Corno delle Granate - Bergtour Adamello

  • Gipfel
    Corno delle Granate
    Höhe
    3104m
    Gebirge
    Adamello-Presanella
    Art der Tour
    Bergtour
    Datum der Tour
    3. August 2026
    Ausgangspunkt
    Ponte Guat, kostenlos. Zufahrt von Sonico auf guter, aber enger Bergstraße.
    Gefahreneinschätzung
    gering
    Exposition der Route
    West und Süd

    Bombentour zum Granatenhorn


    Heute bin ich in der Früh vom Val Paghera über Edolo ins Valle Malga gefahren und habe eine Tour auf den Corno delle Granate gemacht. Die Tour kann pars pro toto für das ganze Adamello stehen. Großartige Landschaft mit vielen Seen und sehr ruppig. Das Nervenaufreibendste an der Tour ist eigentlich die Anfahrt zum PP an der Ponte Guat, da die (gute) Straße schon sehr eng ist und man in den Kurven schon aufpassen muss, keine Felsblock zu streifen. Auf jeden Fall bin ich erstmal froh, dass ich heute nicht mehr runterfahren muss, sondern hier einen exquisiten Übernachtungsplatz habe.

    Zur Parksituation: An der Ponte Guat gibt es einige kostenlose PP. Man kann auch noch etwas höher zum Malga Premassone fahren, wo es einen größeren PP gibt, der 5 Euro kostet. Ich würde davon ausgehen, dass an schönen Wochenenden die Parkplätze aber nicht unbedingt ausreichen.

    Route: Vom PP zur Malga Premassone und auf Steig 613 zum Lago Baitone (Stausee). An dessen westlichem Ufer entlang und hoch zum Rifugio Tonolini, das malerisch an einem See liegt. Weiter hoch zum Lago Lungo. Etwas oberhalb verzweigt sich der Steig und man nimmt den rechten (Nummer 49), der ab hier nur noch mit Steinmännern markiert über den westlichen Eissee (Lago Gelato, 2750m) zum Gipfel führt. In dem See kann man übrigens gut schwimmen, hat sicher mindestens 15 Grad.

    Zurück bis zum Rifugio Tonolini auf dem gleichen Weg, dann bin ich der Abwechslung halber am östlichen Seeufer entlang zum Rifugio Baitone und von dort zurück zum PP.

    Anforderungen: 1700 Hm, um 20 Km, 8-10 Stunden. Bis zum Rifugio Tonolini T3, danach T4+: Adamello-Blockgelände und die letzten 200 Hm enorm steil im Schutt zum Gipfel. Wer kein versierter Blocktänzer ist, wird an der Tour keine Freude haben. Das Blockgelände erklärt auch die sehr großzügig bemessenen Gehzeiten auf den Schildern: Wer bei jedem Schritt erst überlegen muss, der wird hier lange brauchen. Ich musste bei der Tourenplanung ein bisserl über einen italienischen Bericht auf Hikr schmunzeln, in dem ein junger Mann schrieb, er und seine Freundin wollten hier ihren ersten 3000er machen, da sie die Tour für leicht hielten. Schwer ist sie tatsächlich nicht, aber eine Qual für eher Unerfahrene. Das beschrieb der Italiener auch wortreich...

    Ich finde die Tour, auch und gerade wegen des Gesteins fantastisch. Hauptsächlich der schöne Tonalit des Adamello und dazu der knallrote Granat.

    Wenn ich schon gerade bei Hikr bin: Die einzigen brauchbaren deutschen Tourenbeschreibungen zum westlichen Adamello stammen fast alle von Kai Moosbacher alias Steppenwolf alias Heidelberger Gipfelsammler wie er sich früher nannte. Nachdem er über 5500 Gipfel bestiegen hatte, ist er letzten Herbst ja vermutlich im Ankogel-Gebiet verunglückt und seitdem verschollen. Man kann ihm, der das Asperger-Syndrom hatte, für sein unglaubliches Arsenal an herausragend guten Tourenberichten einfach nur dankbar sein!


    Bilder:



    1: Der Lago Baitone dürfte momentan nahe an seinem Ursprungszustand sein, denn der Wasserspiegel liegt momentan 20 Meter unter der tiefsten Stelle der Staumauer.

    2: Lago Rotondo und Rifugio Tonolini.

    3: Gewaltig: Der Adamello von Westen.

    4: Der unscheinbare Gipfel links ist der Corno.

    5: Im steilen Schlussanstieg.

    6: Gipfelpanorama. Der Berg ganz rechts ist der Carè Alto.

    7: Am Gipfel.

    8: Der Eissee lädt zum Baden ein.

    9/10: Sensationell romantischer Übernachtungsplatz.








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