- Gipfel
- Kleiner Similaun
- Höhe
- 3.363 m
- Gebirge
- Ötztaler Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 6. April 2026
- Ausgangspunkt
- Vent
- Gefahreneinschätzung
- mäßig
Die Nacht in Vent weitgehend bedeckt und recht warm, das versprach keinen guten Schnee. Also setzte ich eine Skitour aufs Programm, bei der die Abfahrt im Wesentlichen aus Geradeaus-Fahren besteht: Der Similaun - und zwar der Kleine Similaun, weil der fehlte mir noch.
Der Weg ab Vent durchs Niedertal zur Martin-Busch-Hütte ist durchgehend schneebedeckt. Allerdings liegt im Vergleich über die Jahre recht wenig Schnee, dafür aber wiederholt Eis. Auch in den Flanken oberhalb des Weges liegt bis ca. zur Almhütte nur noch wenig Schnee, danach etwas mehr. Viel dürfte aber auch schon unten sein. Im Vergleich über die Jahre fand ich den Weg heute am Morgen recht unangenehm - meistens hart gefroren und deshalb besteht Abrutschgefahr (wie immer), wobei die eisigen Passagen das nicht unbedingt angenehmer machen. Vor mir ist eine überzeugte Anhängerin der "Es-ist-schon-immer-ohne-Harscheisen-gegangen" auch prompt (folgenlos) etwas weggerutscht. So habe ich mich für das m.E. unangenehmste Stück von kurz vor der Schäferhütte bis zur Hütten-Kurve (dann in der Sonne und damit weich) für einen Fußaufstieg mit Snowlines entschieden - und war damit auch schneller als die bei den Skiern verbliebenen Tourengeher. Objektiv geht es in dem Bereich sicher auch nur mit Harscheisen - und für viele auch ohne, wobei ein Wegrutschen im Bachbett unten enden könnte,
Ab der Martin-Busch-Hütte stellen sich dann keine Probleme mehr in den Weg - ich bin die lange Schlaufe bis kurz vor das Niederjoch (welches sehr ausgeblasen ist) gegangen, nicht den Direktanstieg. Die letzten ca. 25 Hm bis zum Gipfel des Kleinen Similaun unschwer zu Fuß.
Abfahrt am Niederjochferner windbehandelter Schnee, dann kleinräumig sehr wechselnd Firn - brechender Harschdeckel - windbeeinflusst. Das Niedertal von der Martin-Busch-Hütte talaufwärts schon ziemlich tief (ca. 13:30 Uhr) - hier hält man sich logischerweise genau in der Spur und keinen Meter daneben, dann geht es. Wobei die Spur von Fußgängern massiv malträtiert wurde, was recht unangenehm ist. Ich bin am Morgen die Tragemeter ja praktisch kein bisschen eingesunken, aber wenn einer meint, er muss gegen Mittag herunter- oder hochstapfen, dann sinkt man halt bis zu einen halben Meter ein. Ich kann mir ja nach wie vor nicht vorstellen, dass so etwas Spaß macht. Und richtig asozial finde ich es, wenn dann nicht nur eine Spur zertrampelt wird, sondern gleich alle Anstiegsspuren.
Der Similaun selber sah von der Ferne recht eisig aus. Es sind offenbar auch alle Begeher nur bis zum unteren Skidepot gegangen und dann weiter am Grat (vermutlich mit Steigeisen). Auch habe ich keinen abfahrenden Tourengeher in der Gipfelflanke gesehen.
Und um mal wieder an die Weisheit des Lawinenwarndienstes erinnert zu werden: Das Altschneeproblem lebt! Ein paar Meter unter dem Skidepot des Kleinen Similaun stand ich - im lawinentechnisch völlig ungefährlichen Gelände - plötzlich nordseitig unerwartet in der Grieselschicht am Boden. Bestimmt 30 cm völlig grundloser Schnee recht knapp unter der harten Oberfläche - wirklich gruselig, wenn man berücksichtigt, dass diese Schicht wahrscheinlich schattseitig flächig vorhanden ist.
Bilder:
Im Niedertal bei der Almhütte mit erstem Blick Richtung Similaun-Gebiet:
Gleich an der Martin-Busch-Hütte - die sonst häufig unangenehme "Hüttenkurve" heute übrigens völlig problemfrei:
Am Niederjochferner:
Gipfelaufbau Kleiner Similaun:
Am Gipfel des Kleinen Similaun mit einem alten Skistock als Gipfelsymbol:
Blick in die Ortlergruppe:
Und der große Bruder - Similaun 3.602 m (die Höhenangaben schwanken je nach Quelle):
Mutmalspitze:
Der ganze Kreuzkamm:
Tiefblick zur Similaunhütte - der Kleine Similaun bietet da vermutlich die beste Aussicht: