- Gipfel
- Steinkarspitze, Wechselkopf, Rappenklammspitze
- Höhe
- 2.030 m (die Höhenangaben zur Steinkarspitze schwanken stark), 1.834 m, 1.835 m
- Gebirge
- Karwendel
- Art der Tour
- Bergtour
- Datum der Tour
- 12. Juli 2026
- Ausgangspunkt
- Hinterriss, Bushaltestelle Post
Schon lange habe ich mich für den Übergang von der Rappenklammspitze über die Wechselschneid ins Rontal interessiert, aber die Angabe im AV-Führer, der Steig sei "überwachsen, ausgewaschen, an einer Abbruchstelle Weiterkommen kaum möglich" hat mich doch abgeschreckt. Und als es dann vor einigen Jahren einen Rechtsstreit am Landgericht München I bezüglich Schadensersatz für die Kosten einer Bergungsaktion (Stichwort: "Ich bin Dein persönlicher Bergführer ...") ebenda gab, hat das einerseits mein Interesse am Steig nur gesteigert, aber andererseits die Bedenken nochmals wachsen lassen, denn ich wollte ja nicht selber die Bergrettung benötigen.
Gestern habe ich mich dann aber doch an die Tour gewagt und feststellen dürfen, dass es so schlimm wie beschrieben nun wahrlich nicht ist.
Start in Hinterriß Haltestelle Post - die Tour ist ideal mit den Öffis, solange der Bergsteigerbus in die Eng fährt. Ins Rontal zur Rontalalm und dann hinter Richtung Steinloch. Routenbeschreibungen für den teilweise weglosen Teil gibt es im Internet, ich habe mich an der Tourbeschreibung auf "hikr.org" von "kardirk" zur Steinkarspitze orientiert. Im lichten Wald nach dem Gries gab es teilweise sogar leichte Steigspuren. Im Schuttfeld trifft man schnell auf einen querlaufenden unteren Weg, das ist aber noch nicht der richtige, weiter oben gibt es einen deutlich ausgeprägteren Steig, dem man folgt. Ein paar Erosionsrinnen sind zu queren, es ging gestern aber recht gut (Stöcke sinnvoll). Die Orientierung ist bei guter Sicht recht einfach - ich habe auch noch ein paar ergänzende Stoamandl aufgestellt, aber wie lange die in diesem Gelände halten, weiß ich nicht.
Ergänzung zur genannten Beschreibung bezüglich des Gipfelanstiegs zur Steinkarspitze: Ich bin zum höchsten Punkt (Westgipfel) von der Nordseite über eine Rinne hochgekraxelt (so wie die Beschreibung im AV-Führer) - ist aber nicht sehr angenehm und ich war froh, mit dem Westgrat einen leichteren Abstieg gefunden zu haben und so dort nicht mehr hinunter zu müssen. Kraxeltechnisch ist der Anstieg nicht schwer, wenn man die richtige Route findet, aber einige Stellen (auch schon im Zustieg) sind doch ausgesetzt: T5, I-II würde ich sagen.
Beim Übergang über die Wechselschneid gibt es meistens einen Steig. An einigen Stellen machen sich die Latschen unangenehm breit, meistens geht es aber gut. Mit der laut AV-Führer kaum zu passierenden Abbruchstelle dürfte wohl die Stelle direkt beim Wechsel (in der Scharte) gemeint sein. Bröseliges Gelände und kein Plaisir, aber in Aufstiegsrichtung doch gut machbar. Außerdem gibt es noch einmal eine Steigverzweigung vor dem letzten Gupf vor der Rappenklammspitze, hier ginge es wohl richtigerweise links weiter - rechts war es ein ziemlicher Latschenkampf.
Insgesamt wesentlich besser machbar, als ich nach der Beschreibung befürchtet hatte. Wegen der genannten Bröselstelle wohl leichter von Süd nach Nord als anders herum.
Bilder:
Blick vom Rontalboden taleinwärts:
Auf dem querlaufenden Steig unter der Steinkarspitze:
Blick vom Sattel zum Aufstieg zur Steinkarspitze:
Auf der Steinkarspitze mit Blick zum östlichen Gipfel (etwas leichter zu erreichen) sowie dem östlichen Vorgipfel:
Ungewöhnliche Perspektive auf Karwendel und Soiern:
Blick von der Steinkarspitze nordwärts auf die nun folgende Überschreitung:
Am Westgrat wird diese Stelle relativ leicht (deutlich leichter als die Nordrinne) abgekraxelt - aber etwas ausgesetzt wie große Teile des Gipfelastiegs:
Über diese Nordrinne war ich heraufgestiegen, es geht aber leichter und herunter will man (ich) hier nicht:
Blick vom Wechselkopf zur Steinkarspitze - Route mit der langen Querung von rechts nach links in der Graszone gut zu erkennen:
Die besagte Abbruchstelle - man sieht aber schon, dass es ganz so schlimm nicht wird: