- Gipfel
- Taschach Hochjoch - also Scharte statt Gipfel
- Höhe
- 3.335 m
- Gebirge
- Ötztaler Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 5. April 2026
- Ausgangspunkt
- Vent
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
- Exposition der Route
- v.a. Süd
Heute als erste Tour in Vent ein Test hoch zum Taschach-Hochjoch, nachdem die Lawinenlage mir für größere Touren noch zu angespannt war.
Wenn man sich auf der Südseite des Rofenbachs (also der Schattenseite) hält, kann direkt von Vent aus gestartet werden (Winterwanderweg und Loipe - offiziell gesperrt wegen Lawinengefahr und auch entsprechend "verrammelt"; wobei dies bisher jedes Jahr so war - keine Ahnung, ob das grundsätzlich jedes Frühjahr gemacht wird). Von Rofen hinter zur Talstation der Materialseilbahn liegt auch noch durchgehend Schnee, aber schon deutlich weniger. Also falls es weiter so abartig warm sein sollte wie heute, könnte es bald apere Stellen geben. Den Südhang hinauf zum Vernagtegg geht man im Aufstieg am besten auf dem Sommerweg, der aber schon einige noch jeweils kurze apere Stellen aufweist (am besten einfach drüber gehen). In der Abfahrt kann man die aperen Stellen in einer Art Graben umgehen, aber lawinensicher ist das nicht. Insgesamt liegt im Tal auf steilen Südhängen nur noch wenig Schnee. Die fallende Querung beim Vernagtegg geht durchgehend mit Skiern, hinzu hinab (eisig, etwas unangenehm - das Drahtseil ist auch nicht durchgehend) und zurück leicht bergauf (deutlich angenehmer). Es liegt an dieser Stelle aber schon wenig Schnee und leider wird die Passage meistens schnell von abschnallenden Tourengehern zertrampelt, obwohl es eigentlich mit Skiern besser und auch sicherer geht.
Der Rest ist dann unproblematisch. Heute waren im Gebiet scheinbar alle zum Taschachjoch unterwegs. Zum Taschach-Hochjoch ist der letzte Hang sehr steil, ist aber rein südseitig.
Abfahrt: Oben ein etwas merkwürdig zu fahrender brechender Harschdeckel, dann gutes Schwingen auf aufweichendem Winddeckel, dann junger Firn (alles bei Abfahrt um ca. 13 Uhr) - klingt aber viel schlechter, als es real war. Der Osthang vom Vernagtegg hinab ins Rofental war dann natürlich schon recht sumpfig, aber da war der Harschdeckel schon beim Aufstieg nicht mehr voll tragend. Im Rofental musste bei den enorm hohen Temperaturen und dem dadurch bedingten stumpfen Schnee viel angeschoben werden.
Allgemeine Infos:
- Im Gebiet war heute der Schnee auch sonnseitig oberhalb ca. 2.500 m noch nicht voll umgewandelt. Das wird bis zu wirklich gutem Firn noch kalte Nächte brauchen (jetzt gerade ist es aber auch nicht ganz klar und noch recht warm). Die Sonneneinstrahlung dürfte südseitig an Tagen wie heute jedenfalls gereicht haben.
- Steil südseitig hat es nur wenig Schnee (bis ca. 2.500 m hinauf)
- Insgesamt liegt im Venter Gebiet im langjährigen Schnitt betrachtet recht wenig Schnee - aber ich habe hier auch schon schneeärmere Verhältnisse zu dieser Zeit angetroffen.
- Schattseitig wäre ich nach wie vor vorsichtig - siehe Warnung des LWD und das Lawinenunglück heute in Südtirol. Das Altschneeproblem bleibt und hier ist die Überdeckung aufgrund deutlich geringerer Niederschläge als weiter im Norden vermutlich auch geringer.
- Und wie eigentlich immer im Venter Gebiet im Frühjahr: Gegangen werden die Hüttenzustiege den ganzen Tag, auch wenn es massiv warm wird. Wieviele mir heute noch im Aufstieg entgegen gekommen sind, obwohl ich für die heutigen Verhältnisse in meiner Abfahrt jedenfalls schon zu spät dran war ... Im besten Fall hat man nur schlechten Schnee, im ungünstigsten Fall entladen sich die Flanken oberhalb der Hüttenzustiege als Lawine (am kritischsten ist m.E. insoweit das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte)
Fotos:
In der Querung nach dem Vernagtegg:
Auf dem Vernagtferner mit Blick zum Hinteren Brochkogel:
Taschachjoch und Taschach-Hochjoch (ganz rechts):
Im Taschach-Hochjoch - direkter Übergang zur Petersenspitze nicht leicht:
Tourenziele im Gebiet des Taschachhaus:
Blick über den Vernagtferner:
Ganz passable Abfahrt oben:
Noch ein Blick zum Taschachjoch, links davon eine große Lawine im Altschnee:
Bei der Forschungsstation:
Blick vom Vernagtegg ins Rofental: