- Gipfel
- Ramoljoch - kein Gipfel
- Höhe
- 3.186 m
- Gebirge
- Ötztaler Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 10. April 2026
- Ausgangspunkt
- Vent
Die Nacht überwiegend bewölkt und auch nicht so kalt ließ keinen guten Schnee erwarten. Dennoch wollte ich mich an einer kleinen Skitour abseits der Pisten versuchen mit der - nicht enttäuschten - Hoffnung, es werde schon nicht so schlimm kommen.
Zum Ramoljoch / Anstiege zu den Spielkögeln konnte am Freitag noch direkt von Vent aus mit den Skiern gestartet werden. Im Waldbereich hält man sich im Aufstieg und auch in der Abfahrt tunlichst genau an den Spurenbereich, daneben war alles nach der bedeckten Nacht sumpfig oder Bruchharsch. Es gab am Freitag auch schon einige kurze apere Stellen im Wald. Die werden angesichts der Witterung sicher rasch mehr. Oberhalb der Ramolalm noch kurz schneearm, dann aber ausreichend Schnee für den Aufstieg und die Abfahrt. Und der war am Vormittag überraschend hart - die Harscheisen schon unten anzulegen, hätte sicher Kraft und Nerven gespart. Die obere Querung Richtung ehemaliger Spiegelferner erwies sich als recht nervig: Meistens Schnee, aber viele Rippen ausgeapert. Da musste man also immer wieder kurz über Steine laufen und so war ich froh um die alten Skier. Zum Ramoljoch ist es die letzten Meter steil, am Freitag auf dieser Seite (Westen) aber eher ausgeblasen. Angesichts der eingetretenen Wetterverschlechterung und damit einem starken Wind habe ich von jeglichen Verlängerungsmöglichkeiten Abstand genommen. Wer einen Gipfel besteigen will, kann aus dem Joch noch hoch zum Kleinen Ramolkogel kraxeln. Skitourenfortsetzung wäre der Nördliche Ramolkogel, wobei aus dem Joch sehr steil kurz nach Osten abzufahren /abzusteigen gewesen wäre in einen eingeblasenen Hang. Der Grat vom Ramoljoch zum Hinteren Spiegelkogel ist eher etwas für den Sommer. Als Skitour biegt man schon früher aus dem Kar nach Süden ab. Bemerkenswert: Die frühere, als "Anfängertour" beliebte Eisroute durch die N-W-Wand des Hinteren Spiegelkogel gibt es als durchgehende Eistour nicht mehr - möglicherweise kann man eine Felsstufe auf einem Schneeband links von den Felsen überwinden. Bei meinem letzten Besuch des Gebiets vor einigen Jahren war die nach meiner Erinnerung noch durchgehend eisbedeckt.
Die Abfahrt war dann viel besser als befürchtet, nur etwas getrübt durch schlechte Sicht: Oben hart und dann Pulver, dann ein angenehm zu fahrender tragender Harschdeckel und sodann bis ca. 2.500 m aufgefirnt. Nur die letzten Meter vor der unteren Querung nicht mehr tragend. Die untere Querung ist zur Zeit der oberen Querung eindeutig vorzuziehen, ca. 200 m Wegstrecke zu Fuß. Danach noch ein paar gute Meter, der Rest dann totaler Murks - allerdings ist das angesichts des Waldgeländes auch häufiger so.
Angesichts des Wetters der vergangenen beiden Tage und der Wetterprognose würde ich vermuten, dass die Tour unterhalb von 2.500 m rasch schlechter wird.
Bilder:
Blick vom Anstieg hinüber auf die Venter Sonnseite:
Das Tourengelände bei der Breslauer Hütte / Skigebiet Vent (nunmehr geschlossen):
Anstieg aus dem Ramoljoch zum Kleinen Spiegelkogel:
Das Anstiegsgelände zum Ramoljoch:
Hinterer Spiegelkogel aus dem Ramoljoch - die klassische Eisroute durch die M-W-Wand ist wohl unwiederbringlich Vergangenheit:
Die ersten Meter der Abfahrt aus dem Ramoljoch noch wenig Schnee:
Dann aber sehr schönes Skigelände:
Geländeformen gibt es, das glaubt man nicht - durch den Schnee ein zweigeteiltes Bild: