Kontexten.


    Um es nochmal anders zu fassen: Mich würde dieser Teil deiner Arbeit interessieren - wann und wo kann man sie lesen?


    Dazu als Hintergrund: Ich bin jahrelang ohne Piepser unterwegs gewesen und habe mir erst nach dem ständigen Gemeckere von Freunden, Verwandten und Bekannten einen zugelegt - und glaube (wie ja geschrieben) nicht daran, dass er wirklich viel bringt, gehe aber trotzdem (fast) immer mit Piepser, denn wie Bernhard bin ich heute der Ansicht, dass ein Ortungsgerät immer mitgeführt werden muss, und wenn auch nur um wenigstens eine theoretische Chance zu haben (zu retten bzw. gerettet zu werden). Ich bilde mir aber ein, dass sich meine Tourenplanung relativ unabhängig vom Tragen des Piepsers entwickelt hat, doch ich spüre nach wie vor ganz persönlich, dass man aufgrund des Piepsers vielleicht doch den einen oder anderen Hang geneigt ist, etwas optimistischer zu bewerten (vgl. oben dein Posting).
    Also: Wie kann man diese Effekte auf Tour oder daheim messen/bestimmen? Wie ihnen begegnen? Das sind so Fragen, die mich wirklich interessieren.


    Diese Fragen gehen im übrigen an alle. Je mehr Inhalte darüber, umso besser.



    Grüße,
    Mane





    PS:
    Und natürlich hast du inhaltlich völlig recht mit deiner Kritik an den Firmen, die ihre Geräte pushen und am DAV und etlichen seiner Aussagen, denn sie suggerieren ja Sicherheit, wo keine ist.


    Nur gefällt mir dein Tonfall dabei oft nicht besonders. Das habe ich auch mit kontraproduktiv gemeint - du schreibst fast in jedem Posting, du willst inhaltlich diskutieren, rutscht dann aber leider immer wieder in einen persönlich angreifenden Ton, der dann zusätzlich mit Inhalten verbunden ist, die das "Wissen" (=überkommene Lehrmeinung; wie weit auch immer objektiv richtig verinnerlicht) gegen den Strich kehren. Das ist eine unglückliche Verquickung.
    Was du damit nämlich erreichst ist, dass sich viele nur persönlich angegriffen fühlen und eben emotional und gerade nicht inhaltlich diskutieren. Und dann sind wir bei den unerfreulichen Postings der letzten Zeit, zu denen Bär Bruno so treffend meinte:

    Zitat

    der Ton macht die Musik - da sind aber alle gefragt

    Mich würde freuen, wenn wir das eine vom anderen trennen könnten.





    Und eine ganz konkrete Frage am Schluss, um wieder inhaltlich zu werden:


    Du schreibst etwas von "ovenconfidence-bias" - das ist ja sicher nur ein Tippfehler; was mich allerdings interessieren würde, ist ob du nicht (auch) die "confirmation-bias" gemeint hast? Würde mich über eine Antwort freuen.

    Hier mein Senf.


    Wenn ich das richtig sehe, verfolgt Yeti11 eigentlich nur diese zwei Punkte:


    1) Schutz vor Lawinen bietet einzig eine gewissenhafte Planung, die außer den naturbedingten Faktoren (Gelände, Schneedecke, Wind, Exposition usw.) der Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung besonders diejenigen Faktoren berücksichtigt, die im Kopf eines jeden Einzelnen bzw. aufgrund einer Gruppendynamik zur Entscheidung führen, ob und wo gegangen/abgefahren wird.


    2) Der lebensrettende Aspekt von "Piepsern" u.a. technischen Lösungen zur möglichen Erleichterung der Rettung aus einer Lawine wird öffentlich so stark überbewertet und übermäßig diskutiert, dass er den eigentlich sinnvollen Ansatz (vgl. 1) ) zu einem guten Teil überdeckt.


    Wenn das richtig so ist, dann kann ich mir nicht denken, dass es zu viele hier im Forum gibt, die ihm darin widersprechen. Kein Gerät verhindert eine Lawine. Und nur die Vermeidung von Lawinen erhöht wirklich die Sicherheit. (Aber das ist ja eigentlich eine Binsenweisheit.)


    So sehe ich das.


    Leider (wirklich leider) gehen diese Punkte durch seine Art der Argumentation verloren:


    - enge wissenschaftliche Begrifflichkeiten, die in einem nicht wissenschaftlichen Forum zu Unverständnis und Verwirrung führen, bzw. so aufgefasst werden, dass da jemand schreibt, der alles besser zu wissen meint; insbesondere wenn man seine Begrifflichkeiten nicht übernimmt
    - teils direkte Angriffe auf andere Forenmitglieder (vgl. Bernhard) und die (als dumm hingestellte) Allgemeinheit
    - Dauerschelte von Firmen, die Versuchen, ihre Produkte zu verkaufen
    - und gleichzeitige Sippenhaft für den DAV



    Dazu Folgendes:
    * direkte beleidigende Bemerkungen und allgemeine Unterstellungen, die auf das gleiche hinauslaufen, sollten in einem solchen Forum nichts zu suchen haben
    * einem Unternehmen vorzuwerfen, es wolle Produkte verkaufen, ist absurd
    * die Ausbildungsstrategie des DAV (durch den im wesentlichen die lawinenkundliche Bildung) in die Breite getragen wird gehört mit Sicherheit ständig hinterfragt und hat ein großes Optimierungspotenzial


    Die Art und Weise, auf die das Yeti zu tun versucht, ist kontraproduktiv zu ihren Zielen (- wenn ich diese richtig verstanden habe). Wer niemand mitnimmt in seiner Argumentation, kann nicht überzeugen. Schade.






    PS: Ich freu mich auch, dass der Wastl wieder da ist (und nicht nur auf RoBerge, oder?) Lang leben die Hausberge!

    Hallo zusammen!


    Die gleiche Frage wie Margit beschäftigt auch mich. Was wäre (muss man wohl jetzt sagen) eigentlich der Sinn und Zweck gewesen?
    Die überall genannte allgemeine Formulierung über "neue Erkenntnisse" stellt mich nicht zufrieden. Und im Internet habe ich bisher auch nichts Entprechendes gefunden. Wenn das Experiment entsprechend gut begründet (gewesen) sein sollte, könnte ich mir nämlich vorstellen, gar nicht mal dagegen (gewesen) zu sein. So wie es aber momentan aussieht, finde ich das Experiment auch ungeheuerlich.



    Also: Weiß jemand etwas?


    LG,
    Mane

    Sehe das genauso.
    Da ist ihnen wohl am 3.1. der falsche Balken in die Grafik gerutscht.


    Oder aber Patrick Nairz und Rudi Mair sind sich nicht ganz einig. Im Prinzip sagt der Bericht seit dem 3.1. ja praktisch Identisches aus, nur Patrick Nairz ist etwas vorsichtiger, gibt also eine höhere Gesamtwarnstufe aus und zeichnet R3 und R7 auch nicht mit "geringem" Risiko ein, am 4.1., wie das Rudi Mair das am 3.1. noch gemacht hatte.


    So ein Lawinenlagebericht ist ja auch hoch komplex - da können auch zwei Profis sich mal nicht ganz einig sein.


    Grüße,
    Mane

    Heute Nachtmittag von Wegscheid aus aufs Brauneck. Abfahrt war noch nicht offen und bei uns war der Pulver auch noch nicht besonders zerspurt. Nach uns kamen dann die "Horden" von Tourengehern, denen auch nichts anderes eingefallen ist...
    Unten raus war weiches fahren ratsam, man kam leicht bis auf den Boden durch. Schaut also auch etwas ungünstig für Touren in der Ecke außerhalb von Wiesenhängen aus.

    Höchster Punkt: Lacherspitz


    Art der Tour: Skitour


    Datum der Tour: 20.12.09


    Gebirge: Mangfall


    Ausgangspunkt: Oberes Sudelfeld


    Exposition der Tour: S - O


    Tourenverhältnisse: Pulver ohne Unterlage. Unten ging's nur auf der Straße, im Kar oben musste man ziemlich aufpassen. Ein paar Bodenkontakte mir entsprechendem Ergebnis waren nicht zu vermeiden. Insgesamt aber besser als erwartet.


    Gefahreneinschätzung: gering


    Prognose: je nach Föhnlage


    Sonstiges: Unheimlich schöne Winterlandschaft und ein toller Blick.


    Schade waren die Rücksichtslosigkeiten, die nicht zu übersehen waren: im gesperrten Teil des Gebiets (Skitouren umweltfreundlich) waren Spuren drin, ein paar Leute haben es immer wieder versucht, doch abseits der Straße zu fahren (was mit hör- und sichtbarem Schaden an Ski und Natur verbunden war) und eine Reihe von Fuss- und Schneeschuhgehern hat die Spur zertrampelt. Das muss doch nicht sein.


    Höchster Punkt: Christlum-Kopf


    Art der Tour: Skitour


    Datum der Tour: 13.12.09


    Gebirge: Vorkarwendel


    Ausgangspunkt: Achenkirch


    Exposition der Tour: v.a. Ost


    Tourenverhältnisse: Super Pulver oben, unten musste man weich fahren, um nicht auf den Boden zu kommen. Einige leichte Kontakte waren nicht zu vermeiden. Alle Hänge sind mittlerweile ordentlich zerfahren und wenn man nicht die Nordabfahrt rauf geht kommt man (wie immer) an den Schneekanonen vorbei. Außerdem ist die erste Pistenraupe rumgefahren. Nächsten FR soll eröffnet werden.


    Gefahreneinschätzung: gering


    Prognose: unter der Woche sicher noch eine nette Eingehtour


    Sonstiges: schee wars

    Hallo Bärli!


    Braucht man nix zu glauben. Schaut man hier, sieht man, dass es nichts wird.
    (Am besten wählt man die Karten zum Niederschlag und die 2m-Temperatur.)


    Ist auch ein guter Link für längere Vorhersagen.


    Grüße,
    Mane

    Art der Tour: Mountainbike


    Gebirge: Karwendel


    Ausgangspunkt: Falkenhütte bzw. Rissbachtal


    Sonstiges: Laut Aussage des Wirts auf der Falkenhütte ist es in Ordnung, wenn man über das Laliderer Tal abfährt. Dieses Tal ist keine offiziell offene MTB Strecke, aber wird üblicherweise trotzdem befahren. Sollte man einen Unfall bauen, wird man aber wohl Probleme kriegen. Wir haben uns - wie eine Reihe anderer Leute - aber getraut. Der Wirt sagte außerdem, dass der Weg rüber in die Eng verboten sei.


    Von der Falkenhütte geht es in einem blockigen Trail runter zur Fahrstraße ins Laliderer Tal. Ist nicht alles fahrbar, weil winkelig und locker, die kurze Schieberei lohnt sich aber, weil man sich die Gegenanstiege im Johannistal spart. Im Laliderer Tal ist nur einer zu bewältigen und ein paar kurze leichte Bergaufstrecken.

    Höchster Punkt: Großglockner


    Art der Tour: Kletterei bis 3+ (manchmal auch mit 4- beschrieben); Stüdlgrat halt


    Datum der Tour: 05.07.09


    Tourenverhältnisse: Alles prima. Allerdings ist zu beachten, dass dieses Jahr (bei diesen Kaltfronteinbrüchen) gerne mal Schnee und Eis die Schwierigkeiten erhöhen - wie bei uns. Bis Freitag sollte der Grad aber wieder "sommerlich" sein.


    Gefahreneinschätzung: Wie üblich in diesem Gelände (Topo gibt's bei http://www.Bergsteigen.at); man sollte den dritten Grad auch mit Steigeisen sicher beherrschen.


    Prognose: Weiterhin gut. Wenn es zum Wochende hin wieder Niederschlag gibt, beachten wie der am Glockner runterkommt.


    Sonstiges: Der Normalweg wird von zu vielen Leuten begangen, die dem Gelände nicht gewachsen schienen.
    Wer den Glockner (auf dem Normalweg)plant und sich nicht sicher ist, könnte evtl. leichte Klettereien a la Plankenstein Normalweg, Roß- und Buchstein oder Sachen im Wilden Kaiser oder Wetterstein ohne Sicherung vorher probieren.
    Unser Abstieg vom Gipfel zur Stüdlhütte dauerte nämlich rund 4 1/2 Stunden, von denen wir die meisten verwarten mussten.

    Hallo Bernhard,


    Die von dir vorgenommene Einteilung findet man häufiger; somit gehörte der Veitsberg noch zu den Brandenberger Alpen, das Hintere Sonnwendjoch aber nicht mehr. Das macht auch mehr Sinn, wenn man davon ausgeht, dass die Brandenberger Alpen im engeren Zusammenhang mit der Ortschaft Brandenberg stehen, was man vom Sonnwendjoch ja nicht unbedingt behaupten kann.


    Auch geologisch kann man die o.g. Einteilung begründen:


    Ich habe zwar gerade keine entsprechenden Karten/ Schnitte/ Daten vorliegen, aber mir sieht das (auf der geologischen Karte von Bayern 1:500 000) nach einer Faltenstruktur aus. Vom Inntal nach Norden steigt, grob gesagt, ein Faltenschenkel auf zum Scheitel der Brandenberger Alpen (im Folgenden "Teil BA"). Dann folgt eine Synklinale (Falte nach unten), in der das Stallenbachtal (Tal zur Ackernalm) verläuft ("Teil AT"). Der nächste Scheitel folgt hin zum Hinteren Sonnwendjoch ("Teil SJ").


    Die Gesteine lagern wie folgt:
    Im Teil BA finden sich ältere Gesteine wie Wettersteinkalk, Wettersteindolomit und Hauptdolomit aus der Trias im Untergrund.


    Im Teil AT liegen jüngeren Schichten aus Kreide und Jura. Sie liegen somit tiefer als die älteren aus der Trias (Kalke, Dolomite), die die südlichen und nördlichen Gipfel der Teile BA und SJ bilden.
    Die jüngeren Gesteine müssten auf den aufgefalteten Gipfeln fehlen, weil sie abgetragen worden sind, haben sich aber im nach unten gefalteten Tal erhalten.


    Im Teil SJ ist man wieder im Bereich von Gesteinen aus der Trias. Dieser Bereich zieht sich bis tief ins Mangfallgebirge hinein, zu Risserkogel, Rotwand usw.


    Entsprechend sind die Brandenberger Alpen der triassische Bereich im Dreieck Achenkirch - Jenbach - Kufstein. Das Stallenbachtal (rauf zur Ackernalm) und seine Verlängerung nach Westen und Osten, das im Bereich von Gesteinen aus Jura und Kreide verläuft, stellt dann die nördliche Grenze dar. Das Sonnwendjoch liegt im Bereich einer Gesteinsstruktur, die auch das Mangfallgebirge/ Voralpen umfasst und gehört nicht mehr zu den Brandenberger Alpen.



    Genauso ist es allerdings sinnvoll, alle Berge bis zur Grenze (also auch das Sonnwendjoch) den Brand.b. Alpen zuzurechnen, um zu vermeiden, dass Berge, die eindeutig zu Tirol gehören, auf einmal in den Bayerischen Voralpen liegen.


    Nebenbei interessant finde ich außerdem, dass der Rofan, der ja recht unzweifelhaft als besondere Gruppe der Brandenberger Alpen ist, geologisch eine Besonderheit darstellt, weil seiner Gipfel aus jüngeren Gesteinen aufgebaut sind.


    Zusammengefasst: Es gibt gute Gründe sowohl für die eine wie die andere Einteilung, ich würde aber (wie auch der Alpenverein und viele andere Stellen) dazu tendieren, den Veitsberg zu den Brandenberger, das Sonnwendjoch aber zu den Voralpen zu zählen.


    Grüße,
    Mane



    PS: Die geologische Beschreibung ist leider recht komplex. Leider habe ich keinen Link auf eine brauchbare geologische Karte gefunden. Es hilft aber vielleicht, sich eine Skizze mit Hilfe der Beschreibung zu machen, dann sieht man die Dinge klarer. Aber auch eine Karte der Gegend verdeutlicht schon einiges, z.B. hier: http://www.austrianmap.at

    Höchster Punkt: Seekarpitze


    Art der Tour: Karwendelskitour, also mit Rad und Zustieg


    Datum der Tour: 21.05.09


    Gebirge: Karwandel


    Ausgangspunkt: Scharnitz


    Exposition der Tour: v.a. N


    Tourenverhältnisse: Nur in den Karen (wir waren Neuner- und Marxenkar) noch Sommerschnee. Straße frei. Als Kurzski-Tour lohnender als mit "langen Latten".


    Prognose: geht noch eine Zeit; im Neunerkar weniger Schnee, weil viel mit einer Lawine abgerutscht ist


    Sonstiges: viele Gleichgesinnte unterwegs; Tourenbeschreibung unter


    http://www.tourentipp.de/de/touren/details.php?id=792


    Bilder zur Tour:

    Höchster Punkt: Treffauer Scharte ca.2100m
    Art der Tour: zu Fuß und mit Kurzski/ Figln
    Datum der Tour: 17.05.09
    Gebirge: Wilder Kaiser
    Ausgangspunkt: Gasthof Jagerwirt (Scheffau)
    Exposition der Tour: S bis SW
    Tourenverhältnisse: Schon kurz hinter der Wegscheid-Niederalm grüßt der Lawinenschnee und das Chaos, das die große Lawine vom Treffauer hinterlassen hat. Alles aber gut umgehbar. Im Schneekar selbst beste Sommerfirn-Verhältnisse. Gut zu gehen und traumhaft in der Abfahrt. Auch aufs Kleinkaiserl kommt man noch fast ganz auf einem Schneeband.
    Im Sonnensteinkar sehr ähnliche Verhältnisse. Abfahrt bis kurz unterhalb der Kaiser-Hochalm möglich.
    Gefahreneinschätzung: gering, nicht zu spät aufbrechen, sonst wirds zu weich; evtl. noch ein bißchen von den Wänden weg halten, da fällt immer noch was runter; sonst: freche und gefräßige Dohlen...
    Prognose: geht noch lang
    Sonstiges: Traumhafte Tour für Besitzer von Kurzski. Im Moment auch eine unheimliche Blütenpracht von Aurikeln bis hin zum Seidelbast.


    Problemlose Wanderung auf ausgeschilderten Steigen und dann oben im Schneekar ein bißchen Anspruch wegen der Steilheit und der schon fast Gletscherschrund - artigen Fischmäuler. Die Schwierigkeiten sind aber nach Lust und Laune auswähl- bzw. steigerbar. Wem's zu steil wird, fährt einfach früher ab und genießt die Sonne auf der Kaiser-Hochalm. Einziges Manko: Gegenanstieg zum Sattel über dem Sonnenstein.


    Bilder zur Tour:


    Hallo Joachim!


    Soweit ich weiß, ist das alles steiles Wiesen- oder Schrofengelände. Bin vor ein paar Jahren da viel rumspaziert. Ist alles gangbar, richtigen Steig gibts aber nicht, wohl aber (Tier-)Trittspuren.


    Evtl. findest du auf noch ein paar Teile von einem vor langer Zeit in der Gegend abgestürzten Flugzeug.


    Viel Spaß am Sonntag!


    Mane

    @ bergfex: Stimmt! Hab ich nicht genau genug gelesen. Sorry. Orografisch rechts gehts aber (auch) gut rauf. Ist aber teilweise kleinräumig nicht unsteil.


    fanwander: Ich hab ja nicht gesagt, dass das leicht ist (mit der Meidung von steilen Hangpartien über einem); möglich aber schon: möglichst weit weg von den steilen Partien bleiben, schnell unter ihnen weggehen, alternative Wege planen, Osthänge nur ganz in der Früh oder wenn es schon wieder anzieht begehen...


    Mir ging es darum anzudeuten, dass man Möglichkeiten hat, nicht in ein solch tragisches Unglück zu geraten. - Und damit sage ich NICHT, dass die Leute irgendetwas falsch gemacht haben. Sie hatten Pech. Mehr steht mir von Zuhause aus nicht an zu urteilen. Punkt. Mir hätte es genauso ergehen können.


    Glücki: ...und nicht nur im richtigen Frühjahr. Ich wäre diese Saison im Vorfrühling schon fast mit einer Sulzlawine abgerutscht (auch auf einem Osthang). Zum Glück ist die Schneedecke nur zusammengebrochen als ich abschwang und nicht abgerutscht. Da schnauft man dann schon einmal.



    Grüße,
    Mane

    Hallo Fanwander!


    Ob die "Standardroute" zu den genannten Zielen durch den steilen Hang geht wäre noch zu diskutieren. Nicht zuletzt wird z.B. der Rosskopf hier auf Tourentipp mit dem orograph. rechten Austiegsweg beschrieben.


    Und selbst wenn man - wie es die verunglückten Tourengeher taten - auf der orographisch linken Seite des Finsingbachs aufsteigt (den Bach meinst du wahrscheinlich, oder?), so kann man die steilen Hangpartien, auch überhalb von sich, gut meiden. Im Normalfall ist der Anstieg also nicht als unsicherer zu bewerten (würde ich sagen) als der Anstieg auf der orografisch rechten Bachseite.


    Zudem wird aus dem Artikel (zumindest beim Überfliegen) nicht klar, wo die Leute genau hin wollten - nur zur Pfundsalm? Oder kamen sie vom Kleinen Gilfert etc.?


    Ganz allgemein:
    Auch wenn das bisher zum Glück noch nicht getan wurde, wünsche ich mir, dass auch in Zukunft keine Verdächtigungen aufkommen, die Leute wären "selbst schuld" gewesen. Der Unfall liegt m.A. nach im tragischen Bereich des Restrisikos.


    Grüße,
    Mane

    Höchster Punkt: Pyramidenspitze 1997m


    Art der Tour: Skitour


    Datum der Tour: 16.04.09


    Gebirge: Kaisergebirge


    Ausgangspunkt: Gasthof Kölnberg oder Aschinger Alm


    Exposition der Tour: Nord


    Tourenverhältnisse: In der Früh recht hart, ohne Harscheisen keine Chance im steileren Bereich. Für den Durchstieg des Steil-S sind Steigeisen ratsam. Nach 12 Uhr firnte es auf, wobei auch hier der Übergang von harter Kruste zu Sumpf sehr schnell vor sich ging, d.h. schattseitig noch vereist, sonnseitig sank man schnell ganz schön weit ein. Trotz allem ganz gut zu fahren. Tragestrecke ist (noch) nicht lang auf der Forststraße. Im Wald aber schon einige apere Stellen.


    Gefahreneinschätzung: Wenn man nicht gerade mittags losgeht, überwiegt die Absturzgefahr die Lawinengefahr. Nur eine Toure für Leute, die sicher im steilen Hartschnee gehen können und auch bei sehr harten und steilen Abfahrten sicher auf den Skiern stehen.


    Prognose: geht noch lange


    Sonstiges: Wem die ca.1100Hm nicht genügen, kann schon bald nach Süden Richtung Hinterbärenbad abfahren und wieder aufsteigen. Dann sollte es Firn im Eggers Grinn haben.


    Schöner und leichter, aber weiter, als der direkte ist ein Anstieg über Vorderkaiserfelden (vom Gasthof Zacherl aus) und über das Gipfelplateau zur Pyramidenspitze mit herrlichem Blick auf den wilden Kaiser.


    Bilder zur Tour: