- Gipfel
- Großer Daumen
- Höhe
- 2280
- Gebirge
- Allgäuer Alpen
- Art der Tour
- Skitour
- Datum der Tour
- 7. Februar 2026
- Ausgangspunkt
- Giebelhaus
- Gefahreneinschätzung
- gering
- Exposition der Route
- S, SO
Ist mir ja schon beinah peinlich bei der aktuellen Schneelage schon wieder von Top-Bedingungen zu schwärmen. Aber es lohnt sich wohl derzeit bei nicht ganz optimaler Ausgangssituation etwas ins Risiko zu gehen, und auch bei der Anfahrt die Extrameile zu gehen.
Also um 6:10 Uhr den Zug genommen, der letze Bericht hier zum Ostrachtal klang ja recht vielversprechend, also wurde es wieder mal Allgäu. Lawinenlage ist da ja grad auch vergleichsweise gut. Da ich allein unterwegs war, sollte es auch keine zu wilde Tour sein. Also dachte ich an den Großen Daumen. Mit Querung zum Nebelhorn wäre dort die Abfahrt auch bei schlechtem Schnee über die Piste möglich. Aber es kam anders.
Im Ostrachtal gab es eine geschlossene Schneedecke im Talgrund, das war schonmal vielversprechend. Auch die nordseitigen Hänge Richtung Schochen waren schön weiß. Erwartungsgemäß aber nicht mein SO Aufstieg. Ich bin direkt zur Käser-Alpe hoch, das war ziemlich aper mit längeren Fußmarsch. Besser ist es, den Forstweg via Schwarzenberghütte zu nehmen. Bis auf einige apere Stellen gibt’s da noch Unterlage.
Ab der Käser-Alpe dann wieder auf die Ski. Etwas später, so gegen 1600 Meter dann 10-15 cm frischer Pulver auf stabilem Grund. Das Gelände war zumindest heute komplett unverspurt. Überraschend viel Schneeschuhgeher waren unterwegs. Aber die tun ja nix, und stapfen in der gleichen Spur rauf und auch wieder runter. Habe da dann auch kein Problem damit, wenn die die Aufstiegsspur platt walzen, war immer noch gut zu gehen und dann definitiv lawinensicher - Peace ✌️.
Generell fand ich das Lawinenrisiko recht entspannt. Das erste Mal seit Wochen stieß ich beim Stocktest auf keine Schwimmschneeschicht. Das Altschnee-Problem ist damit natürlich noch nicht überstanden, aber ganz so kritisch ist es zumindest hier wohl auch nicht mehr.
Die Abfahrt war dann top - gesetzter Pulver in unverspurten Hängen durchgehend bis auf 1600 m. Wird nach den warmen Temperaturen heut südseitig ab morgen sicher nicht mehr so sein. Aber dafür gibt’s ja dann noch die nordseitigen Touren.
Obwohl das Allgäu mal wieder seinem Ruf als Schneeloch gerecht wird, gibt’s natürlich auch hier erschreckend viele ausgeaperte Hänge. Aber ergiebige und lohnende Skitouren sind möglich, und das sogar südseitig. Das kann man aktuell wohl nicht von jedem Tourengebiet behaupten.