- Gipfel
- Abereck, Heuraffelkopf, Predigtstuhl
- Höhe
- 1461, 1506, 1494m
- Gebirge
- Chiemgauer Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 11. Januar 2026
- Ausgangspunkt
- Frasdorf Lederstube, 3 Euro
- Gefahreneinschätzung
- gering
- Exposition der Route
- Nord und West
Meine Lieblingstour in den heimischen Bergen.
Die letzten Tage dachte ich mir schon "Wenn der Wetterbericht auch nur halb passt, dann könnte am Sonntag der Predigtstuhl gehen." Als ich dann heute Morgen aus dem Fenster schaute und sah, dass es auch bei mir daheim geschneit hatte, war mir klar - die Tour geht ganz sicher. (Natürlich hab ich aber schon auch noch im LLB die Schneewerte bei den Messsationen überprüft.)
Neben den großartigen Abfahrten finde ich an der Tour vor allem den gewaltig schönen Fichtenwald mit den riesigen, uralten Bäumen, die im Winter so malerisch vereisen, umwerfend. Das ist einzigartig in den Bayerischen Voralpen.
Um 7.30 Uhr war ich am Parkplatz und los ging der Spaß: Unten liegen 10-15cm Schnee, im Kessel zwischen Abereck und Predigtstuhl waren es 30-50cm Neuschnee.
Route: Lederstube - Zeller Bauer - Eiskeller - Abereck - Heuraffelkopf - Abergalmen - Predigtstuhl.
Da ich so früh dran war, durfte ich alles spuren, konnte freilich aber insgesamt auch vier Mal die erste Abfahrt auf mein Konto buchen.
Am Predigtstuhl gibt es ja unzählige Varianten und insgesamt bin ich da sechs Mal hoch. Auch die westseitigen Waldschneisen zur Oberwiesenalm, die sogenannten "Nikolai-Abfahrten" gingen super. Zu den "Nikolai": Es gibt zwei Hauptrouten - die kleine und die große Nikolai, aber auch unzählige Varianten, denen ich persönlich die Namen "oide" und "foische" Nikolai gegeben haben. Obacht aber vor der "Tschechenroute" und der "slowakischen Direkten" (ebenfalls Eigenkreationen😉), die sich südlich der großen Nikolai befinden: Erstere endet irgendwann im Dickicht und zweitere in einem brutal steilen, engen Tobel... Will sagen: Wenn keine Spuren vorhanden sind, muss man sich in der unübersichtlichen Westflanke des Predigtstuhls gut auskennen oder jemanden dabei haben, der es tut.
Nachdem ich mich den ganzen Tag prächtig amüsiert habe, bin ich nochmal auf's Abereck, wo die Talabfahrt beginnt. Mit Vorsicht ging's im Wald im Bereich der Aufstiegsspur ohne Steinkontakt. Sobald ich aber die Straße zur Frasdorfer Hütte erreicht habe, habe ich für die restliche Abfahrt diese genutzt. Unverständlicherweise ist die Straße ab der Frasi ziemlich tief geräumt. Warum walzt man da nicht einfach nur? Viele wollen da ja auch Rodeln. Es ging jedenfalls auf den 1-2 harten Zentimeter Schnee schon gut runter - ich bin aber alles Schuss gefahren, weil bei Schwüngen Funkenflug zu befürchten war.
Anforderungen: Die Tour ist grundsätzlich technisch einfach, aber dennoch nichts für Anfänger. Bis man im eigentlichen Tourengebiet ist, sind schon fast 1000 Hm und eine beachtliche Strecke zu bewältigen. Wirklich Spaß hat man in meinen Augen nur, wenn man genug Kondition hat, um mehrfach aufzusteigen, weil sonst der Zustieg einfach zu lang und die Talabfahrt vom Abereck eh nicht der Oberhammer ist. Außerdem sollte man in den engen Waldpassagen schon souverän am Ski stehen.
Lawinengefahr: Bei den Standard-Abfahrten grundsätzlich sehr gering; es gibt aber einige oft heikle Hänge in Gebiet (Heuraffel-Nordost und Predigtstuhl Ost zur Elandalm), wo auch schon öfter was passiert ist.
Hinweis zur Abfahrt Heuraffelkopf - Abergalm: Bevor man in den eigentlichen Hang (West) fährt, geht es erst etwa 50 Hm am Kamm (Süd) hinab. Hier gibt es mehrere große Felsbrocken, die man normalerweise nicht sieht. Auch wenn zwei Meter Schnee liegen, erwischt man die gerne mal - also oben nicht gleich loslegen wie die Feuerwehr, sondern lieber gemütlich tun.
Fazit: Was für ein Tag!
Bilder:
Zum Wetter: Entgegen der Vorhersage war es am Vormittag gut und danach wurde es ziemlich neblig, was aber dank des Waldes auf dieser Tour sichttechnisch kein Problem darstellt.
1/2: Gipfel Heuraffelkopf.
3: Abergalm.
4-7: Viel besser geht es nicht!
8-10: Die Bäume... Wahnsinn.