- Gipfel
- Schesaplana
- Höhe
- 2.965 m
- Gebirge
- Rätikon
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 25. Mai 2026
- Ausgangspunkt
- Brand, Talstation Lünersee-Seilbahn
- Gefahreneinschätzung
- erheblich
- Exposition der Route
- v.a. Ost und Süd, unten Nord
Gestern (Pfingstmontag) dann auf die Schesaplana, den höchsten Gipfel im Rätikon. Zu Fuß über den sog. "Bösen Tritt" hoch zum Lünersee - was am Tourentag gut ohne Grödel / Steigeisen für die Restschneefelder ging. Dann mit den ersten Bahntouristen (fährt ab 8 Uhr) weiter entlang des Sees und Aufstieg auf dem Steig bis zum schneebedeckten Wintertal (ca. 2.150 m). Dann weiter mit Skiern. Immer wieder gibt es kurze Steilstücke, so die Querung unter der (geschlossenen) Totalphütte, den Anstieg Richtung Schesaplanasattel und durch die Südrinne sowie zur Schulter unterhalb des Gipfels. Aufgrund der warmen Nacht und der für eine ostseitige Tour letztlich zu späten Tageszeit sowie den sehr hohen Temperaturen war der Schnee im oberen Bereich schon ziemlich weich. Ich hatte da mehr auf eine schon eingetretene sommerschneeartige Konsistenz gesetzt, aber die gab es erst unterhalb ca. 2.200 m. Prompt habe ich bei der Querung durch die Gipfelwächte auch einen ungewollten Rutscher mit einem Teil der herunterbrechenden Wächte gemacht - immer wieder beeindruckend / schockierend, dass man sich bei einem so klein beginnenden Nassschneerutsch überhaupt nicht halten kann. Zum Glück endete die unfreiwillige Abfahrt nach ca. 50 Hm und im zweiten Anlauf konnte dann auch das aussichtsreiche Gipfelkreuz erreicht werden - Fernsicht aber getrübt durch Saharastaub.
Die Abfahrt bot dann im Gipfelbereich kurz gute Abfahrtsmeter (westseitig), dann recht tiefen Bremsschnee, der mit entschiedener Rücklage aber auch noch zu fahren war und ab ca. 2.200 m wurde es immer besser. Die Winterrinne ist 1x für ca. 10 Hm unterbrochen, wobei man am Rand recht problemlos absteigen kann.
Nach dem der Kulturschock am Lünersee mit Spaziergängern von der Lünerseebahn (und der obligatorischen, mich im Hochgebirge um diese Jahreszeit jedes Mal wundernden Frage "Wo kann man denn hier Skifahren?" - ja hinter Dir auf dem offensichtlich schneebedeckten Hang) überwunden war, konnten die letzten verbliebenen Schneefelder unter dem Bösen Tritt bis ca. 70 Hm vor die Talstation auch noch abgefahren werden. Angesichts vieler kleiner Steinchen im Schnee sind alte Skier dafür aber sinnvoll und leider sind die Schneefelder untereinander auch nicht mehr immer verbunden - dafür Schneequalität hier top!
Sicher wäre eine wesentlich frühere Abfahrt sinnvoll gewesen, aber auch meine "Vorgänger" hatten bei der Abfahrt um kurz nach 9 Uhr im mittleren Teil schon keine idealen Verhältnisse mehr - es war schlichtweg zu warm in der Nacht von Sonntag auf Montag. Wie es aber den Begehern gegangen sein muss, die erst um 11 Uhr im Aufstieg waren, will ich mir nicht vorstellen. Unterwegs waren übrigens alle Gruppen: Skitourengeher, Schneeschuhgeher und auch Fußtouristen, teilweise mit Firngleitern.
Bilder:
Letzte, unterbrochene Schneefelder ziehen bis knapp über die Talstation:
Das markante Schneefeld beim Bösen Tritt - leider nur im bröseligen Felsgelände zu erreichen:
Am Lünersee - Blick ähnlich der Webcam, d.h. das eigentliche Tourengelände ist noch nicht zu sehen; im Übrigen ist der Uferweg derzeit offiziell gesperrt:
Endlich kommen die Skier zu ihrem bestimmungsgemäßen Einsatz:
Nähe Schesaplanasattel mit Blick auf die mit Skiern im Aufstieg etwas zache "Südrinne":
Der letzte Steilhang zur Gipfelwächte:
Und das Ganze, nachdem mir ein Teil des Hangs weggebrochen war:
Jetzt aber ist das Gipfelkreuz in Reichweite:
Blick bei der Abfahrt zur Totalphütte:
Und die Winterrinne von unten: