Monte Ramezza und Cima del Diavolo - Rundtour Dolomiten

  • Gipfel
    Monte Ramezza, Cima del Diavolo
    Höhe
    2250, 2138m
    Gebirge
    Dolomiten - Cimonega
    Art der Tour
    Wanderung
    Datum der Tour
    8. Juni 2026
    Ausgangspunkt
    Lasen, kleiner Weiler oberhalb von Soranzen, kostenloser PP bei der Kirche.
    Gefahreneinschätzung
    gering
    Exposition der Route
    Süd

    Cimonega Standard - also eine fantastische Tour!

    Wenn jemand mal eine Tour in der Cimonega findet, die nicht außergewöhnlich schön ist, darf er sich gerne bei mir melden - das glaube ich nämlich erst, wenn ich es sehe...

    Heute war ich im Val di San Martino - das ist ein Tal neben dem deutlich bekannteren Val Canzoi, wo ich momentan im Auto übernachte. Die Tour führt zunächst durch schöne Buchenwälder und später aussichtsreich am Kamm entlang. Der Höhepunkt kommt aber ganz am Ende mit den beeindruckenden Wasserfällen des Stien-Bachs.

    Route: Zunächst geht es von Lasen auf einem gemütlichen Steig hinab zum Stien-Bach und an diesem entlang hinauf bis zu einer Abzweigung. Rechts auf Steig 803 hoch zur Forcella Scarnia, wo ein weiterer Steig aus dem Val Canzoi einmündet. Nun geht es hoch zu einer Wegmarke namens "Scarnion". Hier trifft man auf den 801er, dem man nach links Richtung Rifugio Piaz folgt. Anmerkung: Dieser phantastische Höhenweg verbindet Rifugio Piaz und Rifugio Boz und ist Teil des Dolomiten Höhenwegs 2. Der von mir heute begangene Abschnitt ist wirklich einfach, aber in die andere Richtung - von Scarnion zum R. Boz - ist der Steig sehr ausgesetzt (und spektakulär). Ich habe diese Passage letztes Jahr im Beitrag zum Sasso Scarnia beschrieben. Zurück zur Route: Die beiden Gipfel erreicht man weglos, aber unschwierig mit geringem Mehraufwand vom Höhenweg aus. Wer sich bei der Cima del Diavolo aber einen wilden Dolomitengiganten erwartet, wird enttäuscht, denn es ist ein unscheinbarer Gupf. Der Name kommt vermutlich von einem riesigen Felssturz, der das darunter liegende Almgelände verwüstete. Wahrscheinlich gibt es auch eine Sage dazu. Die hochmütigen Bauern haben frevelhaft in Milch gebadet und wurden dafür bestraft. Oder sie wollten eine Forststraße bauen...

    Nach den Gipfeln weiter am Höhenweg bis zum Passo Pietena (noch vor der Piaz Hütte), wo der Abstieg beginnt. Mit Steig 816 geht es wieder hinab zum Stien-Bach mit seinen Wasserfällen und schließlich zurück nach Lasen. Der 816er ist wieder ganz typisch Cimonega: Super markiert, aber im oberen Teil, der durch aufgelassenes Almgelände führt, ist der Pfad kaum zu erkennen. Erst im Wald ist der Steig wieder deutlich sichtbar. Bei Nebel ist hier also generell Vorsicht geboten, denn Markierung und Nummerierung heißt in der Cimonega nicht automatisch, dass auch wirklich ein Weg sichtbar ist. Und auch GPS hilft in dem oft extrem weitläufigen Gelände nur bedingt, weil man von den ortstypischen Hochebenen meist einen ganz kleinen Durchschlupf durch das Steilgelände in den mittleren Höhenlagen finden muss.

    Anforderungen: Da der tiefste Punkt unter 500 Metern liegt und es ein paar Gegenanstiege gibt, 2000 Hm und etwa 25 Km; 9-11 Stunden. Geht nicht über T3 hinaus.

    Die Cimonega ist für mich wie schon oft gesagt ein Paradies. Auch heute habe ich wieder niemanden getroffen. Ehrlich muss man aber auch sagen, dass hier aufgrund der niedrigen Ausgangspunkte fast jede Tour damit beginnt, dass man zwei bis drei Stunden im Buchenwald (teils bis 1700 Meter) hochgeht bevor es aussichtsreich wird. Das ist vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack, aber ich liebe die schönen Lichtstimmungen im Wald sehr. Botanisch wird auch extrem viel geboten und ich sehe auf jeder Tour Blumen, die ich noch nie gesehen habe. Cimonega - ein Fest für's Leben! (Um Hemingway leicht abgewandelt zu zitieren.)


    Bilder:


    1: Schöner Buchenwald prägt die ersten zwei Stunden des Aufstiegs.

    2: Blick zum Monte San Mauro (1836m, schaut höher aus, oder?)

    3: So stellt man sich einen Dolomiten-Höhenweg vor.

    4: Pala-Panorama, rechts sieht man aber auch noch Piz Sagron und Sass de Mura (die höchsten Gipfel der Cimonega).

    5: Die großen Hochebenen sind charakteristisch für die Cimonega. Am bekanntesten sind die Piani Eterni über dem Val Canzoi, aber diese hier ist auch riesig. Im Vordergrund sieht man übrigens den Felssturz von der Cima del Diavolo. Sicher geologisch interessant wie es dazu kommen konnte. Das Gelände ist ja so flach, dass du da bei LWS 5 keine Lawine ausgelöst bekommst...

    6: Schöne Blumen auch im Schutt.

    7: Typische Wegverhältnisse: Seht ihr den Steig? Nebenbei: Ich habe noch nie dermaßen viele Tüpfel-Enziane gesehen wie auf dieser Hochebene; es sind Millionen, die in zwei bis drei Wochen blühen werden.

    8: Der Steig 816 windet sich geschickt durch das spektakuläre Steilgelände in mittlerer Höhenlage.

    9/10: Die Wasserfälle des Stien-Bachs.









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