- Gipfel
- Langtauferer Spitze
- Höhe
- 3.529 m
- Gebirge
- Ötztaler Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 7. April 2026
- Ausgangspunkt
- Vent
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
Gestern eine der längsten von Vent aus möglichen Skitouren: Die Langtauferer Spitze nahe der Weißkugel (die ist noch ein bisschen weiter).
Vent - auf der Schattenseite nach Rofen (offiziell gesperrt, siehe mein Beitrag zum Taschach Hochjoch) - Talstation Materialseilbahn Vernagthütte - Rofenschlucht-Steig - Rofenberg-Almhütte bzw. Hochjoch-Hospiz - Hintereisferner - Langtauferer Spitze
Auf dem Fahrweg von Rofen zur Talstation der Materialseilbahn lag praktisch noch durchgehend Schnee / Eis. Aber schon viel weniger als zwei Tage zuvor und am Nachmittag gab es schon erste ganz kurze Unterbrechungsstellen. Den Rofenschlucht-Steig bin ich am Morgen durchgehend zu Fuß mit Snowlines (damit kein Einsinken, aber Vorsicht: Stürzen an einigen Stellen verboten!). Zwischen der Brücke beim Vernagtbach und der bei der Einmündung des Hochjochfernerbachs gibt es einen Wechsel zwischen Schnee und aperen Stellen (Südhang). Ab der Brücke beim Hochjochfernerbach dann durchgehend Schnee, aber es zieht sich bis zum Gletschertor des Hintereisferners. Und auch der erste Teil auf dem Ferner ist etwas mühsam - mehrfach auf und ab mit Felsen und teilweise der Notwendigkeit, abzuschnallen. Der Hintereisferner im durchgehend schneebedeckten "echten" Gletscherteil ist auch sehr flach. Dadurch zieht es sich sehr - man braucht viel länger als für die Höhenmeter üblich (ich habe teilweise nur 300 Hm / h geschafft bei nicht auffällig langsamen Tempo). Erst ab ca. 3.100 m beginnt der Gipfelhang, der wieder eine "normale" Steilheit aufweist. Skidepot ist je nach Geschmack wenige Meter unter dem Gipfel oder schon ca. 20 Hm unterhalb. Zum Gipfel geht es über einen wenige Meter langen, aber ausgesetzten Schneegrat und dann noch einmal ca. 5 Hm Kraxelei UIAA II-I. Die Aussicht vom Gipfel ist wirklich beeindruckend!
Angesichts des langen Hinwegs und der starken Tageserwärmung bin ich aber nicht lange am Gipfel verblieben und um 14:30 Uhr abgefahren (eigentlich zu spät). Als Alternative zum Aufstieg habe ich mich für die deutlich steilere Ostvariante entschieden. Hier gab es oben brauchbaren Presspulver, dann Firn, kurz Sumpf im Übergang zum Hintereisferner. Der Hintereisferner war wieder recht gut fahrbar (meistens als Schussfahrt). Das sehr mühsame Gelände am Beginn des Ferners habe ich etwas weiter südlich auf durchgehender Schneedecke umgangen - es braucht einige Male Treppenschritte, aber dennoch viel angenehmer für die Abfahrt. Keine Ahnung, warum das sonst keiner macht. Beim Gletschertor muss ca. 20 Hm abgerutscht werden, gestern noch kein Problem (Schnee, kaum Eis). Möglicherweise könnte man alternativ dazu auch durch eine Gletscherhöhle hindurchgehen. Natürlich etwas feucht, aber wahrscheinlich ein echtes (vergängliches) Highlight. Ohne Stahl-Steigeisen war mir das zu riskant. Der restliche Weg über das Vorfeld des Hintereisferners ist sehr flach und bei dem nachmittäglich aufgeweichten Schnee wirklich ein sehr mühsames Haxeln/Schieben/Gleiten. Die schneearmen Passagen unterhalb des Hochjoch-Hospiz wollte ich im Bachbett auf vorhandener Spur umgehen, aber irgendwann ist mir das zu heikel geworden angesichts des aufgeweichten Schnees - man hat schließlich einen reißenden Bach unter sich. So ging es etwas mühsam über die sehr steile Böschung zu Fuß doch wieder hoch zur Rofenberg-Alm. Anschließend hieß es, soviel wie möglich mit den Skiern fahren, wobei es immer wieder apere Stellen gibt. Besonders gilt dies für den zweiten Teil der Rofenschlucht: Ist zwar völlig zerstapft, aber objektiv viel besser, sicherer und schneller mit Skiern als im weichen Schnee teilweise bis zu den Knien einzubrechen. Ältere Skier helfen, über den einen oder anderen Steinkontakt hinwegzusehen. Und der Rest von der Materialseilbahn der Vernagthütte nach Vent war dann fast schon Erholung nach den Strapazen zuvor.
Bei dieser Tour und angesichts der hohen Temperaturen waren objektiv betrachtet die "Hütten-Tourer" gegenüber den "Hotel-Tourern" im Vorteil. Wer sich eine derartige Gewalttour (a. 45 km) antun will, sollte aber wohl doch besser früher starten als ich mit meinem "Hotelfrühstücksstart" um 8:00 Uhr.
Bilder:
Nahe der Brücke beim Hochjochfernerbach beginnt die eigentliche Skitour:
Bald am Gletschertor:
Auch nach Beginn des Gletschers etwas mühsam:
Auf dem ewig flachen Gletscher: