Ortler Hintergrat

  • Gipfel
    Ortler
    Höhe
    3905
    Art der Tour
    Hochtour
    Datum der Tour
    30. Juli 2026
    Ausgangspunkt
    Sulden

    Am Mittwoch Nachmittag Anreise nach Sulden und Aufstieg zur Hintergrathütte, in gut 2 Stunden, sehr schweißtreibend aufgrund der hohen Temperaturen.

    Übernacht auf der Hintergrathütte mit ca. 9 weiteren Seilschaften, davon 2 mit Bergführern.

    Frühstück um 3:30 und Aufbruch dann um 4:00, in sternenklarer Nacht nachdem es am Vorabend noch etwas gewittert hatte.

    Erst auf dem rechten Moränenrücken des Suldenferners kurz hoch und dann rechts ab über das lange Schuttkar, auf der üblichen Route wie hier beschrieben: https://www.tourentipp.com/de/…rgtour-hochtour_1541.html .


    Nach ca. 2h auf dem oberen Knott beim ersten Eisfeld angelangt legten wir Steigeisen an, da es doch recht blank war (ein lokaler Bergführer ging am linken Rand im harten Schnee ohne Steigeisen mit seinen Gästen, schien uns aber eher grenzwertig).


    Oberhalb wieder ohne Steigeisen weiter aufwärts bis zum Signalkopf und diesen links umgehend wieder abwärts.

    Hier gingen wir immer noch ohne Seil, da das Abklettern recht gut möglich war und die Querung auch in einem leichten "Graben" läuft, also für uns nicht zu ausgesetzt. Prinzipiell wären aber einige Bohrhaken vorhanden.

    An der Schlüsselstelle angelangt kurze Wartezeit aufgrund einer Seilschaft vor uns, die aber nach ein paar Minuten auch den Kniff raus hatte und hoch kam.

    An der Schlüsselstelle (IV) ist ein Bohrhaken gleich in Brusthöhe zur Absicherung, und wenn man mal die Kette greifen kann ist es schon fast geschafft. Insgesamt aber sehr abgeschmiert und daher eher unangenehm.

    Oberhalb der Schlüsselstelle haben wir noch kurz mit Seil gesichert, dann weiter wieder ohne querend und hoch bis zum zweiten Eisfeld.


    Das zweite Eisfeld ist wie beschrieben ziemlich steil und derzeit quasi blank, es lässt sich aber viel leichter links im Fels umgehen (sonst hätten wir wohl Eisschrauben rausgeholt).


    Anschließend noch III-er Gelände, wieder mit Bohrhaken/Köpfel zu sichern, und die zweiter IV-er Stelle, welche uns jedoch deutlich leichter schien.


    Zum Finale dann noch mal steil, aber ohne Seil, da gut gestuft im II-er Gelände auf den Gipfel, in insgesamt 5 1/4 Stunden.

    Die Verhältnisse waren sehr gut, Fels schön trocken, Wetter prima!

    Wir hatten ein 30m Seil dabei, was für die Kletterei praktisch und für uns absolut ausreichend war.


    Der Abstieg über den "Normalweg" ist wie auch oft beschrieben gar nicht mehr so einfach:

    Erst über den Gletscher einige große Spalten querend zum Steilhang oberhalb des Lombardibiwaks, wo mittlerweile sehr hilfreiche Fixseile installiert sind, die den Abstieg erleichtern.


    Den Weiterweg ins Bärenloch fanden wir jedoch recht anspruchsvoll.

    Am besten schon kurz vor dem Biwak steil nach links unten, wobei der Hang schon ziemlich blank ist und besser abwärts rechts im Fels gemeistert wird. Wir gingen erst zum Biwak, um auf dem "alten" Weg zu einem Steilabbruch zu gelangen, der kaum mehr machbar scheint, da man ein seeeehr langes Seil brauchen würde und auch unten eher im unschönen Gelände landet.

    Also vorher schon links abwärts Richtung Bärenloch, wobei es im unteren Teil recht plattig wird. Dort befinden sich jedoch einige Bohrhaken, und vom untersten aus (mit einem Maillon Rapide) kann man auch mit dem 30m Seil gerade noch bis zum Gletscherrand abseilen, wo die Spur wieder in den Gletscher führt.

    Dort auf dem oberen Ortlerferner weiter spaltig abwärts rechts haltend, um den Gletscher letztlich zu verlassen.

    Der Ausstieg ist abenteuerlich, eine schiefe Leiter hoch, die zu Metalltritten und einer Kette in eine Querung führt, etwas gruselig!


    Von dort dann im Fels weiter, noch einmal abseilend, im auf und ab zurück zur Hütte.

    Wir brauchten vom Gipfel bis zur Payerhütte 3 1/2 Stunden, das zieht sich mehr als gedacht!


    Nach Einkehr schließlich in 2 Stunden zurück ins Tal...


    War schon eine der großen und grandiosen Grattouren der Ostalpen, im Aufstieg sehr anregend, der Abstieg eher zäh!


    Morgendlicher Anstieg zum oberen Knott ...


    Das erste Eisfeld...


    Links Umklettern des Signalkopfs...


    Querung zur Schlüsselstelle...


    Schlüsselstelle mit Ketten oben...


    Zweites Eisfeld...


    Gipfel in Sicht...


    Steilstufe im Abstieg...


    Abseilen ins Bärenloch...


    Leiter am Übergang zum Fels...

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