Beiträge von Julio Buendia

    Einfache Variante der Blaubergüberschreitung von Süden mit langer Radlzufahrt von Achenwald.

    Die Route wurde hier erst kürzlich beschrieben. Einziger Unterschied: Ich bin mit dem eBike nicht zur Blaubergalm, sondern noch weiter Richtung Gufferthütte gefahren und habe meine Rundtour von der Schönleitenalm gestartet, die ungefähr mittig unter dem Blaubergkamm liegt. So muss man nach der absolvierten Überschreitung nicht noch den gesamten Kamm unterhalb zurücklaufen.


    Die Verhältnisse waren an Allerheiligen trotz Schnee am Tag zuvor perfekt. Sogar nordseitig an den Blaubergen hat alles schneefrei ausgesehen. Allerdings dürften sich die Verhältnisse vor dem kommenden Wochenende drastisch ändern.


    Ausführliche Tourenbeschreibung unter: https://ebikeandhike.net/halserspitze/

    Mit dem eBike von Ehrwald über die Ehrwalder Alm zum Seebensee (Schönere, aber längere Alternative: Aus der Leutasch durchs Gaistal).


    Über die Coburger Hütte auf den Vorderen Drachenkopf, einen der wenigen markierten und nicht allzu schweren Gipfel der Mieminger Kette (T3+).


    Die normalerweise gut besuchte Tour bietet sich für den Herbst - nach Ende der Hüttensaison, vor dem ersten großen Schnee - an. Dann hat man die Chance auf eine ruhige und landschaftlich wunderschöne Tour!


    Ausführliche Tourenbeschreibung unter: https://ebikeandhike.net/vorderer-drachenkopf/

    Die Kogelseespitze wird als einziger Wandergipfel im Umkreis meistens von der Hanauer Hütte auf dem Normalweg besucht, und das ziemlich häufig. Lohnender ist allerdings die Überschreitung über den Nordostgrat, die sich perfekt auf einer herrlichen Rundtour einbauen lässt.


    Start in Gramais, der kleinsten Gemeinde Österreichs. Über den "Uhde-Bernays-Weg" geht es kontinuierlich bergauf, bis man den Kogelsee erreicht.


    Vom Kogelsee weiter über die schottrige Flanke Richtung Kogelseescharte. Hier nun aufpassen: Kurz vor Erreichen der Scharte zieht umarkiert eine Geröllspur nach rechts Richtung Wand (siehe Foto unten). Das ist die einzige Stelle der Tour, an der Orientierungssinn gefragt ist. Am Wandfuß angekommen, nach rechts orientieren, wo man bereits die erste rote Markierung im Fels erspäht. Von nun an im Zick-Zack und leichter Kletterei (I-II) den Markierungen auf den Ostgrat folgen. Auf diesem in leichtem Auf und Ab ohne größere Schwierigkeiten zum Gipfel.


    Abstieg auf dem Normalweg zum Gufelseejoch. Von dort nach rechts zum Gufelsee (Bademöglichkeit). Weiter durch ein herrliches Hochplateau. Kurz nachdem der Wanderweg nach links abbiegt, kommt man zu einer Beschilderung nach rechts ("Gramais"). Hier geht es nun durch Latschen und Kies (teilweise Drahtseilsicherungen) steil hinunter zum Branntweinboden. Die Knie werden hier nochmal ordentlich beansprucht. Hat man diesen etwas anstrengenden Teil hinter sich, folgt man zum Schluss flach dem schönen Steig entlang des Otterbachs, der zurück nach Gramais führt.


    Fazit: Eine sehr abwechslungsreiche Tour mit immer wieder neuen landschaftlichen Perspektiven und Highlights. Die Überschreitung der Kogelseespitze bietet leichte Kletterei in festem Fels und bietet sich auf der Runde an, da man sich so auch den Abstieg von der Kogelseescharte mit Gegenanstieg zum Gufelseejoch spart.


    Gehzeit und Schwierigkeit:

    Ca. 15 Kilometer

    Insgesamt 1.400 Hm

    T4 (II-)


    Bilder


    Kogelsee


    Geröllspur Richtung Einstieg Nordostgrat


    Leichte Kletterei mit guten Markierungen


    Nordostgrat mit Blick zum Gipfel


    Gipfel Kogelseespitze


    Der herrliche Gufelsee vom Gufelseejoch


    Hier beginnt der Abstieg zum Branntweinboden


    Rückweg Richtung Gramais




    Ausführliche Tourenbeschreibung auch unter: https://ebikeandhike.net/grosserdaumen/


    Daumen hoch für diese Tour :)


    Eigentlich war für den Tag die Überschreitung des Großen Wilden geplant, aber da ich zuletzt nicht fit war, habe ich mich spontan für etwas leichteres entschieden, dabei aber sicher keinen Fehler gemacht, denn die Daumenüberschreitung ist wirklich eine Bilderbuchwanderung.


    Route (fast durchgängig perfekt beschildert):

    Mit dem eBike vom Parkplatz Hinterstein zur Schwarzenberghütte (dort Bike-Depot)

    Zu Fuß: Schwarzenberghütte - Engeratsgundsee - Kleiner Daumen - Großer Daumen - Laufbichlsee - Engeratsgundsee - Schwarzenberghütte


    Hinweise:

    1. Parken in Hinterstein ist erst ab 7 Uhr möglich, davor kann weder über den Automaten noch die App gezahlt werden. Scheint eine bewusste Entscheidung wegen Anwohnerbeschwerden gewesen zu sein, wie ich nach der Tour erfahren habe. Hieß für mich, vom Berg aus später mit der App zu zahlen, wobei ich erst ab dem Gipfel des Kleinen Daumen das erste Mal wieder Empfang hatte ;-)


    2. Um die Daumen zu überschreiten, darf man nach dem Engeratsgrundsee dem markierten Steig nicht immer weiter bis zur Daumenscharte folgen, sondern muss ca. auf halber Strecke den nicht markierten/beschilderten Direktaufstieg zum Kleinen Daumen nehmen. Der Einstieg vom markierten Steig aus ist nur schwer zu erkennen, es sind ein paar erdige Stellen im Gras zu sehen (siehe Foto unten), über die man ein paar Meter aufsteigt, bis plötzlich ein deutlicher Pfad sichtbar wird, ab da keine Schwierigkeiten mehr. Man sollte aber unbedingt Karte/GPS dabei haben, um den Einstiegspunkt nicht zu verpasse. Auf der Kompass-Karte ist der Steig z.B. verzeichnet.


    3. Im Hochsommer unbedingt sehr früh starten (Parkregeln hin oder her), denn es ist eine heiße Tour ohne viel Schatten. Und Badehose einpacken, der Laufbichlsee bietet sich auf dem Abstieg sehr schön an.


    Gehzeit und Schwierigkeit:

    Insgesamt ca. 33 Km Strecke (20 Km mit dem Bike) und 1.600 Hm inkl. aller Gegenanstiege

    Meist moderates Bergwandergelände bis T3, nur der Grat zwischen Kleinem Daumen und Daumenscharte (teils gesichert) ist minimal höher einzustufen


    Fazit:

    Unschwierige und herrliche Bergtour, die ich dank frühem Start sogar an einem Samstag bis zum Abstieg vom Engeratsgundsee für mich alleine hatte. Dort dann noch Scharen an Leuten begegnet, die sich trotz 35 Grad in der Mittagshitze zum Engeratsgrundsee aufgemacht haben, teils ohne Kopfbedeckung. Dazu erspare ich mir mal weitere Kommentare :pinch:


    Bilder:


    Engeratsgrundsee


    Abzweig vom markierten Steig Richtung Kleiner Daumen:


    Der Steig verläuft durch diese Felsen gerade auf den Gipfel zu (im Hintergrund zu sehen)


    Teils gesicherter Grat vom Kleinen zum Großen Daumen


    Abzweig im Abstieg vom Großen Daumen (hier nach links Richtung See halten)


    Der Laufbichlsee, eine schöne Badestelle

    Ausführliche Tourenbeschreibung unter: https://ebikeandhike.net/gartner-wand-nordgrat/


    Schon länger wollte ich mal über die Gartnerwand gehen, seit sie mir vom Daniel aus aufgefallen ist. Neben einer kompletten Längsüberschreitung lässt sich von zwei Seiten eine Rundtour angehen. Ich habe mich für Lermoos und die Gartner Alm als Startpunkt entschieden, zu der man entweder zu Fuß auf dem Steig entlang des Gartnertalbachs oder mit dem (e)Bike über die passable Forststraße gelangt.


    Von der Gartner Alm zu Fuß über 600 Hm bis zum Sommerbergjöchle (Bild 1). Zunächst geht man mehr oder weniger Slalom durch die vielen weidenden Kühe - mit dem Versuch diese nicht zu stören - und ihre Hinterlassenschaften. Der Steig zieht fast in einer Linie bergauf, den späteren Rückweg über den Grat sowie auch bald den schönen Nordgrat hat man sehr gut im Blick.


    Am Sommerbergjöchle beginnt direkt links der Einstieg in den Nordgrat. Zunächst ist noch kein Steig erkennbar (Bild 2), aber schon bald tauchen auch die ersten Markierungen auf. Orientierungsprobleme hat man keine.

    Nach dem ersten Abschnitt Gehgelände ist der erste Felsaufschwung zu überwinden (Bild 3). Ein schöner IIer wäre das....wären da nur nicht die Drahtseile und Trittbügel, die das Ganze zu einem Klettersteig umfunktionieren (Bild 4). Sehr schade, dass hier versichert wurde, der Fels ist solide, die Kletterei nicht allzu schwierig und der Nordgrat scheint ja auch nicht von Verlegenheitswanderern überrannt zu werden. Aber gut, man kann sich trotzdem freiwillig eine schöne Linie suchen und die Drahtseile ignorieren, wobei diese an der einen oder anderen Stelle sogar behindern.


    Nach dem ersten Aufschwung wieder Gehgelände. Manchmal ein bisschen bröselig, aber unschwierig und mit schönem Blick nach links Richtung Aufstiegsweg und Grat. Schon bald kommt ein zweiter größerer Aufschwung, auch hier wieder erwartungsgemäß durchgesichert (Bild 5).


    Im letzten Abschnitt vor dem Gipfel dann nur noch bröseliges Gehgelände (Bild 6), bis man schließlich direkt am kleinen Gipfelkreuz der Gartner Wand auf dem Grat rauskommt (Bild 7). Der Hauptgipfel mit großem Kreuz ist noch ein paar Meter entfernt.


    Es beginnt nun die schöne Gratwanderung zum Grubigstein. Zunächst steigt man einige Höhenmeter nach der Gartnerwand ab und folgt dann in leichtem Auf und Ab immer an der Kante oder leicht südlich. Ab und zu ein paar felsige Stellen, teilweise versichert (Bild 8). Erst kurz vor dem Grubigstein trifft man auf deutlich mehr Leute und beim "Vorgipfel" ist man dann endgültig drin im Touri-Wahnsinn. Hier heißt es Augen zu und durch, dem Steig durch die Lawinenverbauungen hindurch (Bild 9) zum Grubigsteinhaus folgend. Von dort noch ein paar Höhenmeter bergab, bis ein wieder schönerer Steig nach links zur Wolfratshauser Hütte führt (Beschilderung "Sehr schwierig": Ist er eigentlich nicht, aber man kann den Hinweis nachvollziehen angesichts der vielen Seilbahnwanderer).

    Kurz vor der Wolfratshauser Hütte dann über einen weiteren Steig - hier wieder deutlich einsamer - nach links zurück ins Gartner Tal, wo man oberhalb der Gartner Alm auf den Aufstiegsweg trifft.


    Fazit: Insgesamt sehr empfehlenswerte Tour. Kleinen Abzug für die Versicherungen des Nordgrats (ein paar naturbelassene Routen könnte man doch wirklich unangetastet lassen, aber mit der Meinung macht man sich nicht nur Freunde). Außerdem ist der Bereich am Grubigstein natürlich alles andere als schön. Evtl. lohnt es sich also, die Rundtour beim nächsten Mal von Westen von Bichlbach aus zu starten.


    Strecke: Ca. 20 km

    Schwierigkeit: T4+ (II/B)

    Höhenmeter: ca. 1.400 inkl. Gegenanstiegen


    Bilder:

    Ausführlicher Tourenbericht unter: https://ebikeandhike.net/grosse-klammspitze/


    Die Große Klammspitze ist nicht unbedingt ein Geheimtipp und wird meist auf dem kürzesten Weg von Linderhof über die Brunnenkopfhütte begangen. Deutlich kleiner ist die Zahl derjenigen, die sich der Brunnenkopfhütte von Norden nähern. Nicht nur sind erst mal um die 10 km Forststraße hinter sich zu bringen, der Weg ist auch ohne Ortskenntnis oder Karte/GPS nicht auszumachen. Wer es jedoch "wagt", wird durch einsame und schöne Natur und einen interessanten Steig belohnt.


    Start beim Parkplatz Forsthaus Unternogg. Es geht erst einmal über mehrere KM flach entlang der schönen Halbammer dahin. An einer markanten Weggabelung würde man links Richtung Laubeneck/Teufelstättkopf gelangen (Schild Hubertuskapelle), hier gäbe es auch einen interessanten Steig von Norden. Wir halten uns hingegen rechts Richtung Halblech/Marder Diensthütte.


    Es wird nun steiler und irgendwann kommen Brunnenkopf und Klammspitze auch schon in Sicht. Es gilt nun, von der Hauptstraße an der richtigen Stelle Richtung Süden (zur Hlebalm) abzuzweigen. Der Fahrtweg endet nun (hier Bike-Depot) und geht direkt in einen unmarkierten, allerdings unübersehbaren Steig über, den man auch ab jetzt bis zur Brunnenkopfhütte nicht mehr aus den Augen verliert.

    Nach Durchquerung eines wunderschönen Hochmoors bei der Hlebalm zieht der Steig in sehr steilen Serpentinen zum Kamm im Bereich der Brunnenkopfhütte hinauf. Ein paar Stellen sind mit Drahtseilen versichert, die jedoch wenig Hilfe bieten. Trittsicher muss man an diesem Steig eh sein.


    Oben angelangt trifft man relativ unerwartet direkt auf den Wanderweg kurz vor der Brunnenkopfhütte. Von dort der bekannte Normalweg zu Klammspitze. Retour auf derselben Route.


    Fazit: Sehr lohnenswerte Route bis zur Brunnenkopfhütte, auf der man normalerweise niemandem begegnen wird. Der unmarkierte Steig ist erstaunlich gut ausgetreten und bei trockenen Verhältnissen bei entsprechender Trittsicherheit angenehm zu gehen. Nur bei Nässe würde ich den Steig eher nicht empfehlen.


    Gehzeit und Schwierigkeit: Insgesamt 28 km / 1.200 Hm / T3 (bei Trockenheit)


    Route => Hoher Gleirsch Bergtour


    Ausführlicher Tourenbericht unter: https://ebikeandhike.net/hoher-gleirsch/


    Ein einsamer Tag im Karwendel!


    Schon lange stand die Tour auf meiner Wunschliste, besonders im Herbst. Da ich eine kleine Abneigung gegen Forststraßen habe und bei der Rundtour über Westgrat und Normalweg gleich zwei Mal ca. 4 Km Hatscher angesagt sind, konnte ich mich lange nicht durchringen. Aber im goldenen Herbst sind ja bekanntlich alle Wege schön, daher musste es heute endlich mal sein.


    Die Überschreitung des Hohen Gleirsch wird bereits in einigen Tourenberichten (u.a. hier auf Tourentipp) beschrieben. Ich möchte hier unsere Erfahrungen zur Wegfindung und zum Gelände schildern.


    Start natürlich mit dem Bike von Scharnitz ins Gleirschtal, bis deutlich erkennbar der "Ochsenbodenweg" links abzweigt (Schranke). Hier Bike-Depot und in 3 sehr langen Kehren dem Forstweg folgen, bis man den Bluetsgraben überquert.


    Den richtigen Einstieg zu finden, ist nun nicht ganz einfach. In einem Tourenbericht habe ich gelesen, man sollte direkt nach dem Bluetsgraben in den Wald einsteigen und sich immer an dessen rechten Rand nach oben arbeiten. Und tatsächlich ziehen direkt vom Forstweg Steigspuren steil in den Bergwald. Wir sind jedoch noch ein paar Minuten weiter gelaufen, da in der Open Street Map an anderer Stelle ein Pfad eingezeichnet ist. Diesen konnten wir nicht ausmachen, aber da wo sich der Pfad befinden sollte, sind wir einer deutlich sichtbaren Schneise gefolgt, die vermutlich durch Forstarbeiten entstanden sind (siehe Foto 1).


    In Folge haben wir mit GPS versucht, dem Open Street Pfad zu folgen und teilweise ist ein solcher schwach erkennbar, aber man verliert ihn des öfteren. Das ist nicht weiter schlimm, die Richtung ist klar und man kann sich wenn auch etwas unbequem durch den Wald nach oben arbeiten. Am oberen Ende des Bluetsgraben auf ca. 1600 m stößt man dann auf erste Markierungen (siehe Foto 2). Ab da gibt es keine Schwierigkeiten mehr. Die Neon-Markierungen führen aus dem Wald in freieres Latschengelände. Außerdem ist eine deutliche Wegspur erkennbar.


    Sobald man die Latschenzone verlassen hat (siehe Foto 3), muss man sich über freies Wiesengelände bis zum Grat hocharbeiten. Auch hier kaum Probleme mit der Orientierung. Immer wieder tauchen Steindmandl auf (siehe Foto 4).


    Hat man den Grat unterhalb des "Schönen Flecks" erreicht, eröffnet sich erstmalig der fantastische Blick auf den Karwendel-Hauptkamm (siehe Foto 5), der einen den restlichen Aufstieg auch nicht mehr verlässt. Man folgt nun logisch dem Grat meistens nahe der Kante. Sobald man dem Gipfel näher kommt, sind einige Felsriegel zu überwinden (siehe Foto 7). Ich denke man könnte die meisten direkt ersteigen, aber oft bietet sich rechts eine Umgehung an. Nur einmal muss zwingend geklettert werden, eine kurze I+


    Hat man endlich den Gipfel erreicht, waren es die Mühen wert. Die Rundumsicht ist der Hammer. Der Abstieg über den Normalweg ist bekannt, im oberen Teil unangenehmes Schottergelände, im unteren Teil besser und schöner. Besonders der Blick ins Riegelkar ist ein Highlight (siehe Foto 10).


    Fazit: Der Hohe Gleirsch ist ein fantastischer Aussichtsgipfel. Auf dem Westgrat wird man höchstwahrscheinlich alleine unterwegs sein und auch auf dem Normalweg wird der Berg nicht unbedingt überrannt. Die Tour ist aber auch beschwerlich und wird nicht jedermanns Sache sein. Es sind zwei Forstweghatscher von je ca. 4 km zu absolvieren. Der Aufstieg bis zum Westgrat ist orientierungsmäßig nicht ganz leicht und ehrlicherweise auch nicht so schön. Der Westgrat selbst ist von der Aussicht her ein Highlight und technisch nicht schwierig. Aber auch hier ist das Gelände teilweise ein bisschen unangenehm zu gehen. Insgesamt eine Tour für Karwendelfans, die ein bisschen Individualismus möchten.


    Gehzeit und Schwierigkeit: Insgesamt 30 km / 1.700 hm / T4

    Ausführlicher Tourenbericht unter: https://ebikeandhike.net/hinteres-sonnwendjoch/


    Wen der wenig spannende Normalweg aufs hintere Sonnwendjoch von der Ackernalm nicht reizt, dem sei diese alpine Variante von Norden mit Bike-Unterstützung empfohlen.

    Vom Zipflwirt geht es durch das flache und weite Kloo-Ascher-Tal (Bild 1). Bis zur Grundalm mit jedem Fahrrad gut zu befahren. Wer über ein e-MTB verfügt, schafft es im Anschluss über den ruppigen und steilen Karrenweg (Bild 2) bis kurz unterhalb der Hintertoralm (1.214 m).

    Weiter zu Fuß auf eingewachsenen, aber markierten Steigen, zum Schluss sehr steil rauf zum Wildenkarsattel. Hier eröffnet sich erstmals der Blick Richtung Süden und auf den Einstieg zum Ostgrat der Krenspitze (Bild 4), der direkt am Sattel beginnt (deutliche Steigspuren sichtbar).

    Der erste Abschnitt ist der markante Felsturm, der direkt erklommen wird. Schaut von weitem wild aus, aus der Nähe ganz einfache Schrofenkraxelei (I). Zuvor einmal eine etwas ausgesetzte Querung südseitig (Bild 5), wo jeder Tritt sitzen muss.

    Nach dem Felsturm erst einmal leichtere Gratwanderung bis vor dem P. 1854. Hier muss man, wo die Latschenfelder beginnen, aufpassen. Ich bin versehentlich links einer vermeintlichen Steigspur gefolgt und in heikles, latschenabdrängendes, Gelände gekommen und musste zurück. Rechts der Latschen geht es ganz einfach auf guten Tritten direkt Richtung "Gipfel".

    Nach dem Abstieg in die Senke zwischen P. 1854 und Krenspitz (Bild 6) wird in die Nordflanke auf ein bröseliges Band ausgewichen (Bild 7 im Rückblick). Hier kann man den Weg eigentlich nicht verfehlen. Sogar ein paar Steinmandl leiten sicher durch das Band. Im Anschluss leiten grasig-felsige Schrofen wieder auf den Grat zurück. Schaut wiederum aus der Ferne wild aus, ist aber ganz einfach.

    Damit sind die Schwierigkeiten überwunden. Noch kurz dem Grat folgen und der Gipfel der Krenspitz ist erreicht. Zum Hinteren Sonnwendjoch noch mal 15 weitere Minuten.

    Abstieg auf dem Normalweg zunächst Richtung Ackernalm. Am Sattel quert man dann nach Osten auf dem Steig zur Wildenkaralm. Auch diese Querung ist landschaftlich nochmal sehr schön. Von der Wildenkaralm muss man leider den Gegenanstieg zurück zum Wildenkarsattel in Kauf nehmen. Von dort zurück auf dem Aufstiegsweg.


    Fazit: Einsame und landschaftlich schöne Bike & Hike Tour.


    Gehzeit: Insgesamt ca. 23 km und 1.500 HM inkl. Gegenanstiegen.


    Schwierigkeit: T4-5 aufgrund der Wegfindung am Grat und ein paar ausgesetzten Stellen. Technisch dagegen geht es nie über den I. Grad hinaus.


    Video zur Tour: